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19. NOVEMBER 2020 – Donnerstag

19.11.2020 | Tageskommentar


Musiker Bladerer, Froschauer: »Wir waren 14 Tage nicht an der frischen Luft.«
Foto: Wiener Philharmoniker

Die Wiener Philharmoniker sind wieder daheim in Wien – unbeschadet

„Wir sind am Sonntagmorgen gesund wieder angekommen, vor allem aber auch erleichtert. Denn die Reise war kein simples Gastspiel, sondern eine Mission in schweren Zeiten, der Welt zu zeigen, dass Kunst auch während einer Pandemie möglich ist. Sie war ein Kraftakt, an dem sich alle beteiligt haben, längst nicht nur das Orchester“.

Wiener Philharmoniker auf Corona-Tournee: »Wir haben bewiesen: Es geht«
Ein europäisches Spitzenorchester fliegt mitten in der Pandemie nach Asien. Wie das? Der Erste Geiger Daniel Froschauer und Kontrabassist Michael Bladerer berichten von ihren Erfahrungen.
Der Spiegel

Sonya Yoncheva verschiebt ihren Met-Stream um eine Woche

Sonya Yocheva. Foto: Wikipedia

In einer Pressemitteilung sagte die Met: „Die für diesen Samstag, den 21. November geplante Aufführung von„ Met Stars Live in Concert “mit der Sopranistin Sonya Yoncheva wurde für Samstag, den 28. November verschoben, da Frau Yoncheva krank ist (mit einer Non) -Covid Erkrankung). Das Konzert, live aus dem Schussenried-Kloster in Südwestdeutschland, findet nun am 28.11. um 13.00 Uhr EST / 19.00 Uhr MEZ statt. “

Umbesetzung auch in Paris bei „Die Walküre“

 

Paris
Running the Paris Opera Was Never Going to Be Easy. But Come On.
Alexander Neef has taken on one of the most prestigious jobs in culture amid a pandemic, labor strikes and internal unrest.
https://www.nytimes.com/2020/11/18/arts/music/paris-opera-alexander-neef.html

Unrest in Las Palmas over Garanca’s husband

Foto: Youtube

Scherzo reports that there are public demands for the sacking of the British conductor Karel Mark Chichon, artistic director of the Gran Canaria Philharmonic Orchestra. He is accused of nepotism by engaging his wife the star mezzo-soprano Elena Garanca.
https://slippedisc.com/2020/11/unrest-in-las-palmas-over-garancas-husband/

Spanien war aber immer betreffend Opern ein 3. Welt Territorium. Valencia, Barcelona, Madrid etc
Was hat man nicht dem Manager Bruder der Caballe nachgesagt…..

https://scherzo.es/ciudadanos-exige-la-destitucion-inmediata-de-chichon-al-frente-de-la-ofgc/

Das Ehepaar Garanca/Chichon gilt als sehr geschäftstüchtig. An ihrem Nachwuchs-Förderprogramm will ich da gar nicht rühren, ich will mir keinen Anwalt leisten müssen. Jetzt wird dem Dirigenten in seiner (Wahl?)Heimat Gran Canaria Nepotismus vorgeworfen, weil er als Orchesterchef seine Frau engagiert.
Nun, diese Pärchen-Geschäfte sind nicht neu und werden von mehreren „Interessensgemeinschaften betrieben. Meist hievt der prominentere, besser im Geschäft befindliche Teil den „zu fördernden Partner in eine Produktion hinein. Beispiele brauche ich wohl keine nennen. Im konkreten Fall ist es eher umgekehrt. Ich weiß nun nicht, wie (finanziell) arg es die beiden getrieben haben, aber es muss wohl Außergewöhnliches passiert sein, wenn solch ein „Geschäft“ die Öffentlichzeit/Zeitungen aufregt!

 

WEITERE SPIELPLANÄNDERUNGEN IN DER SAISON 2020/21 AN DER OPER FRANKFURT

Oper Frankfurt. Foto: Barbara Aumüller

Aufgrund der Corona-Pandemie kommt es in der Saison 2020/21 zu weiteren Spielplanänderungen an der Oper Frankfurt.

Zu Beginn der aktuellen Spielzeit wurden bereits Menottis The Medium, neu kombiniert mit Kompositionen für Chor und Orchester, anstatt Ligetis Le Grand Macabre sowie Pergolesis La serva padrona / Stabat mater anstatt Jacques Offenbachs Die Banditen ins Programm genommen.

