Online Merker Logo

Die internationale Kulturplattform

2. APRIL 2022 – Samstag

02.04.2022 | Tageskommentar

 

Zwischen den Stühlen

Viele unserer Leser können derzeit den Namen Anna Netrebko nicht mehr hören. Dafür habe ich teilweise Verständnis, aber eben nur teilweise. Denn die Diva hat einen für Opernsänger ungewöhnlich hohen Bekanntsheitsgrad, wohl den höchsten seit der legendären Callas – und die Leute reden wegen ihr auch über Oper. Sogar solche, die nie in die Oper gehen.

Nun hat sich Anna N. zwischen zwei Sesseln gesetzt, denn in Russland wird ihre (erzwungene) Putin-Distanzierung nicht eben gut aufgenommen. Ihre Chancen dort scheint sie verspielt zu haben, es bleibt ihr nur die „Duldung“ im Westen. Und diese Duldung – so sie überhaupt stattfindet, ist zeitlich begrenzt, sie hat nur noch wenige (gute? Jahre. Ein Bassist hat es da leichter, dafür aber wohl auch eine andere Preiskategorie.

Ich hätte an ihrer Stelle anders entschieden – aber zum Glück war ich zu keinem Ratschlag aufgerufen. Wenn ich aber in der Lage wäre, ihr einen Ratschlag zu erteilen, dann würde ich ihr von den „Wohlfühlfotos“ auf Instagram abraten. Der Neid ist nämlich überall vorhanden, in reichen wie in armen Schichten, im Westen wie im Osten, unter Opernfreunden und Kulturbanausen – und somit auch unter unseren Lesern.

Paris hat sie (noch?) auf ihrer Besetzungsliste:

PARIS UND ANNA NETREBKO. In „LA FORZA DEL DESTINO IM DEZEMBER IST SIE (NOCH?) ANGESETZT

Vorstellungen vom 12. bis 30. Dezember

Il Marchese di Calatrava : James Creswell
Donna Leonora : Anna Netrebko (12 > 21 déc.), Anna Pirozzi (24 > 30 déc.)
Don Carlo di Vargas : Ludovic Tézier
Don Alvaro : Russell Thomas
Preziosilla : Elena Maximova
Padre Guardiano : Ferruccio Furlanetto

Kommentar – Anna Netrebko und Putins Krieg
Lasst Netrebko wieder singen! Das kann sie besser
Eine Sängerin zwischen den Fronten: Im Westen wurde Anna Netrebko ausgeladen, weil sie zwar den Krieg, aber nicht Putin verurteilen wollte. Es hagelte Absagen, eine Traumkarriere schien zerstört. Nun hat Netrebko sich anders entschieden. Gegen Putin, für den Westen. Prompt wird sie in Russland ausgeladen. An der New Yorker Met darf sie trotzdem nicht singen. Das ist falsch, meint Bernhard Neuhoff.
BR-Klassik.de

WIENER STAATSOPER: HEUTE BALLETT „MAHLER LIVE“

 

Verfügbare Karten

WIEN / Staatsoper: „WOZZECK“  –   31.03.2022

Foto: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

 “Und täglich grüßt das Murmeltier…” Gestern habe ich mich in meinem Bericht über “Rigoletto” darüber beklagt, dass es eine Fehlentscheidung von Dominique Meyer war, die Produktion von Sandro Sequi durch die schlechte Inszenierung von Pierre Audi zu ersetzen. Und heute muss ich leider eingangs festhalten, dass es eine Fehlentscheidung von Bogdan Roščić war, die großartige „Wozzeck“-Produktion von Adolf Dresen durch diese schlechte Neuinszenierung von Simon Stone auszutauschen.

Simon Stone, der uns schon eine missglückte „Traviata“-Inszenierung beschert hat, hat die Handlung von Alban Bergs Meisterwerk in das Wien von heute verlegt. (Sollte sich jemand für die Gedanken des Regisseurs interessieren, kann er diese im Programmheft nachlesen.) Armut gibt es natürlich auch heute, aber man kann die Armut von heute mit dem Elend der armen Leute vor 200 Jahren wohl kaum vergleichen. Auch Frauenmorde hat es immer schon gegeben, aber weil das Thema „Femizid“ gerade bei uns aktuell diskutiert wird, hat der Regisseur das zum Thema seiner Inszenierung gemacht. (Müssen wir jetzt Angst haben, dass die bevorstehende „Tristan“-Inszenierung den Ukraine-Krieg behandeln wird?)…

Zum Bericht von Walter Nowotny

Gestern: CARMEN an der Wiener Staatsoper

Anna Goryachova, Vittorio Grigolo.  Foto: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

