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2. JULI 2020 – Donnerstag

02.07.2020 | Tageskommentar

 

MAILAND: Auch die Scala setzt nun mit Konzerten fort – vor genehmigten 600 Besuchern

Wie sieht es bei uns aus (ohne Gewähr, da die Verordnungen manchmal geändert werden)? Ab 1. Juli sind bis zu 250 Zuschauer möglich. In einem dritten Schritt sollen ab 1. August Veranstaltungen mit bis zu 500 Zuschauern erlaubt sein – und unter besonderen Auflagen sogar mit bis zu 1.000 Menschen im Publikum.

Das heißt, im Corona-Hotspot Lombardei ist man mit Lockerungen großzügiger als in Österreich.

Bayerische Staatsoper lockt online 630.000 Zuschauer
Die Bayerische Staatsoper hat seit der Corona-bedingten Schließung im März mehr als 40 Veranstaltungen über das Internet angeboten. Die 13 Live-Streams und knapp 30 aufgezeichneten Vorstellungen als Video-on-Demand erreichten rund 630.000 Zuschauer, teilte das Haus am Mittwoch mit. Allein das letzte „Monatskonzert“ zum Abschluss der Saison verfolgten online fast 36.000 Menschen. Im Saal des Nationaltheaters erlebten 100 Zuschauer das Bayerische Staatsorchester unter der Leitung von Generalmusikdirektor Kirill Petrenko und den Tenor Jonas Kaufmann.
https://www.musik-heute.de/21202/bayerische-staatsoper-lockt-online-630-000-zuschauer/

Online-Programm mit 630.000 Aufrufen
Auch durch das Online-Angebot der Bayerischen Staatsoper konnten mit knapp 30 Videos-on-Demand von bereits zuvor aufgezeichneten Opern- und Ballettvorstellungen 630.000 Zuschauer online erreicht werden. Das Kinder- und Jugendprogramm CAMPUS veröffentlichte ein umfangreiches Online-Programm unter anderem mit zwei Sitzkissenkonzerten sowie der Online-Uraufführung der Kinderoper Spring doch – alle Campus-Angebote sind auch über die Ferien noch abrufbar.

Mehr als 200.000 Euro für freischaffende Künstler
Über die Veranstaltungen und Live-Streams wurden über 190.000 Euro Spenden für die Freie Szene München e. V. gesammelt. Der Spendenbetrag kommt ca. 200 freischaffenden Künstlerinnen und Künstlern, die besonders von der Pandemie betroffen sind, zugute. Zusätzlich hat das Bayerische Staatsorchester eine Spendenaktion ins Leben gerufen, um seine Verbundenheit mit freischaffenden Musikerinnen und Musikern, die dem Orchester eng verbunden sind, zu zeigen: Durch gespendete Gagen konnten insgesamt weitere 15.180 Euro gesammelt werden, die nun an 22 Instrumentalistinnen und Instrumentalisten verteilt werden.

VR und VoD – Angebote während der Theaterferien. Informieren Sie sich in unseren heutigen „Infos des Tages“

 

Wiener Staatsoper /Streams: Nach sieben Saisons mit WIENER STAATSOPER LIVE @ HOME verabschieden wir uns voller Dankbarkeit von Dominique Meyer.

 

In unserer Sommerpause bis Ende August nehmen wir eine wunderbare neue Produktion in unsere Videothek auf – Verdi’s FALSTAFF mit Carlos Álvarez, Olga Beszmertna, Simon Keenlyside und Hila Fahima.  Das Monatsabo bleibt gratis, sechs neue Titel sind darin enthalten. Ohne Abonnement können sie wie bisher aus über 40 Opern und Balletten wählen, zu jeweils € 5 für eine Woche.

Mehr darüber in den „Infos des Tages!

So sehen die Festtage der Bregenzer Festspiele aus
Konzerte, Lesungen und eine Opernuraufführung sowie weniger Publikum als unbedingte Auflage.
https://www.vn.at/kultur/2020/07/01/so-sehen-die-festtage-der-festspiele-aus.vn

GRAZ/Helmut List Halle: Eröffnung des Festivals „STYRIARTE“  – Johann Joseph FUX: „Die Geschenke der Nacht“

Die Musen vom Parnass.  Copyright: Nikola Milatovic)

Und sie spielen doch!

