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20. JÄNNER 2020 – Montag

20.01.2020 | Tageskommentar

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Wiener Staatsoper: Valery Gergiev hat sich wieder verspätet, doch diesmal reagierte die Staatsoper mit „Plan B“

Was genau mit Valery Gergiev war, weiß ich nicht, ich will auch niemand der direkt Beteiligten fragen und damit in Verlegenheit bringen. Jedenfalls stand Michael Güttler bereit und dirigierte den „Lohengrin“. Für mich ist das insoferne eine Genugtuung, zumal ich tags zuvor per Mail an die Redaktion kritisiert wurde, weil ich zu schreiben gewagt habe, dass der Maestro sicher nicht die letzten Stunden vor der Aufführung in Wien verbracht hat – und nur deshalb die Verspätung am Donnerstag zustande kam.  Das ist bei Valery Gergiev Normalität (siehe unser Insiderbericht gestern im Tageskommentar), er hat wohl in seinem ganzen Leben noch keinen Tag verplempert. Das macht ihn mir durchaus symphatisch, denn auch ich halte keinen Tag Müßiggang aus (seit 45 Jahren kein Urlaub, der würde mich krank machen).

Ich wusste vom Plan B, das können Sie dem Tageskommentar vom Freitag entnehmen. Wie gesagt, was gestern mit Gergiev war, weiß ich nicht. Mein Gefühl sagt, dass Gergiev wegen der Buh-Rufe am Donnerstag „angfressen“ war, vermutlich ohnedies nicht auf der Liste des künftigen Opernchefs steht, wusste, dass ein Ersatz bereit steht und deshalb gleich gar nicht gekommen ist. Tags zuvor dirigierte er nämlich in Baden-Baden – und von dort käme man problemlos nach Wien – sogar mit dem Auto. Das ist aber Spekulation. Wenn jemand mehr weiß, sichere ich Vertraulichkeit zu.

Ein Kurzporträt des „Einspringers“ finden Sie in unseren „Infos des Tages“

Nun habe ich eine Stellungnahme erhalten. Herr Gergiev ist gestern relativ zeitnah vor Beginn in Wien Schwechat angekommen, hat sich aber nicht wohlgefühlt und ist, nachdem er die Staatsoper verständigt hat, gleich in das Hotel Imperial gefahren und wurde dort mit Antibiotika behandelt!

Dirigentenumbesetzung auch heute: Dennis Russell Davies dirigiert heutige Vorstellung von „Salome“ an der Wiener Staatsoper

Dennis Russell Davies übernimmt am heutigen Montag, 20. Jänner 2020, die musikalische Leitung von „Salome“ anstelle von Michael Boder. Michael Boder (der wiederum für den erkrankten Mikko Franck eingesprungen wäre) musste die Vorstellung leider verletzungsbedingt kurzfristig absagen.

Soweit die Meldung der Staatsoper. Gelegentlich muss ich jetzt wirklich mit einem Dirigenten über das Verletzungsrisiko sprechen, ich habe keine Ahnung davon. Ich gehe davon aus, dass Herr Boder weder Schifahren war noch Fußball gespielt hat!

Heinrich Schramm-Schiessel erinnert sich an eine Verletzungs-Anekdote: Ich kann mich hier an einen Vorfall erinnern, der sich fast genau vor 30 Jahren – wenn meine Aufzeichnungen stimmen am 10.1.1990 – ereignet hat. Knapp vor Beginn der „Faust“-Vorstellung erlitt der Dirigent Serge Baudo einen „Hexenschuß“, ließ sich ansagen und schleppte sich tapfer zum Dirigentenpult.

WIEN / Staatsoper: LA CENERENTOLA von Gioachino Rossini. 42. Aufführung in dieser Inszenierung am 18. Jänner 2020

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Margarita Gritskova. Foto: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

Manche Erfahrungen wiederholen sich: „Was kann man sich Schöneres wünschen, als an einem Wintertag, der mit Neuschnee begonnen hat, für ein paar Stunden in das Land der Träume und Sehnsüchte entfliehen zu können?“ Der Satz, mit dem der Rezensent im Jänner des Vorjahres seine La Cenerentola-Kritik eröffnet hatte, könnte ohne Weiteres auch für die erste Vorstellung der Oper in der aktuellen Aufführungsserie hergenommen werden. Das bezieht sich nicht nur auf den Wintereinbruch. Auch ein Blick auf die Besetzungsliste lässt einen erfreulichen Opernabend erhoffen: Erwartungen, die tatsächlich weitgehend eingelöst werden…

Als Mastermind Alidoro ein ziemlich spätes Debüt an der Staatsoper hat Adrian Sampetrean. Der rumänische Bass-Bariton, schon 2011 als Leporello bei den Salzburger Festspielen in Erscheinung getreten, ist – als EInspringer für den erkrankten Roberto Tagliavini – eine Bereicherung des Abends. Mit wohlklingender, Ehrfrucht gebietendee Stimme sorgt er dafür, dass letzten Endes alles – wie von ihm mit psychologischem Gespür geplant – gut ausgeht...

Zum Bericht von Manfred A. Schmid

Wien/ Theater an der Wien: SALOME – Salome im Blutrausch“ – am 18.1.2020

Die erste Neuproduktion des Theaters an der Wien im Jahr 2020 widmete sich der Richard Strauss’schen „Salome“. Gestützt auf eine reduzierte Orchesterfassung von Eberhard Kloke durfte man wieder Nikolaus Habjans Puppen begegnen: eine für Salome und eine für Jochanaan.


