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2. DEZEMBER 2019 – Montag

02.12.2019 | Tageskommentar

Mariss Jansons tot. Das Foto stammt vom letzten Konzert am 8. November in der Carnegie-Hall in New York mit Diana Damrau (Vier letzte Lieder). Foto: Instagram

ORF-Generaldirektor Wrabetz zum Tod von Mariss Jansons

 ORF ändert in memoriam Mariss Jansons sein Programm

„Mariss Jansons zählte zu den wichtigsten Dirigenten seiner Generation. Ihn verband eine ganz besondere Beziehung mit Österreich, insbesondere mit den Wiener Philharmonikern und den Salzburger Festspielen. Wir sind stolz darauf, dass auch der ORF mehrfach mit Maestro Jansons in Radio und Fernsehen zusammenarbeiten konnte. Mit dem Ableben Mariss Jansons‘, der dreimal – 2006, 2012 und 2016 – das Neujahrskonzert im Musikverein dirigierte, verliert die Musikwelt eine ihrer herausragendsten Künstlerpersönlichkeiten“, würdigt ORF-Generaldirektor Dr. Alexander Wrabetz den charismatischen lettischen Stardirigenten.

Der ORF ändert sein Programm in Fernsehen und Radio

In memoriam Mariss Jansons bringt der „Kulturmontag“ , heute am 2. Dezember ab 22.30 Uhr in ORF 2 einen Nachruf auf Mariss Jansons, die „matinee“ zeigt am Sonntag, dem 8. Dezember, Robert Neumüllers Porträt „Mariss Jansons – Musik ist die Sprache von Herz und Seele“ (9.05 Uhr). ORF III plant unter anderem für heute Montag, dem 2. Dezember, eine „Kultur Heute“-Spezialsendung um 19.45 Uhr. Ö1 erinnert heute (2. Dezember) im „Pasticcio“ (8.20 Uhr) und in „Des Cis“ (11.30 Uhr) an Mariss Jansons. Am Samstag, dem 7. Dezember, steht „Apropos Klassik“ (15.05 Uhr) ganz im Zeichen des Dirigenten.

Todesfall Mariss Jansons: Musik ist die Sprache von Herz und Seele
Als kürzlich bei der Vorstellung des Festspielprogramms für den kommenden Sommer verlautbart wurde, dass Mariss Jansons in Salzburg die Oper Boris Godunow dirigieren werde, war eine Journalistenfrage, ob es denn einen Plan B gäbe: Dass der Dirigent seit Jahren schwer krank ist, war ja kein Geheimnis.
Drehpunkt Kultur
Der humane Maestro
Die Welt.de
Mariss Jansons ist tot

Mariss Jansons ist tot. Der lettische Stardirigent verstarb im Alter von 76 Jahren, wie die Wiener Philharmoniker heute bestätigten. Jansons gehörte zu den wichtigsten Dirigenten seiner Generation und stand mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks und dem Concertgebouw Orchester in Amsterdam in seiner langen Karriere zwei der renommiertesten Klangkörper der Welt vor.
https://orf.at/stories/3146073/

Wiener Staatsoper: TOSCA mit Staatsoperndebüt. Mimi im Palazzo Farnese

Foto: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

„Mario, Mario, Mario“ tönt´s besorgt und ängstlich aus dem Off, die junge und attraktive Debütantin aus St. Petersburg hat es eilig, auf die Bühne der Wiener Staatsoper zu kommen aus Sorge um ihren malenden Liebhaber. Evgenia Muraveva sieht ihrem Debüt entgegen, ohne noch ihr durchaus gutes und angenehm klingendes Material technisch so final im Griff zu haben, dass sie die Aufregung um den Auftritt auf dieser Bühne auch zu beherrschen vermag. Vieles tönt zu tief gesungen, der Zielton in ihrer Schilderung der Mordszene, ein gefürchtetes hohes „C“, hinkte in der Notenskala um einiges nach. Und ihrem Gebet zum Beispiel fehlt es zwar nicht an gutem Studium, jedoch noch an notwendiger gesanglicher Empathie, den Zuhörer in die dargestellte Situation zu versetzen. Wird alles kommen mit der Zeit, muss aber eine internationale Karriere von der nur wenig bekannten Kammeroper von St. Petersburg gleich als nächsten Schritt einen Olymp des Operngesanges, den der Wiener Staatsoper erklimmen? Quasi als Mimi in den Palazzo Farnese. Es hört sich jedenfalls nach guter Vernetzung an.

