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2. DEZEMBER 2018

02.12.2018 | Tageskommentar

HEUTE: OTELLO-STREAM AUS DER BAYERISCHEN STAATSOPER (19 h)
Live-Stream am 2. Dezember

Mit Kurzvideo: https://www.staatsoper.de/meldungen/otello.html

Giuseppe Verdi
Otello
So, 2. Dezember 2018, 19.00 Uhr
Musikalische Leitung: Kirill Petrenko
Inszenierung: Amélie Niermeyer
Mit Jonas Kaufmann (Otello), Anja Harteros (Desdemona), Gerald Finley (Iago)
24 Stunden Video-on-demand
Diese Vorstellung wird vom 3. Dezember, 12.00 Uhr bis 4. Dezember, 11.59 Uhr auch als Video-on-demand zur Verfügung stehen.

www.staatsoper.tv

Vor einer Woche herrschte noch große Aufregung wegen des „Kaufmann-Otello“ bin unseren Reihen, eine Woche später ist es ganz ruhig geworden. Auch das Bühnenleben ist ganz schnelllebig geworden, dazwischen gab es andere Premieren, von denen man in einer Woche auch kaum mehr reden wird.

Die heutige Vorstellung des „Otello“ wird aus der Bayerischen Staatsoper übertragen und kann noch bis zu 24 Stunden später abgerufen werden. Es haben also weltweit viel mehr Opernfreunde Gelegenheit zum „Besuch“ dieser Produktion, als dies in der Bayerischen Staatsoper je möglich sein wird!

Der Stream ist kostenlos und Sie können auch ganz unproblematisch einsteigen!

Apropos Jonas Kaufmann: Jonas Kaufmann: Er wird zum vierten Mal Vater!
Nach der „Otello“-Premiere wird jetzt die nächste Rolle bekannt, in die der beliebte Startenor schlüpfen wird: Er wird wieder Vater. Seine Lebensgefährtin Christiane Lutz erwartet das erste gemeinsame Kind im März.
Münchner Abendzeitung

BERLIN/ Deutsche Oper: LES CONTES D‘ HOFFMANN. Premiere einer 13 Jahre alten Produktion!

Cristina Pasaroiu, Daniel Johansson. Copyright: Bettina Stöß.

Die Deutsche Oper geht auf Nummer sicher: Der Spezialist für poetisch nachdenkliches, aber auch witzig, hoch komödiantisches Musiktheater macht mit seiner schon weit gereisten Inszenierung von Jaques Offenbachs „Les Contes d‘Hoffmann“, die am 19. November 2005 in Lyon erstmals gezeigt wurde, Stopp in Berlin. Laurent Pelly hat seine Arbeit bislang auch am Gran Teatre del Liceu in Barcelona (der Mitschnitt mit Nathalie Dessay liegt auf DVD vor) und der San Francisco Opera präsentieren können. 

Jeder weiß, wo der französische Meisterregisseur Laurent Pelly drauf steht, bekommt der geneigte Opernbesucher in der Regel unterhaltsames duftiges Theater geliefert, optisch oft opulent bis grell bunt, mit perfektem Timing in der Aktion, meisterlich konturierter Personenregie und insgesamt  fantasiereichem sinnlichem Zugang, ohne je in verkopfte  Regietheaterexzesse abzugleiten. Ich erinnere an seine fabelhaften, in die Musiktheatergeschichte eingegangenen Inszenierungen von Rameaus „Platée“, Offenbachs „La belle Hélène“ oder Donizettis „La fille du régiment.“

Ob allerdings die Präsentation einer dreizehn Jahre alten Inszenierung –  so gut sie auch sein mag – von künstlerischem Mut zeugt oder das ästhetische Eigenprofil eines ersten Hauses zu stärken vermag, das steht auf einem anderen Blatt. Laurent Pelly siedelt den Hoffmann in der die größte Vollständigkeit beanspruchenden „Lausanner-Fassung“  mit gesprochenen Dialogen im späten 19. Jahrhundert an. Schwarz-weiss und Grautöne inspiriert vom symbolistischen belgischen Maler Léon Spilliaert betonen den düster-dämonischen Charakter des Stücks eher als seine fantastisch romantische Seite. ..

