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2. NOVEMBER 2021 – Dienstag

02.11.2021 | Tageskommentar

 

Sollten Sie sich als Salzburger Festspielpräsidentin oder Präsident bewerben wollen, sind Sie leider zu spät dran. Die Frist ist gestern abgelaufen

Auszug aus „Der Standard“: Dass Angela Merkel und Helga Rabl-Stadler demnächst fast parallel ihren Ämtern Adieu sagen, rückt – trotz aller Unvergleichbarkeit – ein paar interessante Ähnlichkeiten ins Licht: So wie Merkel als Symbol für Kontinuität unzählige Staatsoberhäupter kommen und gehen gesehen hat, so hat die Langzeitpräsidentin der Salzburger Festspiele einige Intendanten (mitunter sehr gerne) an sich vorbeiziehen lassen. Und wie deutsche Kanzlerin wurde auch Rabl-Stadler zum Symbol für verlässliches Krisenmanagement

Nach dem profunden, aber doch teils blitzlichtscheuen Peter Ruzicka, für den Rabl-Stadler ein Stück weit die Außendarstellung der Festspiele übernahm, kam Theatermann Jürgen Flimm, der auch nicht lange blieb und für ein Jahr sogar von Markus Hinterhäuser vertreten wurde. Zu Rabl-Stadlers Enttäuschung folgte dann Zampano Alexander Pereira, der Großfestspiele veranstalten wollte und konnte und als Sponsorenmagnet Rabl-Stadler wohl genüsslich in den Schatten stellte. Pereira forderte und überforderte schließlich aber sich selbst und das ob seiner Pläne und Finanzideen reservierte Kuratorium und ging an die Mailänder Scala.

Mit Pereiras auch übereilten Weggang erreichte Rabl-Stadler unfreiwillig aber den Gipfel ihrer Macht! (Zitat Ende)

Helga Rabl-Stadler geht, braucht es überhaupt die Präsidenten-Funktion?
Langzeitpräsidentin Helga Rabl-Stadler verabschiedet sich bald von den Salzburger Festspielen. Wer folgt ihr nach?
Der Standard.at

Wer folgt ihr nach? Das wird wohl tatsächlich ein Politspiel, Namen werden im Standard-Artikel genannt. Übrigens hätte auch Angela Merkel Zeit für diesen Job, hat sich aber leider nicht beworben.

Osterfestspiele: Jubel über Stücke aus Wagner-Opern
Trotz 17 Grad und strahlendem Sonnenschein am Sonntagnachmittag waren für den Abend „Winterstürme“ in Salzburg angekündigt. Dahinter versteckte sich jedoch keine heimtückische Kaltfront, das Programm der Osterfestspiele im Herbst – deren Auszüge aus Wagner-Opern unter diesem Titel für viel Jubel sorgten.
https://salzburg.orf.at/stories/3128112/

Winterstürme bei den Osterfestspielen Salzburg
Christian Thielemann leitete ein hochkarätig besetztes Wagner-Konzert an der Salzach.
Klassik-begeistert.de

Wiener Staatsoper: Bericht NABUCCO (1.11.) bereits online

Zum Bericht von Manfred A. Schmid

Mehr darüber morgen

WIENER STAATSOPER: BERICHTE VON DER ERSTEN VORSTELLUNG DER SERIE „FAUST“ Online

Ein munteres Kerlchen, dieses Mephistophéles: Adam Palka. Foto: Wiener Staatsoper/Michael Pöhn

…Im Lichte dieser Umdeutungen Castorfs würde man dieser Aufführung daher auch nicht den Titel Marguerite verpassen. Zum Glück gibt es da aber noch das drollige, die Augen rollende Mephistöfelchen, das munter und gar nicht furchterregend durch die Handlung führt. Adam Palka, der schon bei der Premiere dabei war, bringt so darstellerisch Farbe in die Aufführung und ist auch stimmlich tadellos. Mit dieser Charakterzeichnung Castorfs lässt sich‘s leben. Ein possierliches Unterteufelchen, unterhaltsam und irgendwie sympathisch, stets an der Kippe sich lächerlich zu machen – und vor allem stets für einen Lacher gut…

Zum Bericht von Dr. Manfred A. Schmid

Dramatische „Einspringaktion? Francesco Demuro musste Stephen Costello kurzfristig ersetzen. Foto: Wiener Staatsoper/Michael Pöhn

Der Herr Direktor neigt zu Übertreibungen (kein Problem, das sind wir ja im Theater gewohnt) und kündigte diese Umbesetzung recht dramatisch an.

