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2. FEBRUAR 2020

02.02.2020 | Tageskommentar

»Fidelio« (Fassung von 1805): Katrin Röver als »Leonore — die Schauspielerin« im »Regiekonzept« der Amélie Niermeyer © Wiener Staatsoper GmbH/Michael Pöhn
Wiener Staatsoper: Diese „Fidelio-Premiere ging ziemlich daneben. Katrin Röver als Schauspielerin der Leonoren-Rolle. Foto: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

Heinrich Schramm-Schiessl eröffnet seine Rezension wie folgt:

„Fidelio“ gilt als das „Schmerzenswerk“ von Beethoven. Lange hat er darum gerungen bis ihm eine erfolgreiche Version gelungen ist. Die erste Version hatte im Jahr 1805 ihre Uraufführung und war ein Misserfolg. Bereits 1806 legte er eine neue Fassung, diesmal unter dem Titel „Leonore“, vor und auch diese brachte nicht den gewünschten Erfolg. Erst 1814 wurde jene Fsassung erstmals aufgeführt, die schließlich zu einem Standardwerk in den Spielplänen aller Opernhäuser wurde.

Aus Anlass des Beethoven-Jahres hat man sich in der Staatsoper nun entschlossen, die Urfassung von 1805 der im Repertoire befindlichen Fassung von 1814 gegenüber zu stellen…

Man hat dieser Premiere ja schon mit einem gewissen Unbehagen entgegen gesehen. Einerseits durch den Umstand, dass die Regisseurin Amélie Niermeyer in dieser Saison in Wien bereits zwei Produktionen in den Sand gesetzt hat, nämlich die Wellness/Badezimmer-„Rusalka“ im Theater an der Wien und den schrecklichen „Kirschgarten“ in der Josefstadt und andererseits durch die Informationen, die man im Vorfeld hören und lesen konnte. Frau Niermeyer hat natürlich ganz tief in die Mottenkiste des Regietheaters gegriffen, wie z.B., die szenische Ausdeutung eines Teiles der Ouvertüre oder die Verdoppelung der Figur der Leonore, sowie der Verlegung der Handlung in unsere Zeit oder, wie es kryptiscgh im Programmheft heißt, in eine „unmittelbare mögliche Zukunft“…

…Am Ende gab es verhaltenen Jubel für die Sänger und den Dirigenten und ein verdientes einhelliges Buhkonzert von zuletzt selten gehörter Heftigkeit für das Regieteam.

Zum Schluß sei mir noch eine Bemerkung zum Programmheft erlaubt. Wie schon im Theater an der Wien bei „Halka“ steht auch hier bei der Inhaltsangabe nicht die Handlung laut Libretto sondern das, was dem Regisseur/der Regisseurin dazu eingefallen ist.

Zum Bericht von Heinrich Schramm-Schiessl

Thomas Prochazka greift mit seiner Wertung auf www.dermerker.com wenig überraschend eine Note tiefer

»Fidelio« (Fassung von 1805): Marzelline (Chen Reiss) sucht sich der Zudringlichkeiten Jaquinos (Jörg Schneider) zu erwehren. © Wiener Staatsoper GmbH/Michael Pöhn)
Jaquino (Jörg Schneider) wird Marzelline (Chen Reiss) gegenüber zudringlich. Foto: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

Amélie Niermeyer scheiterte an der Aufgabe, uns, dem Publikum, Beethovens erste Fassung des Fidelio vorzustellen. Ich kann nicht einmal feststellen, daß Niermeyer grandios scheiterte. Sie scheiterte kläglich: Ist doch die Idee der Verdopplung der Figur der Leonore ebenso hanebüchen wie jene, die originalen Dialoge durch neue, vorgeblich zeitgemäße und gesellschaftspolitische, von Moritz Rinke ersetzen zu lassen. Dessen Texte fügten sich nicht in die Handlung, sodaß die einzelnen Musiknummern für sich allein standen. Fidelio als Pasticcio.

In schlechtester Regie-Theater-Tradition bebilderte Niermeyer bereits die Ouverture. Später wurde auf der Bühne herumgestoßen und -geschubst, daß es eine Freude war. Oft mußten die Sänger Aktionen ausführen, welche dem gesungenen Text entgegengesetzt waren. Während sich Rocco und Leonore z.B. mühten, ein in den Boden eingelassenes Eisengitter mit einer Brechstange auszuhebeln, hatten sie »Nur hurtig fort, nur frisch gegraben« zu singen!..