Das verdammte Corona-Virus hat uns alle in den Klauen. Lockdown über Monate. Ratlosigkeit, ja Verzweiflung, natürlich auch in der Kulturbranche. Festivals, gestrichen? In der  Styriarte  gab es  aber eine geistesgegenwärtige Umplanung sowie eine gewisse  „Steirische Sturschädeligkeit“, wie in einer der Eröffnungsreden vollsaftig formuliert wurde. An die Grenzen des Möglichen gehen, auch auf die Gefahr hin abzustürzen, so der Intendant. Aus der Oper „Gli  Ossequi  della  Notte“ aus dem auf mehrere Jahre programmierten Johann Joseph Fux-Zyklus wurde eine Art repräsentativer konzertanter Querschnitt, „Die Geschenke der Nacht“, klug gekoppelt mit Concerti, die alle Facetten der Nacht gestalten, einmal Antonio Vivaldi (La notte“, Rv 104) und abermals Johann Joseph Fux („Die Süßigkeiten und Bitternisse der Nacht“)…

...Die Styriarte hat aus der aktuellen Not eine große Tugend gemacht. Die 250 BesucherInnen (der erste Tag, an dem die „neue“ Richtlinie gegolten hat) waren bestens gelaunt. Für zwei Stunden (inklusive Eröffnungsfeier) hat wohl niemand an Corona gedacht. Es reißt einen ohnehin sofort, wenn man die neuesten Infektionszahlen vernimmt. Nur kein weiterer Lockdown, hoffen alle inständig…

Zum Bericht von Karl Masek

Also 250 Besucher in der riesigen List-Halle – in der Lombardei bereits 600 !  Neuinfektionen gibt es da wie dort, die wird man bei einem „normalen Leben“ auch nicht verhindern können. Aber wir wollen doch „normal“ leben, dieser Lockdown war nur einmal möglich, hat einigen zu Beginn anscheinend sogar Spaß gemacht, aber ungeheuren wirtschaftlichen Schaden angerichtet. Deshalb bezweifle ich, dass sich die Regierung einen zweiten Lockdown zu verhängen getraut, denn das würde heißen, dass beim ersten Fehler gemacht wurden. Idioten, die sogar provozieren, wird es immer geben, ein Spaziergang durch die Meidlinger FUZO würde den Politikern zu denken geben! Mit der so tollen „Disziplin“ ist es nämlich gar nicht so weit her, das geradezu bereits peinliche Lob an die Bevölkerung  (weil bei jeder Gelegenheit wiederholt) war ja nur dazu da, die Menschen „bei Laune zu halten“ und sich selbst mit Eigenlob zu überschütten!

Gewinner der Krise gibt es wenige. Angeblich verzeichnet der EDV-Bereich einen Boom, mein Server ist hochzufrieden und wird mich bald nicht mehr kennen, weil er so viele Neukunden hat. Allerdings – viele Firmenchefs kommen bereits wieder vom Home-Office ab. Es ist doch nicht „Das Gelbe vom Ei“

Grund zu Jubel haben auch die Scheidungsanwälte, denn der Lockdown hat vielen Paaren aufgezeigt, dass es eben doch nicht mehr miteinander geht. Der ORF hat zuerst gejubelt (war naheliegend, weil die Menschen zum Fernsehen verdammt waren), ist aber mittlerweile draufgekommen, dass die Werbeeinahmen total weggebrochen sind! Das hätte ich denen gleich sagen können.

Jeder schütze sich selbst, wie er kann und wie er es für richtig hält. Eine Warnung der Politik genügt – aber kein Eingriff in Gewohnheiten. Von Politikern, die ich nicht gewählt habe, lasse ich mich sicher nicht schützen! Die würden mich doch ohnehin lieber loswerden, damit sie sich dafür jemand holen können, der ihnen verlässlich und andächtig an den Lippen hängt!

Die Frage wird ohnedies sein, wie das Publikum in den kommenden Wochen reagiert!

