Online Merker Logo

Die internationale Kulturplattform

19. SEPTEMBER 2021 – Sonntag

19.09.2021 | Tageskommentar

animp
Anett Fritsch und Daniel Schmutzhard in einem der frühesten Opernwerke überhaupt – heute im Theater an der Wien. Foto: Werner Kmetisch

Daniel Ender im Standard: Emilio de’ Cavalieris „Rappresentatione di Anima, et di Corpo“ ist eine der ersten Opern. Giovanni Antonini und Robert Carsen eruieren deren Wirkung.

Die Geburt der Oper aus dem Geist der Tragödie – das kann nur heißen: des klassischen griechischen Dramas – ist eine charmante musikgeschichtliche Legende, von der sich allerdings nicht einmal klar sagen lässt, ob selbst ihre Urheber so recht an sie glaubten. Ende des 16. Jahrhunderts und noch lange danach diente dieses Narrativ jedoch als hochwirksame Legitimation einer damals neuen Gattung, deren Erfolgsgeschichte seither allen Totsagungen zum Trotz nie wieder abgerissen ist…

Wien/ Theater an der Wien
„Rappresentatione“ im Theater an der Wien: Wie man in den Himmel kommt
Der Standard.at

Wiener Staatsoper: „Keine Angst vor neuen Tönen“. Henzes „Das verratene Meer“

Einführung „Das verratene Meer“ | Medien | Staatsoper | Wiener Staatsoper
Bo Skovhus (mit Josh Lovell). Foto: Wiener Staatsoper/Michael Pöhn

Hans Werner Henzes „Das verratene Meer“ wird am Sonntag erstmals vor Publikum gezeigt. Bo Skovhus spielt darin einen Schiffsoffizier. Der „Presse“ erzählte er, warum ihm dieses Werk besonders am Herzen liegt.

Keine Angst vor neuen Tönen“ (Bezahlartikel)
Hans Werner Henzes „Das verratene Meer“ wird am Sonntag erstmals vor Publikum gezeigt.
Die Presse.com

José Carreras: „Ich kann dem Leben nicht genug dankbar sein“

Er könne dem Leben gar nicht dankbar genug dafür sein, was es ihm gegeben habe, blickt der nun Abschiednehmende zurück. Josep Maria Carreras i Coll wurde am 5. Dezember 1946 als Sohn eines Lehrers im Arbeiterviertel Sants von Barcelona als jüngstes von drei Kindern geboren. Sein Vater war Republikaner und durfte unter dem faschistischen Regime Francos den Lehrberuf nicht mehr ausüben. Die Familie emigrierte nach Argentinien, kehrte aber nach einem Jahr nach Barcelona zurück. Der Vater verdingte sich als Verkehrspolizist, die Mutter nahm eine Stelle als Friseurin an, und der kleine José wurde zur Attraktion des Salons. Denn er liebte es, den Kundinnen etwas vorzusingen. Woher der Bub sein Talent hatte, konnten sich die Eltern nicht erklären, denn mit Musik hatten sie nichts zu tun.
https://www.news.at/a/kultur-jos-carreras-ich-leben-12238266

Das Carreras-Abschiedskonzert wird am 3.10. vom ORF ausgestrahlt (unbestätigte Meldung, keine Gewähr)

Netrebko feierte den 50er im Kreml – und Putin gratulierte
Bei dem vierstündigen Konzert verlas Kremlsprecher Dmitri Peskow am Samstagabend auf der Bühne Glückwünsche des russischen Präsidenten Wladimir Putin, der Netrebkos weltweit bewunderte Gesangskunst würdigte. Putin war nicht selbst gekommen, weil er sich nach mehreren Coronafällen in seinem Umfeld isolieren muss.
Volksblatt

Wien/ MuTh
„Pool of Invention“ im MuTh: Mozarts Witz, eine Alm und die Fugen
Der Standard.at

Thalheim
Mozart-Oper auf Schloss Thalheim
Am nächsten Sonntag, 26. September, wird „Don Giovanni“ zur Aufführung gelangen.
Niederösterreichische Nachrichten