Alle geplanten Frankfurter Vorstellungen von Donizettis Don Pasquale sind dem November-Lockdown zum Opfer gefallen. Die Produktion geht nun zuerst zu den Tiroler Festspielen Erl und kehrt dann nach Frankfurt zurück. Zudem ersetzt Martins Le vin herbé / Der Zaubertrank die Neuproduktion von Zemlinskys Der Traumgörge, wobei das Team und die besetzten Sänger*innen weitestgehend identisch geblieben sind.

Bei den weiteren Premieren stehen folgende Änderungen im Verlauf der Spielzeit an (lesen Sie weiter in unseren „Infos des Tages)

DRESDEN: Semperoper erarbeitet Ersatzspielplan Januar/Februar 2021.

»Ring«-Zyklen im adaptierten Format.

Auf Grund der derzeit unabsehbaren Entwicklung der Corona-Situation sieht sich die Semperoper veranlasst, statt der für Januar und Februar 2021 programmierten Veranstaltungen einen bereits in Konzeption befindlichen Ersatzspielplan einzusetzen. 

Diese Maßnahme betrifft auch die angekündigten »Ring«-Zyklen unter der Musikalischen Leitung von Christian Thielemann, die nicht im vorgesehenen Format in der Inszenierung von Willy Decker aufgeführt werden können. Die Semperoper arbeitet jedoch an einer den geltenden Hygienevorschriften kompatiblen Alternativlösung, um ihrem Publikum das mit Spannung erwartete musikalische Ereignis weiterhin im Januar und Februar 2021 ermöglichen zu können.

WIEN: Elsa Kastela-Kreihsl gestorben.

Elsa war eine liebe Freundin von mir, manchmal etwas anstrengend, aber ich bin ein stark frequentierter „Grabstein“, bei dem man sich ausreden (ausweinen) kann. Elsa hatte ihre große Zeit als Primadonna in Bonn, als die Stadt noch „Bundesstadt“/ deutscher Regierungssitz war, dort sang sie alle großen Sopranrollen und schweifte auch in die weite Welt aus. Sie war mit dem Chefbeleuchter der Wiener Volksoper und auch der Salzburger Festspiele, Wilhelm Kreihsl, verheiratet. In Salzburg war sie einige Jahre hindurch unter Herbert von Karajan Cover für die ganz Großen der Opernwelt, aber ihre Anwesenheit bewirkte, dass diese stets zur Festspielzeit  „pumperlgsund“ blieben.


Elsa Kastela-Kreihsl bei der Eröffnung der Galerie des Online-Merker im Jahr 2013
. Foto: Barbara Zeininger

Die Sopranistin Elsa Kastela wurde in der Bucht von Kastela (daher auch ihr Künstlername) in Piräus als Tochter einer hochmusikalischen Familie geboren. Ihre Mutter war Musikprofessorin in Athen und erteilte ihr auch den ersten Unterricht. Von 1948 bis 1957 studierte Elsa Kastela am National-Konservatorium in Athen Klavier und Gesang und graduierte jeweils mit Auszeichnung in den Fächern Sologesang und Oper sowie im Konzertfach Klavier.

Diese Ausbildung setzte sie von 1958 bis 1962 an der Wiener Akademie für Musik und darstellende Kunst bei den Professoren Elisabeth Radó (Sologesang), Alexander Kolo (Operndarstellung), Erik Werba (Lied und Oratorium) und Ludwig Czaczkes (Klavier) fort. Am Ende eines sechsmonatigen Studienaufenthalts in den USA im Jahre 1961 erhielt sie von der „Julliard School of Music“ in New-York ein ausgezeichnetes Zeugnis.

Im Mai 1961 gewann sie beim internationalen Opernsängerwettbewerb der Zeitung „Express“ in Wien unter ihrem Familiennamen Elsa Lapaki den von Mario del Monaco im Konzerthaus überreichten Dritten Preis. Noch im gleichen Jahr schloss sie ihren ersten Bühnenvertrag als erste Sopranistin mit dem Theater der Stadt Bonn ab und debütierte als Kleopatra in Händels „Julius Caesar“ unter Peter Ronnefeld.

Elsa Kastela als Elisabetta in Don Carlo

ZUM FOTOALBUM Elsa Kastela-Kreihsl (Online-Merker)

Nach Beendigung der Bühnenlaufbahn unterrichtete Sie am Konservatorium der Stadt wien unzählige junge Sänger. Bundespräsident Dr. Klestil hat ihr den Berufstitel „Professor“ verliehen, den sie mit einigem Stolz getragen hat.