Thomas Prochazka hat recherchiert: Nach der kurzfristigen Absage von Stephen Costello übernahm Francesco Demuro die Partie des Faust. Das klang aus dem Mund des Staatsoperndirektors heroischer, als es war. Denn Demuro weiß um diese Inszenierung, sang in dieser 2017/18 in Stuttgart.

Zum Bericht von Thomas Prochazka

Das ist der Vorteil von eingekauften Alt-Inszenierung, man findet immer jemand, der das schon irgendwo gespielt hat!

„Sieger der Runde“ ist aber die Wiener Volksoper mit ihrer gelungenen „Rosenkavalier“-Inszenierung

Wien/ Volksoper
Der Rosenkavalier“: Schön war die Zeit
Die Volksoper hat seit Sonntag ihre eigene, respektable Produktion der Strauss-Komödie.
WienerZeitung.at

„Rosenkavalier“ an der Volksoper: Eine „Maskerad’“, die man gesehen haben sollte (Bezahlartikel)
Kurier.at

Erster „Rosenkavalier“ an der Volksoper berührt
Salzburger Nachrichten

Crescendo: Hintern hoch und Fehlverhalten
Willkommen in der neuen 44.KlassikWoche,
heute mit neuem Verhaltens-Codex an den Bühnen, neuer Oper in der Türkei und einem Blick nach Asien. Viel Spaß mit dem Klassik-Newsletter, der seinem Publikum nicht zurufen muss, den „Hintern“ hochzukriegen.
https://crescendo.de/klassikwoche44-2021-gergiev-yo-yo-ma-netrebko-1000083283/

Innsbruck: „DIE ZAUBERFLÖTE“ – 31.10. 2021 Pr. – Starke Stimmen, poesielose Inszenierung

Philippe Spiegel (Papageno), Jon Jurgens (Tamino). (c) Birgit Gufler

…Mit all diesen Dingen hat Gregor Bloéb, verantwortlich für die aktuelle Inszenierung der „Zauberflöte“ am Tiroler Landestheater, so gut wie nichts am Hut, die Vielschichtigkeit der Oper, ihre zentralen Ideen und vor allem ihre märchenhafte Poesie sind in seiner Inszenierung so gut wie gar nicht vorhanden. Sein Konzept beruht offenbar darauf, die Figuren der Oper und ihre Themen weitestgehend nicht ernst zu nehmen. Bei Bloéb ist nicht bloß Papageno komisch, sondern alle anderen Protagonisten – inklusive Sarastro – sind es auch. Blödelnder Slapstick à la „Der Schuh des Manitu“ und „Raumschiff Surprise“ durchzieht die Inszenierung in zunehmend ärgerlichem Ausmaß. Die Personenführung ist oft sehr statisch und dann wieder ideenlos hyperaktiv, wenn Mitwirkende sinnbefreit herumhüpfen, herumliegen, à la Stan Laurel und Oliver Hardy (Tamino und Papageno) herumalbern oder wie ein Gospelchor „swingen“ müssen…

Zum Premierenbericht von Thomas Nußbaumer

Innsbruck
„Zauberflöte“: Gregor Bloébs erste Opernregie mit Pfiff
Salzburger Nachrichten

