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2. JULI 2018

02.07.2018 | Tageskommentar

 

Tutto nel mondo é burla…

… L`uom é nato burlone. Die ganze Welt ist Narrheit, der Mensch als Narr, als Gefoppter geboren. Welche Worte passen besser als die von Arrigo Boito Sir John in den Mund gelegten und von Verdi mit seiner genialen Fuge musikalisch umrahmten für ein Saisonende: 

Überall Narren, die glauben ihr Publikum verändern zu müssen und daran scheitern, Narren, die von abgetretenen Politikern gefoppt wurden und nun an der Oper 4,0 zu kiefeln haben
, Narren aus der schreibenden Zunft, die glauben gelesen zu werden oder die Welt verbessern zu können, Narren aus der Zunft der Tenöre, die glauben alles singen zu müssen aber wieder absagen, Regisseure als Narren, die ihre Ideen als des Kaisers neue Kleider verkaufen, obwohl ihre Ideen eher von Armut zeugen, Armut an allen künstlerischen Fronten, weil die Politik Geld lieber den Banken statt den Theatern gibt, lieber in Kriege, Waffen und Aufrüstung investiert.

Kurz gesagt:…tutti gabbati, und Falstaff zeigt dabei auf uns alle im Publikum, dieser abgesandelte Ritter von Shakespears Gnaden: „Ihr alle seid die Betrogenen“.

Peter Skorepa in seiner Besprechung zu Verdis Falstaff, der letzten Vorstellung der abgelaufenen Saison.

Zum Bericht von Peter Skorepa

Weise Worte unseres Redakteurs. Aber ganz ehrlich, ich wüsste weit bessere Verwendungsmöglichkeiten für Geld als es vermehrt in Theater zu stecken. Damit lösen wir sicher keine Probleme – außer die Finanzierung von Theatern.  Die Relationen müssen stimmen. Ich verstehe aber, was Skorepa sinngemäß meint.

 

Piotr Beczala wird hohnlachen

Es klingt ein wenig affektiert, aber wenn man für den Online Merker Interviews machen darf, passiert es schon, dass man über einen Welttenor nach dem anderen stolpert. Und interessanterweise war Lohengrin oft das Thema.

Piotr Beczala sprach ich gleich nach seinem Dresdener Triumph – und musste natürlich auch nach Bayreuth fragen. Und da war der Künstler begreiflicherweise verstimmt, denn es hieß schon, dass man dort auf die Netrebko hoffte, während von ihm nicht die Rede war. Da bohrt man besser nicht nach, aber dass es ein Stachel im Fleisch ist, kann man sich vorstellen.

Roberto Alagna habe ich anlässlich seines Wiener „Troubadour“ gesprochen, und er hat mir ausführlich erzählt, wie Thielemann und Katharina Wagner ihn mit Anrufen bombardiert und bekniet hätten, den Lohengrin zu singen. Seither habe er den „Score“ (ich nehme an, einen Klavierauszug) immer bei sich, die Rolle sei nicht so schwierig, er habe längere und schwerere gesungen, es gehe eher um die deutsche Sprache. Aber Aleksandra könne ihm da helfen… Von der Netrebko als Elsa war nicht mehr die Rede, und Alagna erwähnte, dass er seiner Gattin Aleksandra Kurzak die Rolle ohne weiteres zutraute. Nun, Bayreuth tat das offenbar nicht, man verpflichtete die bewährte Anja Harteros. Ich würde wetten, aber wer hielte dagegen, mit Aleksandra an seiner Seite hieße der diesjährige Bayreuther Lohengrin doch Alagna…

Andreas Schager hat vom Lohengrin gesprochen, er plant ihn erstmals für Wien Ende Oktober. Da er in Bezug auf den Stolzing, den er auch einmal vor hat, bemerkte, solche Rollen schüttle man nicht aus dem Ärmel, hat er den Schwanenritter wohl noch nicht dermaßen „fertig“, dass er hier für die Bayreuther Premiere am 25. Juli in die Rolle „köpfeln“ würde…

Die Gedanken von Renate Wagner dazu können Sie in unseren heutigen „Infos des Tages“ in voller Länge lesen

Zu diesem Artikel wie auch zu diversen Spekulationen haben wir bereits erste Reaktionen:

Kaufmann singt im Juli/August nicht nur Parsifal und Siegmund in München, sondern Konzerte in Berlin, Neumünster, Madrid, Peralada und Salzburg sowie 1. Akt Walküre in Grafenegg und Gastaad.