Foto: Werner Kmetitsch/ Theater an der Wien

http://www.operinwien.at/werkverz/strauss/asalome11.htm

Salome“ oder Puppen sind nicht immer die Lösung
Wiener Zeitung

In der Todeszone des Begehrens
Richard Strauss’ „Salome“ am Theater an der Wien in einer intensiven Variante von Regisseur Nikolaus Habjan
https://www.derstandard.at/story/2000113487498/in-der-todeszone-des-begehrens
Faszinierende „Salome“ im Theater an der Wien
https://www.diepresse.com/5754715/faszinierende-salome-im-theater-an-der-wien

LINZ/ Musiktheater: URAUFFÜHRUNG:  „DIE SCHULE ODER DAS ALPHABET DER WELT“ – Uraufführung am Musiktheater des Landestheaters, Black Box, 19. 01.2020


Der Komponist Peter Androsch mit der Partitur. Foto: Helmut Huber)

Begeisterter Applaus für alle, besonders auch für die Autoren dieses originellen und sehr hörenswerten neuen Werkes.

Zum Bericht über die Uraufführung (Dr. Helmut Huber)

Giacomo Puccini: Madama Butterfly, Konzert Theater Bern, Premiere: 19.01.2020

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 Musikalisch top, szenisch flop

Szenisch vermag der Abend leider nicht wirklich zu überzeugen. Für den ersten Akt hat Nigel Lowery (Regie & Ausstattung) historisierendes Bühnenbild mit Pinkertons Häuschen entworfen. Der zweite und dritte Akt spielen dann in der Gegenwart, in der aus dem schlichten Häuschen eine Stadtwohnung mit Dachterrasse und Blick auf den Hafen geworden ist. Lowery gelingt es nicht, wie im Programmheft  behauptet, umzusetzen, dass «Madama Butterfly» primär eine Liebesgeschichte ist und dies die politische und gesellschaftliche Note überwiegen soll. Der Zusammenstoss der Kulturen, Gesellschaften, Mentalitäten ist hier nur in der Musik erfahrbar. Es bringt wenig, Pinkertons Uniform und Butterflys Kimono wegzulassen und dann aber die beiden dann als Westernheld mit Colt und Patronen im Gürtel und bei «Vom Winde verweht» entliehenem Reifenkleid auftreten zu lassen…

Zum Bericht von Jan Krobot

ANGELA GHEORGHIU IN BERLIN: EINE A CAPELLA-ZUGABE

ZU INSTAGRAM MIT A CAPELLA-EINLAGE VON ANGELA GHEORGHIU

WEN SEHEN WIR DA BEIM SCHIFAHREN? SIND DIE SCHI NICHT ETWAS KURZ, HERR FLOREZ?

Irgend etwas stimmt an den Proportionen nicht: Entweder ist Juan Diego Florez einen Meter gewachsen oder – naheliegender – er hat sich für das Foto Kinderski geliehen!

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Filme der Woche

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Alles wird gut? Für wen? Nicht für den Kinobesucher, der sich in diese schräge Komödie verirrt, die sich als Remake eines dänischen Films („Adams Äpfel“ von 2005) gibt. Damals gab es ganz gute Kritiken, hier würde man es bezweifeln. Der Film befindet sich nicht nur in totaler Schieflage, er ist leider auch grundsätzlich zutiefst dumm. Immerhin muss er den Leuten gefallen haben, die ihn machten, voran also dem italienischen Schauspieler Giorgio Pasotti, der hier seinem zweiten Film als Regisseur auf die Leinwand bringt. Viel Glück, dafür ein Publikum zu finden…

Der Beginn ist klassisch: Ein Zug hält in einem kleinen Ort, nein, nicht Wilder Westen, wir sind in Südtirol. Wer wird wohl aussteigen? So spannend wie in guten Western ist das nicht. Adamo, der Brutaliski, der da kommt (Claudio Amendola), ist genau der Mann, um den jeder vernünftige Mensch einen großen Bogen macht. Er stinkt ebenso nach Mafia wie nach Gewalt wie nach Faschismus und allen anderen wenig liebenswerten Eigenschaften. Aber genau das dürfte dem Priester Ivans (Giorgio Pasotti, der Regisseur in einer Hauptrolle) gefallen, genau solche Burschen nimmt er in seiner naiven Entschlossenheit zur Güte bei sich auf, um sie auf den rechten Weg zurück zu bringen. Haha.

Aber eine Gutmenschen-Geschichte wird das nicht, eher eine Dummmenschen-Story. Wahrscheinlich war eine satirische schwarze Gaunerkomödie beabsichtigt, aber dieser Eintropf aus Comicartigen Gestalten ergibt kaum eine solche…

Metoo in Frankreich:“Warum begegnen wir Künstlern mit solcher Toleranz?“

Zwei Frauen in Frankreich machen öffentlich, wie sie als Mädchen von mächtigen Männern aus der Kulturwelt missbraucht wurden. Dadurch ändert sich im Land der Blick auf große Künstler – und sexuelle Gewalt.
Sueddeutsche Zeitung

Österreich: Spitzensteuersatz
IV-Präsident Kapsch kritisiert Regierung
Die Beibehaltung eines Spitzensteuersatzes sei eine „Blamage“. An eine Rezession glaubt er nicht.
Wiener Zeitung

Mit dem Schnee scheint es schon wieder vorbei zu sein! Wie schaffen wir eine weiße Pracht in Wien? Wohl nur, wenn ich der Firma Attensam (Gehsteigservice) kündige und selbst zur Schaufel greifen müsste!

Einen schönen Tag wünscht

A.C.

 

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