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2. AUGUST 2020 – Sonntag

02.08.2020 | Tageskommentar

Eindrucksvoll: Ausrine Stundyte als „Elektra. Foto: Salzburger Festspiele/ Bernd Uhlig

SALZBURGER FESTSPIELE: DER ERÖFFNUNGSTAG

ELEKTRA

Renate Wagner: Wer sein Handwerk versteht, und die Presseleute der Salzburger Festspiele tun das, der jubelt jede Vorstellung schon lange, bevor sie überhaupt stattgefunden hat, zum großen Ereignis hoch. Nicht nur, dass man sich ohne Grenzen loben lassen kann (ja, verdient, gewiß, selbstverständlich, natürlich, fraglos, eh klar), dass man überhaupt spielt, während andere sich zurücklehnen und einen ruhigen Sommer machen – das Gebotene muss exorbitant sein. Sagen wir einmal so: Die „Elektra“ in der Felsenreitschule, wie man sie aus zweiter Hand per Stream erleben durfte, war eine in manchem Detail gute und interessante Aufführung. Aber ein Ereignis? Eher nicht.

Da wird vor der Premiere auch immer so viel Wichtigtuerisches erzählt: „Es schadet es nichts, sich ein wenig in die griechische Antike zu vertiefen“, erklärt Regisseur Krzysztof Warlikowski. Er selbst gibt gleich zu Beginn Nachhilfeunterricht…

Zum Premierenbericht von Renate Wagner

Viel Applaus für die erste Salzburger Opernpremiere
„Elektra“ von Richard Strauss zum Auftakt der Festspiele in der Felsenreitschule – der erste Eindruck.
Kurier

JEDERMANN  (Generalprobe, da die Premiere witterungsbedingt „indoor“ stattfinden musste.

 

Salzburger Festspiele (via ORF):
JEDERMANN von Hugo von Hofmannsthal
1. August 2020
Gesendet wurde offenbar nicht die Premiere, da diese wetterbedingt in das Festspielhaus übersiedeln musste. Man sah also offenbar die Generalprobe vom Domplatz

Es klingt wie die trivialste aller Bemerkungen, dass hundert Jahre lang sind. Hinzufügen muss man, wie sehr sich die Dinge verändern, verändern müssen, wie sehr sich unser Blick auf Hofmannsthals Werk „Jedermann“ verändert hat. Eines ist jedenfalls klar: Was Hofmannsthal und vor allem Reinhardt, des ernsten Inhalts ungeachtet, planten, war ein „Fest“, ein überwältigendes Theaterereignis. Wir sind heute – und das Regisseur Michael Sturminger getan – dabei gelandet, dass der ganze „Jedermann“ von Anfang bis zum Ende wie eine düstere, lahme Trauergesellschaft wirkt. Alles, was der Aufführung einst an Glanz und Farbe innewohnte, wurde auf ein farbloses Grau-in-Grau heruntergeschminkt. Man fragt sich, was eine solche Darbietung noch zur „Cash Cow“ machen kann, wenn das Gebotene so – öde ist…

Zum Premierenbericht von Renate Wagner

SALZBURG: HEUTE PREMIERE „COSI FAN TUTTE“

Così fan tutte 2020: Marianne Crebassa (Dorabella), Lea Desandre (Despina), Johannes Martin Kränzle (Don Alfonso), Andrè Schuen (Guglielmo), Bogdan Volkov (Ferrando), Elsa Dreisig (Fiordiligi). Copyright: SF/ Monika Rittershaus

Mozarts „Così fan tutte“ bei den Salzburger Festspielen 2020
„Wir haben sehr viel Nähe auf der Bühne“
Unter strengen Hygieneregeln feiert eine der beiden großen Opernpremieren bei den Salzburger Festspielen am 2. August Premiere. Regie führt Christof Loy, am Pult steht Joana Mallwitz, die erste Frau, die bei den Festspielen eine Premiere dirigiert.
BR-Klassik.de

WEINVIERTEL-FESTSPIELE IN MIKULOV  – der Vorverkauf läuft, bitte Karten kaufen!

