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20. NOVEMBER 2018

20.11.2018 | Tageskommentar

Stockhausen
Stockhausen in Paris (Opera Comique). Selten kommt eine der nur drei Hauptpersonen in Karlheinz Stockhausens mystisch-religiöser Oper „Donnerstag aus Licht“ allein daher. So sind auf diesem Bild drei Evas und zwei Michaels zu sehen. (Foto: Opera Comique)

Stockhausen als Herausforderung? Stockhausen als Zumutung? Die Opera Comique geht dieses Wagnis ein:

Messiasmeisterwerk
Noch nie wurde eine Oper aus Karlheinz Stockhausens siebenteiligem Schöpfungsmythos „Licht“ in Frankreich inszeniert. Jetzt ist der „Donnerstag“ in Paris zu bestaunen: ein Geniestreich.
Sueddeutsche Zeitung

Weimar/ Deutsches Nationaltheater: „NOVEMBER 1918“ von Alfred Döblin/ Musik Stefan Lano

Mammutabend zu einem Mammutwerk


Copyright: Nationaltheater Weimar

Manchmal ist es schwer, Werke einzuordnen. Hat Stockhausen Opern in dem Sinn, wie unsere Leser oder wir sie verstehen, geschrieben?

Ebenso verhält es sich mit der Rarität, die das Deutsche Nationaltheater Weimar auf den Spielplan gesetzt hat. Unser Rezensent schwankt zwischen Oper und Theater. Theater mit Musik ist Musiktheater!

Es war ein Mammutabend zum Mammutwerk der Uraufführung „November 1918“ im DNT Weimar. Wer das durchhalten wollte, der mußte gut ausgeschlafen sein, um vier Stunden spannendes, anstrengendes und auch unterhaltsames Theater mit operndimensionalen Einlagen durchzuhalten. Die DNT Weimar Uraufführung von Döblins „November 1918“ folgt, so sagt es das Programmheft dem vierteiligen gleichnamigen Buch.

Alfred Döblin schrieb „November 1918“ in den Jahren 1937-1943 im französischen und amerikanischen Exil. In den Kriegsjahren fand sich kein Verleger, erst 1950 lag eine erste dreibändige Ausgabe vor, 1978 erschien eine vollständige Edition. In einer zupackenden, knappen, oft witzig-lakonischen Sprache führt Döblin seine Romanhelden durch das innere wie äußere Chaos der Zeit. „November 1918“ ist ein literarisches Jahrhundertwerk. Es ist Alfred Döblins umfangreichstes Werk, aber über viele Jahrzehnte war es fast völlig vergessen…

Zum Bericht von Thomas Janda

Staatsoper Berlin: L’ORFEO

Konzertgänger in Berlin“
Hölltorig: „L’Orfeo“ an der Staatsoper
Aus der Noth eine Jugend machen, wie es beim Baröckdichter Andreas Grüffelius heißt! Während das Kammeroperfest der Staatsoper (trotz interessantem Programm) immer was unverhohlt Nothnageliges hatte, lässt man sich heuer bei der Vertretung der durch China tourenden Staatskapelle nicht lumpen: Fast drei Wochen lang sind Barocktage an der Staatsoper Unter den Linden
https://hundert11.net/hoelltorig/

Berlin/ Staatsoper
Oihmè! Ein elephantischer Orfeo glänzt an der Staatsoper Unter den Linden
Von Überall strömen sie herein. Als rufe schon jetzt der Lockruf: „Eilt herbei ihr fröhlichen Nymphen.“ Eisiger Wind treibt das Berliner Publikum in die wunderschöne Staatsoper Unter den Linden. An den Kassen wird knallhart abgewiesen: Diese Vorstellung ist ausverkauft.
Maria Steinhilber berichtet aus der Staatsoper Unter den Linden in Berlin.
Klassik-begeistert

3x Ma(h)ler: Konzert und Ausstellung mit und von Herbert Lippert an der Wiener Staatsoper
 
Am Sonntag, 25. November 2018 (15.00 Uhr) steht in der Wiener Staatsoper ein besonderer Konzertnachmittag auf dem Programm: Tenor und Staatsopernmitglied Herbert Lippert wird, wie schon in der vergangenen Spielzeit, im Gustav Mahler-Saal eine Zusammenführung seiner beiden künstlerischen Professionen – Gesang und Malerei – präsentieren, heuer unter dem Titel 3x Ma(h)ler. Am Klavier begleitet von Eduard Kutrowatz singt er ausgewählte Lieder von Gustav Mahler, denen jeweils ein von ihm geschaffenes Ölgemälde gegenübersteht.

Restkarten zu EUR 36,- sind erhältlich an den Bundestheaterkassen

sowie unter www.wiener-staatsoper.at


Frühlingsmorgen“ von Herbert Lippert.

Die Ausstellung der Bilder im Gustav Mahler-Saal kann bis Mitte Jänner kostenlos im Rahmen eines Vorstellungsbesuches besichtigt werden; Herbert Lippert steht ab 8. Dezember 2018 als Leas Vater / Der Angler am Ufer in der Uraufführung von Die Weiden wieder auf der Bühne des Hauses am Ring.

