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20. OKTOBER 2021 – Mittwoch

20.10.2021 | Tageskommentar

NABUCCO (ohne Netrebko). Foto: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

Wiener Staatsoper: Anna Netrebko sagt die Abigaille ab

Ein akut gewordenes Problem in ihrer rechten Schulter zwingt Anna Netrebko zu einer dringenden Operation. Sie muss daher ihre Auftritte in Nabucco an der Wiener Staatsoper absagen. Die neue Besetzung der Rolle der Abigaille in den Vorstellungen am 1., 6., 9. und 12. November wird in den nächsten Tagen bekanntgegeben.

Anna Netrebko:
»Leider muss ich meine Aufführungen von Nabucco an der Wiener Staatsoper absagen. Ich leide seit vielen Monaten an lähmenden Schmerzen in der Schulter, und mein Arzt hat mir geraten, mich dringend einer Operation zu unterziehen und danach sofort eine physische Rehabilitation zu beginnen, um das Problem zu lösen. Es tut mir leid, mein liebes Wiener Publikum diesmal zu verpassen, und ich freue mich darauf, sehr bald wieder für Sie aufzutreten!«

»Unfortunately, I am forced to cancel my performances of Nabucco at the Wiener Staatsoper. I have been suffering from debilitating pain in my shoulder for many months now and my doctor has advised me that I must undergo urgent surgery on my shoulder followed by physical rehabilitation immediately after in order to address this. I am sorry to miss my dear Viennese audience this time and look forward to performing again for you very soon!«

In der von Paolo Carignani dirigierten Aufführungsserie von Nabucco gibt Amartuvshin Enkhbat (1., 6., 9. November) sein Staatsoperndebüt in der Titelpartie, als Ismaele debütiert Alessandro Liberatore am Haus. Roberto Tagliavini verkörpert den Zaccaria und Szilvia Vörös die Fenena. In der Vorstellung am 12. November ist Plácido Domingo als Nabucco zu erleben.

Weitere Informationen finden Sie hier.

Netrebko sagt wegen Schulteroperation Wiener Auftritte ab
Die Soprangöttin Anna Netrebko muss sich einer akuten Operation an der rechten Schulter unterziehen. Infolgedessen sieht sich die 50-Jährige gezwungen, ihr für Sonntag (24. Oktober) im Musikverein vorgesehenes Konzert ebenso abzusagen wie ihren Einsatz als Abigaille in Verdis „Nabucco“ an der Wiener Staatsoper in der ersten Novemberhälfte. Dies teilten beide Häuser mit Bedauern mit.
Salzburger Nachrichten

Asmik Grigorian: Vorgestern Tatjana in Wien, heute Salome in Moskau

 

ZUM VIDEO

WIEN / Theater an der Wien: ZENOBIA, REGINA DE‘ PALMIRENI von Tomaso Albinoni
Konzertante Aufführung in italienischer Sprache
19. Oktober 2021

 

Königin Zenobias letzter Blick Richtung Palmyra, Historiengemälde von Herbert Schmalz (Wikipedia)

Wer je in Palmyra war – damals, als noch kein Krieg alles zerschossen hatte, sondern als die archäologische Stätte sich in ihrer ganzen Pracht und Herrlichkeit ausbreitete -, der ist natürlich in den Bann von Zenobia geraten. Jene Königin im 3. Jahrhundert nach Christus, die die Macht nach der Ermordung ihres Mannes übernahm und von Palmyra aus ein Reich in Kleinasien bis Ägypten errichtete, das den  Römern als Ärgernis ins Auge fallen musste. Faszinierend die Dame, das fanden auch die Opernkomponisten, in sicher gut zwei Dutzend Werken kommt sie prominent vor.

Im Rahmen der konzertanten Barockopern, die ein fester Bestandteil des Angebots im Theater an der Wien sind (hoffentlich ändert sich daran in der nächsten Direktion nichts), wurde nun Tomaso Albinoni „Zenobia, regina de‘ palmireni“ geboten, die erste Oper des Komponisten, 1694 in seiner Heimatstadt Venedig uraufgeführt. Besonders interessant, weil man Albinoni zwar als festen Bestandteil von Barockkonzerten kennt, aber eigentlich keine seiner Opern (ja, die Kammeroper hat 2010 „Il Nascimento dell’Aurora“ gezeigt). Nun konnte man das Interesse einmal befriedigen…

Das Publikum, erfreulich zahlreich, wenn das Haus auch nicht ganz voll war, hatte schon zwischendurch immer wieder geklatscht und zeigte sich am Ende ziemlich begeistert. Für Raritäten-Sammler ein Schnäppchen besonderer Art.

