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20. JUNI 2021- Sonntag

20.06.2021 | Tageskommentar

konzerthaus, freischütz openair, foto markus werner
Berlin/ Gendarmenmarkt. Deutsche Disziplin vor dem Konzerthaus beim „Freischütz-Jubiläum. Foto: Markus Werner

Man kann aber auch sagen, dass das Interesse dieser Disziplin sehr entgegen gekommen ist.

Anders dagegen im Budapester Ferec Puskas-Stadion

Volles Haus in Ungarn: Die Stimmung ist zurück, aber auch die Zweifel -  kicker
Wenige hundert Kilometer weiter sah es ganz anders aus. Volles Haus bei Ungarn-Frankreich (1:1) in Budapest!

Jetzt wird mit Zahlen jongliert werden, jeder will Recht haben. Der Beweis wird da wie dort nicht wirklich gelingen. Wenn ich mich nun an die Seite Budapests stelle, dann nicht deswegen, weil ich etwa ein „Corona-Leugner wäre (ich bin geimpft und empfehle es auch Ihnen, falls es Ihre freie Entscheidung ist), sondern weil es einen wichtigen Etappensieg über die Pandemie bedeuteten würde. Das wäre mir allemal mehr wert als das bloße Gefühl, Recht zu haben!

Nun zum Berliner „Freischütz. Mitarbeiterin Ursula Wiegang befand sich in der überschaubaren Menge:

Wir sind aber nicht in der Arena di Verona. Im Berlin sitzt das Publikum vor dem Konzerthaus Abstand wahrend in 250 mit Kreide markierten Zwei-Personen-Kreisen auf dem Gendarmenmarkt und genießt einen vorzüglichen „Freischütz“ an einem lauen Sommerabend.

Die Oper, die im Haus aufgeführt, wird nach draußen auf eine Leinwand gestreamt. Der „Freischütz“ nun als klangreiches Kino. Auch das funktioniert sehr gut, weil Chefdirigent Christoph Eschenbach das Stück engagiert darbietet, das Konzerthausorchester alle Register zieht und die Mitwirkenden aufs Beste singen und spielen.   

konzerthaus, freischütz, jeanine de bique als agathe, anna prohaska als Ännchen, foto markus werner
Anna Prohaska und Jeanine De Bique. Foto: Markus Werner

…Zum leuchteten Stern am Berliner Abendhimmel wird jedoch ungeachtet des Kleides Jeanine De Bique, die ihren schönen Sopran ganz wunderbar fließen lässt und nicht nur bei „Leise, leise fromme Weise“. Die Sorgen, die sie sich um Max und die bevorstehende Hochzeit bzw. die Ehe mit ihm macht, sind ihr anzuhören und im Gesicht deutlich abzulesen…

Zum Bericht von Ursula Wiegand

Berlin: Gigantischer Aufwand – „Der Freischütz“ im Konzerthaus am Gendarmenmarkt Berlin
Neue Musikzeitung/nmz.de

Romantischer Volltreffer – 200 Jahre „Freischütz“
Am 18. Juni 1821 wurde Carl Maria von Webers schaurige Oper in Berlin uraufgeführt.
Wiener Zeitung

Wien/ Schönbrunn: Eine laue Sommernacht
Wiener Philharmoniker spielten vor „Helden“ der Coronakrise.
Wiener Zeitung

Sommernachtskonzert: Picknick oder wir hören genauer zu!
Aus dem beliebten Sommernachtskonzert im Schönbrunner Schlosspark wurde auch heuer nur ein Fernsehevent. Lediglich geladene Gäste konnten Igor Levit und den Philharmonikern unter Daniel Harding in natura lauschen.
Die Presse.com

Wiener Philharmoniker luden 3.000 Gäste zum Sommernachtskonzert
Der Standard.at

Irgendwie fehlte der „Volksfestcharakter“. Wer das Konzert sehen wollte, konnte das im TV tun. Nächstes Jahr wird hoffentlich vieles anders sein!

Österreichischer Musiktheaterpreis: Wohl für immer ein Dilemma!

Die Konstellation für die Vergabe solch eines Preises ist wohl in keinem Land der Welt so problematisch und eigentlich unmöglich wie in Österreich. Da gibt es ein Opernhaus, was weltweit ein Begriff ist und Besucher anlockt – und daneben gibt es einige Theater, die unter diesem allmächtigen Schatten zu leiden haben. Das ist nun keine Wertung meinerseits, sondern international vorherrschende Meinung, ob nun berechtigt oder nicht. Man kann die österreichischen  Musiktheater eigentlich nicht in einer Kategorie antreten lassen, zu unterschiedlich sind die Grundvoraussetzungen. Die Frage ist nun, ob man es überhaupt machen soll – oder ob es die Staatsoper nicht von sich aus ablehnen sollte, an diesem Bewerb teilzunehmen oder in Bezug dazu gebracht zu werden – schon aus Fairness der Konkurrenz gegenüber.

