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Die internationale Kulturplattform

19. MAI 2020 – Dienstag

19.05.2020 | Tageskommentar

Der Chef der neuen Kulturchefin – aber auch der hat einen Chef. Insidern zufolge haben sowohl Werner Kogler als auch Sebastian Kurz zur Kultur ein „distanziertes Verhältnis“. Zu viele Chefs verderben den Brei!

Zu beneiden ist die designierte Staatssekretärin für Kultur wahrlich nicht. Die Künstler klammern sich an sie voll Hoffnung – was aber soll sie anderes tun als die abgetretene Ulrike Lunacek getan hat – außer sich „fachfraulicher“ auszudrücken! In der Oper wie im Theater gibt es keinen Trainer, der heißt dort Regisseur oder Dirigent, die Sänger oder Schauspieler „proben“ – wenngleich das sinngemäß ein „Training“ ist.

Viele sehen die Lösung des Problems in einen eigenständigen Ministerium für Kulturelle Belange! Was soll so eine „Hülse, entscheidend ist, wer diese Agenden vertrifft, ob man die Dame nun mit Frau Minister oder Frau Staatssekretär anspricht,  ist ziemlich egal. Künstler sind schwierig, weil sie besonders sensibel sind. Es denen recht zu machen, wird nicht leicht sein! Die Verfassung dahingehend  zu ändern, dass das Recht in diesem Land künftig von den Künstlern und nicht vom Volk ausgeht, scheint mir ziemlich übertrieben. Aber auch Ärzte sind angeblich ganz schwierige Patienten, Künstler ein nie zu befriedigendes Publikum.

Viel Glück, Frau Staatssekretär, sie werden es brauchen – mit Ihren Chefs und Ihren Schutzbefohlenen!

Was eine Kulturstaatssekretärin können muss (und ob die Favoritin das kann) Bezahlartikel
Die Neue muss aus dem Stand agieren können, soll sich nicht wieder Unmut aufbauen.
Kurier

Eine Kennerin für den Kulturbetrieb
Wiener Zeitung

Andrea Mayer als Staatssekretärin fix
Oberösterreichische Nachrichten

Der grüne Kultur(k)rampf Bezahlartikel
Alexander Van der Bellens Kabinettschefin Andrea Mayer wird nach Ulrike Lunaceks Rücktritt nun Staatssekretärin für Kultur. Doch der Schaden für die Grünen bleibt – und parteiintern gibt es Ärger.
http://www.diepresse.com/5815534/der-grune-kulturkrampf

Kulturstaatssekretärin im Eilverfahren: Keine Gegenkandidatin zu Mayer
Die frühere Leiterin der Kultursektion soll die zurückgetretene Ulrike Lunacek beerben. Andrea Mayer steht als Einzige auf dem Wahlvorschlag, wurde dem STANDARD bestätigt
Der Standard

Aber warum soll es die Staatssekretärin besser haben als ich. Auch ich habe Kämpfe mit meiner Gratis-Leserschaft auszufechten, werde teilweise sogar beflegelt – ob meiner Respektlosigkeit den Corona-Maßnahmen gegenüber, aber auch, weil ich Artikel in die Presseschau stelle, die Bezahlartikel sind. Liebe Leute, die Bezahlartikel werden immer häufiger, die Zeitungen können von den 2 Euro Subvention, die sie pro gedrucktes Exemplar für ihre Jubelarien bekommen, nicht überleben – deshalb holen sie sich Geld aus dem Internet. Ich kennzeichne diese Artikel und bei vielen davon kann man aus den Schlagzeilen auf den Inhalt schließen. Meist sagen die Schlagzeilen mehr als der nachfolgende Text! Es soll auch Leser geben, die bezahlen. Warum soll man denen nicht die Chance geben. Deshalb bin ich noch lange kein krummer Hund, dessen Meinung man sich jetzt an den Spiegel oder sonstwo hinsteckt.

Übrigens, der fette Subventionsbettler mit dem Dauergrinsen erzählt uns jetzt im TV, wie wunderbar die Gastronomie wieder angesprungen ist. Reden Sie einmal mit Wirten, viele davon sind vor dem Zusperren. Man hat den Menschen eine Überdosis Angst verordnet und zur tatsächlichen Normalität werden wir erst zurückkehren, wenn diese Angst abgebaut ist.

