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20. AUGUST 2020 – Donnerstag

20.08.2020 | Tageskommentar

 

Wiener Staatsoper: Agnes Baltsa sagt ihr Solistenkonzert ab, Jonas Kaufmann springt ein!

Nichts gegen die verdiente Agnes Baltsa – und ihre Fans werden traurig sein – aber der Ersatz kann sich mehr als bloß sehen lassen: Jonas Kaufmann springt mit einem Liederabend ein!

Die für Baltsa bereits gekauften Karten behalten ihre Gültigkeit, können aber auch zurückgegeben werden!

Jonas Kaufmann gestaltet am 29. September 2020 einen Liederabend an der Wiener Staatsoper

Aufgrund der aktuellen COVID-19-Situation und den damit verbundenen Erschwernissen im internationalen Reiseverkehr musste KS Agnes Baltsa ihr geplantes Solistenkonzert an der Wiener Staatsoper absagen. An ihrer Stelle konnte für den Liederabend am 29. September 2020 Jonas Kaufmann gewonnen werden.

Jonas Kaufmann, der in der Spielzeit 2020/21 im Haus am Ring in den Titelpartien von »Don Carlos« (Wiederaufnahme, September/Oktober 2020) und »Parsifal« (Premierenproduktion, April 2021) zu erleben sein wird, wird am Klavier von seinem langjährigen musikalischen Partner Helmut Deutsch begleitet. Die beiden Künstler präsentieren das Programm »Selige Stunde« mit Werken u. a. von Franz Schubert, Ludwig van Beethoven, Friedrich Silcher, Edvard Grieg, Richard Strauss und Wolfgang Amadeus Mozart (vollständiges Programm weiter unten bzw. online auf wiener-staatsoper.at). Das Programm, das die beiden Künstler auch für ein im September erscheinendes Album aufgenommen haben, wird von ihnen als eine Art persönlicher Wunschliste des Lied-Repertoires charakterisiert. In den Worten von Jonas Kaufmann: »Es sind Stücke, die uns besonders am Herzen liegen und die zugleich auch ganz charakteristisch für den jeweiligen Komponisten sind.«

HEUTE IN GRAZ/ KASEMATTEN: FIDELIO MIT BRYN TERFEL

 

Die konzertante Aufführung besticht nicht nur durch internationale Weltstars wie z.B. Barbara Krieger, Sir Bryn Terfel oder Roberto Saccà, welche unter normalen Umständen auf Jahre hinaus ausgebucht wären – ihre eigentlich Engagements in Berlin, Mailand, Wien, Edinborough, Tokyo etc. mussten Corona-bedingt abgesagt werden -, sondern auch durch die Kooperation mit Mitgliedern der Grazer Philharmoniker. Unter der Leitung von Kapellmeister Marcus Merkel werden diese das weitere Solistenensemble, hochklassig mit Größen ihres Fachs besetzt, musikalisch komplettieren.

Aufgrund der Corona-Situation ergeben sich hohe Hygiene- und Sicherheitsauflagen, die zum Schutz des Publikums genau eingehalten werden (Sitzplatz-Abstand, MNS im Chor und Zugangsbereich, Desinfektionsvorrichtungen, registrierter Ticketkauf etc.). In Abstimmung mit dem Veranstalter fiel die Entscheidung gegen ein MNS tragendes Publikum, wodurch gemäß der in der Lockerungsverordnung des Bundesministeriums vorgeschriebenen Abstände zwischen den Sitzplätzen 700 Personen pro Vorstellung Platz nehmen können. Daher haben wir beschlossen, FIDELIO an drei Abenden am Grazer Schloßberg zu spielen, um so 2.100 Zuschauer*innen aus ganz Österreich und darüber hinaus ein unvergessliches Opernspektakel bieten zu können.

Waidhofen an der Ybbs: Morgen Freitag wird das große Konzert im Alpenstadion nachgeholt, das just am 13 (! welch Terminansetzung?) wegen Regen abgesagt werden musste. Das ist der Blog eines Bäckermeisters der Stadt, der schon in den 80er Jahren ein großer Video-Pionier war.

Piaty-Blog

Der 1. Stadtlauf wurde 1986 anläßlich der 800 Jahrfeier der Stadt Waidhofen / Ybbs abgehalten. Karl Piaty (geb. 1948) bekam wegen der Festlichkeiten der Stadt als einer der ersten Österreicher eine kompakte Video-8 Kamera aus Japan geliefert.

Mit dieser Kamera wurde auch der Stadtlauf 1986 aufgenommen.  Und darin ist ein „Bub“  zu erkennen, der es später zu Weltruhm gebracht hat. Wer erkennt ihn ?