Beczala ist am 6. Juli in Granada, am 8. in Paris, am 14. in Tanglewood (USA!!!), am 21. in Krumau, 25. Juli Liederabend in München, 5. August Sopot, 25. August Schwarzenberg.

Da schnell einen Lohengrin dazwischen schieben schaut nicht gut aus, zumal Beczala die Rolle nur in einer Produktion bisher gesungen hat. Kaufmann hat zwar mehr Lohengrin-Erfahrung, aber sichtlich keine Zeit.

 Keiner der Beiden wäre gut beraten, wegen Bayreuth (!) die geplanten Termine anzutasten.

W.B.

Alagna-Absage: Bayreuther Festspiele denken an Klage
Nach Roberto Alagnas Lohengrin-Absage sucht Bayreuth nicht nur einen neuen Tenor, sondern überlegt auch juristische Schritte
Münchner Merkur
Bayreuther Festspiele Roberto Alagna wirft den „Lohengrin“ hin
Münchner Abendzeitung
Bayreuth sucht einen neuen Lohengrin
Die Idee klang charmant – ein aufs italienische und französische Fach spezialisierter Tenor verkörpert Richard Wagners Lohengrin. Doch dreieinhalb Wochen vor der Eröffnung der Bayreuther Festspiele springt Roberto Alagna ab. Und nun?
Hamburger Abendblatt
Schwere Hypothek für Thielemanns großen Wagner-Festtag
Wenige Wochen vor der Premiere ist Bayreuth der Schwanenritter abhanden gekommen. Roberto Alagna mag nicht den Lohengrin singen
Die Presse

Auf Bayreuth ist Verlass, darüber gibt es immer zu berichten. Zwei Jahre lang ging es im Vorfeld eher konfliktbefreit zu, nun kommt aber ein Paukenschlag, der sich gewaschen hat. Die Festspiel-Lady giert nach Sensationen in der Besetzung, nur spielt es sich oft nicht so ab , wie es Katharina Wagner gerne hätte. Warum soll Herr Alagna für Frau Wagner den Kasperl machen und sich womöglich dafür von der Kritik zerreissen lassen? Freilich, professionell ist die Vorgangsweise von Herrn Alagna nicht. Eine angedrohte Klage ist ebenso lächerlich.

Ich bin gespannt, wie sie da rauskommt! Sicher mit einer „Hauslösung“!

Neu eingestellt in unsere Webseite:

DIE JUBILÄEN JULI 2018 SIND ONLINE!

Kristine CIESINSKI ist am 9.6.2018 im Grand Teton National Park tödlich verunglückt

Am Steuer dieses Segelflugzeugs, das sie hier stolz präsentiert, ist Kristine Ciesinski im Juni tödlich verunglückt.

Geboren am 5. Juli 1952 in Wilmington; sie studierte an der Boston University (School of Fine Arts) bis 1974 und erwarb dort ihr Diplom. 1977 nahm sie an einem Sommerkurs am Salzburger Mozarteum teil; sie war weiter Schülerin der amerikanischen Pädagogen Robert Todd Duncan, Margaret Harshaw und Michael Warren. 1977 gewann sie den internationalen Gesangwettbewerb von Genf und einen Concours in Salzburg, 1978 einen Wettbewerb der New Yorker Metropolitan Oper. 1979-81 war sie am Landestheater Salzburg verpflichtet, seit 1985 Mitglied des Stadttheaters von Bremen. Bei den Salzburger Festspielen sang sie 1980 die Isabella in der Oper »Karl V.« von Krenek in einer konzertanten Aufführung des Werks. In der Saison 1983-84 hatte sie große Erfolge als Titelheldin in der Richard Strauss-Oper »Salome», zuerst in Milwaukee, dann bei der Canadian Opera Company Toronto….

ZU DEN TODESFÄLLEN

GRAZ/ STYRIARTE 2018: LE CINESI von Chr. Willibald Gluck

30. Juni 2018, Helmut List Halle & Glücksgarten
Fest für Maria Theresia mit Glucks Oper

Copyright: Werner Kmetitsch/Styriarte

https://www.deropernfreund.de/graz-styriarte-6.html

Fragen Sie Eleonore Büning: Kann Musik krank machen – und wenn ja, welche?
Schlechte oder zu viel Musik gehört zum probaten Instrumentarium akustischer Kriegsführung – spätestens seit dem dreizehnten Jahrhundert vor Christus. Und auch die Liste der Musikerkrankheiten ist endlos.
Frankfurter Allgemeine