SOMMERFESTIVAL KITTSEE: „WIENER BLUT“ ab 24. JULI

Weiters 25./26./29./31. Juli (Ausweichtermin 28.Juli)

Bei Bedarf Vorstellungen ab 5. AugustBeginn: 20 h. Die Vorstellungen enden um 22,45 h

Foto: Sommerfestival Kittsee

Wenn man durch Kittsee fährt, kann es passieren, dass man das Schloss gar nicht bemerkt. Das Barockjuwel liegt verborgen hinter alten Schlossmauern, eingebettet in einen herrlichen Schlosspark, zwischen majestätischen Bäume und historischen Buchsbaumhecken. Genau an diesem verwunschenen Ort findet das Sommerfestival Kittsee statt, und vor diesem historischen Hintergrund entsteht echte und magische Theateratmosphäre. Umrahmt werden die Aufführungen vom kulinarischen Dorf, das mit lokalen Schmankerln lockt. Besonders wichtig ist uns die familiäre Atmosphäre, die das Festival an jeder Stelle vermittelt.

Kittsee geht es also vorsichtig an und entscheidet nach der ersten Serie, ob die zweite überhaupt gespielt wird.

Nähere Informationen finden Sie auf sommerfestival.at

WIEN/ Mitteilung des Prayner-Konservatoriums

Mit dem Vokabel „Konkurs“ haben Sie in Ihrem Bericht übertrieben. Aktuell wurde ein Insolvenzverfahren mit angeschlossenem Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung eröffnet. Dh. die Geschäftsleitung und Eigentumsrechte wurden einem gerichtlich beauftragten Masseverwalter übertragen, welcher vorerst eine Betriebssanierung bei gleichzeitiger Betriebsfortführung versuchen soll, in diesem Fall durch Verkauf an neue Betreiber. Momentan stehen die Rettung und Fortführung des Betriebes im Vordergrund. Erst wenn dieser Schritt erfolglos ist, erfolgt das eigentliche Konkursverfahren: Einstellung des Betriebes, Verwertung aller noch vorhandenen Sachwerte des Unternehmens zur versuchten Schuldenminimierung und anschließende Löschung des Unternehmens.

Ein weiteres Grundproblem des Prayner Konservatoriums ist, dass nach einem langwierigen Berufungsverfahren die Schulaufsicht des Landes Wiens diesem Konservatorium aufgrund verschiedener nicht eingehaltener staatlicher Vorgaben das Öffentlichkeitsrecht nun endgültig entzogen hatte. Dh. der dort besuchte Unterricht samt interner Prüfungen wird nicht mehr als eine staatlich anerkannte Berufsausbildung akzeptiert.

Egal wie realistisch man „in Zeiten wie diesen“ so eine Problemsituation sieht (Wer soll schon ein Privatkonservatorium kaufen, noch dazu ohne Öffentlichkeitsrecht?), bis zu einem eigentlichen Konkursverfahren bleiben aufgrund der bisher festgesetzten Gerichtstermine doch noch gut 2 Monate Schonfrist.

Harald Simon

Übrigens, der Begriff „Konkurs“ wurde nicht von mir ins Spiel gebracht, sondern von Herrn Horvat, dem Betreiber des Ehrbar-Saales. Dem Konservatorium ist zu wünschen, dass es als solches neue Eigentümer findet, nur, wer lässt sich in Zeiten wie diesen auf so etwas ein? Einer breiteren Öffentlichkeit wird zudem auch bekannt, dass die Musikschule kein Öffentlichkeitsrecht mehr besitzt, was vielleicht viele Schüler gar nicht wussten. Ob das fair ist?

