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20. APRIL 2020 (Montag)

20.04.2020 | Tageskommentar

 

Gruppenfoto vom gestrigen Konzert „Wir spielen für Österreich“ . Der Sicherheitsabstand ist hier eindeutig missachtet. Foto: Instagram

Es war gut gemeint (bekanntlich meist das Gegenteil von gut), aber gestern wurde ein weiterer Beweis geliefert, dass es ohne Publikum ganz einfach nicht geht! Die Bildregie hätte uns zumindest den deprimierenden Blick in den vollkommen leeren Zuschauerraum ersparen können, da sind sogar die Zuspielungen von Auftritten aus Wohnungen, Gärten und anderen Schauplätzen stimmungsvoller. Es war ein netter Versuch und den Künstlern sei dafür gedankt!

Bereits online in der Mediathek: https://tvthek.orf.at/profile/Erlebnis-Buehne-Wir-spielen-fuer-Oesterreich/13891574/Erlebnis-Buehne-Wir-spielen-fuer-Oesterreich-Eine-Initiative-von-ORF-III-und-Wiener-Staatsoper/14048718?fbclid=IwAR0NKwpqKmU_yn8cg_4i4bUFwAZQqwC5vo_h-Uxq9beJHFw-0ylmI0lgLXE

 

Ich möchte nicht stänkern, weil ich selbst nicht wüsste, was ich an Stelle der Kultur-Staatssekretärin anders machen würde, ohne die Linie der Regierung zu untergraben. Frau Lunacek kann ja nicht allein entscheiden – und – das muss schon gesagt werden – wir haben in Österreich derzeit andere, größere Sorgen.

Frau Lunacek hat aber bereits bei anderer Gelegenheit bewiesen, dass ihre Fähigkeiten limitiert sind – immerhin sind die Grünen unter ihrer Leitung aus dem Nationalrat geflogen und Herr Kogler musste dann – gemeinsam mit einer ihm in die Hände spielenden Klimadiskussion – reparieren. In unseren Tagesinfos zeigen wir heute einen Facebookeintrag eines ehemaligen Direktoriumsmitglieds eines Bundestheaters, in dem dieser Herrn Kogler um Erlösung bittet – Erlösung für und von Frau Lunacek!

Aber auch anderswo gehen die Rösser durch, dort, wo keine Frau Lunacek waltet:

Coronakrise in Thüringen: Die Posaunen-Posse von Möschlitz
In einem Dorf in Thüringen trat Ostern ein Posaunenchor auf. Jetzt ermittelt der Staatsanwalt gegen den zuständigen CDU-Landrat. Der Verdacht: Verstoß gegen das Infektionsschutzgesetz.
Der Spiegel

Deutschland: Die Regierung muss unseren Künstlern jetzt helfen – „Hartz IV“-Niveau ist nicht genug
Mit einem offenen Brief appellieren Künstler wie Anne-Sophie Mutter an die Bundesregierung, sie so zu unterstützen wie andere Branchen auch. Die bisherigen Hilfen reichen tatsächlich nicht aus. Wir brauchen jetzt eine Form von Kurzarbeitergeld für Künstler.
Der Stern

Es ist traurig, wenn man zum Bittsteller werden muss. Ich musste es zum Glück nie, habe aber auch hart mein Leben lang gearbeitet (meist auch am Sonntag) – und bin immer finanziell „auf Sicht gefahren“. Ein erhörter Bittsteller kann nie mehr in seinem Leben wirklich unabhängig sein – wenn er auch nur den Funken von Charakter hat! Das macht mir große Sorgen!

Franz Welser-Möst: „Die Krise zeigt den wahren Charakter“ Bezahlartikel
Der Dirigent über die Bedrohung des Kultur-Betriebes durch das Virus, mangelnde Solidarität und Trumps Allmachtsfantasien.
Kurier

NEU IM „ONLINE-MERKER: Interview mit Volkhard Steude

Konzertmeister der Wiener Philharmoniker und des Orchesters der Wiener Staatsoper

Volkhard Steude. Foto: Wiener Philharmoniker

„Gemeinsames Musizieren ist ein starkes Band!“ (Karl Masek (18.4. 2020)

Das telefonische Gespräch fand am 17.4. 2020 statt

Welche Vorstellung war Ihr letzter „Operndienst“ an der Staatsoper, wann war das letzte „Philharmonische“ vor der Corona-Pandemiesperre?