Wiener Opernball: Versace entwirft die Swarovski Tiara für die Debütantinnen des Wiener Opernballes 2019 – inspiriert von „Das Rheingold“


Copyright: Hero jpg.

Mode-Ikone Donatella Versace gestaltet gemeinsam mit Swarovski die Tiara für die Debütantinnen am Wiener Opernball am 28. Februar 2019. Die berühmte Modedesignerin folgte dem Themenvorschlag von Opernballorganisatorin Maria Großbauer und ließ sich für das detailreiche Schmuckstück von Richard Wagners Das Rheingold inspirieren, dem ersten Teil der Tetralogie Der Ring des Nibelungen: In der Schlüsselszene des ersten Akts durchdringt ein plötzlicher Sonnenstrahl die Tiefe des Rheins, um das Gold zu enthüllen, welches von den drei Rheintöchtern beschützt wird. Es erweckt die Aufmerksamkeit des Zwerges Alberich, der ihnen den Schatz daraufhin stiehlt.

Diese bildgewaltige Szene spiegelt sich spektakulär in der Kreation von Donatella Versace wider. Goldene Strahlen, besetzt mit Swarovski Kristallen, erleuchten den Schatz im Zentrum der Kreation: Ein großer, runder Kristall in der Farbe „Crystal Golden Shadow“.

Mehr darüber in den heutigen Infos des Tages/Aktuelles

OPER FRANKFURT: Hanna-Elisabeth Müller sagt heutigen Liederabend ab, Christiane Karg ersetzt sie!

Hanna-Elisabeth Müller (Sopran) musste leider wegen Heiserkeit den heutigen Liederabend mit Juliane Ruf (Klavier) absagen.

Wir dürfen uns auf das neue Duo Christiane Karg (Sopran) und Simon Lepper (Klavier) mit folgendem Programm freuen

WIEN/ THEATER AN DER WIEN/ HEUTE: 1. LA FEMME C’EST MOI in Wien
Theater an der Wien | Dienstag, 20. November 2018 | 19 Uhr


Elisabeth Kulman. Foto: Wilfried Hösl

Nach der erfolgreichen Deutschland-Premiere im prall gefüllten Münchner Prinzregententheater gibt es nun in Wien die nächste Gelegenheit, Elisabeth Kulman in ihrer faszinierenden Show quer durch alle Musikgenres zu erleben.

Es gibt noch wenige Karten!
• “Zögern Sie nicht – gehen Sie hin! Viva la Kulman! 5 von 5 Sternen” (bachtrack)

WIEN MODERN: sirene Operntheater bei Wien Modern 2018
Das Totenschiff

Bildergebnis für sirene operntheater das totenschiff

eine Songoper von Oskar Aichinger
und Kristine Tornquist nach dem Roman von B. Traven (1926)
24., 25. November 2018, 16:00 Uhr
26., 27., 28., 29. November 2018, 19:30 Uhr
REAKTOR – Wien 17, Geblergasse 40
www.sirene.at / Karten hier
Geld und Gesetz machen in B. Travens Totenschiff gemeinsame Sache. Nachdem er seine Papiere verloren hat, landet Gale, der Held des Totenschiffs, unversehens auf der Seite der Rechtlosen. Ohne Papiere und Aufenthaltsgenehmigung von der Staatengesellschaft hin- und her- und abgeschoben und an Land nirgends mehr geduldet, bleibt ihm nur, aufs Meer auszuweichen. Auf See muss er auf sogenannten Totenschiffen anheuern, schwimmenden Höllen wie der Yorikke, die im rechtsfreien Raum der Weltmeere Waffen schmuggelt, oder zuletzt auf der Empress of Madagaskar, die noch durch ihren Untergang als Versicherungsfall Profit machen soll und die wertlosen Menschenleben dabei mitnimmt.

Landesbühnen Sachsen: FIDELIO in Radebeul (17.11.)


 Stephanie Krone (Leonore), Dirk Konnerth (Florestan), Chor. Foto: Pavel Sosnowsky

Die Landesbühnen Sachsen sind eine der größten Reisetheater in Deutschland mit Sitz in Radebeul, das direkt an Dresden grenzt. Nach mehreren Fusionen wegen Subventionskürzungen ist die Elbland Philharmonie entstanden.

Fast einzigartig ist die Atmosphäre in diesem Haus. Hier werden fast alle Besucher mit Handschlag begrüßt, man kann anschließend mit allen Beteiligten reden und auch dumme Fragen stellen und wird nicht vorwurfsvoll angesehen, wenn man während der Vorstellung hustet.