Zum Bericht von Manfred A. Schmid (mehr darüber morgen)

Heute: TV-Tipp 2.4. 3sat: Händels „Giulio Cesare in Egitto“ aus dem Theater an der Wien
Stummfilm trifft auf Barockoper. Mit großflächigen Projektionen illustriert Regisseur Keith Warner seine moderne Auslegung von Händels Opernklassiker „Giulio Cesare in Egitto“. Beginn ist 20,15 h (Dauer vier Stunden)

Wien
Wiener Festwochen
Romeo Castellucci anlässlich von „Requiem“ über Mozart, den christlichen Autor
Der Standard.at

Frankfurt: Corona-Regeln fallen an der Oper Frankfurt ab dem 2. April

 Im Rahmen der Corona-Schutzverordung gelten an der Oper Frankfurt ab dem 2. April keine speziellen Schutzmaßnahmen mehr, insbesondere entfallen auch die Zugangskontrollen und die Maskenpflicht. Der Saal wird wieder zu 100% belegt.

Die Oper Frankfurt appelliert an ihre Besucher*innen, sich und andere auch weiterhin eigenverantwortlich zu schützen und bittet darum, nur gesund zu den Vorstellungen zu erscheinen.

https://oper-frankfurt.de/de/tickets-service/corona-regeln/

Ach ja, Corona gibt es ja auch noch! In Frankfurts Theatern fallen ab heute alle Regeln. Vorbei ist es mit der Zeit der Ausreden für schlechten Besuch. Damit meine ich nicht Frankfurt, sondern alle Theater weltweit!

Linz: Ein teuflisches Vergnügen
Opernstar Erwin Schrott im Linzer Musiktheater
https://volksblatt.at/ein-teuflisches-vergnuegen/

Nürnberg: „Der Rosenkavalier“ am Staatstheater. Die Strauss-Oper als Seelenraum
16 Jahre nach der letzten Inszenierung des „Rosenkavalier“ am Staatstheater Nürnberg gibt jetzt der Regisseur Marco Štorman mit dieser Erfolgsoper sein Hausdebüt. Der Falckenberg-Absolvent, der sich durch Arbeiten für Schauspiel, Film und Musiktheater profiliert hat, inszeniert den „Rosenkavalier“ bereits zum zweiten Mal. Vor einigen Jahren hat er ihn in Klagenfurt in Szene gesetzt. In Nürnberg hat die Oper nun am 3. April Premiere.
BR.Klassik.de

München
Jonny spielt auf Oper von Ernst Krenek, Staatstheater am Gärtnerplatz
„Die Schande von München“, erstmals in München aufgeführt im Jahre 1928, entfacht auch fast hundert Jahre später am selben Opernhaus einen handfesten Skandal
Klassik-begeistert

Norbert Ernst als Gastsänger in Mailand – und in Wuppertal war er „Tannhäuser“

Auszug aus einer französischen Zeitung betreffs „Die tote Stadt“ an der Wiener Staatsoper –
mit Norbert Ernst als „Paul““

Last-Minute-Ersatz, Norbert Ernst singt die Partie des Paul. Die Klangfarbe seines Heldentenors ist für die manchmal verzweifelten, manchmal erotischen, manchmal erbärmlichen Triebe der Figur hervorragend geeignet, ohne dabei in ein Übermaß an Sentimentalität zu verfallen. Der Großteil der musikalischen Aufstiege gestaltet er mit Energie und Präzision und erzeugt so strahlende und intensive Höhepunkte.“

Norbert Ernst: Foto: Michael Poehn

Der Sänger hat sich sehr über dieses kurzfristige Einspring-Engagement gefreut, weil er verspürt hat, wie viele Freunde er noch an der Wiener Staatsoper hat. Bekanntlich ist er ja derzeit kein Ensemblemitglied – aber was nicht ist, könnte ja wieder werden!

Derzeit ist Norbert Ernst Tannhäuser in Wuppertal unter dem jungen Österreicher Patrick Hahn und in der „Ariadne auf Naxos“-Produktion der Mailänder Scala mit dabei, mit Stoyanova, Morley,
Gould und Werba. Es dirigiert Michael Boder.