Wenigstens eine Zeitung wagt leisen Widerspruch: Kein Vergleich zu vorher: Enttäuschte Wirte, vorsichtige Gäste
Das erste Wochenende, an dem Lokale wieder geöffnet haben durften, war ernüchternd, so die Gastronomen, die von Umsatzrückgängen bis zu 80 Prozent berichten.
Die Presse

WIEN: Ein kurzer Blick auf Meyer, Furlanetto, Unterreiner ….. wieder speisend im Ristorante SOLE 

Aki Nuredini, Dominique Meyer. Foto: Sole

Wie vertreiben sich die Musiker der Wiener Staatsoper, immer noch in Corona-Kurzarbeit geschickt  – soll heißen: keine Aufführungen, keine Proben – in diesen Tagen ihre Zeit. „Üben, üben, üben ….“, darf man ihm dies auch glauben? „Ja, üben und sich verbessern!“, beteuert Philharmoniker-Tubist und Organisator des Philharmoniker-Balls Paul Halwax. Gemütlich sitzt er bei der Wiederaufnahme des Restaurantbetriebes im Schanigarten des Ristorante SOLE, dem Künstlertreff, dem Stammlokal so mancher Opern- und Kunstfreunde  und Gleichgesinnter in der Wiener Annagasse. Es läuft wieder an, es läuft langsam an. Hier zwar, doch noch nicht in der Wiener Staatsoper ….. allerdings, als kleiner Lichtblick: Unter der neuen Leitung sollte es am 16. September den ersehnten Saisonstart geben. 

Gleich zum allerersten Mittagsmahl hat sich Dominique Meyer mit Sohn Nicolas im SOLE eingefunden. Der scheidende Opernchef, vor dem Sprung an die ebenfalls geschlossene Mailänder Scala noch etwas einsam in seinem Wiener Büro residierend, zählt zu den Freunden des Hauses: „E tornato il SOLE!“ – die Sonne ist zurück gekehrt, wurde von ihm auf Instagram gemeldet. Und der Reihe nach haben sich die singenden Gäste des Hauses eingestellt. Durcheinander gewirbelt: Etwa Stammgast Ferruccio Furlanetto („Es fehlt mir die Musik“) oder Clemens Unterreiner („Mein erster Weg – in das Sole!“). Mit MNS-Schutzmasken in den Händen: Als munterer Werbender für die Aktion ‘Hilfstöne Maske‘ verkauft er solche zugunsten für durch die Krise in Not geratene Sänger und arbeitlose Musiker.

Günter Rhomberg, langjähriger Bregenzer Festspiele-Präsident und helfender Berater in all den Wiener Theaterkrisen, von der ‚Josefstadt‘ zum Burgtheater, spendet dem Hausherrn Aki Nuredini großes Lob: „Chef Aki hat eine Funktion. SOLE ist ein Ort der Menschlichkeit und der Kommunikation – mit kultivierten Menschen aller Fraktionen.

Und Architekt Hermann Czech, genießend mit Gattin, begann während der neunwöchigen Sperre das von seinem verstorbenen Kollege Johannes Spalt gestylte Lokal dessen Intentionen folgend zu renovieren. Verleger Christian Brandstätter hält den italienischen Speisen in der Annagasse ebenso die Treue wie der Sohn von Klavierhumorist Hermann Leopoldi und Helly Möslein, Ronald Leopoldi – sehr dezent  werbend für das neue Büchlein über den „Kleinen Café in Hernals“-Komponisten und die „Wiener Bonbons“-Dokumentations-CD. Und auch Damen der ‚Freunde der Wiener Staatsoper‘ fanden sich gleich am ersten SOLE-Abend ein. Scheinen aber etwas verunsichert zu sein: Wie geht es weiter….? Ein neu konstituierter Freundeskreis der Staatsoper unter der Führung von der Gattin von Bo Skovhus, der früheren Leiterin des Karajan-Centrums, scheint im Moment etwas zu irritieren.

Und nochmals zu dem kräftig die Tuba blasenden Philharmoniker Paul Halwax und seiner überaus edel die Gambe streichenden Gattin Maddalena Del Gobbo. Diese hat in den Corona-Tagen gemeinsam mit befreundeten Künstlern den musikalischen ‚Afternoon Tea with Maddalena‘ ins Netz gestellt. Doch wann wird Halwax selbst wieder mit seinen Kollgen vor Publikum treten können? „Wir Philharmoniker wissen nichts – hoffen aber doch noch auf die Salzburger Festspiele!“ 

M.R.

ONLINE-MERKER: „KONZERT STRENG NACH VORSCHRIFT“ AM DONNERSTAG, 28.5. um 19,30 h

Limitierte Besucherzahl, Mundschutz für Besucher!

