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20. SEPTEMBER 2018

20.09.2018 | Tageskommentar

Die Wiener Staatsoper gedachte mit einem Symposium ihrer Geschichte und ließ die Wissenschaft darüber referieren.  Copyright: Karl Goldammer

Die Wissenschaft war eingeladen, zum 150. Jahrestag der Eröffnung des Staatsopern-Gebäudes an der Ringstraße zu referieren.

In „Die Presse“ schreibt Walter Gürtelschmied darüber: Das große Jubiläum naht – im Mai 2019 ist der 150-jährige Bestand der Wiener Staatsoper an der Ringstraße zu feiern. Nun befasste sich eine Schar von Experten im Gustav-Mahler-Saal des Hauses mit dem weit umfangreicheren Kapitel „Geschichte der Oper in Wien“. Die Methoden hätten unterschiedlicher nicht sein können. Die Wissenschaft kam nicht nur durch das Aufzählen der Fakten zu ihrem Recht. Auch Wertungen waren ein ergiebiges Feld für wendige Referenten, die versuchten, Missverständnisse, Halbwahrheiten und Trugbilder zu korrigieren. So ergab sich ein Kaleidoskop nach dem Abbild der Gesellschaft, fühlen sich doch im Lande Millionen ebenso zum Operndirektor berufen wie zum Fußballtrainer…

Wien/ Staatsoper
Symposium: Seit wann bei uns in Wien „Alles Oper“ ist
Die Wissenschaft referiert zum 150. Jahrestag der Eröffnung des Staatsopern-Gebäudes an der Ringstraße.
Die Presse

Das mit den „Millionen, die sich zum Operndirektor berufen fühlen“ mag – wenn überhaupt – früher gestimmt haben. Heute würde ich die Zahl auf maximal 5000 eingrenzen. In der Vorwoche hatte ich eine Karte für „Carmen“ zu verschenken. Das Interesse im Bekanntenkreis war null!

Heinrich Schramm-Schiessl äßert sich zum Symposium wie folgt: Ich habe zwar nicht das gesamte Symposion  über Stream verfolgt, sondern nur die Themen, die mich wirklich interessiert haben. Daher gibts auch keinen Bericht von mir, weil das nicht seriös wäre. Was mir nur aufgefallen  ist, dass die vorgebene Zeit viel zu kurz bemessen war. Jeder Referent hatte nur 20 Minuten. Nur ein Beispiel: Die Gebrüder Lang referierten über die Direktoren von 1945 bis heute. Das sind 73 Jahre, die zu besprechen waren. Sie mussten, um halbwegs über die Runden zu kommen, so schnell sprechen, dass man kaum etwas verstanden hat.

Man hätte entweder etwas weniger machen müssen, oder das Symposion zumindest einen Tag länger veranstalten.

Österreich/ Kulturpolitik: Der Minister taucht gerne ab!

Die Opposition schießt sich auf den Kulturminister Blümel ein. Dazu ist zu sagen, dass die Kultur nur eine der Agenden des Kanzleramtsministers ist, sein Aufgabengebiet sehr weit gesteckt ist. Ich gehe davon aus, dass ein Referat im Ministerium die Angelegenheiten sondiert und dem Minister mit Empfehlungen vorlegt. Anders kann es gar nicht funktionieren.

„Der Standard“ verbreitet die Meinung der Opposition, dass es sei für Künstler und Kultureinrichtungen fast unmöglich ist, beim Minister Termine zu bekommen.

Versetzen wir uns in die Lage eines Ministers, der Fördergelder zu vergeben hat: 99 % der um einen Termin Ansuchenden wollen von ihm nur eines – nämlich Geld. Es gab einmal einen Kanzler, der diese Begehren als „Ansuderei“bezeichnet hat – und der stammt aus der heutigen Opposition. Was kann der Minister – so er das Ansuchen tatsächlich wohlwollend zu behandeln bereit ist – anders sagen als „ich lasse Ihr Anliegen überprüfen und gebe dann Bescheid“.  Einem Minister in einem Gespräch eine Zusage herauszulocken, mag zwar manchmal in der Vergangenheit Wirkung gezeigt haben, ist aber im Grunde nicht seriös. Würde der Minister alles allein entscheiden, bräuchte er keine Mitarbeiter und keinen Experten-Stab. Den braucht er aber bei der Findigkeit mancher Antragsteller sehr wohl!

