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2. FEBRUAR 2021 – Dienstag

02.02.2021 | Tageskommentar

Die Wiener Staatsoper ändert ihr Programm, „Corona“ zwingt sie dazu

Eigentlich habe ich bereits Sonntag abends gewusst, dass der „Figaro am Montag nicht stattfinden wird – ich habe aber nicht gewusst, warum das so sein wird. In so einer Situation kann ich natürlich nicht mit einer Meldung vorpreschen, die Gefahr einer Falschmeldung ist zu groß. Also musste ich auf eine offizielle Bestätigung warten – und diese kam erst in den Mittagsstunden.

Wie geht es nun weiter:

Um sicherzustellen, dass es zu keiner weiteren Ausbreitung kommen kann, unterbricht das Haus am Ring, nicht zum ersten Mal in dieser außergewöhnlichen Spielzeit, kurzzeitig den Probenprozess für Carmen. Dieser wird entsprechend den Regeln des sich seit Juli bewährenden Präventionskonzeptes zum frühest möglichen Zeitpunkt wieder aufgenommen. Auch der Aufzeichnungstermin von Le nozze di Figaro wird dadurch auf einen späteren Zeitpunkt verschoben.

Die neuen Ausstrahlungstermine werden in Absprache mit dem ORF gesondert bekannt gegeben.

NEU:

Der Figaro wird am Donnerstag aufgezeichnet nicht gestreamt und am 7.2. statt der Carmen im ORF gezeigt.

Auch diese Info erfolgt ohne Gewähr. Wir fischen derzeit im Trüben. Als Trost verbleibt, dass wir nicht die einzigen sind, die man dumm sterben lässt. Anderseits, wer weiß derzeit wirklich mehr? Es ist eine verrückte Zeit.

Corona: Wiener Staatsoper muss „Carmen“-Premiere und „Nozze“ verschieben
Fälle im Haus machen Verschiebungen der Aufzeichnungen nötig.
Kurier

Covid-Fälle an der Staatsoper
Aufzeichnung von „Figaro“ und „Carmen“ verschoben.
Wiener Zeitung

Keine Rede von Publikumsöffnung an den Theatern.

Die Theater bleiben zu, Die „Kulturverliebten“ fanden keine Gnade . Die Staatssekretärin ist zum „Krenreiben“, aber das habe ich von Anfang an gesagt. Und ihr eigentlich zuständiger Chef, der Vizekanzler? Über den möchte ich mich gar nicht äußern! Und dessen Chef? Ein großer Theaterfreund?

Derweil streamt die Staatsoper munter drauf los:

Auf play.wiener-staatsoper.at präsentiert die Wiener Staatsoper auch in den nächsten Tagen Aufnahmen aus ihrem umfangreichen Online-Archiv:

Jakob Feyferlik und Alice Firenze in »Peer Gynt« © Wiener Staatsballett / Ashley Taylor

Das Wiener Staatsballett ist am heutigen  Dienstag, 2. Februar 2020 mit Peer Gynt in der Choreographie von Edward Clug zu erleben – in der Aufzeichnung vom Dezember 2018 tanzen u. a. Jakob Feyferlik, Alice Firenze und Eno Peci.

Mozarts Idomeneo wird in dieser Woche zwei mal gestreamt, aufgezeichnet bei der Premierenserie der Produktion von Kasper Holten im Oktober 2014. Es singen u. a. Michael Schade, Margarita Gritskova, Maria Bengtsson und Chen Reiss, es dirigiert Christoph Eschenbach.

Auch eine Tosca-Aufführung aus dem Jahr 2019 wird gezeigt: Unter der musikalischen Leitung von Marco Armiliato sind u. a. Evgenia Muraveva, Joseph Calleja und Bryn Terfel zu erleben.

Am 6. Februar folgt Debussys Pelléas et Mélisande vom Juni 2017, u. a. mit Adrian Eröd, Olga Bezsmertna, Simon Keenlyside, Maria Nazarova, Franz-Josef Selig und Bernarda Fink; Dirigent: Alain Altinoglu.

