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2. JÄNNER 2020 – DONNERSTAG

02.01.2020 | Tageskommentar

Der Dirigent mit der Trompete: Andris Nelsons. Foto: Terry Linke/ Wiener Philharmoniker

Der Postillon-Galopp, op. 16/2, des Hans Christian Lumbye charakterisierte Maestro Andris Nelsons’ Tun bei seinem ersten Silvesterkonzert trefflich: Der Lette griff für die Postillon-Signale selbst zur Trompete, spielte das einleitende Solo noch von der Seite aus…

Nun denn: Der Wiener Walzer kommt Maestro Nelsons nicht nah. Da mochte der längst schon »eingewienerte« Volkhard Steude am Konzertmeisterpult noch so rackern, die Stimmführer sich gegenseitig mit Blicken abstimmen: Wenn die vom Dirigentenpult zu erfolgenden Signale — vor allem bei den Übergängen zwischen den Walzern — ausbleiben, gleichzeitig atypisch langsame Tempi gefordert werden, bleibt’s eine halberte G’schicht’…

http://www.dermerker.com/index.cfm?objectid=C1AC2670-2C97-11EA-975F005056A64872

Thomas Prochazka besuchte eigentlich das „Silvesterkonzert“ am letzten Tag des Jahres

Heinrich Schramm-Schiessl rezensiert das eigentliche Neujahrskonzert vom Sonntag, allerdings aus der Perspektive des TV-Zuschauers:

Um gleich zu Beginn jeden Irrtum auszuschliessen – ich mag Andris Nelsons. In der Oper erfüllen mich seine Dirigate immer mit großer Zufriedenheit und so habe ich mich gefreut, als er für das diesjährige Neujahrskonzert von den Wr. Philharmonikern eingeladen wurde. Vielleicht waren meine Erwartungen etwas zu groß, denn irgendwie war ich ein bisschen enttäuscht. Es wurde nämlich wieder einmal der Beweis erbracht, dass es nicht genügt, die Stücke der Strauss-Dynastie und jener Komponisten, die sonst noch Eingang ins Programm dieses Konzertes finden, präzise einzustudieren. Das ist nur die Grundvoraussetzung, dass es überhaupt funktioniert. Die Vollendung dieser kostbaren Musik – sie ist ein  gutes Beispiel, wie sich Kunst und Kommerz vereinen läßt – wird erst erreicht, wenn diese präzise Einstudierung mit entsprechender Leichtigkeit und – mir fällt leider kein anderes Wort ein – mit einem gewissen Schmunzeln umgesetzt wird.

Um es gleich auf den Punkt zu bringen: Es war ein solides Konzert, aber leider nicht mehr. Nelsons hat das Orchester sicher präzise einstudiert und die Phiharmoniker setzten das mit großer Disziplin auch um, aber es fehlte eben diese Leichtigkeit und das Schmunzeln. Dies fiel  besonders bei den Polkas auf…

Eine Enttäuschung auch die Dirigentenwahl für das nächstes Jahr. Man hatte es ja nach der Aussage von Vorstand Daniel Froschauer in einem Interview, es werde ein ganz berühmter Dirigent sein, der das Konzert schon dirigiert hat, befürchtet und wurde nun darin bestätigt. Es ist Riccardo Muti, der schon vor zwei Jahren mit Ausnahme einiger weniger Stücke nicht mehr wirklich glücklich machte. Es ist irgendwie – und man verzeihe mir die etwas drastische Formulierung – ein Griff in die historische Mottenkiste.
Zum Bericht von Heinrich Schramm-Schiessl

Neujahrskonzert 2020: Umjubeltes Debüt für Andris Nelsons
Drei Jubiläen, ein Debüt und viele Novitäten prägten das Konzert der Wiener Philharmoniker.
Kurier

Neujahrskonzert: Gemessene Glücksgrüße
Andris Nelsons leitete das TV-Ereignis respektabel, 2021 übernimmt Riccardo Muti.
Wiener Zeitung

Wiener Neujahrskonzert mit Andris Nelsons
https://www.welt.de/newsticker/dpa_nt/infoline_nt/boulevard_nt/article

Riccardo Muti wird das Wiener Neujahrskonzert 2021 dirigieren
Italienischer Maestro leitete die Philharmoniker bereits mehr als 500 Mal, darunter fünfmal am Neujahrstag.
Wiener Zeitung