Bei der Recherche bin ich in einem Gramola-Artikel auf seinen Wiener Erstauftritt als „David“ in den „Meistersingern“ gestoßen:
David – die Dritte, so hieß es bei seinem Debüt an der Wiener Staatsoper. Es war die legendäre „Meistersinger“-Serie unter Christian Thielemann im Jänner 2008. Sowohl Michael Schade als auch Herwig Pecoraro waren vor der ersten Vorstellung erkrankt – und die Staatsoper suchte verzweifelt Ersatz. Christian Thielemann schlug Norbert Ernst vor, den er aus Bayreuth kannte. Eine gewaltige Herausforderung: „Ich bin am Tag selbst eingesprungen, kam erst drei Stunden vor  Vorstellungsbeginn ins Haus. Mir wurde die Bühne gezeigt und erklärt, was ich im ersten Akt zu tun habe. Die beiden anderen Akte folgten dann jeweils in der Pause. Das Spannendste aber war, dass es davor keinerlei Verständigung mit Christian Thielemann gab. Es gibt natürlich Dirigenten, die sagen: Machen Sie, und ich gehe mit. Thielemann jedoch fordert sehr viel, möchte jede Sekunde selbst gestalten – natürlich zu Recht. Aber als Sänger muss man einen Spagat machen, damit man nicht zu oft in den Graben schaut und nur noch an der Rampe steht!“..

MANNHEIM: Petro Ostapenko gibt heute, am 2. April 2022 sein Hausdebut als EUGEN ONEGIN

Foto: Ostapenko

Der Bariton Petro Ostapenko gibt heute, am 2. April 2022 sein Hausdebut am Nationaltheater Mannheim – in der Titelpartie in Tschaikowskys Jewgeni Onegin.

www.nationaltheater-mannheim.de/de/oper/stueck_details.php?SID=3995

WIEN/ LORELY-SAAL (Penzingerstraße/1140). Ukraine-Benefiz

der Lorely-Saal macht am 7.4. & 9.4.2022 zwei Benefizkonzerte für die Ukraine (wechselnde KünstlerInnen) (siehe auch angefügtes Plakat)

 

Gemeinsam mit Nachbar in Not, es moderiert am Donnerstag die ORF Moderatorin Eser Akbaba, (Samstag noch offen) wir haben ein umfangreiches Programm auf die Beine gestellt:

WIEN / Theater der Jugend im Renaissancetheater:  PETER SCHLEMIHLS WUNDERSAME GESCHICHTE
Nach Adelbert von Chamisso
von Gerald Maria Bauer und Sebastian von Lagiewski
Uraufführung
Premiere: 1. April 2022  

Foto: Rita Newman

Opernfreunde kennen Peter Schlemihl, den Mann ohne Schatten, selbstverständlich aus „Hoffmanns Erzählungen“, aber E.T.A. Hoffmann war nicht der Einzige, der diese sprichwörtliche Figur in sein Werk einfügte. Es war Adelbert von Chamisso, der den Pechvogel an sich (das versteht man unter dem Wort, das auf alte jüdische Tradition zurück geht) in seinem berühmten Kunstmärchen zu ewigem literarischem Leben verhalf.

Es geht darin um einen chancenlosen jungen Mann, der sich von einem „grauen Herren“ seinen Schatten gegen nie endenden Reichtum abkaufen lässt. Aber mit dem Schatten hat er etwas von sich preisgegeben, was ihn gewissermaßen vom Rest der Welt ausschließt – der Preis, den die Superreichen wohl bezahlen. Als der graue Herr schließlich noch seine Seele will, verschließt sich Schlehmil mit großer Tapferkeit dem Teufelspakt und wirft seinen Reichtum von sich. Schließlich eilt er in Siebenmeilenstiefeln um die Welt und betätigt sich als Naturforscher (wie sein Autor…). Dem Dichter Adalbert von Chamisso hat Schlehmil, wie er in der letzten Passage seines Ich-Berichts sagt, zum „Bewahrer meiner wundersamen Geschichte erkoren“…