INSTAG(K)RAMEREIEN – gefunden von Fritz Krammer

Camilla Nylund debütierte in Helsinki als „Tosca“

nylu

ZU INSTAGRAM

Die intuitive Intelligenz des Herzens
Das hier beschriebene Phänomen basiert auf simplen Quantenenergien. Ich untersuche gerade solche Wirkmechanismen bei Umsetzung meiner Themen werkimmanenter Musiktheater-Inszenierungen.
Von Tim Theo Tinn
https://onlinemerker.com/die-intuitive-intelligenz-des-herzens/

Klaus Billand: Gesprächskonzerte mit dem chinesischen Tenor Long Long und der franz. Sopranistin M. Louledjian im Kultur + Kongress Zentrum Rosenheim am 25. September 2021

longlong
Long Long Trailer by RFO 

Um 20 Uhr am selben Tag folgt ein weiteres Gesprächs-Konzert mit meiner Moderation, in dem die französische Sopranistin Melody Louledjian ihre CD „Fleurs“ musikalisch vorstellen wird.

Melody Louledjian Trailer by RFO 

Köln/ Philharmonie
Schönheit und Abschied… und ein Dirigent, der es etwas eilig hat
Was sollte das doch für ein schöner Abend werden. Das erste Konzert nach gefühlt eineinhalb Jahren Pause wieder vor groß besetztem Saal, dazu Werke von Komponisten mit Rang und Namen, illustre Gäste und sogar eine Uraufführung. Das sind Zutaten, aus denen unvergessliche Abende gestrickt sind – so sollte man meinen. An einer Sache haben die Beteiligten dabei jedoch nicht gedacht, nämlich dass zu einem gelungenen Abend auch eine feinfühlig abgewogene Leitung gehört
Klassik-begeistert.de

Rock/Pop/Schlager

Nena sagte komplette 2022-Tour ab: Kritik an Corona-Auflagen

Nena provoziert bei Corona-Konzert im Golf-Club auf Mallorca! | Wunderweib
Nena macht nicht mit!
„Ich mache da nicht mit“ – Sängerin sorgte mehrmals mit fragwürdigen Posts für Diskussionen.
Kurier.at

Ab heute ein „Siebziger“: Erwin Steinhauer  DER TRAGIKOMIKER
Ein biographisches Porträt
192 Seiten, ueberreuter Verlag, 2021 

steinhauer

Rund um einen so „runden“ Geburtstag wie den Siebziger gibt es viele Festivitäten, die schön sind und vorbei gehen. Was bleibt, ist ein Buch. Im Fall von Erwin Steinhauer wurde es von seinem alten Freund, dem Schriftsteller Fritz Schindlecker, verfasst, der den Erwin seit 1984 sehr gut kennt. Und bis auf eine Zeit, in der sie total zerstritten waren (nach der Versöhnung wussten sie gar  nicht mehr, warum), gab es immer eine enge berufliche Beziehung, die mit Kabarett-Texten begann und in den letzten Jahren in einer Reihe gemeinsamer Bücher kulminierte.

Schindlecker schrieb nun für den am 19. September 1951 geborenen Erwin Steinhauer unter dem Titel „Der Tragikomiker“ das, was er ein „biographisches Porträt“ nennt, sprich: im Grunde sein persönliches Buch über den Erwin, was ihn von der strengen Chronologie befreit (das hießt, er darf legitim vom Hundertsten ins Tausendste kommen) und immer wieder Ausflüge ins Private (was seine eigenen Reflexionen betrifft) erlaubt.

Er kann das, was ein Biograph notwendigerweise ziemlich an den Anfang stellen würde, mittendrin erzählen, nämlich dass die katholische Kirche Klein-Erwin die ersten Eindrücke vermittelte, was „Theater“ ist und wie man selbst drinsteckt – als Ministrant bei der Messe und bei der Fronleichnamsprozession…

Zur Buchbesprechung von Renate Wagner

WIEN / Burgtheater:  ZDENĚK ADAMEC von Peter Handke
Premiere: 18.September 2021

adamec c horn 4090 alle sieben~1
Foto: Burgtheater/ Matthias Horn

Man  hat seinerzeit von dem Selbstmord des 18jährigen Tschechen Zdeněk Adamec gelesen, aber obwohl er 2003 tragisch-spektakulär den Tod suchte (und fand), indem er sich am Prager Wenzelsplatz anzündete, war er doch nur eine Meldung unter vielen in der an Katastrophen und Tragödien auch damals so reichen Welt. Es war Peter Handke, der den jungen Mann mit seinem Stück, das Adamecs Namen im Titel trägt, wieder ins Gedächtnis gerufen hat.