Jedenfalls hatte sie es, wie schon gesagt, eilig auf die Bühne zu ihrem Maler zu kommen. So eilig, dass sie auf Schleier oder Hut verzichtete. Und das wäre ein No-Go für Kirchenbesuche in jenen Zeitläufen  gewesen, Zeiten die gerade in diesem Libretto und in dieser Inszenierung so minuziös wiedergegeben sind.

Ihr Debüt der Diva hatte Frau Muraveva zwischen zwei stattlichen Mannsbildern – männlichen Diven der Opernszene sozusagen – zu verbringen: Der Baron Scarpia des Bryn Terfel in Hochform an diesem Abend, vom achtungsgebietenden Auftritt über das Te Deum bis hin zu den bizarren Szenen mit Tosca.

Und der Cavaradossi des Maltesers Joseph Calleja mit seinem, wie immer anfänglich mit einem starken Vibrato durchsetzten aber durchsetzungsfähigen Tenor. Dazu ein etwas kraftmeierischer Belkanto statt feiner Lyrismen, die leider nur ein wenig in seiner Arie heraus zu hören waren. Der Ruf nach einem Da capo blieb aus…

Zum Bericht von Peter Skorepa

Schlussapplaus nach „Tosca“: Calleja, Muraeva, Armiliato. Terfel, Derntl. Foto: Ludwig

Eine weitere Meinung haben wir auch anzubieten:

Zum Bericht von Helena Ludwig

OLGA NEUWIRTH: „Besser spät als nie“

Olga Neuwirth. Foto: Wiener Staatsoper

In der hundertfünfzigjährigen Geschichte der (Hof-und) Staatsoper findet 2019 (sieht man von einer Kinderoper von Johanna Doderer ab) erstmals die Uraufführung einer Komponistin statt. Lange hat es gedauert. „Besser spät als nie“, sagt Olga Neuwirth, die Komponistin, die als Erste durchs Ziel geht.
Notizen von einem „Runden Pressetisch“ in der Direktion der Wiener Staatsoper, aufgezeichnet von Renate Wagner…

…In diesem Sinn ist auch die Oper „Orlando“ als komplexes Kunstwerk zu betrachten. Für Olga Neuwirth ist es eine Einladung an das Publikum, darin zu sehen, was jede/r Einzelne will. Das „Verstehen“ von Kunstwerken werde überhaupt überschätzt…

In diesem Sinn: Man lasse sich auf „Orlando“ ein.

Zum Interview von Renate Wagner

VALENCIA: HEUTE PREMIERE „NABUCCO“

Plácido Domingo durante el ensayo de la ópera ‚Nabucco‘ en el Palau de les Arts
El tenor español interpreta en Valencia la obra que está considerada como el primer gran éxito de Giuseppe Verdi

Placido Domingo. Anna Pirozzi. Foto: J. Signes

Placido Domingo und Anna Pirozzi nach der Generalprobe. P.D. sieht sehr „mitgenommen“ aus. Kein Wunder nach den Aufregungen der letzten Monate. Foto: Facebook

DORTMUND: LOHENGRIN. Elsas unmöglicher Traum

Christina Nilsson, Daniel Behle. Foto: Thomas Jauk – Stage Picture

Karl Masek reiste eigens aus Wien an – und leistet nachher der Wiener Homoki-Inszenierung Abbitte: Die Ausgangslage für den Regisseur Ingo Kerkhof: „Elsa träumt. Der Stücktitel bezeichnet dabei den Traumgegenstand, also Lohengrin…ich glaube nicht, dass Lohengrin der ist, der sich sehnt und träumt, sondern Elsa…man hat das Gefühl, es könnte alles aus ihrer Perspektive erzählt werden…“

 Weiters kann man dem Einführungsvortrag der Dramaturgin Laura Knoll entnehmen, schon im „Lohengrin“ könnte es die Inzestproblematik der Geschwisterliebe (wie später bekanntlich in der Walküre)  zwischen Elsa und dem verschollenen Gottfried geben. Und bringt auch gleich die frühe „schwärmerische Neigung des ganz jungen Richard Wagner zu seiner um 10 Jahre älteren Schwester Rosalie“ ins Spiel.