Alle unten angeführten Streams sind in Österreich wie auch international kostenlos auf der Webseite play.wiener-staatsoper.at verfügbar. Beginn ist jeweils um 19.00 Uhr, die Übertragungen sind 24 Stunden lang abzurufen.

Das Programm bis einschließlich 6. Februar 2021:

Dienstag, 2. Februar 2021, 19.00 Uhr
Edvard Grieg
PEER GYNT (Vorstellung vom 4. Dezember 2018)
Musikalische Leitung: Simon Hewett
Choreographie: Edward Clug
Mit u.a.: Jakob Feyferlik, Alice Firenze, Eno Peci, Zsolt Török, SolistInnen, Corps de ballet des Wiener Staatsballetts

Mittwoch, 3. Februar 2021, 19.00 Uhr
Wolfgang Amadeus Mozart
IDOMENEO (Vorstellung vom 14. Oktober 2014)
Dramma per musica in drei Akten
Musikalische Leitung: Christoph Eschenbach
Inszenierung: Kasper Holten
Mit u.a.: Michael Schade, Margarita Gritskova, Maria Bengtsson, Chen Reiss

Mehr darüber in unseren „Infos des Tages“

Salzburger Mozartwoche – ein teurer Spaß

Auszug aus unserem Forum:

Die sogenannte „positive Bilanz trotz Corona“ wir überall verkündet. Schön, dass die technischen Möglichkeiten zur Verfügung standen, um wenigstens einen Teil des Programms verwirklichen zu können. Dennoch, wäre Ehrlicheit ganz besonders angesagt.

Der künstliche Hype um die „sensationelle Entdeckung“ und „Uraufführung“ von 94 Sekunden Mozart schadet dem Ruf des Mozarteums und der Mozartwoche.
Liest man die Geschichte um das Blatt, dann ist die Novität schon mal nicht gegeben,. Mehrere Auktionen haben das Blatt längst öffentlich bekannt gemacht und dass das Stück nie gespielt worden ist, glaubt doch niemand. Ja, auf CD und im Fernsehen war es noch nicht zu hören, aber ganz bestimmt haben frühere Eigentümer das Blatt nicht nur angschaut…

Die Mozartwoche hat einen 7-stelligen finanziellen Verlust eingefahren. Das ist bei einem einwöchigen Festival, das die stattgefundenen Konzerte über den ORF und andere Medien vermarkten konnte, ganz schön üppig. Hier ist ein kritischer Blick der Aufsichtsbehörden unerlässlich.

Bliebe man bei den blanken Tatsachen, wäre das Gebotene und der Mut immer noch bewundernswert, doch wer zu viel trommelt, übertönt die feinen Töne... („Lohengrin2“)

Berlin
Bleibt der Vorhang in Berlin auf unbestimmte Zeit geschlossen?
Der Kultursenat erwägt eine Verlängerung der Berliner Bühnen bis zum Sommer. Das ist nicht angemessen und richtet unendlichen Schaden an, meint Gunnar Schupelius.
https://www.bz-berlin.de/berlin/kolumne/bleibt-der-vorhang-in-berlin-auf-unbestimmte-zeit-geschlossen

Bayreuther Festspiele: Ein Haus voll Zukunftsmusik
Messen und Konzerte werden reihenweise abgesagt, doch die Bayreuther Festspiele sollen in diesem Jahr stattfinden – koste es, was es wolle.
http://www.abendzeitung-muenchen.de/kultur/musik/bayreuther-festspiele-ein-haus-voll-zukunftsmusik-art-702804

Vor 125 Jahren: Giacomo Puccinis „La Bohème“ uraufgeführt Der Einbruch der Realität in die Oper
Giacomo Puccinis „La Bohème“ – eine der meistgespielten Opern aller Zeiten – rührt weiterhin zu Tränen. Ganz anders bei der Uraufführung am 1. Februar 1896: ein krachender Misserfolg. Musik und zumal der Stoff – die bitter-süße Liebe des Dichters Rodolfo und der Näherin Mimi – galten als empörend vulgä
DeutschlandfunkKultur.de