Zum Bericht von Renate Wagner

OPERALIA Kalender Moskau

operalia2021 starts today at the @bolshoi_theatre
➡️Audiences from all over the world will be able to watch
🔹 the Semifinals live on Wednesday October 20 at 16:00 local time / 15:00 CET
via Facebook on the #operalia and #placidodomingo pages
🔹 the Final round live on Sunday October 24 at 19:00 local time / 18:00

 

ZU INSTAGRAM

Lukas Link schreibt:

Am Montag startete Domingo’s Gesangswettbewerb Operalia in Moskau. Unter den 34 Teilnehmern befindet sich mit Tenor Josh Lovell auch ein Mitglied aus dem Ensemble der Wiener Staatsoper. Erst zu Saisonbeginn begeisterte der junge Kanadier das Wiener Publikum als Fenton in Verdi’s Falstaff.

Lovell ging übrigens im vergangenen Sommer als Sieger beim Belvedere-Gesangswettbewerb hervor. Also, Daumen halten für Josh!

https://www.wiener-staatsoper.at/ensemble-gaeste/oper/detail/artist/1302-lovell-josh/

Das sind die Semifinalisten!

 

Edita Gruberova: Bilder aus ihrem Leben
Eine Fotoserie. Absolut sehenswert!
Zur Fotoserie

MEININGEN: DER FLIEGENDE HOLLÄNDER. Premiere der Neuinszenierung am 16.10.

Shin Taniguchi, Rafael Helbig-Kostka (hinter Tresen), Tomasz Wija; (c) Cristina Iberl

Das Meininger Staatstheater zeigt einen neuen Fliegenden Holländer in Zusammenarbeit mit dem Theater Ulm. Meiningen kann sich freuen, dank der 3-G-Regel sein relativ großes Haus wieder vollzubekommen mit Wagners Holländer, der, vielleicht nicht so populär wie Lohengrin oder Meistersinger von Nürnberg, doch  seine ‚Fliehkräfte‘ auslöst. Regisseur Kay Metzger, Intendant de Ulmer Theaters, hat sich zu seiner Inszenierung Gedanken und Reflexionen über die gesamte Stoffgeschichte des holländischen Weltumseglers gemacht.Als Inszenierungs-Ansatz kam dabei das Medium Film zum Zug, da der Film seit seiner Entstehung wichtige Beiträge zum Themas leistete, etwa Hans Neumanns Stummfilm von 1918 oder Albert Lewins „Pandora und der Fliegende Holländer“, der die griechische Sage mit der Figur des Verdammten verbindet. Oder im 21.Jahrhundert „Fluch der Karibik“ über einen untoten Kapitän und seine Crew, dessen Plakat, diesmal mit dem Beinamen ‚Fluch der Meere‘ auf der Bühne zu sehen ist.::

Zum Premierenbericht von Friedeon Rosén

 

 

Für wen gilt Compliance?
Nicht für die Wiener Staatsoper?

Am Abend der Premiere von „Der Barbier von Sevilla“ gab es zwischen mir und einer Billeteurin der Staatsoper einen hässlichen Auftritt, bei welcher Gelegenheit ich sie „dumme Kuh“ genannt habe. In der Pause stürzte ein Oberbilleteur auf mich zu, in der festen Absicht, mich übel zu maßregeln und herunterzumachen. Eine Woche später erhielt ich ein Mail von „Kora Wielosinski, i.A. für die Abteilung Personal, Recht und Organisation“, in dem man mir mitteilte, dass man mir die Pressekarten, die ich für meine Berichterstattung im „Volksblatt“ erhalte, gestrichen habe.

Darauf konnte ich nur erwidern, dass ich es in hohem Maße für unkorrekt halte, eine solche Entscheidung aus der Luft zu treffen, ohne der Betroffenen auch nur die Möglichkeit zu geben, ihre Seite der Angelegenheit darzustellen – wir leben schließlich nicht in einem totalitären Staat. Audiatur et altera pars wussten schon die Römer (die heutigen Wiener und eine Gesellschaft, die automatisch vorverurteilt, offenbar nicht)…