Also, man macht sich auf eine gedankentiefe, tiefenpsychologisch unterfütterte Regiearbeit gefasst. Zumal auch Grimms Märchen „Brüderchen und Schwesterchen“ per Video zitiert wird…

der Schwan ist kein Taxi…“Danke, diese Publikumsbelehrung war ganz wichtig!..

Die Inszenierung bietet nicht einmal Erregungspotenzial. Und ist vor allem theaterhandwerklich, in der Führung der Protagonisten und vor allem des Chores, von erschreckender Hilflosigkeit. Wunderte ich mich noch unmittelbar vor Beginn der Vorstellung dass Seitenteile des Ranges völlig leer blieben (Gedanken über Auslastungssorgen der Dortmunder Oper kamen auf), so war mit dem 1. Choreinsatz alles klar. Er sang im 1.Akt auf der Galerie…

…Das Dortmunder Opernpublikum akklamierte die Leistungen der Solist/innen, des Chors, des Dirigenten und des Orchesters gebührend und strafte das Inszenierungsteam für finsteres, langweiliges, statisches Regietheater aus der Mottenkiste mit deutlich artikuliertem Missfallen ab. Erste Buhrufe gab es schon nach dem 1. Akt…

Zum Bericht von Karl Masek

Auch hier bieten wir eine zweite Meinung an – aus dem Land des Regietheaters. Ich wundere mich immer wieder, dass so viele Opernbesucher aus Deutschland die Wiener Staatsoper besuchen (allein in dieser Woche sind drei Gäste bei mir in der Redaktion angesagt), wenn es in Deutschland sowieso die interessanteren Inszenierungen gibt. Oder kommen die nur wegen Schloss Schönbrunn? Gestern kam ich in aller Früh (um 9,30 h) auf dem Weg in die Redaktion in den totalen Stau vor dem Haupteingang – bei einem Wetter, bei dem mich keine zehn Pferde in den Park gebracht hätten.

Jeder ist übrigens einmal ein Erst-Besucher – und oft ist dieser erste Eindruck entscheidend!

Weniger Wagner im „Lohengrin“ war sicher selten: eine bittere Enttäuschung für Puristen und Erst-Besucher
In Sachen Richard Wagner hat man in den nächsten Jahren am Theater Dortmund große Dinge vor: Peter Konwitschny wird in den Jahren 2021 bis 2024 einen neuen Ringdes Nibelungen schmieden. Dabei wird die Entstehung dieser Interpretationen im Rahmen des „Dortmunder Wagner Kosmos“ von zahlreichen Podiumsgesprächen und Veranstaltungen zum Thema flankiert werden. Endlich rückt der Jahrtausend-Komponist auch im Revier wieder dorthin, wo er hingehört: In den zentralen Fokus des kulturellen Lebens in der Ruhrgebietsmetropole und weit darüber hinaus!
Ingo Luther berichtet aus dem Theater Dortmund.
Klassik-begeistert

New York
Lise Davidsen’s memorable debut leads strong cast in Met’s “Queen of Spades
https://newyorkclassicalreview.com/2019/11/lise-davidsens-memorable-debut-leads-strong-cast

The Queen of Spades (Metropolitan Opera, New York)
https://www.limelightmagazine.com.au/reviews/the-queen-of-spades-metropolitan

WIEN / Theater in der Josefstadt: ROSMERSHOLM
Ulf Stengl nach Motiven des gleichnamigen Stückes von Henrik Ibsen
Premiere: 7. November 2019, besucht wurde die Aufführung am 1. Dezember 2019