Zum Bericht von Renate Wagner

Aktuelles aus der „Neuen Zürcher Zeitung“

EU-China-Gipfel: China will sich nicht auf die «richtige Seite der Geschichte» ziehen lassen. Beim virtuellen Gipfeltreffen am Freitag zwischen der Brüsseler Spitze und Pekings Führung hat sich China geweigert, Wladimir Putins Angriffskrieg gegen die Ukraine zu verurteilen. Damit zerplatzten die Hoffnungen der Europäer, den chinesischen Staatschef Xi Jinping in die Rolle eines Schlichters drängen zu können. EU-Kommissions-Präsidentin Ursula von der Leyen sagte, man erwarte, dass China zumindest die Sanktionen gegen Russland nicht umgehen werde. Erst recht sollte Peking nicht auf die Idee kommen, Waffen an den Kreml zu liefern, sonst würde das «schwere wirtschaftliche Schäden» nach sich ziehen. Mit neuem Selbstbewusstsein klammerten die EU-Spitzen kein Streitthema aus – von Tibet bis zu den Menschenrechtsverstössen gegen die uigurische Minderheit.
Zum Bericht 
US-Präsident Biden kippt die Covid-Sonderregel, mit der sein Vorgänger Trump die Grenze zu Mexiko verriegelt hatte: Ende Mai ist es Schluss mit einer Sonderregelung, die während der vergangenen zwei Jahre eine rasche Abschiebung von Migrantinnen und Migranten aus Amerika ermöglicht hatte. Präsident Joe Biden befürchtet nun einen neuen Ansturm auf die Südgrenze.
Zum Bericht
Nach sieben Jahren Krieg sollen in Jemen die Waffen für zwei Monate ruhen: Die Konfliktparteien haben sich laut Uno-Angaben auf eine Waffenruhe geeinigt, die am Samstag beginnen soll. Ein von Saudiarabien angeführtes Militärbündnis hatte bereits vor ein paar Tagen angekündigt, seine Einsätze gegen Jemens Huthi-Rebellen vorläufig einzustellen. Die Hungerkrise könnte sich trotzdem verschärfen.
Zum Bericht
Die Opposition und Ministerpräsident Orban führen in Ungarn Wahlkämpfe in Parallelwelten: Wenige Tage vor der nationalen Parlamentswahl am Sonntag ist zweifelhaft, wie gross der Wille der Ungarinnen und Ungarn ist, den seit zwölf Jahren regierenden Ministerpräsidenten Viktor Orban abzuwählen. Die Gegner der Fidesz-Regierung hoffen, ihren Rückstand doch noch aufzuholen. Die Zweidrittelmehrheit der Partei ist aber in Gefahr – wegen knapper Rennen wie in der Autostadt Györ.
Zum Bericht
Will Smith tritt nach seiner Ohrfeige aus der Filmakademie aus: Der amerikanische Schauspieler Will Smith hat nach dem Ohrfeigen-Eklat bei der Oscar-Vergabe seinen Rücktritt aus der Filmakademie bekanntgegeben. Sein Verhalten bei der Preisverleihung sei «schockierend, schmerzhaft und unentschuldbar» gewesen, schrieb der Oscar-Preisträger am Freitagnachmittag (Ortszeit) in einer Mitteilung.
Zu den neusten Meldungen aus der Kultur

ORF III am Wochenende
Samstag, 2. April

Die neue ORF-III-Reihe „Wahre Verbrechen“ ruft die größten Kriminalfälle der österreichischen Geschichte zurück ins Gedächtnis. Zum Auftakt zeigt ORF III am Samstag, dem 2. April, ab 20.15 Uhr dazu u. a. zwei Premieren: In „Die Akte Blauensteiner“ (20.15 Uhr) steht Elfriede Blauensteiner, die sogenannte „Schwarze Witwe“, im Fokus, die in den 1990er Jahren mehrere Personen durch eine Überdosierung des Medikaments Euglucon ermordete. Anschließend dreht sich in „Österreichs Most Wanted“ (21.00 Uhr) alles um Tibor Foco, der nach einer ausgeklügelten Flucht Mitte der 1990er Jahre zum meistgesuchten Mann Österreichs wurde. Danach setzt ORF III den „True Crime“-Abend mit der ORF-III-Produktion „Die Akte Estibaliz C.“ (21.50 Uhr) aus dem Jahr 2020 sowie mit einer Folge der „Erbarmungslos“-Reihe über „Jack Unterweger – Der Gefängnis-Poet“ (22.40 Uhr) fort.

Influencerin über starke Körper: „Mein Körper trägt mich jeden Tag“
Melodie Michelberger über Dickenfeindlichkeit, Body Positivity und den Unsinn, sich Cremes für hundert Euro auf den Hintern zu schmieren.
Gefunden von TTT
https://taz.de/Influencerin-ueber-starke-Koerper/!5842426/

Der Einkauf bei Aldi wird ab Montag teurer
Wegen stark gestiegener Kosten erhöht der Discounter Aldi am Montag abermals Preise. Fleisch, Wurst und Butter würden dann „deutlich teurer“, sagte Aldi-Nord-Kommunikationschef Florian Scholbeck der dpa in Essen.
Finanzen.at

Fußball-WM: Deutschland trifft auf Spanien und Japan

Einfach wird es nicht, aber Deutschland hätte in jeder Gruppe Chancen. Österreich ist sowieso unschlagbar, weil gar nicht dabei!

Ich wünsche einen schönen Tag!

A.C.

 

 

Diese Seite drucken