GESAMTE OPERN IM RUNDFUNK 19. –25. NOVEMBER 2020

Foto: Museum für Kommunikation

(Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern bezieht sich ausschließlich auf die untenstehenden Sender). Kurzfristige Programmänderungen der Sender vorbehalten!
Alle Zeiten MEZ.

19.11. ORPHEUS (aus London, Aufnahme v. 15.4.2015) BBC 3-15 Uhr
20.11. MARINO FALIERO (Live aus Bergamo) RAI 3-20 Uhr
21.11. ELEKTRA (aus Stockholm, Aufnahme v. 14.5.1965) Radio 4Hilversum-19 Uhr
DIE ENTFÜHRUNG A.D. SERAIL (aus Paris, Aufnahme v. 21.9.2015) Bayern 4- 19.05 Uhr
PIQUE DAME (aus London, Aufnahme v. 26.7.1992) ORF Ö1-19.30 Uhr
ZAZA (aus Wien, Aufnahme v. 18.9.2020) BBC 3-19.30 Uhr
AIDA (aus Mailand, Aufnahme v. 15.10.) France Musique-20 Uhr
DER FREISCHÜTZ (aus Brüssel, Aufnahme v. 17.3.2019) HR 2-20.04 Uhr
22.11. DARK SPRING (aus Mannheim, Aufnahme v. 11.9.2020) SWR 2-20.03 Uhr

Tagesspiegel

Frankfurt: Druck und Drohung
Denkmalschützer möchten keinen Neubau der Städtischen Bühnen. Doch die große Frage lautet, wie lange sich der Spielbetrieb noch aufrechterhalten lässt, ohne dass die Bauaufsicht einschreitet.
Frankfurter Allgemeine

Nürnberg
Vorläufiges Aus für Nürnbergs neuen Konzertsaal
Aufgrund der angespannten Haushaltslage verschiebt Nürnberg den Neubau des rund 200 Millionen Euro teuren Konzertsaals
Bayerische Staatszeitung

Kommentar zum vorläufigen Aus des geplanten Nürnberger Konzertsaals
Schock für die Bayerische Musik-Szene
BR-Klassik.de

Berlin
Er war ein wahrer Kunst-Handwerker
Der Berliner Regisseur Fred Berndt hat überall im Land inszeniert. Trotzdem blieb er im Theater-Kanon eine Randfigur. Nun ist er mit 78 Jahren gestorben.
Tagesspiegel

Buchbesprechung

Besuchen Sie Renate Wagners BUCHRUBRIK

Anton Pelinka
DER POLITISICHE AUFSTIEG DER FRAUEN
Am Beispiel von Eleanor Roosevelt, Indira Gandhi und Margaret Thatcher
248 Seiten, Verlag Böhlau, 2020

Frauen in der Politik – da denken wir heutzutage wohl zuerst an Angela Merkel. Ein Universitätsprofessor für Politikwissenschaft wie Anton Pelinka denkt historisch und blendet zurück. Darum sind seine Porträts von Eleanor Roosevelt, Indira Gandhi und Margaret Thatcher auch keine flotte Illustrierten-Lektüre (was leicht möglich wäre), sondern eine anspruchsvolle Analyse, nicht nur der einzelnen Schicksale, sondern auch des Vergleichs von Lebensvoraussetzungen und –situationen.

Darüber hinaus geht es darum, wie gerade das 20. Jahrhundert die Stellung der Frau so sehr verändert hat, dass das Aufsteigen in die höchsten politischen Ämter möglich wurde, kurz gesagt: die Feminisierung der Politik. Lässt man die Antike mit Hatschepsut und wohl auch Kleopatra beiseite, die Ägypten souverän regiert haben, kennt Europa nur drei Beispiele von Frauen, die – ererbt oder verheiratet – zu selbständigen Herrscherinnen aufstiegen: Elizabeth I. von England, Maria Theresia und Katharina von Russland. Jede für sich ein Sonderfall ohne unmittelbare Folgen für ihre Geschlechtsgenossinnen. Im 20. Jahrhundert hingegen hat sich das allgemeine und vor allem weibliche Bewusstsein verändert, die Befreiung der Frau – Sexualität, legalisierte Abtreibung, Bildung, hochgradiger Eintritt in den Arbeitsmarkt. Kein Wunder, dass solche Verselbständigung auch auf die Politik übergriff…