Zum Premierenbericht von Dr. Ingobert Waltenberger

Cristina Pasaroiu glänzt in der Premiere von Les Contes d’Hoffmann an der Deutschen Oper Berlin
Nach 15 Jahren erreicht Laurent Pellys klare, kluge, inzwischen im guten Sinne konservative Inszenierung Berlin. Unter Enrique Mazzola findet das Orchester zu einer animierend farbigen Offenbach-Interpretation. Die junge Rumänin Cristina Pasaroiu singt alle vier von Hoffmann Angebeteten und erobert die Herzen der Zuschauer im Flug. Auch Alex Esposito als vierfacher Bösewicht und Irene Roberts als Nicklausse und Muse gefallen. Zwiespältiger fällt das Urteil über den Hoffmann von Daniel Johansson aus.
Konzert-und Opernkritik Berlin/ Anton Schlatz

MAILAND: Aufregung vorprogrammiert: Blasphemie-Vorwürfe vor Scala-Premiere mit Verdis „Attila“
Kritisiert wird eine Szene, in der eine Marien-Statue zu Boden geworfen wird. Auch der Einsatz von Pferden auf der Bühne sorgt für Proteste.
Die Presse

Die Zeiten sind nicht mehr wie früher, auch die Oper muss in Italien um ihre Aufmerksamkeit kämpfen. Im katholischen Italien mag so eine Szene vielleicht noch aufregen, bei uns muss man schon mit schwereren Geschützen auffahren. ARTE überträgt die Scala-Eröffnungsvorstellung am 7.12. (zeitversetzt 21,45 h)

HEUTE – Wiener Staatsballett: Peer Gynt an der Wiener Staatsoper

Jakob Feyferlik, Alice Firenze. Copyright: Wiener Staatsballett/Ashley Taylor

 Das Wiener Staatsballett nimmt am Sonntag, 2. Dezember 2018 die erfolgreiche Premierenproduktion vom vergangenen Jänner, Edward Clugs Peer Gynt, an der Wiener Staatsoper wieder auf. Wie bereits in der Premiere sind am 2. und 4. Dezember Jakob Feyferlik in der Titelpartie, Alice Firenze als Solveig, Ioanna Avraam als Ingrid, Igor Milos als Mads Moen und Vladimir Shishov als Aslak zu erleben; Céline Janou Weder tanzt die Anitra. Am 5. und 10. Dezember verkörpern Denys Cherevychko den Peer Gynt, Nina Poláková die Solveig, Eszter Ledán die Ingrid, James Stephens den Mads Moen (Rollendebüt), Alexis Forabosco den Aslak und Ioanna Avraam die Anitra (Rollendebüt). In der Vorstellungsserie gibt Eno Peci sein Rollendebüt als Tod; Zsolt Török tanzt den Hirschen, Franziska Wallner-Hollinek die Åse und Nikisha Fogo die Frau in Grün.

Am Pult: Premierendirigent Simon Hewett.
Reprisen: 4., 5. und 10. Dezember

OPER FRANKFURT: HEUTE PREMIERE „I PURITANI“

Brenda Rae. Copyright: Barbara Aumüller

Premiere vom 2. Dezember 2018

Musikalische Leitung: Tito Ceccherini
Inszenierung: Vincent Boussard
Kostüme: Christian Lacroix

Mit Brenda Rae, John Osborn, Iurii Samoilov u.a.

Frankfurt
Singen in Gewändern wie Wattewolken
Brenda Rae als Elvira bei den Proben in Frankfurt
Modeschöpfer Lacroix entwirft Kostüme für die Oper Frankfurt
Frankfurter Rundschau

Donizetti-Festival in Bergamo: „Il castello di Kenilworth“ im Teatro Sociale (Vorstellung: 30. 11. 2018)

Amelia (Carmela Remigio) freut sich über ihre Befreiung aus dem Gefängnis (Copyright: Donizetti-Festival Bergamo)

Bei dem seit 1982 in Bergamo bestehenden Donizetti-Festival standen in diesem Jahr im Teatro Sociale die zwei Erstlingswerke des großen italienischen Komponisten Gaetano Donizetti (1797 – 1848) auf dem Programm: „Enrico di Borgogna“ und „Il castello di Kenilworth“.

Das Melodram „Il castello di Kenilworth“, das 1829 in Neapel uraufgeführt wurde, bekam in Bergamo den Untertitel „Eva contro Eva“…

Zum Bericht von Udo Pacolt

Saarbrücken: Rudolf Schasching nach Krebserkrankung wieder auf der Bühne

Rudolf Schasching, geboren in Engelhartszell in Oberösterreich, ist einer jener österreichischen Sänger, die ihr Glück im Ausland suchen mussten – und auch gefunden haben. Nach einer Erkrankung zog er sich – vorübergehend – von der Bühne zurück – seit gestern steht er wieder auf derselben:
20 Jahre brillierte der österreichische Tenor Rudolf Schasching auf der Bühne des Saarländischen Staatstheaters und machte – ganz nebenbei – auch noch auf vielen weiteren Bühnen eine Weltkarriere. Wegen einer Krebserkrankung gab er seine Sängerkarriere auf. Nun ist er wieder auf der Bühne des Saarländischen Staatstheaters zu sehen als Leopold Maria in „Die Csárdásfürstin“. SR-Reporterin Barbara Grech hat ihn vorab getroffen.
http://www.sr.de/sr/sr3/themen/kultur/rudolf_schasching_in_csardasfuerstin

