Online Merker Logo

Die internationale Kulturplattform

19. MÄRZ 2022 – Samstag

19.03.2022 | Tageskommentar

 

Wiener Staatsoper: VOR DER WOZZECK-PREMIERE

Anja Kampe im Staatsopern-Interview: „Marie ist die pure Einsamkeit“

Es gibt von Adorno den bekannten Satz, dass Bergs Musik ein Bild des Verschwindens sei, eine Komplizität mit dem Tod habe. Das hat auch Regisseur Simon Stone zu Probenbeginn so ähnlich beschrieben. Empfinden auch Sie Wozzeck als ein laufendes Dunklerwerden ohne Ausweg?

Anja Kampe: Ja, das Stück zielt ohne Zweifel aufs Dunkle. Das ist im menschlichen und sozialen Leid Wozzecks unübersehbar, ebenso im Schicksal Maries…. (weiterlesen in der Webseite der Wiener Staatsoper (Link unten)

Karten für die Premiere

Zum Interview, entnommen der Webseite der Wiener Staatsoper

Informationen und Karten

Kind der Opernschule und Anja Kampe. Proben-Foto: Wiener Staataoper/ Michael Pöhn

Wien
Das Spiegel-Kabinettstück des Hans Neuenfels: Die Entführung aus dem Serail in Wien
bachtrack.com.de

Salzburg/ Osterfestspiele
Intendant Nikolaus Bachler geht 2023 bei den Osterfestspielen Salzburg neue Wege
Neben Klassik-Stars wie Jonas Kaufmann und Elīna Garanča setzt er auch auf Elektro-Musik.
von Jürgen Pathy
https://klassik-begeistert.de/35700-2/

KÜNSTLERSEKRETARIATS-CHEF PROF. CHRISTIAN BUCHMANN ERWECKT DAS  PROJEKT   „MUSICIANS  FOR PEACE  ORCHESTRA“    MUSIKER  FÜR FRIEDENS ORCHESTER ZUM LEBEN!

Prof. Christian Buchmann. Foto: Künstlersekretariat

Zitat Buchmann: …Seit Tagen aber drängt sich in mir mehr und mehr ein innerer Zustand der Traurigkeit auf, auch ein Zustand der Angst, zugegebener Maßen. Ich beobachte, dass alles, wirklich alles, durch den schrecklichen Krieg überschattet wird. Fürchterlich, grauenhaft und undenkbar überschattet. Undenkbar. Und dann sehe ich all unsere Kinder und die Welt, in der sie erwachsen werden sollen. Im Moment besteht eine gute Chance dafür, dass es keine besonders schöne Welt werden könnte.

Ich sehe, dass die Last, die durch die im 10-Minuten-Takt durch die Presse gepeitschten (und von mir leider aktiv konsumierten!) Einzelmeinungen von Politikern und Experten entsteht, wieder und wieder von mir in dem Moment als die einzig gültige weltweite Realität wahrgenommen wird. Bis zur nächsten, 10 Minuten später in die ganze Welt (ausgenommen Russland) kolportierten Einzelmeinung eines weiteren Politikers oder Experten, die dann wieder entweder zur Hoffnung oder zur Verzweiflung wird. Wie krank mich das macht. Seelisch krank…

...Vor allem aber, und das ist mir ein großes Anliegen, möchte ich zumindest für meinen Bereich verhindern, dass Menschen, die gegen den Krieg sind, Menschen, die NICHTS dafürkönnen, wo sie geboren wurden, nun für den Krieg und den Wahnsinn mitverantwortlich gemacht werden, indem sie von Festivals, Wettbewerben, sportlichen Veranstaltungen und Konzerten ausgeladen werden.

Ich möchte gerne wissen, wie die, die entscheiden, eine/n Künstler/in oder Sportler/in auszuladen, weil sie oder er in Russland geboren wurde, wie die danach imstande sein werden, diesen ausgeladenen Menschen jemals wieder zu begegnen. Darauf habe ich keine Antwort. Ich habe den Eindruck, das passiert aus einem unüberlegten Herdentrieb heraus, und man hat keine Vorstellung, welcher Schaden damit angerichtet wird. Es scheint Mode geworden zu sein. Sozusagen „zur Sicherheit“.

Allerdings und zum Glück kann ich persönlich etwas dagegen tun. Ich habe alle unsere russischen Künstler, die wir für eine Zusammenarbeit lediglich vorgemerkt hatten, nun sofort fix bestätigt. Nicht als politisches Statement, sondern als gerechtes, richtiges und intelligentes, menschliches Handeln. Und aus Prinzip.De-Eskalation und Eskalation passieren auf jedem Niveau. Beginnen wir bei jedem einzelnen, Ich möchte nicht etwas beobachten, etwas als völlig absurd empfinden (was ich nämlich tue) und am Ende selbst mitmachen. Die Macht der Masse hat ein unglaubliches Gewicht.