Lesen Sie weiter in Apropos

Vorweg, der Online-Merker bekommt von der Wiener Staatsoper keine Pressekarten (entzogen wurden die Karten für das Volksblatt, für das Frau Dr. Wagner gelegentlich schreibt), dieses Alleinstellungsmerkmal ist mir wichtig – denn man sieht ja, was bei derartigen „Geschenken“ rauskommt. Eine willkürliche Bestrafung, weil „ohne Verhör. Ich habe es schon mehrmals erwähnt:  Ich selbst habe noch nie eine Pressekarte von irgendwem – schon gar nicht von der Wiener Staatsoper – erbeten, das widerspräche nämlich völlig meiner Mentalität. „Geschenke“ nehme ich grundsätzlich nur ungern und nur von Leuten, die mir sympathisch sind an, das war schon lange vor dem „Anfütterungsverbot“ so. Wenn sich Mitarbeiter wegen Pressekarten mit den Theatern arrangieren, will ich kein Spielverderber sein, ich fördere es allerdings nicht, beantworte lediglich Nachfragen, werde aber nicht selbst zum Bittsteller. Aber wenn die durch Pressekarten bedingte Lobhudelei zu arg wird, reagiere ich schon. Unsere Staatsopernrezensenten kaufen sich ihre Karten, werden dafür auch nicht aufgefordert, „Reue zu zeigen“. Was im konkreten Fall war, hat mich als in diesem Fall Außenstehender nicht zu interessieren, das wäre Sache des Volksblatts. Wir sind aber insoferne auch Opfer, weil für Dr. Wagner die Staatsoper zumindest in nächster Zeit ein Minenfeld ist, das sie nicht betritt. Deswegen fällt eine der kompetentesten Rezensentinnen aus und das kann mir nicht egal sein!

Egal ist mir auch nicht, dass jemand Beschuldigungen erheben kann, die Konsequenzen auslösen – und dann anonym bleibend abtaucht. Die Chance auf eine Konfrontation wäre zu wahren gewesen, die Billeteurin soll Frau Dr. Wagner ins Gesicht sagen, weswegen sie sofort ihren Oberbilleteur konsultiert hat – der angeblich auch nicht eben souverän seines Amtes waltete.

GRAZ/ Musikverein für Steiermark: L‘Orfeo mit L‘Arpeggiata und Rolando Villazón 

Hochkarätig besetzt wird Monteverdis 1607 komponierte Oper L‘Orfeo in konzertanter Version zur Aufführung gebracht. Die Titelrolle gestaltet Rolando Villazón, begleitet wird er von L’Arpeggiata unter der Leitung der Grazerin Christina Pluhar, die Alte Musik lebendig und authentisch interpretiert.

 

 

2. FESTKONZERT
Sa 30.10.2021

UHRZEIT: 19:30 Uhr
ORT: Stefaniensaal

CHRISTINA PLUHAR Leitung | Theorbe
L’ARPEGGIATA
ROLANDO VILLAZÓN Orfeo u.a.

Claudio Monteverdi | L’Orfeo
Favola in musica, SV 318

Filme der Woche

Besuchen Sie Renate Wagners FILMSEITE

Filmstart:  21. Oktober 2021 
THE FRENCH DISPATCH
USA  /  2020 
Drehbuch und Regie: Wes Anderson
Mit: Benicio del Toro, Frances McDormand, Adrien Brody, Tilda Swinton, Timothée Chalamet, Bill Murray u.a.
Prädikat: wertvoll

Wes Anderson ist einer der Regisseure, für die der Filmfreund mit cineastischen Neigungen ins Kino geht. Der heute 52jährige hat schließlich, von den „Royal Tenenbaums“ bis zum „Grand Budapest Hotel“ einen ganz speziellen, persönlichen, unverwechselbaren Stil entwickelt, den viele für verrückt halten mögen, der aber mit seiner dramaturgischen und optischen Verschachtelung natürlich auch von hohem Reiz ist.

Anderson hat seit 2014 (dazwischen lag dann nur ein Animationsfilm) eine Generalpause eingelegt – umso neugieriger war man auf „The French Dispatch“. Und, wie das schon einmal ist, umso dünner erschien der Aufguß alter Methoden…

Diesmal hängt Anderson unter der Rahmenhandlung einer fiktiven amerikanischen, in Frankreich erscheinenden  Zeitung (Chefredakteur: Bill Murray mit undurchdringlich ernsthafter Miene, die komisch genug  ist) drei Geschichten auf, deren Substanz freundlich gesagt nur als „bescheiden“ bezeichnet werden kann…