Anmeldungen bitte per Mail (nicht per Telefon)

info@der-neue-merker.at

 

 

 

Margarita Gritskova, Maria Prinz

  • Erschienen am 08.05.20 bei Naxos

Veranstaltung in der Merker Galerie (Präsentation der Prokofjew CD. Programm mit Moderation, Vortragen der Texte der Lieder auf Deutsch und natürlich Vortrag der Lieder in Originalsprache)

Kurzparkzone vor der Galerie bis 19 h – deswegen ab 19 h  kein Parkproblem. Ich würde an Ihrer Stelle aber trotzdem besser mit der U6 (Bahnhof Meidling) oder mit dem 62er (Philadelphiabrücke) kommen

Im Zuge des Konzerts sind auch die laufenden Ausstellungen unserer Galerie zu besichtigen

Deutschland
Kulturminister wollen Theater etappenweise öffnen. Eckpunkte für Öffnungsstrategien definiert
Für mehr kulturelles Leben in der Corona-Krise haben sich die Kulturminister von Bund und Ländern auf gemeinsame Eckpunkte verständigt. In einem sechsseitigen Konzept für Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Regierungschefs der Länder spricht sich die Ministerrunde für „eine planvolle Öffnung weiterer kultureller Einrichtungen und Aktivitäten“ aus.
BR-Klassik

Es gibt aber auch Festspiele/ Theater, die spielen da nicht mit. Irgendwann hört sich der Spaß auf: Bregenz hat klar entschieden, Salzburg eiert herum.

Und Bad Ischl sagt ab. Unter allen Umständen wollen und können die nicht spielen. Andernfalls kann der Masseverwalter gleich sein Büro in der Kaiserstadt eröffnen!

LEHÁR FESTIVAL BAD ISCHL 2020 sagt alle Veranstaltungen ab!

Die Festspielleitung: Mit größtem Bedauern müssen wir  mitteilen, dass auf Grund der aktuellen Situation und den daraus resultierenden Vorgaben der österreichischen Bundesregierung alle Veranstaltungen des Lehár Festivals 2020 abgesagt werden müssen.

 Natürlich ist diese Absage sehr schmerzlich, aber es freut uns, Ihnen mitzuteilen, dass Sie keine der Veranstaltungen versäumen werden. Wir können Ihnen jetzt schon den Spielplan für das kommende Jahr präsentieren!

 

2021 findet sogar das 60jährige Jubiläum des Festivals statt.
Das wollen und werden wir mit Ihnen groß feiern!

Franz Lehár hat wohl viel erlebt – und erzählt das in einem langen Video. So etwas wie die aktuelles Situation hat er freilich nicht erlebt!

Bitte untenstehenden Link anklicken

FRANZ LEHÁR SPIELT UND ERZÄHLT AUS SEINEM LEBEN

Metropolitan Opera’s 2020-21 New Productions Possibly “Jeopardized’
The Metropolitan Opera’s 2020-21 season may not include new productions.
https://operawire.com/metropolitan-operas-2020-21-new-productions-possibly

Streams
The Metropolitan Opera is streaming a new slate of full operas for free every night this week
https://www.timeout.com/newyork/news/the-metropolitan-opera-is-streaming-a-new

Wien/ Staatsballett: Wien
Eine Primaballerina im Home-Office
Liudmila Konovalova trainiert auch daheim täglich: „Man geht immer noch weiter, um sich zu verbessern und dem Publikum die Schönheit und Leichtigkeit dieses Berufes zu übermitteln. Dafür muss man sich auch quälen.“
https://www.diepresse.com/5815086/eine-primaballerina-im-home-office

Film

 

Französische Filmlegende Michel Piccoli mit 94 Jahren gestorben
Mit seinen markanten, nie ganz entschlüsselbaren Figuren prägte er jahrzehntelang das europäische Kino. Oftmals spielte er an der Seite von Romy Schneider
Der Standard

Michel Piccoli gestorben: Giftmischer und Papst
Die große französische Schauspiel-Ikone Michel Piccoli („Die Verachtung“) ist im Alter von 94 Jahren gestorben
Kurier

Glosse: „Theater und andere Freudenhäuser“
Wie Lockerung für die Kultur real aussieht – eine entsprechende Änderung der Bundesverordnung ist seit 15. Mai in Kraft – hat die IG-Kultur zusammengeschrieben. Es ist höchst ernüchternd. Wieder einmal bestätigt sich, dass die Kultur in der derzeitigen Bundesregierung keine Sympathisanten, geschweige denn Fürsprecher hat.

Reinhard Kriechbaum formuliert treffend auf „DrehpunktKultur: An Stelle sechs der Auflistung finden sich „Einrichtungen zur Ausübung der Prostitution“, dicht gefolgt (Punkt sieben) von „ Theatern, Konzertsälen und -arenen, Kinos, Varietees und Kabaretts“. Tanzschulen und Schaubergwerke firmieren noch deutlich vor den Bordellen, weiter hinten kommen Paintballanlagen, Museumsbahnen und „Ausflugsschiffe im Gelegenheitsverkehr“. Der Gesetzgeber denkt wirklich an alles.
DrehpunktKultur

Machen Sie sich selbst einen schönen Tag, verlassen Sie sich auf niemand! Würden Sie sich verlassen,  wären Sie nämlich verlassen!

A.C.

 

 

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