Sie können sich nun den Blog anschauen – oder raten. Sie können aber auch auf morgen warten, da erinnere ich selbstverständlich an den abendlichen Termin (Regenwahrscheinlichkeit für morgen liegt unter 1 %). Entfernung Wien – Waidhofen/ Ybbs: 150 km

Wer ist dieser Bub?

Aber dieser Film zeigt auch „das Waidhofen 1986“.

Piaty-Blog mit Videos aus 1986

KURZBERICHT VON DEN WEINVIERTLER FESTSPIELEN: TRISTAN UND ISOLDE

 Weinviertler Festspiele  in Mikulov 19. August 2020

Dr. Ulrike Messer-Krol besuchte mit Gatten Erwin Messer die letzte Vorstellung und verfasste nach der Heimkehr in den Morgenstunden einen kurzen Stimmungsbericht – keine Kritik!

Für alle war es die erste große Wagner-Oper  nach dem Lock down ,auf einer richtigen Bühne, auch wenn sie aus Beton war, mit Bühnenbildern, auch wenn sie aus dem Computer kamen, und mit einem kompletten Ensemble , auch wenn  nur ein Wagner-Star darunter war . Dazu ein beherzt aufspielendes Orchester, auch wenn es bis jetzt wenig Wagner- Erfahrung hatte.

 Für manche war es das erste Werk das Meisters, das sie bis jetzt gesehen hatten, und für die vielen Wagner-Freunde aus Wien und Umgebung, die den Weg  -80 km auf gut ausgebauter Straße in den hübschen Grenzort nicht auf sich genommen haben, wäre es ein stimmungsvoller Abend ohne Angst vor dem Virus  gewesen.

Die letzten grauen Wolken  hatten sich verzogen und unter einem  blauen Himmel noch ohne Sterne ertönte der berühmte Akkord .

Wagner-Opern und Open air im Sommer haben ein bis jetzt nicht bekanntes Problem : Wenn sie wie üblich um 16h oder um 17h beginnen, ist es zu hell für die nächtliche Stimmung , die bunten  Bilder und die strahlenden Lichter. Und wenn sie später anfangen, wird es sehr sehr spät  für das Publikum.

Foto: Erwin Messer

Aber alle harrten konzentriert aus  und spendeten zufrieden Beifall. Diejenigen, die noch im Februar in die gleiche Richtung  unterwegs gewesen waren, nämlich nach Dresden zu Christian Thielemann, sagten schnell „Sei still“ zu ihrer inneren Stimme, wenn sie mit kritischen Sätzen beginnen wollte. Die anderen riefen laut Bravo,  als das Ensemble mit Blumen für die Damen und Wein für die Herren verabschiedet wurde. René  Pape als bejubelter König Marke reichte seine Bouteille gleich an einen Herrn im Orchster vor ihm weiter.  Alle überwiegend junge  Musiker und Musikerinnen vom Ambassade- Ensemble unter der Leitung von Matthias Fletzberger hätten sich gleich ganze Fässer davon verdient. Hatten sie doch am Samstag die selbst für geübte Zuschauer überlange Premiere in  der Weinviertler Regennacht durchstehen müssen . Das Orchester findet sich nur projektbezogen zusammen  – und das Projekt Wagner-Wagnis an der Grenze hat für diesen Sommer   ein erfolgreiches Finale geboten.

Ulrike Messer – Krol

MIKULOV (NIKOLSBURG) / Amphitheater: Richard Wagners TRISTAN UND ISOLDE

Christian Voigt (Tristan), Radostina Nikolaeva (Isolde). Alle Foto: Weinviertler Festspiele / Gesine Görlich-Fletzberger

Nach der von Unwetter und anderer Unbill geplagten Premiere von Tristan und Isolde am 13. diese Monats konnten die grenzüberschreitenden Weinviertler Festspiele – sieht man von aus der Nähe abgefeuerten Gewehrsalven im Ersten Akt und  dem zuweilen stark vernehmbaren Verkehrslärm auf einer am oberen Rand des Amphitheaters vorbeiführend Straße einmal ab  – mit einer von äußeren Beeinträchtigungen weitgehend ungestörten Reprise abgeschlossen werden. Aufgeboten wurde bei dieser Derniere allerdings eine total erneuerte Besetzung, die die hohen Erwartungen nur zum Teil erfüllen konnte. Gleichgeblieben ist nur das solide aufspielende Ambassade Orchester Wien und der souverän durch den Abend leitende Dirigent Matthias Fletzberger

Zum Bericht von Manfred A. Schmid

Ich setze morgen noch mit Fotos fort. Jedenfalls bewundere ich die Organisatoren, die dieses Wagnis auf sich genommen haben. In Corona-Zeiten war das ein unschätzbarer Dienst an der gesamten Branche! Hoffentlich ging auch finanziell die Rechnung halbwegs auf! Ich hätte mich nicht getraut, jetzt mal ganz offen gesagt!