Deutsche Oper Berlin: Im Gedenken an Kevin McCutcheon

 

Kevin McCutcheon

Kein großes Opernhaus kommt ohne jemanden wie ihn aus: Der 1955 in Johnstown/Pennsylvania geborene Kevin McCutcheon war ein Künstler, der mit seiner Vielseitigkeit und universellen Musikalität das Klang-Erscheinungsbild der Deutschen Oper Berlin in den vergangenen dreieinhalb Jahrzehnten nachhaltiger geprägt hat als viele ungleich prominentere Solisten oder Dirigenten. Gerade mal 30 Jahre alt war der Pianist, Dirigent und Komponist, als er nach dem Studium und Karrierebeginn an der Philadelphia Opera ins damalige Westberlin kam und sich mit einem Dirigat von Mozarts COSI FAN TUTTE an der Bismarckstraße vorstellte. Wie für viele andere US-amerikanische Musiker war die Mauerstadt mit ihrem weltberühmten Musikleben auch für McCutcheon der Ort, an dem Träume wahr werden konnten: Für McCutcheon bedeutete das nicht nur eine Anstellung an der Deutschen Oper Berlin in der gerade glanzvoll begonnenen Ära von Götz Friedrich, sondern auch die Möglichkeit, seine viel umfassendere Leidenschaft für Musik auszuleben. Und genau das tat er mit unermüdlicher Energie und Neugier…

Größe der Deutschen Oper: US-Dirigent Kevin McCutcheon stirbt an Covid-19
Tagesspiegel

Ladas Klassikwelt 64: Unter dem Schwanenmond
Ich habe bereits einige meiner Bayreuther Lieder bei klassik-begeistert.de veröffentlicht; mit Ausnahme des ersten. Das hängt mit einem Liebeskummer zusammen, den ich während meines ersten Aufenthalts in Bayreuth erlebte. Richard Wagners Musik heilte mich davon. Als ich nach Krakau zurückkehrte, schrieb ich darüber ein Lied, dessen Text Joachim Neander ins Deutsche übersetzte. Aus dem Liedertitel kann man sofort erkennen, welche Oper mir als „Medizin“ diente.
von Jolanta Łada-Zielke
Klassik-begeistert.de

AUF INSTAGRAM

Piotr Beczala in seiner polnischen Heimat

ZU INSTAGRAM mit drei Videos

——–

Salzburger Mozartwoche: Finalkonzert: Daniel Barenboim, Cecilia Bartoli, Rolando Villazon

ZU INSTAGRAM

 

Rene Pape: Here’s is an excerpt from AMA MAE (Love Breaks) – Musical Short Film based on motives by Antonín Dvořáks Biblical Song “Lord my shield, my refuge and hope art thou“.

ZU INSTAGRAM mit Video

 

Betrifft: Lugano/ Einbeziehung des Publikums als Statisten

Die Idee, das Publikum als Teil einer Produktion (unentgeltlich!) zu engagieren, ist nicht neu. Die hatte schon 2018 Graham Vick in Macerata, das Ergebnis kann man heute noch begutachten:

 

https://operavision.eu/de/bibliothek/auffuehrungen/opern/magic-flute-macerata-opera-festival

Eine komplette „Zauberflöte“ (gefunden von Chiara Gerini)

Klassik am Bildschirm: Festspielzeiten für den Videostream
Die Schließung von Opern- und Konzerthäusern hat den audiovisuellen Klassik-Streamingplattformen zahlreiche neue Abonnenten beschert. Ein Überblick
Der Standard

Bitte nicht übertreiben. Jede Übertreibung schadet, auf das richtige Quantum kommt es an!