Dieser Abend, nehmt nur alles in allem: eine Zumutung.

 http://www.dermerker.com/index.cfm?objectid=945A3660-4292-11EA-A652005056A64872

….. und Frau Niermeyer bildet in Salzburg Inszenatoren -Nachwuchs aus

Der „Dialoge-Umschreiber“ kannte „Fidelio“ vor seiner Beauftragung überhaupt nicht – ein Opern-Novize eben. Das muss grundsätzlich nicht schlecht sein. Im konkreten Fall hat es aber auch nicht geholfen!
Moritz Rinke: „Operntexte sind ja oft etwas schlicht – besonders im Fall Beethoven“
Der Dramatiker Moritz Rinke hat das Libretto zu Beethovens Oper „Leonore“ neu bearbeitet. Im Interview verrät er, was man aus diesem 200 Jahre alten Werk über das Schicksal Deniz Yücels und anderer Gefangener Erdogans lernen kann.
Die Welt.de

Besetzungsänderung in „Rusalka“ heute an der Wiener Staatsoper

Sofia Soloviy singt am heutigen Sonntag, 2. Februar 2020 die Titelpartie in „Rusalka“ anstelle der erkrankten Olga Bezsmertna.

MÜNCHEN: FOTOS UNMITTELBAR NACH DER „JUDITH“-PREMIERE


Foto: Facebook / Wilfried Hösl

Wir erwarten auch Eigenberichte, aber zuerst steht eine recht wohlwollende BR-Kritik zur Verfügung

Schüsse statt Erlösung: „Judith“ an der Bayerischen Staatsoper
Béla Bartóks Konzert von 1944 und seine Oper „Herzog Blaubarts Burg“ im Doppelpack als feministischer Krimi: Regisseurin Katie Mitchell hatte sich einen 100-minütigen Thriller vorgenommen, was musikalisch aufgeht, aber zu wenig ambitioniert bleibt.
https://www.br.de/nachrichten/kultur/schuesse-statt-erloesung-judith-an-der-bayerischen-staatsoper,RpGe3GP

Augsburg/ Martini-Park: DER KONSUL von Gianarlo Menotti. Premiere am 1.2.2020


Susanne Simenec (Anna Gomez), László Papp (Herr Kofner), Elene Khonelidze (Eine ausländische Frau), Sally du Randt (Magda Sorel), A-Reum Lee (Vera Boronel), Natalya Boeva (Die Sekretärin)  –  Foto: Jan-Pieter Fuhr

Zum Premierenbericht von Werner P. Seiferth

Linz: „DIE SPINNEN, DIE RÖMER (A Funny Thing Happened on the Way to the Forum)“ – Premiere am Musiktheater des Landestheaters, Großer Saal, 01. 02.


Toll trieben es die alten Römer. Das Linzer Musical-Ensemble kann das aber auch!. Foto: Reinhard Winkler

Petra und Helmut Huber berichten von der Linzer Musical-Premiere: „Vaudeville“, ein Begriff unklarer Herkunft, war die Bezeichnung für sowas wie einen Schlager im Frankreich des 16. Jahrhunderts, später für populäre Bühnenunterhaltung. In dieser Bedeutung übersiedelte er in die USA, wo Vaudeville-Theater dann um 1900 extrem verbreitet waren. Bespielt wurden sie vor allem von Darstellern osteuropäisch-jüdischer und italienischer Herkunft. Eine schöne filmische Rekonstruktion solch einer show findet sich in Francis Ford Coppolas „Pate II“, mit Vito Corleone und Genco Abbandando im Publikum…

…Jubel und Begeisterung für eine erstklassig präsentierte, grandios verrückte und respektlose Bühnenshow. Aber es bleibt die bange Frage, ob so etwas heute überhaupt noch geschrieben werden dürfte? Oder haben nicht längst junge, natürlich nur das Beste im Sinn führende Frauen die üble Rolle des weißen alten engstirnigen Mannes Will H. Hays übernommen?

Zum Premierenbericht von Petra und Helmut Huber

Opernfragment im Musiktheater Linz: „Sardanapalo“ von Franz Liszt (Vorstellung: 31. 1. 2020)

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Gemälde „Sardanapalo“ von Eugène Delacroix als Bühnenbild in der BlackBox-Lounge (Foto: Musiktheater Linz)

Am 31. 1. 2020 fand in der BlackBox-Lounge des Musiktheaters Linz die zweite Produktion dieser Saison der vor einigen Jahren neuentwickelten Reihe „Oper am Klavier“ statt. Dieses Mal handelte es sich um ein Fragment in einem Akt von Franz Liszt: „Sardanapalo“ nach Lord Byrons gleichnamiger Tragödie…