GESAMTE OPERN IM RUNDFUNK 20. –26. AUGUST 2020

 

(Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern bezieht sich ausschließlich auf die untenstehenden Sender). Kurzfristige Programmänderungen der Sender vorbehalten!
Alle Zeiten MEZ.

20.8. THE YEOMEN OF THE GUARD (aus London, Aufnahme v. 19.8.2012) BBC 3-15.30 Uhr
22.8. RITTER BLAUBART (aus Berlin, Aufnahme v. 13.3.2002) Deutschlandradio-19.05Uhr
FRANCESCA DA RIMINI (aus Bregenz, Aufnahme v. 20.7.1994) ORF Ö1-19.30 Uhr
DON CARLO (aus London, Aufnahme v. 20.7.1996)) BBC 3-19.30 Uhr
DON CARLO (aus Madrid, Aufnahme v. 21.9.2019) RAI 3-20 Uhr
COSI FAN TUTTE (aus Salzburg, Aufnahme v. 2.8.) France musique-20 Uhr
COSI FAN TUTTE (aus Salzburg, Aufnahme v. 2.8.) HR 2, WDR 3, SWR 2-20.04 Uhr
TOSCA (aus Lyon, Auzfnahme v. 9.7.2019) Bayern 4.20.05 Uhr
23.8. SIEGFRIED (aus Bayreuth, Aufnahme v. 30.7.2015) RAI 3-19.30 Uhr

Grafenegg: Wolkenturm oder Picknick auf der Wiese
Heuer ist freilich alles anders, auch in Grafenegg. Nichts da mit reisenden Orchestern, und vor dem Wolkenturm, wo sonst (inklusive der Rasenplätze) 2.100 Leute Platz finden, sind es jetzt 1.250. Immer noch viele.
DrehpunktKultur

Bildband: Hinter den Kulissen der Wiener Volksoper
Graphik Design studiert und sich mit Arbeiten für Dior, Fendi oder Lena Hoschek in der Welt der Mode bereits einen Namen gemacht. Aber neben Mode-, Beauty- und diversen Werbeshootings richtet sie ihre Kamera gerne auf die Kunst.
https://www.diepresse.com/5854441/hinter-den-kulissen-der-wiener-volksoper#slide-6

FREITAG BEGINNT DAS (dieses Jahr wegen Covid verkürzte) SWISS ALP CLASSIC FESTIVAL IN ANDERMATT UND VITZNAU

21.- 23.8.2020

 

Festival-Auftakt mit David Nebel und Sergej Tanin im Park Hotel Vitznau

Für David Nebel wird das Auftakt-Konzert des 4. Swiss Alps Classics ein Heimspiel. Von Luzern aus, wo der junge Schweizer derzeit bei seinen Eltern lebt, könnte er an diesem Freitag sogar mit einem Schiff über den Vierwaldstättersee fahren und am Park Hotel Vitznau anlegen. „Es ist eine wunderschöne Konzert-Kulisse. Diese Szenerie ist mystisch“, sagt der 24-jährige, der als Student des Royal College of Music in London zwischen verschiedenen Welten pendelt.

https://www.swissalpsclassics.ch/

Bayern
Kultur in Corona-Zeiten Konzertbetrieb: Volle Säle in den Nachbarländern – Leere in Bayern
Münchner Abendzeitung

Garmisch-Partenkirchen: Richard-Strauss-Festival 2021: Neues Konzept liegt auf dem Tisch
Münchner Merkur

Tickets für Grazer Oper und Theater personalisiert
Eine Folge der Corona-Pandemie: Tickets für die Bühnen Graz (Oper, Schauspielhaus, Spielstätten, Next Liberty) werden ab sofort personalisiert. Kartenkäufer müssen Vor- und Nachname, Telefonnummer und/oder E-Mail-Adresse bekannt geben. Auch sonst gelten strenge Regeln für den Kulturgenuss in der Landeshauptstadt.
https://www.krone.at/2213648

Klosterneuburg: Hier kocht der Opernnarr
Die Babenbergerhalle serviert Ende August eine „Opernkochshow“ für die ganze Familie.
Wiener Zeitung