Gernot Blümel: Der nicht amtsführende Kulturminister?
Die Kritik aus der Kulturszene an Kanzleramtsminister Gernot Blümel mehrt sich. Hat er zu wenig Zeit für das Amt oder keine Lust?
Der Standard

Salzburger Kaffeesud-Lesereien?

Ioan Holender traut man vieles zu, der könnte auch im Pferdesport oder sonstwo Weichen stellen. Wäre da nicht naheliegend, dass er auch im Salzburger „Oster(eier)suchen“ seine Finger im Spiel hat? Ein Mann, der vieles weiß, hat sich bei mir gemeldet:

Fakt 1: Holender war bei den diesjährigen Sommerfestspielen omnipräsent

Insiderwissen 2: Holender hält sehr viel von Nikolaus Bachler

Insiderwissen 3: Holender und Thielemann sind nicht eben Freunde

Vermutung 4: Wenn möglich, wird Holender Dominique Meyer verhindern.

Erster Gedanke: Kaffeesudleserei
Zweiter Gedanke: Der Informant weiß fast immer, wovon er spricht!
Dritter Gedanke: Das Rennen scheint gelaufen

Wiener Staatsoper: Erster Bericht vom Liederabend Günther Groissböck online

Zum Bericht von Christoph Karner

METROPOLITAN OPERA: SAMSON ET DALILA (Saisoneröffnung am MONTAG, 24.9. )

When mezzo-soprano Elīna Garanča and tenor Roberto Alagna joined forces for a new production of Carmen at the Met, the results were electrifying. Now this star duo reunites for another sensual French opera when they open the season in the title roles of Saint-Saëns’s biblical epic Samson et Dalila. Darko Tresnjak, who won a Tony Award for Best Direction of a Musical in 2014 for A Gentleman’s Guide to Love & Murder, makes his Met debut directing a vivid, seductive staging, featuring a monumental setting for the last-act Temple of Dagon, where the hero crushes his Philistine enemies. Sir Mark Elder conducts the first new Met production of the work in 20 years.

 

Roberto Algna, Elina Garanca. Copyright: Metopera

Szene aus der Wiener Samson-Produktion:

Und so sahen Samson und Dalila in Wien aus. Foto: Wiener Staatsoper/ MichaelPöhn

Nun bin ich weit davon entfernt, die Amerikaner für mich als Vorbild zu nehmen. Manchmal könnte/sollte man das tun, sehr oft aber auch nicht!

Welche Szenerie ihm besser gefällt, möge jeder für sich selbst beantworten!

WIEN / Neue Oper Wien im Semper Depot: JULIE & JEAN von Gerhard Schedl
Premiere: 19. September 2018

 

Renate Wagner berichtet über die Premiere: An sich ist es Musiktheater nach Motiven von August Strindbergs Drama „Fräulein Julie“, aber allzu viel vom Original soll man nicht erwarten, wenn man „Julie & Jean“ von Gerhard Schedl (1957-2000) sieht – und die Neue Oper Wien ermöglicht das 15 Jahre nach der Uraufführung von 2003, die ihrerseits drei Jahre nach dem Freitod des Komponisten erfolgte. Man hat die Produktion des Salzburger Landestheaters damals im Wiener „Klangbogen“ gesehen…

Die Inszenierung von Carlos Wagner findet im Semper Depot statt, an sich ein stimmungsstarker Raum, wenn auch für die Zuschauer nicht ideal, das Bühnenbild von Andrea Cozzi ist vage, hat aber eine „Bar“, an der Jean wirkt, und am Ende ein Sofa zu bieten (wo Jean fernsieht!), vor allem aber Stoffbahnen, die herabsinken und für die choreographischen Verdoppelungen von Julie und Jean für Bewegungsmöglichkeiten sorgen…

Zum Premierenbericht von Renate Wagner

Wiener Staatsballett, 17.9.: „Giselle“ – ein Ballettprinz aus Korea mit Edelglasur 

Kimin Kim. Foto: Wiener Staatsoper

Kimin Kim, Koreaner im Dienste der glorreichen Ballettkompanie des St. Petersburger Mariinski-Theaters und eines dessen Aushängeschilder, hat sich im derzeitigen Aufführungsreigen von Adolphe Adams „Giselle“ erstmals in der Wiener Staatsoper  vorgestellt. Als Herzog Albrecht – ja, als ein wahrer Ballettprinz mit Edelglasur. Auf Höhenflügen mit immenser Sprungkraft, als ein spielerisch wirbelnder Kreisel, sich leichtfüssig und seidenweich präsentierend, mit starker, klarer Pantomime, als präzise assistierender Partner.