Wiener Symphoniker hoffen auf „Glanz und Aufbruch“
Orchester stellt Programm für nächste Saison vor.
Wiener Zeitung

New York
Alles abgesagt: Die Broadway-Theater bleiben bis Jahresende zu
Heuer wird es keine Vorstellungen am Broadway in New York mehr gegen. Alle Veranstaltungen für 2020 wurden abgesagt.
Die Presse

Nürnberg: Selcuk Cara provoziert mit Wagner-Inszenierung
Selcuk Cara aus Friesland macht gerade in Nürnberg Schlagzeilen. Dort inszeniert der Regisseur eine Bearbeitung von Richard Wagners „Die Meistersinger von Nürnberg“. Und das nicht irgendwo in Nürnberg, sondern auf dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände der Nazis. Das Projekt ist Teil der Nürnberger Bewerbung für den Titel „Europäische Kulturhauptstadt“. Doch die Verbindung von Wagner mit der NS-Vergangenheit der Stadt können manche nur schwer ertragen. Schon vor der Premiere gab es heftige Kritik.
https://www.ndr.de/kultur/musik/Die-Meistersinger-von-Nuernberg

Mit Herrn Selcuk Cara habe ich seit Jahren Kontakt, obwohl ich natürlich weiß, dass politisch zwischen uns Welten liegen. Aber das ist mir wurscht, mich interessieren die künstlerichen Projekte des Türken jüdischer Abstammung. Er hat schon einige tolle Filme gemacht und dafür Preise eingeheimst! Und Provokation? Der bin ich selbst nie abgeneigt!

GESAMTE OPERN IM RUNDFUNK 2. – 8. JULI 2020

 

(Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern bezieht sich ausschließlich auf die untenstehenden Sender). Kurzfristige Programmänderungen der Sender vorbehalten!
Alle Zeiten MEZ.

2.7. LES CONTES D’HOFFMANN (aus Wien, Aufnahme v. 11.9.2019) BBC 3-15 Uhr
4.7. LA TRAVIATA (aus München, Aufnahme v. 6.3.2006) Bayern 4-19.05 Uhr
ARIODANTE (aus Drottningholm, Aufnahme v. 11.8.2019) ORF Ö1-19.30 Uhr
ELEKTRA (aus London, Aufnahme v. 23.9.2013) BBC 3-19.30 Uhr
LA VILLE MORTE (aus Göteborg, Aufnahme vom 8.3.) HR 2-20.04 Uhr
LE NOZZE DI FIGARO (aus New York, Aufnahme v. 18.10.2014) RAI 3-20.30 Uhr

WIEN: DAS DOM-MUSEUM IM JULI

Copyright: Dom-Museum
Details entnehmen Sie unseren“Infos des Tages“

Hermann Nitsch: „Blut und Fleisch wird zu Blumenfleisch“
Der Aktionskünstler und Maler im Interview über seine neuen Arbeiten (ab nun im Nitsch Museum) und die Auferstehung
Kurier

TV/ Film

Corona-Krise reißt dickes Minus ins ORF-Budget 2020
Der ORF wird wohl weiter sparen. Heuer schließt er Corona-bedingt negativ ab, sagt der Generaldirektor
Kurier

Österreich-Umfrage: Mehrheit hat Angst vor zweiter Corona-Welle
OGM-Umfrage: Die Menschen zeigen sich besorgt, haben aber gleichzeitig ihre Freizeitaktivitäten wie vor der Krise wieder aufgenommen.
Kurier

Nach jedem Auftritt unserer Politiker haben die Leute Angst (besonders das Gesicht des Gesundheitsministers signalisiert, dass es mit uns bald aus sein wird. Eine derartige Leidensmiene muss man erst einmal auf die Bühne stellen können – Chapeau!) , sind aber nicht bereit, an ihren Gewohnheiten etwas zu ändern. An den Stränden kugeln sie herum (in den Theatern ist es um ein Vielfaches gefährlicher) , mehrere  Bierflaschen haben gestern in der Meidlinger Hauptstraße die Runde gemacht, „Bruderküsse“ wurden ausgetauscht !

Allerdings, die selbstlosen Biertrinker befanden sich „outdoor“, also kann wohl nichts passieren

 

 

Da muss ich jetzt widersprechen, weil der verstorbene deutsche Politweise nur für sein Land sprechen kann. Dumm sind unsere Politiker nicht (Ausnahmen wie die Frau General bestätigen die Regel) , die wissen genau, was sie wollen!

Dumm sind jene, die das nicht durchschauen!

Ich erneuere meine Forderung nach Bereitstellung von Fördermitteln für die Entwicklung eines Impfstoffes gegen Dummheit!

Haben Sie einen schönen Tag
A.C.

 

 

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