Candice Edmunds mit „Carmen“ an der Wuppertaler Oper: Diese Inszenierung ist ein großer Wurf
Ieva Prudnikovaite in der Titelrolle (Jens Großmann / Wuppertaler Bühnen)
In ihrem Operndebüt präsentiert die schottische Theatermacherin Candice Edmunds den Klassiker „Carmen“ in ungewohnter, begeisternder Klarheit – und beschert den Wuppertaler Bühnen damit einen glänzenden Spielzeit-Abschluss
DeutschlandfunkKultur

Festspiele St. Gallen: Zuweilen schläft sogar Maestro Puccini
Opernvergnügen unter freiem Himmel geniessen und dabei Trouvaillen entdecken: Die St. Galler Festspiele machen es Jahr für Jahr möglich. Diesmal haben sie sich mit Giacomo Puccinis Frühwerk «Edgar» allerdings eine harte Nuss vorgenommen
Neue Zürcher Zeitung
Puccinis wenig bekannte Oper „Edgar“: Hieronymus Bosch vor der Kathedrale St. Gallen
Vor einer einzigartigen Kulisse – der gewaltigen Barockfassade der St. Galler Stiftskirche – fand die Premiere von Puccinis selten gespieltem Frühwerk „Edgar“, die zweite Oper und dessen erstes Meisterwerk, statt. Es ist Tradition bei den jährlich im Sommer abgehaltenen St. Galler Festspielen, dass auf dem Platz vor der Kathedrale musikalische Raritäten präsentiert werden, doch selten passte eine Handlung besser zu diesem Schauplatz, geht es hier doch um die Provokation der lasziven Außenseiterin, Freidenkerin und Verführerin mit dem so plastischen Namen Tigrana.
Dr. Charles E. Ritterband berichtet von den St. Galler Festspielen.
https://klassik-begeistert.de/giacomo-puccini-edgar-theater-st-gallen/

BALLETT IM WIENER BURGTHEATER: „TCHAIKOVSKY: PRO ET CONTRA“. – umjubeltes Gastspiel des Eifman Ballet St. Petersburg im Burgtheater

 

Wie bereits im Vorjahr hat auch heuer wieder das berühmte Eifman Ballet St. Petersburg auf seiner aktuellen Tournee Station in Wien gemacht. Und wie im Vorjahr hat es wieder eine packende Persönlichkeitsstudie im Gepäck: war es letzthin das Ballett „Rodin“ über das Leben und Wirken des Bildhauers Auguste Rodin, so steht diesmal Peter Iljtsch Tschaikowsky im Mittelpunkt. Die Werke dieses Komponisten und seine schillernde wie tragische Persönlichkeit  begleiten über Jahrzehnte das kreative Schaffen von Boris Eifman. Nach seiner ersten „Tschaikovsky“-Choreografie von 1993 hat er nun durch seine weitere tiefe Auseinandersetzung mit der Person des Musikschaffenden eine Erweiterung und Überarbeitung des damaligen Werks vorgenommen (Uraufführung 2016 in St.Petersburg), das nun in drei Vorstellungen zu sehen war…

Zum Bericht von Ira Werbowsky

Bericht von der Präsentation der Seefestspiele Mörbisch online! Mariza-Premiere am 12.Juli

Peter Edelmann und Melanie Hollyday in unserer Online-Galerie. Foto: Herta Haider

Das Interview steht nun online!  Premiere der Gräfin Mariza ist am 12. Juli

DRINGEND VORMERKEN, EXTRA AN FUSSBALL-FREIEN TAGEN ANGESETZT!

Baden bei Wien, Schlosshotel Weikersdorf

 

Apropos Fußball-WM: Nun auch Spanien, Portugal, Argentinien out – ein Trost für Deutschland!

Die Spanier hatte ich als Top-Favorit auf meiner Rechnung – und nun sind sie ausgeschieden. Die Iberer hatten 75 % Ballbesitz, belagerten das russische Tor – aber im Fußball zählt Ballbesitz nichts – nur die erzielten Tore. Der russische Keeper Akimfejew wurde zum Held dieser Partie und wehrte zwei Elfmeter ab. Jener Akimfejew, den ein besonders sachkundiger österreichischer TV-Plauderwastl bei der vorhergegangenen WM als „Komiker im Fußballtor“ bezeichnet hat.

Ich halte mich nun mit Prognosen zurück, diese WM „hat es in sich“

Einen schönen Tag wünscht

A.C.

 

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