Ja, Staatsoper: Da müsste ich erst nachschauen. Auf jeden Fall noch im Februar. Das letzte Konzert in Wien war aber am 23. Februar im Konzerthaus, das sehr schön war. Dann war die Tournee mit Andris Nelsons nach Hamburg, Köln, Paris, Baden-Baden. Die Residenz in München musste dann nach 2 Konzerten abgebrochen werden und wir fuhren mit dem Bus nach Wien zurück. Bis heute gibt es keinen einzigen im Orchester, der positiv getestet wurde. Es sind alle gesund, Gott sei Dank…

ZUM INTERVIEW

Graz: Die „styriarte“ will nicht absagen
Trotz vieler Festspiel-Absagen will die Grazer „styriarte“ spielen. Man erfindet dazu gerade das Festival neu.
https://www.diepresse.com/5801727/die-styriarte-will-nicht-absagen

Ein Versuch, der Beachtung verdient. Möge die Übung gelingen!

Hamburg: Elbphilharmonie bleibt bis Ende Juni geschlossen
https://www.nmz.de/kiz/nachrichten/elbphilharmonie-bleibt-bis-ende-juni-geschlossen

HEUTE STREAM DER METROPOLITAN OPERA: DER ROSENKAVALIER (2017)

 

Strauss’s Der Rosenkavalier
Starring Renée Fleming, Elīna Garanča, Erin Morley, and Günther Groissböck, conducted by Sebastian Weigle. From May 13, 2017.

www.metopera.org   noch bis heute abend!

Opern-Streams – Ein persönliches Stimmungsbild

Streamen – das war für mich bisher kein Thema, geht doch nichts über ein Live-Erlebnis. Schon das Stimmen der Instrumente erweckt Vorfreude, gepaart mit der Hoffnung, dass die Menschen im Umkreis nicht bis in die Ouvertüre hinein surfen, miteinander quatschen und ihre Husterei stoppen. Mitten ins Pianissimo zu husten, war lange vor Corona für viele offenbar ein Muss. …

Ursula Wiegand hat die Streams während der „Corona-Zeit“ besonders intensiv verfolgt und schickt uns ihre persönlichen Eindrücke.

Zum Bericht von Ursula Wiegand

ZUM „FIDELIO-STREAM MIT ANJA SILJA AUS HAMBURG (ab heute)

Sigi Brockmann schreibt: Mit Recht weisen Sie hin auf den „Fidelio“ mit Anja Silja. Genauso interessant war für mich der Stream der Uraufführung von Penderecki´s „Teufel von Loudun“ Ich hatte mir damals, auch beeindruckt von der Uraufführung der „Lukas-Passion“ in Münster,  schon den Roman von Huxley gekauft und gelesen und wollte die Aufführung in Hamburg besuchen. Dann gab es im „Spiegel“ eine schlechte Kritik nicht der Oper sondern der Uraufführung. Wie man so als junger Opernbesucher reagiert, habe ich die Vorstellung dann nicht besucht sondern die Oper dann später ich glaube in Köln gesehen. Jetzt hat mich der Stream doch interessiert, auch wegen der Sänger, besonders Tatjana Troyanos in der Hauptpartie der Jeanne. Es wirken aber auch mit  für alte Hamburger Opernbesucher  so bekannte Namen wie Ursula Boese, Hans Sotin, Horst Wilhelm, Ernst Wiemann, Arnold van Mill und viele andere.

ZUM VIDEO „DIE TEUFEL VON LOUDUN“

Da der damalige Intendant Rolf Liebermann nichts von abfotografierten Vorstellungen hielt, wohl auch wegen der für damalige Zeit schwierig herzustellende ausreichende Beleuchtung, handelt es sich hier wie wohl auch beim Fidelio um Studioaufnahmen.

Aus Münster grüßt S. Brockmann

Auch Sofia streamt weiter:

Für das Opernhaus ist es Neuland, aber die Streams funktionieren tadellos! Diese Streams sind für viele Theater die Chance, Präsenz zu zeigen

Boris Godunov:  https://m.youtube.com/watch?v=KYpGr1BVdcg

Verdi-Requiem: https://m.youtube.com/watch?v=SprC74RhskM

Auch viele Künstler nutzen diese Clips zu persönlicher Werbung. Das ist durchaus legitim, man muss aus so einer Situation das Beste herausholen – auch für sich!