Handke ist das Thema nicht simpel angegangen, sondern dialektisch – sieben Personen diskutieren über alle Facetten des jungen Mannes und seiner Tat, wie man sie betrachten, wie man sie auch verachten (!) kann, ob Skepsis oder  Hochachtung, alles ist drin. So hat Regisseurin Friederike Heller das Stück bei den Salzburger Festspielen 2020 in zwei Stunden Spieldauer zur Uraufführung gebracht.

Wenn das Burgtheater nun (nach dem Jelinek-Abend seine zweite Wiener Premiere innerhalb von exakt zwei Wochen) Frank Castorf mit der Realisierung des Stücks beauftragt hat, wundert sich niemand, der ihn kennt, dass er viereinvierel Stunden braucht, weil ihm bekanntlich so viel einfällt. Ebenso bekanntlich sind seine theatralen Ideen nicht unbedingt mit dem Stück verbunden – die längste Zeit hat man den Eindruck, dass er sich mit seinen Schauspielern (die einander mit ihren privaten Namen anreden, „Hallo Marie-Luise“, „Also bitte Florian!“) einfach den üblichen Jux macht…

…Und zumindest ein Schauspieler überrascht wirklich – so exzessiv hat man Florian Teichtmeister noch nie gesehen, der sich in einer brutalen Szene, nachdem er Gemüsesuppe gekocht hat, mit dieser übergießen lassen muss, während er am Klo sitzt: Das Gefühl des Verbrennens ist da sicher gegeben (und man möchte wissen, mit welchem Trick hier gearbeitet wurde, denn im Video hat sie Suppe ganz schön gedampft, bevor er sie hingeschüttet bekam…)….

Das bei der Premiere schätzungsweise zur Hälfte gefüllte Burgtheater bestand im Publikum zweifellos aus Castorf-Fans, denn es wurde herzlich geklatscht. Der Autor war wohl nicht da, aber der Regisseur (früher König der Buh-Orkane) holte sich im adretten dunklen Anzug seinen Teil des Beifalls ab und brach in eine wahre Kuss-Orgie mit seinen Darstellern aus.

Zum Premierenbericht von Renate Wagner

Wien/ Burgtheater
Frank Castorf: „Theater dürfen keine Kaufhäuser werden“
Der Regisseur über Handke, Jelinek und warum Georg Danzer auch den Literaturnobelpreis verdient hätte.
Wiener Zeitung

WIEN / Albertina / Propter Homines Halle:  MODIGLIANI
REVOLUTION DES PRIMITIVISMUS
Vom 17. September 2021 bis zum 9. Jänner 2021

modigliani plakat~1 est

Sie nannten ihn einen „Prinzen“…

Die Albertina hatte ihre Großausstellung für Amadeo Modigliani akkurat zum 100. Todestag 2020 geplant. Die Pandemie hat nicht zuletzt den weltweiten Leihverkehr der Museen lahm gelegt, der für die Ambitionen von Klaus Albrecht Schröder notwendig war. Mit einjähriger Verspätung ist die Ausstellung, die Leihgaben buchstäblich aus aller Welt versammelt, mit 128 Werken nun zu sehen. Neben 80 von Modiglianis eigenen Bildern, Zeichnungen und Skulpturen werden Zeitgenossen ebenso heran gezogen wie Beispiele der Kunst der Dritten Welt, die für ihn eine große Rolle spielten. Tatsächlich ist hier die bisher größte Modigliani-Ausstellung in Europa geglückt.

modigliani und picasso xx~1 est
Modilgiani und Picasso 1916 am Montparnasse

Sensation sucht Publikum   Die Ausstellung ist in ihrer Fülle und auch in der Konfrontation Modiglanis mit den Zeitgenossen sensationell. Die Hoffnung, es könnte bis zu einer halben Million Besucher geben wie in den Goldenen Zeiten jenseits der Pandemie, ist illusorisch. Auf 200.000 Besucher hofft man immer noch. Möge sich der Reiseverkehr lockern – für den Ausstellungs-Tourismus ist diese Schau hoch geeignet.