Unseren täglichen Beethoven gib uns heute
Wiener Zeitung

Beethoven 2020: Er war (auch) Superstar und Revolutionär
2020 wird der 250. Geburtstag des Komponisten gefeiert. Insbesondere in Wien, wo Ludwig van Beethoven zu einem der bis heute beliebtesten Musiker wurde.
Kurier

Wien/ Staatsoper
Ein zweifaches Fest in der Musikhauptstadt der Welt- Die „Silvester-Fledermaus“
An diesem beginnenden Abend um 17 Uhr trafen sich „die Merker“ im Teesalon der Wiener Staatsoper, um den 80. Geburtstag von Frau Dr. Sieglinde Pfabigan, der Chefin und Mutter der Zeitschrift „Der neue Merker“, würdig zu feiern…
…. Zu „Überraschungsgast Jonas Kaufmann:  Was uns gefallen hat: Er wählte zwei Juwele aus der Operettenwelt aus, bei dem zweiten lud er Rosalinde als Duettpartnerin ein. Zum Abschluss wagte er sich sympathisch an ein Wiener Lied.
Lothar und Sylvia Schweitzer berichten aus der Wiener Staatsoper
Klassik-begeistert

Die Rezensenten berichten von einem „Salon Olga“ in Wien-Döbling, der mir bislang noch nicht bekannt war. Leicht hat man es Opern-Ausübender in Wien nicht, wenn sich die Experten unmittelbar nach der Vorstellung treffen, um Gericht zu halten.

Petrenko goes Broadway in Berlin… mit Tschindarassa ins Neue Jahr….
Die allererste Wahl sind die Komponisten Sondheim, Arlen und Waxmann nicht. Es muss, speziell an einem solchen Datum, nicht unbedingt der Kosmos einer Mahler-Symphonie oder ein Werk der Wiener Klassik sein, so viel Tschindarassa aber vielleicht auch nicht. Möglicherweise ist gerade das aber passend für eine Stadt, die alljährlich zu Silvester in ihren Straßen den Ausbruch des Dritten Weltkriegs simuliert. Es ist schon beinahe eine Tradition bei Spitzenorchestern, die traditionellen Silvester-bzw. Neujahrskonzerte mit ungewöhnlichem Repertoire zu bestreiten. Die Wiener Philharmoniker sind durch ihre Tradition auf die Strauss-Dynastie und deren musikalische Satelliten festgelegt. Die Staatskapelle Dresden setzt seit einer Weile auf halbszenische Operetten-Verschnitte. Bei den Berliner Philharmonikern variieren die Programme.
Peter Sommeregger berichtet aus der Philharmonie Berlin.
Klassik-begeistert

LADY IN PINK“ – BEIM BERLINER SYLVESTERKONZERT

Foto: Instagram

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ZUM DAMRAU-KURZSTREAM – ANKÜNDIGUNG UND SYLVESTERWÜNSCHE

Duisburg: Deutsche Oper am Rhein: „Champagner-Oper“ an Silvester
rp-online

JONAS KAUFMANN-TRAILER ZUM JAHRESWECHSEL

 

 

ZUM INSTAGRAM/ VIDEO

 

UND WER TAUCHT IN NEW YORK BEI PETER GELB AUF? WILL ANGELA GHEORGHIU AUCH EINE „DREIER-GALA“?

ZU INSTAGRAM

Angela Gheorghiu besuchter dieser Tage die Met.

Peter Gelb soll wissen, dass auch sie noch „am Markt“ ist!

GESAMTE OPERN IM RUNDFUNK 2. – 8. JÄNNER 2020

 