Zur Filmbesprechung von Renate Wagner

Aktuelles aus der „Neuen Zürcher Zeitung“

  • Wie Spitäler Privatpatienten schröpfen: Wie erstmals Zahlen belegen, fallen Rechnungen für das Einzelzimmer und die freie Arztwahl für Privatversicherte oftmals höher aus als jene für die eigentliche Operation. Nun erhöhen die Krankenkassen den Druck.
    Zum Bericht
  • Was das Scheitern des EU-Rahmenvertrags in der Praxis bedeuten kann: Die Schweizer Medizinaltechnik-Branche ist das erste Opfer des Scheiterns des EU-Rahmenabkommens. Nun schiesst sie auf den Bundesrat und erwägt eine Klage gegen die EU.
    Zum Bericht
  • Taiwans TSMC baut ein Chipwerk in Japan: Seit Jahren werben Industrienationen um Fabriken des weltgrössten Chip-Auftragsfertigers TSMC. Nun erhält Japan den heiss begehrten Zuschlag für ein Werk.
  • Zum Bericht
  • «Squid Game» und andere Serien sollen Netflix wieder auf Wachstumskurs bringen: Der bekannte Streaminganbieter will die Flaute nach dem Corona-Boom abhaken und prophezeit neue Impulse. Tatsächlich jedoch verzeichnete Netflix Im dritten Quartal nur im Ausland steigende Abonnentenzahlen.
    Zum Bericht
  • Facebook zahlt Millionenstrafe wegen Diskriminierung von US-Arbeitern: Der amerikanische Internetkonzern soll für bestimmte lukrative Jobs vor allem Ausländer in Betracht gezogen und ihnen Visa und Greencards besorgt haben. Das Justizministerium in Washington ordnete nun gegen Facebook eine Strafe von insgesamt 14,25 Millionen Dollar an.
  • Zum Bericht
  • Nordkorea bestätigt Test von U-Boot-Rakete: Die staatliche Nachrichtenagentur KCNA schrieb von einer Rakete «neuen Typs», welche die «Verteidigungstechnologie des Landes auf ein hohes Niveau bringt und die Unterwassereinsatzfähigkeit unserer Marine verbessert». Experten werten den Test allerdings nicht als bahnbrechenden Entwicklungsschritt für das nordkoreanische Raketenprogramm. Zu den neusten Entwicklungen
  • 10 000 Kinder beim Bürgerkrieg in Jemen verwundet oder getötet: Das Bürgerkriegsland Jemen hat nach Angaben des UN-Kinderhilfswerks Unicef einen «beschämenden Meilenstein» erreicht: Seit Beginn der Kämpfe im März 2015 seien mehr als 10 000 Minderjährige durch Kampfhandlungen getötet oder verwundet worden. Dabei handele es sich nur um die Fälle, die Unicef dokumentiert habe. Die wahre Zahl liege wohl höher,sagte Unicef-Sprecher James Elder am Dienstag in Genf.
  • Zum Bericht

Österreich: Setzt den Boulevard auf Entzug!

Die Inseratenaffäre darf nicht ohne Folgen bleiben. Kritische Berichterstattung hat in Österreich offensichtlich ihren Preis.

Auszug aus „Profil“: Es wird nämlich wirklich Zeit. Schon vor Sebastian Kurz waren die steuergeldfinanzierten Werbeetats der Ministerien zunehmend dazu verwendet worden, um ausgewählte Medien zu bedienen, unter Kurz uferte das Ganze aus. „Gegenleistungen“ offenbar inklusive. Michael Ludwig ist wiederum nicht der erste SPÖ-Bürgermeister Wiens, der die Gratismedien „heute“ und „Österreich“ als Teil der städtischen Infrastruktur betrachtet. Und auch in den Bundesländern werden Zeitungen herausgegeben, die sich über mangelnde einschlägige Aufmerksamkeit nicht beklagen dürfen. Und während die einen artig danke sagen, bleibt für die anderen nur die Erkenntnis, dass kritische und unabhängige Berichterstattung eben ihren Preis haben.

https://www.profil.at/oesterreich/profil-morgenpost-setzt-den-boulevard-auf-entzug/401775351

Wolfgang Fellner hat den Bogen tatsächlich überspannt und sein Triumphgeheul über die Unrechtmäßigkeit der in seinem Imperium stattgefundenen Hausdurchsung könnte zum Bumerang werden. Jedenfall ist die österreichische Innenpolitik derzeit interessanter als der Spielplan unserer Theater zusammen!

Die Anti-Trump-Nummer von Joe Biden zieht nicht mehr
Stark begonnen, stark nachgelassen: Außer Restaurationsarbeiten hat der 46. US-Präsident bisher weder außen- noch innenpolitische Erfolge aufzuweisen.
Die Presse.com

Mittlerweile hat auch in den USA Ernüchterung Platz gegriffen: Ein schwacher Präsident, eine inferiore Vizepräsidentin, das sind keine guten Aussichten.

Wien
Goldenes Ehrenzeichen: Juncker in Wien geehrt, er weiß aber nicht warum
https://www.krone.at/2535527

So ist es eben, in Wien kann man einer Ehrung nur schwer entkommen. Juncker fragt sich, welche Wien-Verdienste er hat. Damit ehrt er sich selbst!

Ich wünsche einen schönen Tag!

A.C.

 

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