Erste Veranstaltung bereits heute um 18 h „Not only Wagner…)

„Nicht raunzen, sondern Karten kaufen!“

WEINVIERTLER FESTSTSPIELE

Ein idealer Veranstaltungsort in diesen Zeiten, coronafrei, 5 km nach der Grenze Österreichs zu Tschechiens

Die angekündigten Opernstars waren gestern alle zur Probe gestellt – JETZT IST DAS PUBLIKUM AM ZUG!

Wir brauchen diese mutigen Events, lassen Sie unsere „Opernhelden“ nicht im Stich!  Die Anreise kann völllig problemlos erfolgen!

Die Weinviertler Festspiele sind eine private Initiatve. die finanziell staatlicherseits nicht abgesichert ist.  Es bedarf Ihrer Unterstützung durch Ihren Besuch. Wenn das Projekt wie geplant durchgezogen werden kann, blicken Veranstalter weltweit darauf und schöpfen neue Hoffnung!

Bühne Baden/ Sommerarena: DIE BLAUE MAZUR – Operette von Franz Lehár

Gleich drei Berichterstatter schreiben über diese Premiere. Zwei waren begeistert, einer bloß „angetan“.

Der „Angetane“: Das Publikum scheint dennoch zufrieden und lacht und applaudiert bei jeder Gelegenheit. Ist auch verständlich. Zu lange hat man auf diese Art von Unterhaltung verzichten müssen. Endlich gibt es wieder Vorstellungen. Noch dazu im feinen Ambiente der Sommerarena. Und dafür ist der Bühne Baden – allen inszenatorischen und bearbeiterischen Einwänden zum Trotz – zu danken und zu gratulieren.

Zum Bericht von Manfred A. Schmid

Sieglinde Feldhofer, Martha Hirschmann und Clemens Kerschbaumer. Foto: Christian Husar/ Bühne Baden

Nun die Begeisterten: Bravo, bravissimo für die kluge Werkwahl – zum 100. Geburtstag dieser Lehár-Operette, die nun erstmals in der künsterlisch so reich bedachten Kurstadt südlich von Wien das Licht der Bühnenwelt erblicken durfte. Aber auch deshalb, weil das Regieteam unter Leitung von Intendant Michael Lakner eine Möglichkeit gefunden hat, es ohne Chor und Ballett aufzuführen, die verwickelte Geschichte aber dennoch mühelos verständlich und äußerst unterhaltsam dargeboten wurde…

Zum Bericht von Sieglinde Pfabigan

…Intendant Michael Lakner gelang es mit seiner rasanten Inszenierung mit viel – nicht nur jüdischem  – Wortwitz und Aktualitätsbezug in diesen schweren Zeiten eine sehenswerte Aufführung in die Badener Sommerarena zu stellen. Von den 600 Zuschauerplätzen waren an diesem Abend nur die behördlich erlaubten 200 Plätze mit den nötigen Abständen (jede zweite Reihe im Parkett und Parterre leer) gefüllt. Umso mehr spendete das Theater entwöhnte Publikum dieser Aufführung außerordentlich starken Beifall, dem sich der Rezensent aus vollem Herzen anschloss.

Zum Bericht von Harald Lacina

Video: Die Festspielstädte und die Mega-Krise – aus der 3SAT-Mediathek

Bayreuth und Salzburg – wie gehen die großen Opern-Festspiele mit der Corona-Krise um?

Bitte untenstehenden Link anklicken

ZUM VIDEO

INSTAG(K)RAMEREIEN – gefunden von Fritz Krammer

Meli und Salsi proben für das Konzert in Taranto, es tut sich was in Italien!