2.1. OTELLO (aus Wien, Aufnahme v. 20.6.2019) BBC 3-15 Uhr
SUSANNA (aus Halle, Aufnahme v. 14.6.2019) RAI 3-20.30 Uhr
4.1. DER ROSENKAVALIER (live aus New York) BBC 3-18 Uhr
DER ROSENKAVALIER (Live zeitvers, New York) Bayern 4, Deutschlandradio- 18.59 Uhr
HALKA (aus Wien, Aufnahme v. 15.12.2019) Radio 4Hilversum-19 Uhr
DER ROSENKAVALIER (Live zeitvers. aus New York) ORF Ö1-19.30 Uhr
L’ITALIANA IN ALGERI (aus Venedif, Aufnahme v. 2.3.2019) RAI 3-20 Uhr
LES CONTES D‘HOFFMANN (aus Brüssel, Aufnahme v. 2.1.) VRT Klara-20 Uhr
DER ROSENKAVALIER (Live zeitvers. aus New York) France Musique-20 Uhr
DON PASQUALE /aus London, Aufnahme v. 2.11.) HR 2-20.04 Uhr
5.1. LA LEGGI FONDAMENTALE (aus Florenz, Aufnahme v. 25.5.2018) RAI 3-22.30 Uhr

Erl: Müll-Apokalypse ohne Grapscher: „Rusalka“ bei den Tiroler Festspielen
Neue Musikzeitung/nmz.de

London: Tara Erraught sings Loewe, Mahler and Hamilton Harty at Wigmore Hall
http://www.operatoday.com/content/2019/12/tara_erraught_s.php

Tara Erraught war in ihrer Münchner Zeit der erklärte Liebling unserer mittlerweile verstorbenen Redakteurin Dorothea Zweipfennig. Als es bei der Wiener Cenerentola-Premiere nicht so ganz geklappt hat, kämpfte „Doro“ mit Klauen und Zähnen für ihre Favoritin. Sogar nach Glyndebourne ist sie ihr nachgefahren. Dann hat sie einmal geradezu liebevoll „mein Pummelchen“ geschrieben. Daraufhin trat der Freund (oder war es bloß ein Fan?) der Sängerin auf den Plan, beschimpfte die Redakteurin unflätigst und riet ihr, selbst in den Spiegel zu schauen. Das hat Doro Zweipfennig damals schwer getroffen, sie hat sich bei mir ausgeweint!

Filme der Woche

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Judy Garland. Ehrlich – wer erinnert sich noch an sie? Gelegentlich läuft im Fernsehen „Der Zauberer von Oz“, der unsterbliche Klassiker, dann sieht man, wie ein kleines Mädchen mit Zöpfen mit unglaublicher Power auf der Leinwand singt und hüpft und tanzt. Man hat auch noch im Hinterkopf, dass Judy Garland „von der Filmindustrie zugrunde gerichtet wurde“. Ist sie deshalb wirklich eine Legende?

Im Film wird sie nun als solche angerichtet. Wobei die Geschichte der alternden Frau (tatsächlich war sie erst 47, als sie starb, ein versehentlicher Selbstmord wohl, aber sie sah damals uralt und gebeugt aus) immer wieder quer geschnitten wird mit jener des Kindes Judy. Das unter brutalsten Bedingungen und mit Psychoterror von den MGM-Bossen zum Kinderstar gedrillt wurde. Schön sei sie nicht, sagt Studioboß Louis B. Mayer (verabscheuungswürdig: Richard Cordery) zu ihr (Darci Shaw spielt das Kind Judy ergreifend), aber sie hat etwas Besonderes: „Du hast diese Stimme.“ Nein, sie ist nicht so süß wie Shirley Temple, aber mal sehen, was sie erreichen kann… Und die Frage schwebt in der Luft, ob der alte Produzent das kleine Mädchen auch missbraucht hat…

Österreich: „Das Beste aus beiden Welten“: ÖVP und Grüne fixieren Regierung
Kurz und Kogler verkündeten zu Neujahr die Einigung. Am Donnerstag wollen sie dann ihre Pläne für die kommenden fünf Jahre präsentieren.
Tiroler Tageszeitung

Nun gehen wir gloriosen Zeiten entgegen. Ganz ehrlich, ich bin begeistert – weil vorher wäre ohnedies keine Ruhe gewesen. Die Agenden von Kunst und Kultur sind bei den Grünen angesiedelt – und dort in besten Händen. Statt Kritik und Wehklagen werden wir nun begeisterten Applaus und Lobhuldigungen hören. Na ja – und irgendwann wird es unserer Presse auch gelingen, ihre Traumkonstellation der Regierung herbeizuschreiben. Um zu erkennen, dass die jetzige Zusammensetzung nicht das engültige Ziel sein kann, braucht man kein „Durchblicker“ sein!

Ich wünsche einen schönen Tag und dem Kanzler gute Nerven!

A.C.

 

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