Herbert Föttinger, Joseph Lorenz. Foto: Barbara Zeininger

Keine Frage, dass man genau weiß, was das Team Ulf Stengl (der vom Bühnenbildner weiter zum Regisseur und zum Bearbeiter geworden ist) und Elmar Goerden wollte: Einen Vorwand, das Migrantenproblem diskutierend auf die Bühne zu bringen und dabei einen intellektuellen, verirrten Neo-Faschisten und einen linken Gutmenschen mit ihren bekannten Argumentationen auf einander prallen lassen. (Da muss man nur aufpassen, dass das Publikum nicht die „falsche“ Meinung richtig finden könnte.)

Was man absolut nicht weiß, ist, warum sie dazu Henrik Ibsen brauchten…

...Was ist der Sinn eines solchen Abends? Zu zeigen, dass Faschisten widerliche Menschen sind? Und das in einer Theaterwelt, die aus Vorhängen besteht (Bühnenbild: Silvia Merlo, Ulf Stengl, Alltags-Kostüme: Lydia Kirchleitner) und innerhalb derer Regisseur Elmar Goerden weder eine einsichtige Diskussion noch ehrlich glaubhafte Charaktere gelingen? Wobei man das alles mit weniger Ärger hinnehmen würde, hätte man dafür nicht Ibsen missbraucht…

Zum Bericht von Renate Wagner

Ausstellungen/ Kunst: Egon Schiele – zwischen Begehren und Verzweiflung
Die neue Serie von Michael Horowitz über bildende Kunst. In der ersten Folge: Egon Schiele – exzessives Enfant terrible und bizarre Figur der Wiener Moderne. Er begeistert oder verstört. Lust an Provokation und obsessive Sehnsüchte bestimmen sein kurzes Leben.
https://www.diepresse.com/5731402/egon-schiele-zwischen-begehren-und-verzweiflung

HEUTE IN CHEMNITZ: ZWISCHEN RUHM UND VERZWEIFLUNG Buchvorstellung im Opernhaus am 02.12.2019 um 19:30 Uhr

am 02.12.2019 um 19.30 Uhr im 1. Rangfoyer des Opernhauses wird Manuel Miebach ihre neu verfasste Biographie des Chemnitzer Komponisten Christian Gottlob Neefe vorstellen.

Christian Gottlob Neefe (* 5. Februar 1748 in Chemnitz; † 26. Januar 1798 in Dessau) war ein deutscher Komponist, Organist, Kapellmeister und Musikwissenschaftler. Besonders bekannt wurde er als Ludwig van Beethovens Lehrer.

Es singen James Edgar Knight und Tatiana Larina, begleitet von Alexandros Velonis am Flügel, Auszüge aus der Neefe-Operette AMORS GUCKKASTEN und Werken von Zeitgenossen des Lehrers Beethovens.

 Der Eintrittspreis beträgt 5,00 Euro.

Weitere Informationen: https://www.theater-chemnitz.de/spielplan/zwischen-ruhm-und-verzweiflung/9572

‚Dinnertheater‘ im Schönbrunner Stöckl, 29.11.2013 – russisch und urig mit Trojani und Schenk


Tatjana Trojani, Ekaterina Krylova und Konstantin Schenk lieben Wodka. Foto: Philipp Hutter

Ein ziemliches Gedränge herrscht im Dinnertheater bei den honorigen Künstlerwirtsleut´ Tamara Trojani und Konstantin Schenk. Das historische ‚Stöckl‘ im Ambiente von Schloss Schönbrunn ist die Residenz von Sängerin Trojani, und ihr klavierspielender Partner ist der Sohn des Otti Schenk.

YOUTUBE-VIDEO PASSEND ZUR KONKURSGESCHICHTE „AUSTROPOP“: „PFLEGENOTSTAND AUSTROPOP“

Mit Erwin Steinhauer, Florian Scheuba etc. Dauer etwa 30 Minuten

Geht es tatsächlich in der Branche so zu?
ZUM VIDEO

Ich wünsche einen guten Start in die neue Woche

A.C.

 

 

 

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