Zum Bericht von Meinhard Rüdenauer

„Konzertgänger in Berlin“
Musikfest 2018: Stockhausen führt durch

Karl-Heinz ist angeblich die beliebteste Unterhose deutscher Männer. Im konkreten Fall ist sie aber nicht gemeint!
Karlheinz ist nach wie vor nicht nur die beliebteste Unterhose des deutschen Mannes, sondern auch der Deutschen kontroversester Lieblingsavantgardist, verehrt und geschmäht. Insofern schlüssig, dass das bundeshauptstädtische Saisoneröffnungs-Musikfest mit einer exuberanten Stockhausen-Coda schließt. Das beweist Mut zur Anti-Klimax, so rein saalfüllungs- und ein bisschen auch stimmungsmäßig. Zwei Abende Stockhausen pur also nach zuvor drei Bruckner-Sinfonien, einmal Mahler, so viel aufwühlendem Zimmermann, erlesenem Boulez, Debussy, Ligeti etc pp.
https://hundert11.net/musikfest2018-mantra-inori/

„Merker-Kunstsalon“ startet am kommenden Montag

 

WIEN / Albertina / Propter Homines Halle: CLAUDE MONET
Die Welt im Fluss
Vom 21. September 2018 bis zum 6. Jänner 2019

 

Von der Impression zur Abstraktion

Die Albertina ist blau geworden: Auf blauen Läufern führt der Weg in den ersten Stock, in die Propter Homines Halle, zur ersten umfassenden Claude Monet-Ausstellung, die es seit 20 Jahren in Österreich gibt: Hundert Ölgemälde in jenen aufwendigen Goldrahmen, die die Impressionisten selbst nicht wollten und nicht verhindern konnten. In den Räumen selbst sind die Böden gleichfalls mit blauen Teppichen ausgelegt, runde Sitzinseln steigern die Eleganz, pastellfarbene Wände bringen Monets Farbenpracht zur ultimativen Geltung. Die Albertina erwartet dank der immensen Popularität des Künstlers einen Zuschauerrekord.

Zum Ausstellungsbericht von Heiner Wesemann

Filme der Woche

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Was ist bemerkenswerter an diesem Film? Dass wieder – diesmal mit koreanischen Hauptdarstellern und einem indischen Regisseur – Asiaten im Mittelpunkt eines US-amerikanischen Filmes stehen (wie in dem Riesenerfolg „Crazy Rich Asians“, bei dem es allerdings vor allem komisch zuging), Menschen, die sich (im Gegensatz zum Vordringen der Schwarzen und Latinos) bisher eher im Hintergrund gehalten haben?

Oder dass der Film so heutig ist, dass er nicht mehr „real“ zu betrachten ist, sondern seine ganze Handling per Internet, Sozialen Medien, Skype, Websites, Searches transportiert? Wie man weiß und hört, besteht das „Leben“ vieler Menschen nur noch in dem, was sie in ihrem Smartphone sehen… Verwirrendes Patchwork ist das nur für jene, die noch ein „analoges“, reales Leben führen. Für alle anderen ist es Selbstverständlichkeit. Auf diese Art liest man mehr Kurzinfos, als dass sich eine Geschichte auf der normalen Kommunikation des Gesprächs entwickelt.

So lernt man David Kim kennen, und aus Daten setzt sich zusammen, dass seine Gattin schwerkrank war, jetzt tot ist (die Kalender Notiz „Mum comes home“ wird mit schlichtem „Delite“ gelöscht), und dass er mit seiner geliebten Tochter Margot, einem halbwüchsiger Teenager, in stetem digitalen Kontakt steht. Die beiden skypen, und Papa möchte ihr noch viel mehr sagen, löscht aber oft, was er ihr schreiben will. Dennoch – zwischen den beiden ist alles in Ordnung…

Österreich
Chaos-Tage in der SPÖ
Christian Kern wurde am Dienstag von seinen Genossen vorgeführt.
Der Standard

Der neue Besitzer des Urania-Kasperltheaters wird morgen, Freitag, feierlich bekanntgegen. Wer es sein wird, sickert nicht durch.

Das wird doch nicht….?

Einen schönen Tag wünscht

A.C.

 

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