OPER FRANKFURT: MASKERADE von Carl Nielsen. Premiere

Copyright: Monika Rittershaus für Oper Frankfurt

…Regisseur Tobias Kratzer, meint, bei MASKERADE komme es auf keine Aktualisierung des Stoffes an, der Modernität an sich ausstrahle. Dabei kann er sich natürlich stark auf die Rückbindung an die Musik verlassen, die bei vielen Situationen auf der Bühne in Aktion umgesetzt wird. Aber die eigentliche Witzigkeit und Situationskomik kommt durch die Neuübersetzung von Martin G.Berger zustande, der für einige Obszönitäten auch Buhs bekam. Es ist eine ins Spiel integrierte relativ große Übertitelungsanlage, die seine Neudichtungen transportiert und einen erfrischend heutigen fast Jugendslang in die Oper bringt, wie man sie auch bei modernen Opern noch nie erlebt hat. Es wird dabei auch mit Freude gegendert, Beispiel: „Rings herum, das ist nicht schwer/ Niemand weiß mehr: Ist das sie oder er?“ Und das alles in einem Reim-Tsunami, der sich gewaschen hat. Dazu höchste Bewegung auf der Bühne mit einer integrierten 8- köpfigen Tanzgruppe mit designter Unterwäsche (Choreo: Kinsun Chan)

Eine mit großem Aufwand betriebene Ausgrabung, die aber trotz witziger Passagen und hochwertiger Musik trotz bemühter Regie wegen lauem Plot nicht richtig zündet.

Zum Premierenbericht von Friedeon Rosén

Frankfurt
Naja“-Amüsement – Die Oper Frankfurt mit Carl Nielsens „Maskerade“
NeueMusikzeitung/nmz.de

Ist doch lustig
Tobias Kratzer kann noch aus dem ödesten Opernstoff einen Kommentar auf die Gegenwart herauskitzeln. An der Frankfurter Oper inszeniert er jetzt Carl Nielsens „Maskerade“ – einfach so. Schade.
SueddeutscheZeitung.de

Premiere AIDA im Deutschen Nationaltheater Weimar am 30. Oktober 2021

Kunstforum und ein 38Tonner anstatt Elefanten. Die Operndirektorin Andrea Moses eröffnet die Spielzeit mit AIDA am Deutschen Nationaltheater in Weimar. Eine Aufführung, die zur Premiere polarisierte.

Margarita Gritskova als Amneris und Eduardo Aladrén als Radames. Foto: Candy Welz

Wir haben einen schönen Opernabend erlebt, der natürlich von Margarita Gritskova klar geprägt wurde. Ich finde es auch sehr wichtig, dass Sänger*innen wie „Die Gritskova“, das hat sie verdient, im Mittelpunkt zu stehen. Ich glaube fest daran, dass es für die Bindung des Publikums notwendig ist, dass man eine große Sängerin wie Margarita Gritskova hört und wegen ihr auch in die Oper geht.

Zum Premierenbericht von Olaf Schnürpel

MÜNCHEN/Sugar Mountain: DAS LIEBESVERBOT NI am 17. Oktober 2021

 Wagners Frühwerk aus ganz neuer Perspektive

 Isabella links mit Mariana im Duett. Foto: Aylin Kaip

    Anlässlich des jährlichen Internationalen Richard Wagner Kongresses 2021 in München brachte der Vorsitzende des austragenden Richard Wagner Verbandes München, Karl Russwurm, eine Neuinszenierung von Wagners Frühwerk „Das Liebesverbot“ in einer unkonventionellen und positiv überraschenden Konzeption für die aus vielen Ländern kommenden Delegierten auf den Weg. Man suchte die Zusammenarbeit mit der Opera Inkognita München und fand das hippe Veranstaltungszentrum Sugar Mountain in Obersendling weitab vom Stadtzentrum und opernmässig noch weiter ab von der Bayerischen Staatsoper. Dabei handelt es sich um ein altes aufgelassenes Betonwerk…

Zum Bericht von Klaus Billand

REHA IN NEW YORK
(gefunden von W.B.)

 

ZU INSTAGRAM mit mehreren Fotos

Filme der Woche

Besuchen Sie Renate Wagners FILMSEITE

ETERNALS
USA  /  2020  / Regie: Chloé Zhao
Mit: Gemma Chan, Richard Madden, Angelina Jolie, Salma Hayek, Kumail Nanjiani u.a.

Film bedeutet  nicht nur interessante Themen, hervorragende Darsteller und innovative Regisseure. Film ist auch Kino, ist Hollywood, ist Blockbuster, ist eine Investition von oft Hunderten Millionen von Dollar, in der Hoffnung, ein Vielfaches an der Kinokasse zurück zu bekommen.