Zum Bericht von Udo Pacolt

OPER FRANKFURT: HEUTE PREMIERE „LA GAZETTA  im Bockenheimer Depot

Bildergebnis für oper frankfurt La gazzetta
Foto: Barbara Aumüller

Berlin/ Deutsche Oper: Heute in der Deutschen Oper; Les Huguenots
https://deutscheoperberlin.de/de_DE/calendar/les-huguenots.15845744

Deutsche Oper: „Der Prophet“ am 23.2.
https://deutscheoperberlin.de/de_DE/calendar/le-prophete.15845674

München: „Brugs Meinung“
Wenig Anna, viel Schlechtes: die Münchner Netrebko-„Turandot“ als interessantes „Rollendebüt“ in ungenügendem Umfeld
http://klassiker.welt.de/2020/02/01/wenig-anna-viel-schlechtes

Metropolitan Opera: DER ROSENKAVALIER Make up change Groissböck

ZUM VIDEO

Semperopernball – und keine Ruhe!

Nein, der Eyvazov und die Armenierin interessieren in diesem Zusammenhang „kein Schwein mehr“. Der Herr Frey hat bereits die nächste, weit größere Baustelle aufgemacht. Er hat den ägyptischen Machthaber eingeldaden, um den einen Orden umzuhäbgen (da Fasching ist, wohl ein Faschingsorden. Und der Herr Machthaber al Sisi hat offenbar daheim  nichts zu tun und kommt wirklich.

Der Groll der Protestierenden richtet sich gegen den TV-Sender und dessen Moderatorenteam, weil die das Spektakel aussenden!  Auch die Semperoper kann nichts dafür, die hat sich Herrn Frey  – was den Ball betrifft – völlig ausgeliefert. Veranstalter ist nämlich der umtriebige Kulturmanager, der weiß, dass in Ägypten ein weiteres Opernhaus entstehen soll und dort Geschäfte zu machen sind. Die Semperoper ist lediglich Vermieter und hat sich nicht einzumischen!

Stellungnahme des MDR zu Mareile Höppners Absage der Semperopernball-Moderation

Mareile Höppner hat uns mitgeteilt, dass sie in den vergangenen Tagen einen unerträglichen Grad an Hass bis hin zu Bedrohungen erleben musste. Sie wird daher den diesjährigen Semperopernball nicht moderieren. Dies hat sie dem Veranstalter, dem Semperopernballverein, bereits mitgeteilt. Wir als MDR sind erschüttert über das Ausmaß der Verrohung. Nichts rechtfertigt auch nur im Geringsten eine solche Hetze.

Die TV-Sender müssen also mit Herrn Frey reden. Das Argument, künftig aus dem Vertrag auszusteigen, könnte auch Herrn Frey erschüttern! Aber den wirft so bald nichts um!

Probleme un den Ball hat auch Richard Lugner: Der ist im Lindsey-Pech. Zuerst mir der Lohan, nun mit der Vonn!
Lindsey Vonn sagte Opernball-Besuch mit Lugner ab.  Wen wird er nun nehmen? Philippa Strache? Die würde vermutlich kommen, wenn H.C. mitkommen dürfte. Wetten, dass sich die Kamera-Leute vor der Lugner-Loge drängen würden? Das allein kann nur der Sinn von Lugners alljährlichen Aktionen sein! Und es gibt ein Sprichwort: „Ist der Ruf einmal ruiniert, lebt sichs besser ungeniert“!

Wien/ Akademietheater
Erste Fotos aus Elfriede Jelineks Stück zur Ibiza-Affäre
„Schwarzwasser“ kommt am 6. Februar im Akademietheater zur Uraufführung.
Kurier

Regisseur Robert Borgmann: „Ibiza ist die ultimative Obszönität“
Mit der Uraufführung von Jelineks „Schwarzwasser“ im Akademietheater landet unsere Demokratie auf dem Prüfstand. Regisseur Robert Borgmann erklärt, warum
Der Standard

USA
Amtsenthebungsverfahren gegen Trump wird am Mittwoch wohl mit einem Freispruch beendet

Das historische Amtsenthebungsverfahren gegen US-Präsident Donald Trump steuert auf einen baldigen Abschluss zu: Der Senat setzte am Freitag die entscheidenden Abstimmungen zu den Anklagepunkten gegen Trump auf kommenden Mittwoch an. Zuvor hatten die Senatoren mit der Mehrheit der Republikaner Zeugenbefragungen im Impeachment-Prozess blockiert. Eine Amtsenthebung gilt als ausgeschlossen.
https://www.krone.at/2089757

Drücken Sie heute für Dominic Thiem die Daumen. Der kann heute im Tennis Finale in Australien weitere Millionen verdienen. Ich muss mich erkundigen, wo er versteuert!

Einen Schönen Tag wünscht

A.C.

 

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