WIEN / Burgtheater: SCHÖNE BESCHERUNGEN von Alan Ayckbourn
Premiere: 1. Dezember 2018

Falk Rockstroh, Maria Happel, Michael Maertens, Marie-Luise Stockinger, Timo Hillebrandt und Nicholas Ofczarek. Copyright: Barbara Zeininger

Katastrophen können auf dem Theater ein Riesenspaß – oder leider Katastrophen sein. Da „Schöne Bescherungen“ (das Stück hat übrigens fast 40 Jahre auf dem Buckel) von Alan Aybourn stammt, dem mittlerweile 80jährigen englischen Großmeister der Komödie, sollte man annehmen, dass – halb Weihnacht, halb Fasching – das Vergnügen des Burgtheater-Publikums angepeilt sei.

Aber leider – es inszeniert Barbara Frey, von der man spätestens seit ihrer Labiche-Produktion 2015 weiß, dass sie weder Humor hat noch über ein leichtes Händchen verfügt. Und das braucht man für ein Stück, das einerseits sehr komisch, andererseits wirklich abgründig ist  –  wie die guten Briten am Ende angesichts einer halben Leiche gemütlich Tee trinken, das wirft prächtiges Zwielicht auf diese Spezies Mensch…

Die Situation ist so klassisch, dass man sie zu kennen meint. Weihnachten, und die Familie kommt bei denen zusammen, die den meisten Platz haben. Also erwarten Neville und Belinda seine Schwester Phyllis samt Gatten Bernard, den Onkel Harvey , ihre Schwester Rachel, außerdem noch den ehemaligen Geschäftspartner Eddie mit schwangerer Gattin Pattie, und Ayckbourn war klug genug, die dazu gehörige Kinderschar zwar zu zitieren, aber nicht auf die Bühne zu bringen. Es wäre nicht auszuhalten gewesen, verursachen die Erwachsenen schon Wirbel genug…

Niemand sage, die Direktion habe nicht gewusst, was sie tut, als sie die Regisseurin wählte. Ach ja – viel Beifall, wie auch nicht. Eine Stadt der differenzierten Premieren-Reaktionen ist Wien wahrlich nicht.

Zum Premierenbericht von Renate Wagner

50 Fotos aus diese Inszenierung finden Sie hier!

WIEN/ MERKER-KUNSTSALON IN DER GATTERBURGGASSE: WEIHNACHTSKONZERT am Dienstag, 4.12.

Dringender Aufruf: Gerade an diesem Termin gibt es viel Konkurrenzveranstaltungen. Vor Weihnachten muss man verdammt aufpassen, einen wirklich guten Termin, an dem man weitgehend konkurrenzlos ist, gibt es nicht.

Diesmal helfen Sie mit Ihrem Besuch auch einem guten Zweck!

Also: Hingehen und Gutes tun! Weihnachten steht vor der Türe!

 

Es ist dies eine Benefizveranstaltung für „Ich bin o.k.“

Europa-Politik

Frankreich: Diesel-Demo eskaliert: Zahlreiche Festnahmen bei „Gelbwesten“-Protesten
Die Proteste gegen erhöhte Spritpreise in Frankreich werden immer wütender. Am Samstag ging die Polizei in Paris mit Wasserwerfern und Tränengas gegen Demonstranten vor.
Der Spiegel
Tränengas auf den Champs-Élysées
Innenminister spricht von 1.500 gewaltbereiten Unruhestiftern.
https://www.oe24.at/welt/Traenengas-auf-den-Champs-Elysees/358201887
Protest der „Gelbwesten“ Mindestens 110 Verletzte in Paris
https://www.tagesschau.de/ausland/gelbwesten-polizei-105.html

Sozusagen wieder “Party-Time” in Paris zum Wochenende…Man stelle sich solche Szenen mal in D oder Ö vor und das alles ganz tief sozial bzw. politisch motiviert gegen eine der großen Lichtgestalten und Hoffnungsträger der EU! Zumindest war das Macron ja mal bis vor kurzer Zeit.

Tja, wie im Operngeschäft auch: Image ist scheinbar oft alles und manche Leute (im Publikum) lassen sich eben länger verarschen als andere. Irgendwann merken sie dann aber doch, ob wirklich etwas dran ist/war an diesem, einen PR-Messias. So sie in ihrem fanatischen Glauben an etwas oder jemanden nicht sogar jegliche Realität bestreiten- was es aber leider auch immer öfter gibt heutzutage.

Nun, jetzt hat man „den Scherm auf“. Ein Staatspräsident, der nur mehr 20 % Zustimmung findet – wie soll das weitergehen?

Frankreich ist derzeit wahrscheinlich für die EU eine größere Gefahr als jenen Länder, die man gerne als Gefahr vorschiebt.

Trotzdem, ein schöner Sonntag sei Ihnen beschieden!

A.C.

 

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