Dafür muss man schon etwas bieten, und Sci-Fi und Mystery haben sich bewährt. Leider hat man es nicht mit „Star Wars“ und „Lord of the Rings“ bewunden lassen, sondern kann nicht aufhören, in die Marvel Trickkiste zu greifen: Die so genannten LLC-Comics haben schon genügend Helden und Filme ausgespuckt, und ein Ende ist nicht abzusehen. Im Gegenteil, vermutlich sollen – nachdem „Black Widow“ und „Shang Chi“ ja noch in den Kinos sind – die „Eternals“ eine neue Endlos-Welle dieser Art von Filmen ankündigen…

Zur Filmbesprechung von Renate Wagner

Leipzig: Was treibt das Lumpenproletariat?
Am Schauspiel Leipzig wurde das Musiktheaterprojekt »La Bohème« nach dem gleichnamigen Opernklassiker von Puccini uraufgeführt
https://www.nd-aktuell.de/artikel/1158205.la-boheme-was-treibt-das-lumpenproletariat.html

Aktuelles aus der „Neuen Zürcher Zeitung“

  • Barclays-Chef stolpert über seine Bekanntschaft mit Jeffrey Epstein: Der verstorbene Millionär Epstein hatte sich 2008 der erzwungenen Prostitution einer Minderjährigen schuldig bekannt. Barclays-CEO Jes Staley blieb trotzdem mit ihm in Kontakt. Nun hat die britische Bank ihn abgesetzt. Doch der Amerikaner ist mit seiner Art in London schon früher negativ aufgefallen.
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  • Gouverneurswahl in Virginia ist Stimmungstest vor US-Wahl: Ein Jahr vor den Kongresswahlen bestimmen die Bürger im Bundesstaat Virginia einen neuen Gouverneur. Hinter den beiden Kandidaten stehen zwei mächtige Kontrahenten: Präsident Joe Biden auf der einen Seite – und Ex-Präsident Donald Trump auf der anderen.
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  • Moskau droht wegen Bosnien-Herzegowina mit Veto im Sicherheitsrat: Der Streit um die Rolle des ehemaligen deutschen Landwirtschaftsministers Christian Schmidt als Hoher Repräsentant in Bosnien-Herzegowina hat zu einer Blockade Russlands im Uno-Sicherheitsrat geführt. Moskau und China hatten vergeblich versucht, das Amt des Hohen Repräsentanten abzuschaffen.
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  • Mord-Anklage gegen US-Millionär Durst nach fast 40 Jahren: Das Mikrofon von Millionär Robert Durst war noch an, als er bei Dreharbeiten zu einer Dokumentation versehentlich mehrere Morde zu gestehen schien. Diese führten US-Ermittler nun scheinbar auf eine Spur im Fall seiner vor fast vier Jahrzehnten verschwundenen Ex-Frau.
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  • Verängstigter Experte prügelt sich in Lausanne mit Performance-Künstler: Während einer Konferenz zum Thema «Hass in den sozialen Netzwerken und in den Medien» ist es zu einer Prügelei zwischen einem Neurologen und einem als «Gorilla» verkleideten Performance-Künstler gekommen. Dieser sollte den Anlass insbesondere musikalisch begleiten.
    Zum Bericht

AKH-Ärztin: Mit Corona-Impfung bei Kindern noch warten
Während in den USA das Biontech-Vakzin bereits für Kinder ab 5 Jahren freigegeben wurde, wird in Europa noch geprüft. Das sagt die Expertin dazu.
Heute.at

Was, wenn die Querdenker Recht hätten?
Für Argumente sind Impfverweigerer nicht mehr zugänglich. Wagen wir ein kühnes Gedankenexperiment.
https://kurier.at/meinung/die-welt-ohne-uns/401790299

Jetzt wird es wieder heikel, deshalb bin ich froh, dass der vorhandene Raum für den Kommentar voll ausgenützt ist und wünsche einen schönen Tag!

A.C.

 

 

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