Albertina: Modigliani. Revolution des Primitivismus 
Bis 9. Januar 2022 , täglich 10 bis 18 Uhr

Zum Ausstellungsbericht von Heiner Wesemann

Österreichische Nationalbibliothek erwirbt Familiennachlass Herz und Kestranek

hkr

Die noch erhaltenen Teile des schriftlichen Familiennachlasses der österreichischen Industriellenfamilien Herz und Kestranek befinden sich seit kurzem in der Österreichischen Nationalbibliothek. Der umfangreiche Nachlass wurde von Miguel Herz-Kestranek bewahrt und ergänzt nun die Bestände der Nationalbibliothek zur österreichischen Geschichte der Jahrhundertwende und der Zeit der beiden Weltkriege.

Die facettenreiche Geschichte der Familien Herz und Kestranek wird in der Sammlung von Handschriften und alten Drucken durch vielfältige Objekte wie Briefe, Fotografien, Gäste- und Tagebücher und Werke verschiedener Familienmitglieder festgehalten und erforschbar gemacht. Seit 2018 kam der Nachlass zu einem großen Teil durch Schenkungen Miguel Herz-Kestraneks etappenweise in die Österreichische Nationalbibliothek. Er umfasst inzwischen mehr als 10.000 Schriftstücke und Dokumente.

Aktenfunde zeichnen neues Bild von Franz Antel in der NS-Zeit
„profil“ veröffentlicht Funde –

Demnach gab sich Antel laut einem nun aufgefundenen Fragebogen im Zuge seines Asylantrags 1936 in Deutschland als politischer Flüchtling aus, der in Österreich vom Ständestaat verfolgt werde und bereits am 18. Juni 1933 der NSDAP-Ortsgruppe Wien-Alsergrund beigetreten sein will. Auch sei er 1934 und 1935 jeweils für zwei Wochen wegen seiner Aktivitäten als Nationalsozialist inhaftiert worden. Antel suchte um die Staatsbürgerschaft an und erhält diese. Einer Film-Illustrierten schilderte er später den „Anschluss“ 1938 als einen „ergreifenden Höhepunkt“. Den „Filmjuden“ in Wien habe man ja „auf die Finger schauen müssen“

Nach dem Krieg trat Antel dann unter anderem dem ÖVP-nahen „Bund demokratischer Freiheitskämpfer“ bei und beantragte einen Opferausweis. Gegenüber den Behörden gab er an, 1933 in Wahrheit nicht der NSDAP beigetreten zu sein, sondern dies erfunden zu haben, um ins Filmgeschäft einsteigen zu können. „Er war ein Opportunist“, so die Bilanz der Historikerin Dämon.

Kurier.at

Die NS-Akte von Franz Antel
Ein alter Nazi und stolz darauf
oe24.at

Antel war Opportunist, Karajan ein Nazi. So ganz kenne ich mich da nicht aus, denn auch Karajan wollte nur Karriere machen. Die Unverfrorenheit, sogar einen Opferausweis zu beantragen, hatte er jedoch nie! Hätte er es auch versuchen sollen?

Und was, wenn Laschet verliert? Planspiele für den schlimmsten Fall der Fälle
Alle hoffen noch auf Sieg. Aber hinter den Kulissen planen etliche in der Union schon die Karriere nach einer Niederlage.
Tagesspiegel.de

Der kommende Sonntag ist ein Wahltag nicht nur von deutscher, sondern von europäischer Bedeutung – eigentlich darüber hinaus. Wenn die Union in der Opposition landet, dann hat Frau Merkel den Karren in den Graben gefahren – mit unglücklichen Personalentscheidungen. Wen lasse ich neben mir groß werden – das ist für scheidende Regierungschefs eine ganz wichtige Frage.

Aber warten wir ab. So ganz traue ich den Umfragen nicht!

Jedenfalls werde ich nächsten Sonntag eher den Online-Merker hintanstellen und gedanklich bei den Wahlen in Deutschland, aber auch in Oberösterreich sein!

Einen schönen Sonntag, wünscht

A.C.

 

Diese Seite drucken