Klassische Musik streamen: Videos sind keine Lösung
Livestream auf der Couch statt Konzertsaal? Die Corona-Krise verändert unseren Umgang mit Musik. Professor und Autor Holger Noltze über Sinn und Unsinn von Livestreams und über die digitale Zukunft klassischer Musik.
Frankfurter Allgemeine

Zwischen Aufklärung und barocker Prachtentfaltung

Politische und soziale Rahmenbedingungen kulturellen Handelns für Frauen im Europa zur Zeit der Aufklärung und des frühen Bürgertums

Ideale weiblicher Bildung 
Die Frau als Musikerin
Reisewege zwischen Musik und Bildender Kunst. Etc.

http://oops.uni-oldenburg.de/2846/1/kruzwi15.pdf

Gefunden von TTT

„Konzertgänger in Berlin“: Ein Erzbrief an Beethoven
Hip hip hooray, ab morgen haben in ganz Deutschland (wenn schon nicht die Konzertsäle und Opernhäuser) die BUCHLÄDEN wieder geöffnet! Indessen habe ich im Shutdown einen Brief an Ludwig van Beethoven verfasst – für eine Reihe des Deutschlandfunk-Musikjournals. „Lieber Ludwig, Scheiß Er sie voll!“, wurde mein Brief dort übertitelt. Aber ehrlich gesagt, das würde ich niemals schreiben.
Ein Erzbrief an Beethoven

Beethoven: Der geniale Mietnomade
Vom Theater an der Wien bis zum Mayer am Pfarrplatz: Zum 250. Geburtstag Ludwig van Beethovens führt Fotograf und Kurator Andreas Hirsch zu den Wiener Wirkstätten des Künstlers.
https://www.diepresse.com/5278399/beethoven-der-geniale-mietnomade

Schleswig-Holstein Musik Festival abgesagt – Jazz Baltica verschoben
Neue Zürcher Zeitung

Buchbesprechung: Wolfgang Jansen: WILLI KOLLO
Autor und Komponist für Operette, Revue, Kabarett, Film und Fernsehen, 1904-1988
Reihe: Populäre Kultur und Musik / Hsg. Universität Freiburg, Universität Salzburg, Band 28
394 Seiten, Verlag Waxmann, Münster-New York, 2020

 

Es gibt drei Künstler-Generationen Kollo – Enkel René Kollo ist heute der bekannteste Name, einer der großen Wagner-Tenöre seiner Epoche, auch berühmt im leichten Fach der Fernseh-Operette. Opa Walter Kollo ist immer noch einer der großen „Berliner“ Operetten-Komponisten neben Lincke oder Jessel (Kollos  Schlager „Es war in Schöneberg, im Monat Mai“ oder „Die Männer sind alle Verbrecher“ kennt man heute noch).

Willi Kollo, Sohn des einen, Vater des anderen, ist derjenige, von dem die Nachwelt wohl am wenigsten weiß. Und doch gibt es über ihn sehr viel zu erzählen, wie eine umfangreiche Biographie des Berliner Theaterwissenschaftlers Wolfgang Jansen zeigt. Dessen Spezialgebiet ist die Erforschung des populären Musiktheaters Deutschlands, und da passt Willi Kollo perfekt hinein…

Zur Buchbesprechung von Renate Wagner

TV/ Song Contest: Österreich kürte Island zum Song-Contest-Gewinner 2020
Bei „Der kleine Song Contest“ im ORF krönten die Zuschauer Dadi Freyr und die Gruppe Gagnamagnid mit der Nummer „Think about Things“ vor Österreich.
Kurier

Freiwillige Hilfssheriffs: Denunzieren im Dienst der Gesellschaft Bezahlartikel
Warum der historische Begriff des Blockwarts jetzt wieder im Gespräch ist.
Kurier

Lebt der Blockwart in uns? In mir nicht, obwohl kein Uniformträger bin und so Szenen auf der Straße sehe, welche der Polizei verborgen bleiben. Egal, ich mische mich da nicht ein! Selbst bin ich auch schon Blockwarten begegnet, weil ich – durchaus in Übereinstimmung mit den geltenden Bestimmungen – kurze Wege, die nicht ein Geschäftslokal zum Ziel haben, auch ohne Maske erledige. Ich lasse mich dabei auch nicht ansprechen. Beide Blockwarte waren dem Akzent nach keine „Hiesigen“, sondern eher vom westlichen Nachbarn zugewandert. Das ist aber sicher nur Zufall!

Ich wünsche einen guten Start in die Woche!

A.C.

 

 

 

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