Zum Bericht von Franz Roos

RUNDFUNK (Woche bis zum 26.11. Gesamte Opern

21.11. L’ELISIR D’AMORE (Live aus Turin) RAI 3-20 Uhr
22.11. ORFEO (aus Bordeaux, Aufnahme v. 14.3.2017) BBC 3-15 Uhr
23.11. MACBETTO (Live aus Venedig) RAI 3-19 Uhr
OTELLO (Live aus München) Bayern 4-19.30 Uhr
24.11. IL TRITTICO (Live aus New York) MET-Stream-1.25 Uhr
LA FESTA DI VENEZIA (aus Schwetzingen, Aufnahme v. 15.5.) RNE Classica Madrid-19 Uhr
FIN DE PARTIE (aus Mailand, Aufnahme v. 15.11.) Deutschlandradio-19.05 Uhr
TESEO (aus Wien, Aufnahme v. 14.11.) ORF Ö1-19.30 Uhr
ARIADNE AUF NAXOS (aus Aix, Aufnahme v. 11.7.) BBC 3-19.30 Uhr
ORFEO (aus Bordeaux, Aufnahme v. 14.3.2017) HR 2-20.04 Uhr
25.11. I DUE FOSCARI (Live aus München) Bayern 4-19 Uhr
COSI FAN TUTTE (Live aus Neapel) RAI 3-19 Uhr
MEDEA (aus Berlin, Aufnahme v. 7.10.) France Musique-20 Uhr
MEDEA (aus Berlin, Aufnahme v. 7.10.) WDR 3-20.04 Uhr

HEUTE IM „MERKER-KUNSTSALON“: OPERNRARITÄT VON MASCAGNI

Lassen Sie sich diese Rarität nicht entgehen und erweisen Sie damit den Künstlerinnen Respekt, die für eine einzige Vorstellung dieses nie/kaum gespielten Werks einlernen!

Filme der Woche


Besuchen Sie Renate Wagners FILMSEITE

Der Kinobesucher, der auch Theaterbesucher ist, braucht keine zehn, was heißt, fünf Minuten, um zu wissen: Das kenne ich doch! „Verliebt in meine Frau“ ist die Umsetzung eines Theaterstücks von Florian Zellers auf die Kinoleinwand. Was wir 2016 in den Josefstädter Kammerspielen gesehen haben (mit Michael Dangl und Marcus Bluhm, mit Sona MacDonald und Alma Hasun), damals unter dem Titel „Die Kehrseite der Medaille“, hat Daniel Auteuil für seine fünfte Regiearbeit, mit sich selbst als Hauptdarsteller, ausgewählt. Dass dieser Schauspieler schon für Michael Haneke auf höchstem Niveau tätig war, können wir hier getrost vergessen. Mit einem „César“ spekuliert er hier wohl nicht – vielleicht mit Publikumsscharen, die sich in Komödienwelten vergessen wollen?

Florian Zeller ist ein Boulevard-Autor mittleren Zuschnitts (und entsprechend erfolgreich, weil mangelnder Anspruch beim Publikum schon sehr hilft), und Daniel Auteuil versteckt sich auch gerne hinter den belanglosen französischen Durchschnittsfilmen, mit denen die Nation ihren einst singulären Ruf großer Filme vergeigt…

Immerhin, geben wir zu: Die Sache hat Humor und Ironie, und vielleicht sollte man wirklich meinen, hier möchte eine Nation, die die heterosexuelle Erotik liebt, das Rad zurückdrehen, möchte die Zeichen nicht auf #Metoo-Sturm setzen, sondern auf das seufzende Geplänkel zwischen den Geschlechtern…

Der Europäische Theaterpreis in St. Petersburg: Zur Propagandaschau verkommen
Früher war der Europäische Theaterpreis eine feine Schau. Jetzt geht es um harte Politik

„Finanziell hängt der Europäische Theaterpreis von jener Stadt ab, die bereit ist, ihn auszurichten. Und Russland ist wirklich sehr dafür geeignet, weil: Es gibt Geld. Und wir haben einen sehr speziellen Minderwertigkeitskomplex, der uns anfällig macht für solche Großereignisse.“ Also: Wer heute die Preisverleihung ausrichtet, bestimmt auch den Preisträger. Der Europäische Theaterpreis ist zu einer Propaganda-Schau verkommen. ..
Tagesspiegel

Welch neue Erkenntnisse bietet uns der Tagesspiegel. Ich bin gegen Preis- und Ordensverleihunen jeglicher Art. Allerdings: Geld nehmen und dann gegen den Geldgeber polemisieren, ist unterste Schublade!

Erl/Tirol: „Seitenblicke“-Widerruf wegen Erl-Beitrags
Blogger bekam nach Beschwerde bei der Medienbehörde recht – Zuvor war der Beitrag schon intern kritisiert worden.
https://kurier.at/kultur/seitenblicke-widerruf-wegen-erl-beitrags/400329075

Was hat der „Seitenblicker“ getan? Er hat „vorgeurteilt“ (nicht vorverurteil)t. Das Blatt hat sich gewendet und so liegt der Redakteur nach der derzeitigen öffentlichen Meinung schief. Eine derzeitige Meinung muss nicht zwangsläufig eine endgültige sein!

Ich wünsche einen schönen Tag!

A.C.

 

 

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