Die Haltung der neuen Direktion dazu kenne ich nicht, der Vorgänger hat es abgelehnt, sein  Haus zur Bewerbung anzumelden. Das war die einzig richtige Entscheidung. Da die Veranstalter des Musiktheaterpreises jedoch die Staatsoper als „Aufputz“ brauchen, haben sie eine Hintertüre eingebaut, durch die die Staatsoper auch von Jurymitgliedern nominiert werden kann. So entsteht der (falsche) Eindruck, dass sie in jeder Kategorie teilnimmt – und das ist wiederum nicht fair der Staatsoper gegenüber. 

Hier gehört eine Klarstellung her!

In unseren heutigen „Infos des Tages“ finden Sie die Nominierungen zum diesjährigen Preis.

HEUTE beim Online-Merker

Der Raum ist gut klimatisiert, gekühlte Gratisgetränke stehen für Gäste bereit!

baumi

Machen wir uns einen gemütlichen späteren Nachmittag.

WIEN / Theater im Park: GROISSBÖCK & PHILHARMONIA SCHRAMMELN

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Groissböck mit Johannes Tomböck und Heinz Hromada. Foto: Martina Schmid-Kammerlander

Aufgrund dieser ersten Erfahrungen bestärkt und gereift, präsentiert sich Günter Groissböck, im Verein mit den Philharmonia Schrammeln Johannes Tomböck und Dominik Hellsberg (Violine), Heinz Hromada (Kontragitarre, Günter Haumer (Knopfharmonika) und Stefan Neubauer (G-Klarinette), im herrlichen Ambiente des Wiener Theater im Park mit erlesenen Kostproben der Wiener Musik. Das kundige Wiener Publikum ist hellauf begeistert. Günther Groissböck ist auf bestem Weg, sich in den Reigen jener Opernsänger einzureihen, die zu Publikumslieblingen des Wienerlieds wurden, wie etwa Erich Kunz, Walter Berry, Heinz Holecek, Heinz Zednik. Auf genau dieser Bühne im Schwarzenberg Park hat sich vor einem Jahr auch Jonas Kaufmann mit einem Querschnitt von Wienerliedern vorgestellt. …

Zum Bericht von Manfred A. Schmid

BÜHNE BADEN: EINE NACHT IN VENEDIG – Premiere am 8. Juli

EINE NACHT IN VENEDIG — Bühne Baden
Copyright: Lalo Jodlbauer

Wir freuen uns, mit EINE NACHT IN VENEDIG, Operette von Johann Strauss, unsere heurige Sommersaison in der Sommerarena eröffnen zu können.

Die Premiere findet am 8. Juli 2021, 19:00 Uhr in der Sommerarena statt. Wir freuen uns über Ihr Interesse an diesem Evergreen der Operettenliteratur, den Regisseur Thomas Smolej in einer gekürzten und gestrafften 90-Minuten-Fassung (ohne Pause) in Szene setzt.

Es singen und spielen: Iurie Ciobanu, Ivana Zdravkova, Clemens Kerschbaumer, Ricardo Frenzel Baudisch, Verena Barth-Jurka, Roman Frankl, Susanne Hirschler, Thomas Malik, u.a.

Tim Theo Tinn“s Plädoyer zur Kraft werkimmanenter surrealer Inszenierungen“ Teil 10
„Back to the roots?“ Untergegangene Werkzertrümmerer – etablierte Stereotype! Modern? Obsoleszenz, Energoinformatives!
https://onlinemerker.com/tim-theo-tinns-plaedoyer-zur-kraft-werkimmanenter-surrealer-inszenierungen-teil-10/

Vienna State Ballet: presenting the new Season 2021/22 (June 17th, 2021)

How does the old (and always captivating) song go? „Another Season, another reason for making Whoopee“. Yes, and here we go again…

Last June 17th, the Vienna State Ballet has presented the actual plans for the new Season. I must underline that I am still being quite careful while talking about a new Season and I just mention „plans“ – as we all know, nobody can be quite sure that there will be no other Lockdown after this Summer. It all depends on how careful and disciplined people are… But I don’t want to let my perhaps too careful, attitude bother you.