Buchbesprechung

Rainer Wieland (Hsg.)
„STAND SPÄT AUF, LEGTE MICH DANN ABER WIEDER HIN“
DURCH DAS JAHR MIT DEM BUCH DER TAGEBÜCHER
697 Seiten, Piper Verlag, 2020

 

Es gibt gerade in der deutschen Literatur legendäre Tagebuchschreiber, die einen Großteil ihres Lebens hindurch gewissenhaft täglich Aufzeichnungen machten und deren „nicht literarisches“ Werk heute in vielen Bänden vorliegt – Thomas Mann oder Arthur Schnitzler sind solche Beispiele, und viele andere mehr.

Die Faszination der Tagebücher ist unumstritten, sowohl für jene, die sie führen, wie für jene, die sie geradezu begierig lesen. Tatsache ist, dass die Schreiber im Allgemeinen vom Faktischen ausgehen und zum Grundsätzlichen kommen. Die Betrachtung des eigenen Lebens (oder das minutiöse Verfolgen eines fremden Lebens durch den Leser) kann geradezu süchtig machen.

Nun ist die Zahl der prominenten Tagebuchschreiber schier unübersichtlich, und man versteht den Versuch von Herausgeber Rainer Wieland, dessen Spezialität Anthologien sind (und der sich schon vor zehn Jahren mit der Materie befasst hat), sich dem Thema in seiner ganzen Fülle zu nähern. Die Frage ist nur – wie? Die Möglichkeiten der Zugänge wären grenzenlos…

Zur Buchbesprechung von Renate Wagner

Aktuelles aus der „Neuen Zürcher Zeitung“

Chinesische Polizei stellt 3000 gefälschte Vakzin-Dosen sicher: Bei den Polizeiaktionen in Peking, Schanghai und in der östlichen Provinz Shandong seien 80 Personen verhaftet worden, die mit Salzlösung gefüllte Spritzen als Corona-Impfstoff verkaufen wollten, berichtet die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua. Zu den neusten Entwicklungen weltweit

Die Polizei in Singapur nutzt Tracing-Apps für die Verbrecherjagd: Im Stadtstaat Singapur funktioniert die digitale Nachverfolgung von Corona-Fällen mit verschiedenen Technologien recht gut. Doch das hat einen Nebeneffekt: Entgegen anfänglichen Beteuerungen der Regierung werden die Daten auch für polizeiliche Ermittlungen genutzt. Zum Bericht

Jetzt Live: Handel und Schulen öffnen, „Reintesten“ für Besuch bei Friseur und Co
Wie geht es ab 8. Februar weiter? Der Handel öffnet mit verschärften Regeln, Volksschulen gehen in Vollbetrieb, andere Schulstufen sollen wieder Schichtbetrieb aufnehmen – inklusiver regelmäßiger Tests. Bei den privaten Treffen gibt es eine minimale Lockerung. Mit Livestream.
Die Presse

Der Friseur sieht mich nun lange nicht, auch meine Frau lässt sich eine Mähne wachsen. Als ich sie vor 53 Jahren kennengernt habe, reichten ihre Haare bis unters Knie – das hat mich angeturnt (sie hatte die Haare zu einem seltsamen Gebilde hochgebunden). Zurück in die Jugendzeiten also! Wir sind doch nicht verrückt, uns für einen Friseurbesuch testen zu lassen

Grieskirchen/OÖ
Schuldirektor bei Corona-Demo: „Zum Wohl der Schüler gehandelt“
Ein Volksschuldirektor aus dem Bezirk Grieskirchen war einer von 10.000 Demonstranten, die in Wien gegen die Corona-Maßnahmen auftraten. Durch ein Video, auf dem der Lehrer erkannt wurde, kam die Thematik ins Rollen. Auch in der Schule soll der Lehrer keine Maske tragen – mittlerweile wurde der Direktor dienstfrei gestellt.
https://www.tips.at/nachrichten/grieskirchen/land-leute/526229-schuldirektor

Wie schön, dass Österreich ein so herrlich freies Land ist, in dem man seine Meinung nicht nur haben, sondern sogar äußern darf!

Jetzt halte auch ich meinen Mund (sonst steht der Nehammer oder seine Mannschaft vor der Türe) und wünsche einen schönen Tag!

A.C.

 

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