Salzburg/ Festspiele
„Everywoman“ bei den Salzburger Festspielen: Jedefrau Ursina Lardi verwandelt sich
Am Mittwoch feiert „Everywoman“ bei den Salzburger Festspielen Premiere. Mit den SN sprach die Schweizer Schauspielerin Ursina Lardi über die Todesnähe unserer Gesellschaft — und warum der Jedermann noch nie von einer Frau gespielt wurde.
Salzburger Nachrichten

Bregenz/ Festtage: Gerade im Witz liegt Schärfe
Karl Markovics und Karl Kraus ließen an der Ausbaufähigkeit unseres Denkapparats keinen Zweifel.
https://www.vn.at/kultur/2020/08/18/gerade-im-witz-liegt-schaerfe-2.vn

Filme der Woche

Besuchen Sie Renate Wagners Filmseite

Die „Maiden“ war ein Segelboot, das am 2. September 1989 aus Southampton auslief, um an dem Weltumsegelungs-Wettbewerb teilzunehmen, der die große Sensation für alle Anhänger des Segelsports darstellt. Die „Maiden“ (vor ein paar Jahren als Wrack gefunden und gerettet, gibt es sie heute wieder) unterschied sich allerdings entscheidend von allen Mitbewerbern: Ihre zwölfköpfige Crew bestand ausschließlich aus Frauen. Tracy Edwards, Jahrgang 1962, damals 27 Jahre alt, erfüllte sich ihren Lebenstraum, als verantwortliche Frau ein Segelboot um die Welt zu führen – an der Seite von Mitstreiterinnen, die denselben Traum hegten sie sie. Nun, sie haben es geschafft. Es ist eine große Geschichte, eine wunderbare Geschichte.

Man hätte diese natürlich auch mit Drehbuch und (berühmten) Schauspielerinnen verfilmen können, es wäre vielleicht sogar ein Blockbuster geworden – aber die Echtheit und Schönheit dieser Dokumentation hätte man wohl nicht erreicht. Regisseur Alex Holmes ist damit ein ganz besonderer Film gelungen…

Zur Filmbesprechung von Renate Wagner

BERLIN: 1. FC. UNION BERLIN: Präventivtest statt Abstand: Union beantragt Testspiel mit neuer Infektionsschutzmaßnahme

Der 1. FC Union Berlin hat beim Gesundheitsamt Treptow-Köpenick die Austragung eines Testspiels am 5. September 2020 vor 3.000 Besuchern unter Anwendung eines Hygienekonzeptes mit einer neuen Infektionsschutzmaßnahme beantragt. Der Präventivtest aller Veranstaltungsteilnehmer soll die aktuell geltende Abstandsregel ersetzen, deren Einhaltung dem Charakter vieler Veranstaltungsformate nicht entspricht.

 

Am 10. Juli haben wir erstmals die Idee der präventiven Testung von Zuschauern im Vorfeld einer Veranstaltung veröffentlicht und zur Diskussion gestellt. Daraufhin haben uns viele Reaktionen erreicht, die für uns wertvoll und hilfreich waren, um an diesem Thema weiterzuarbeiten.

In den letzten Wochen haben wir eine Leitidee und eine exemplarische Prozesslinie zum Präventivtest entwickelt, die wir am Dienstag um 11 Uhr veröffentlichten. Beide Dokumente bilden die Basis, auf der dann ein veranstaltungsspezifisches Hygienekonzept erstellt wird. Beides erhaltet Sie hiermit zur Kenntnis in Verbindung mit unserer Pressemitteilung dazu, die Sie hier finden. (In der Pressemitteilung sind die Links zu den Texten enthalten.)

Einen ersten Praxistest streben wir am 5. September im Rahmen eines Testspiels mit 3.000 Besuchern an und haben bei den zuständigen Behörden einen entsprechenden Antrag gestellt.

Auch diesmal ist damit zu rechnen, dass es zahlreiche öffentliche Reaktionen geben wird, natürlich auch negative.

Wichtigster Grundsatz unserer Kommunikation ist: Wir nehmen die Corona-Pandemie ernst

Der Online-Merker wird immer breiteren Kreisen bekannt. Haben Sie schon bedacht, dass die Pandemie (eigentlich nicht diePandemie, sondern die dagegen gesetzten Maßnahmen) Sportvereine weit härter treffen als Kulturistitutionen? Die Theater rufen nach Geld – und bekommen es in der Regel auch.

Staatliche Förderungen im Profisport finden im Normalfall nicht statt. Dabei sind die Verbände/ Clubs ohnehin bescheiden – sie wollen nur nicht über Gebühr behindert werden!

Verbringen Sie einen schönen Tag!

A.C.

 

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