Zur Buchbesprechung von Renate Wagner

ORF III am Donnerstag: „Im Brennpunkt Verbrechen“ mit ORF-III-Neuproduktion „Estibaliz C. – Die Eislady“

 Außerdem: „Wilde Reise“ mit „Der Zauber des Westens“, „Politik live“, „Inside Brüssel“ und „Wiener Vorlesungen“, tagsüber Nationalratssitzung live =

ORF III Kultur und Information startet am Donnerstag, dem 19. November 2020, um 9.05 Uhr in „Politik live“ mit der Übertragung der Nationalratssitzung. Inhaltlich geplant sind die Schlussabstimmungen zum Budget 2021 sowie zum neuen Bundesfinanzrahmen. In ORF III wird die Sitzung in voller Länge übertragen und von Vera Schmidt und Anna Stahleder kommentiert. Parallel dazu kommentiert Fritz Jungmayr die Übertragung in ORF 2 von 9.05 bis 13.00 Uhr.

Im Hauptabend zeigt „Wilde Reise mit Erich Pröll“ den zweiten Teil der Dokureihe „Amerikas Naturwunder“. Der Film „Der Zauber des Westens“ (20.15 Uhr) von Florian Graner führt in den „Olympic“-Nationalpark, an dessen Küste die am besten erforschten Orca-Gruppen der Welt leben. Außerdem ziehen Seehunde, -otter und -löwen dort im Schutz der Tangwälder ihre Jungen auf.

Anschließend diskutiert ORF-III-Chefredakteurin Ingrid Thurnher in „Politik live“ (21.05 Uhr) mit ihren Gästen über aktuelle politische Themen.

Eine neue Ausgabe der ORF-III-True-Crime-Reihe „Im Brennpunkt Verbrechen“ widmet sich mit „Estibaliz C. – Die Eislady“ (21.55 Uhr) einem spektakulären Fall der jüngsten österreichischen Kriminalgeschichte (Zitat Ende)

Die „Eislady“ hatte ihren Eissalon nahe der Philadelpiabrücke/ Wienerbergbrücke, als0 nächst meinem Wiener Wohnsitz. Wer aber glaubt, dass es in Redaktionsnähe weniger mörderisch zugeht, der irrt. Gestern wurde in der Pachmüllergasse/Sechtergasse ein Mann bei hell-lichtem Tag niedergestochen – und das ist unmittelbar „bei mir ums Eck“. Meine oft erwähnte Glastüre/Beobachtungswarte ist leider in die entgegengesetze Richtung montiert. Das sind Zeiten – und Corona gesellt sich da noch hinzu!

Österreich
Mehr als die Hälfte glaubt, Maßnahmen schaden mehr als Covid selbst
Mehr Bereitschaft, Freiheiten vorübergehend aufzugeben, aber auch mehr Skepsis gegenüber Strategie: Nur die Hälfte findet, dass die Regierung richtig mit dem Virus umgeht.
Kurier

Die Chinesen kommen
In Deutschland und Europa werden massive Kapazitäten aufgebaut – vor allem von Asiaten.
Tagesspiegel

Österreich
Folgen des Lockdowns: Im heimischen Handel drohen rund 6000 Pleiten

Der zweite Coronavirus-Lockdown trifft den heimischen Handel massiv. 17 geschlossene Einkaufstage würden bei den mehr als 22.000 Geschäften für einen Umsatzverlust von bis zu 2,7 Milliarden Euro sorgen, befürchtet der Handelsverband. Die Interessenvertretung sieht zumindest 6000 von ihnen akut gefährdet, in eine Insolvenz zu schlittern.
https://www.krone.at/2278874

Was mir alles erspart geblieben ist! Das Schicksal hat es bisher gut mit mir gemeint!

In eigener Sache: Es gab heute viele Anrufe, sowohl in Wohnung wie auch in der Redaktion, nachdem bis weit nach 8 h keine neuen Infos, keine Presseschau im Online-Merker standen. Der Teufel hat mich noch nicht geholt, denn der ist auch nicht blöd und hat sicher viele meiner früheren Lehrer bei sich – und die raten ihm dringend von mir ab. WordPress (das Bearbeitungsprogramm) hat mich ausgesperrt.  Corona ist nicht daran schuld – das wurde mir glaubhaft versichert! 

Ich wünsche einen schönen Tag

A.C.

 

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