 

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Foto: Ricardo Leitner

https://www.attitude-devant.com/blog/2021/6/19/6i9pee5ydhzsif7z8qpql9v3so3xwu

Ricardo Leitner/ attitude

Paris: „NAPOLEONS KRÖNUNGSMESSE“ (Giovanni Paisiello) Théâtre des Champs-Elysées – 18 VI 2021

Wiederentdeckung im „Napoleon-Jahr“ einer unerwartet wenig brillanten Messe für einen selbstgekrönten Kaiser, der viele Komponisten inspirierte

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Jacques-Louis David, die Kaiserkrönung Napoleons (auf dem Bild eigentlich Joséphines) in der Notre-Dame am 2. Dezember 1804. Wo man auf dem berühmten Gemälde die Tribünen sieht, befanden sich in Wirklichkeit 300 Musiker. Denn die Tribünen waren ein „Bildbefehl“ Napoleons: weil sich seine Mutter geweigert hatte an dieser „Farce“ teilzunehmen, ließ er sie als „Strafe“ überdeutlich in die Bildmitte setzen. © Musée du Louvre, Paris

 Napoleone Buonaparte, 1769 in Ajaccio auf Korsika geboren, kurz nachdem Genua die arme und rebellische Insel an König Ludwig den XVe verkauft hatte, scheint einige Widersacher im Himmel zu haben. Denn immer wenn Frankreich groß ansetzen will, um seinen Volksheld zu feiern, geht etwas schief. Die Feierlichkeiten zu seinem 200. Geburtstag wurden gestört durch die Nachwehen der Mai-1968-„Revolution“. 2004 annullierte Jacques Chirac die geplante Rekonstruktion von Napoleons Kaiserkrönung, womit die Feierlichkeiten zum Jubiläum der Schlacht von Austerlitz 2005 auch ins Wasser fielen. Für den 200. Todestag hatte Emmanuel Macron das Jahr 2021 im Vorfeld zur „Année Napoléon“ ausgerufen – dies auch in eigener Sache, da er sich selbst gerne mit Napoleon vergleichen lässt: „ein Arbeitstier, das nur 3 Stunden pro Nacht schläft, während seine ältere Gattin elegant über das Protokoll wacht“, so wie es seine Pressesprecher schreiben, die auffällig viele Fotos des Präsidenten mit einer Napoleon-Büste veröffentlicht haben. Doch der Vergleich ging nach hinten los, denn am 5. Mai 2021, dem 200. Todestag des „Helden der Nation“, als Macron eine große Napoleon-Rede im Fernsehen hielt, veröffentlichten mehrere französische Zeitungen genau diese Fotos auf ihrer Vorderseite mit darunter Hinweise auf die gleiche Körpergröße der beiden, ihren Hang zur Megalomanie und ihre Vorliebe für das Wort „Krieg“. Am gleichen Tag musste das einzige Jubiläumskonzert, in der Chapelle Impériale, der imposanten Grabkapelle der Bonapartes im Palais Fesch in Ajaccio, quasi abgesagt werden: wegen Corona konnte es nur als Stream ohne Publikum stattfinden mit nur noch 10 maskierten Musikern…

Zum Bericht von Waldemar Kamer

WIEN / Oberes Belvedere: LOVIS CORINTH
Das Leben, ein Fest!
Vom 18. Juni 2021 bis zum 3. Oktober 2021

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Im Rausch der Farben und Formen

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Foto: Bevedere Wien/ Johannes Stoll

Seine Bilder kommen kraftvoll, herausfordernd, „expressiv“ auf den Betrachter zu, ohne dass man ihn einen „Expressionisten“ nennen könnte: Lovis Corinth ((1858 – 1925)). dem das Belvedere nun eine Großausstellung widmet, die – ebenso wie der parallele Waldmüller und der parallele Klimt – hoffentlich Besucherscharen, Einheimische und Touristen, in hoher Zahl anziehen soll. Dazu lädt auch der Titel ein: „Das Leben ein Fest“ heißt es, was sich auch auf das Leben des Künstlers bezieht und nicht in allen Werken nachvollzogen werden kann. Dennoch, betrachtet man etwa den „Tanzender Derwisch“ von 1904, da scheint schon pure Lebenslust aus dem Bild zu hüpfen. Nach Wien wird die Ausstellung in Saarbrücken zu sehen sein, die Häuser haben ihre Bestände zu einer großen Schau zusammen gelegt…

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Foto: Bevedere Wien/ Johannes Stoll

Zum Ausstellungsbericht von Renate Wagner

Fußball/Europameisterschaft: Deutschland entzaubert Europameister Portugal
Das Resultat ging am Ende aufgrund der Spielanteile in Ordnung. Portugal lieferte weitergehend eine enttäuschende Leistung ab und hatte der DFB-Auswahl nur selten „ernstzunehmendes entgegenzusetzen“. In der Tabelle halten beide Nationen nun bei drei Punkten. Die Entscheidung über den Aufstieg ins Achtelfinale fällt somit erst am letzten Spieltag der Gruppenphase am Mittwoch.
Sport.biz

Jetzt bin ich völlig ratlos auf die Frage, wer Europameister wird. War Deutschland gestern so gut oder Portugal so erbärmlich?  Frankreich mühte sich mit Ungarn ab, Spanien kam gegen die mit ihren Vorzügen geizenden Polen über ein 1:1 nicht hinaus! Italien spielt heute gegen Wales! Sehen wir in diesem Spiel dem Europameister? Wales wird es wohl nicht sein!

Einen schönen Tag wünscht

A.C.

 

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