 

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„Er hat keine Moral! Moral, das ist, wenn man moralisch ist,…

 Geld, Geld! Wer kein Geld hat – da setz einer seinesgleichen auf die Moral …  wenn wir in Himmel kämen, … wir gemeine Leut, das hat keine Tugend, …  wenn ich ein Herr wär … und könnt vornehm reden, ich wollt schon tugendhaft sein.“ (Büchner, Woyzeck, 1836/37)

Tim Theo Tinn‘s Begriffserkundungen: Illusion Wahrhaftigkeit, Authentizität = Moral

E. Burra (1905-76) John Deth. Gouache 1932, Desillusion, Orgie Vergnügungssüchtiger

Wahrhaftigkeit, Authentizität (=Moral) im Umbruch: als Prinzip im Musentempel der moralischen Anstalten (Schiller, 1784) nicht mehr existent, weder in Strukturen noch im dramatischen Anspruch. Universale Unmoral (Unternehmen, Politik etc.) etabliert sich…
Zum Artikel von Tim Theo Tinn

Richard-Strauss-Festival in Garmisch-Partenkirchen Alexander Liebreich gibt überraschend auf
Erst 2018 hat der Dirigent Alexander Liebreich die Leitung des Richard-Strauss-Festivals in Garmisch-Partenkirchen übernommen – und viel frischen Wind dort hineingebracht. Er verließ die traditionellen Spielorte und machte die Zugspitze oder das Kloster Ettal zum Aufführungsort. Jetzt soll aber alles schon wieder vorbei sein: Am Donnerstag hat Liebreich per Mail seinen Rückzug von dem Posten angekündigt.
BR-Klassik

Buchbesprechung:

Besuchen Sie Renate Wagners BUCHRUBRIK

Michael Schottenberg: VON MENSCHEN, MÄRCHEN & MOGULEN
UNTERWEGS IN INDIEN
240 Seiten, Amalthea Verlag, 2020

Michael Schottenberg hat nach dem Ende seiner Zeit als Direktor des Volkstheaters in Wien seine Theaterkarriere (zusätzlich war er auch Regisseur und Schauspieler) endgültig hinter sich gelassen, wie er sagt. Mittlerweile ist er passionierter Reisender geworden, ein neues Leben nach 45 Jahren, die er ausschließlich dem Theater (im weitesten Sinn) gewidmet hat. Und nun gibt es schon das vierte Buch, in dem er sein Publikum daran teilnehmen lässt, was er so gesehen und erlebt hat. Er war in Vietnam, in Burma und ist auf dem Frachter Karina durch die Nord- und Ostsee geschippert…

Zur Buchbesprechung von Renate Wagner

Österreich/ Wirtschaftshilfen
„Ich überlege, mein Atelier zuzusperren“
Selbständige hat die Krise besonders hart getroffen. Nach vier Monaten kehren die Umsätze nicht bei allen zurück.
Wiener Zeitung

Wie lange können wir uns Corona noch leisten? Nicht nur die Künstler, die hier zahlrech und lautstark vertreten sind, leiden darunter – auch und  besonders die kleinen und mittleren Geschäfts-Inhaber. Wir Pensionisten haben leicht reden, wir wähnen unsere Pensionen/ Renten als gesichert. Was aber, wenn wir alle unseren Beitrag zur Erholung der Finanzen leisten müssen?  Das wäre nur recht und billig. Wenn es um das eigene Geld geht, kippt die Stimmung. Wetten, dass…?

Der Schlauberger 11: Modisches Gedränge – Zwei in einem Kleid
Skandal! Zwei Ladys zwängen sich vor laufender Kamera in dasselbe Kleid und lassen sich feiern. „Die Models Lena Gercke und Doutzen Kroes tragen dasselbe rote Kleid“, berichtete vor einiger Zeit ein Online-Portal über eine Award-Verleihung, also eine Preisverleihung, im Fernsehen…

Jedenfalls muss das eine Mordsgaudi gewesen sein, als sich die beiden Damen zur selben Zeit ins selbe rote Wams zwängten. Vielleicht kennen die Schriftgelehrten des oben erwähnten Online-Portals den Unterschied nicht: Es kann natürlich auch sein, dass beide Ladys das gleiche Kleid trugen. Dann allerdings wäre diese Kolumne überflüssig
Klassik-begeistert

Verbringen Sie einen schönen Tag: Mikulov/ Nikolsburg wartet heute auf Sie. Wie übrigens morgen Montag auch Theater im Park im Schwarzenberggarten am Belvedere (Schager, Baich, Deutsch)
Prinz-Eugen-Straße/Ecke Plößlgasse
1030 Wien

Hingehen!

Gruß

A.C

 

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