Am Sonntag werden Wiener Musiker in der Stadthalle gemeinsam mit großen Stars spielen, um die Kriegsopfer finanziell zu unterstützen. Alle machen das kostenlos. Und sinnvoller könnte meine Aufgabe nicht gewesen sein, das „Musicians for Peace Orchestra“ zum Leben zu erwecken. Ich bewundere alle und bin allen dankbar, die ansatzlos entschieden haben, zu helfen und aktiv mitzumachen. All diese Menschen sind kommenden Sonntag in der Stadthalle und auf ORFIII zu erleben…

Zitat Ende! Die Buchmann-Meinung können Sie vollinhaltlich in unseren „Infos des Tages“ lesen.

Vieles von dieser Meinung könnte ich unterschreiben! Wie kann ein Theatermanager jemand in die Augen schauen, den er zuvor aus rein opportunistischen Gründen, einem Herdentrieb folgend,  die Verträge aufgekündigt hat?

Leider gibt es in dieser Branche viel zu viele „Bücklinge“, Geknechtete, die in ihrem Tun nicht frei sind und sich nach außen hin als große Macher aufspielen. Diese Menschen bedaure ich,  deren Haltung verachte ich. Ich bin stolz darauf, dass ich noch nie in meinem ganzen Leben vor einem Menschen den Rücken gebeugt habe („Kunststück“ werden Sie sagen, bei meiner Größe von 1,70 Meter wäre ich dann eine Grube). Diese Haltung werde ich auch an meine Enkel weitergeben: „Kein Mensch ist es wert, dass Du Dich vor ihm kleiner machst, als Du bist“. 

Eines ist klar: In unserer Online-Galerie haben wir nun ein Klavier, auf dem sogar Rachmaninow gespielt werden kann. Nach den Coronabehinderungen können dort sowohl russische wie auch ukrainische Künstler auftreten!/ veranstalten.

FOYER-Newsletter: Die glorreichen Drei- Streamempfehlungen der Woche

Der „Peter Grimes“-Stream der Bayerischen Staatsoper steht on demand
Anschauen

TTT ist zudem auf Youtube fündig geworden, noch dazu mit deutschen Untertiteln: https://www.youtube.com/watch?v=gvjbn-AEMaA

Winterreise 1827
Samuel Hasselhorn und Daniel Heide
Liebe, Enttäuschung, Ohnmacht und Resignation: Schuberts tief unter die Haut gehender Liederzyklus in der Interpretation des jungen deutschen Baritons Samuel Hasselhorn mit Daniel Heide am Klavier
Eine erschütterte Seele findet ihren Spiegel in einer froststarren Naturlandschaft! Franz Schuberts „Winterreise“ ist der wohl bekannteste und beliebteste Liederzyklus der deutschen Musikgeschichte und basiert auf Gedichten des Dessauer Dichters Wilhelm Müller aus dem Jahr 1824. Schubert selbst kündigte sein Werk als einen Kreis „schauerlicher Lieder“ an. Es ist eine Musik des Abschieds: Der Wanderer…
In der Mediathek verfügbar bis 13. März 2023

Anschauen

Traum von Ungarn


Barbara Hannigan

Orchestre Philharmonique de Radio France | Barbara Hannigan
Wildes Temperament und geradezu verstörende Intensität: Das Konzert mit der atemberaubenden Dirigentin und Sängerin Barbara Hannigan feiert die Seele Ungarns
Ein musikalischer „Traum von Ungarn“: Die Star-Sopranistin und Dirigentin Barbara Hannigan führt das Pariser Rundfunkorchester Orchestre Philharmonique de Radio France durch die ungarische Musikgeschichte des 20. Jahrhunderts. Mit Interpretationen von Bartók über Ligeti bis hin zu Kurtág stellt Hannigan ihr Talent unter Beweis und überzeugt dabei nicht nur als Dirigentin, sondern auch als Sängerin. Das…

Anschauen

Ein Film über den Heldentenor John Treleaven, den sein Sohn Lawrence Richards, professioneller Filmer, gemacht hat:

John Treleaven. Foto: Monika Werneke

Am 13. APRIL 2022 startet meine mehrfach ausgezeichnete Dokumentation SON OF CORNWALL in den Deutschen Kinos. Es ist ein sehr persönlicher Film geworden, in dessen Verlauf mein Vater John Treleaven und ich uns auf eine Reise in die Vergangenheit begeben. Gemeinsam blicken wir auf die Stationen seiner außergewöhnlichen Karriere zurück und holen dabei einiges von unserem früher verpassten Familienleben nach. Dabei werden auf sehr intime Weise auch die Schattenseiten einer erfolgreichen Künstlerkarriere thematisiert.

13/4/22, Stuttgart, Atelier am Bollwerk, 18.00 Uhr https://arthaus-kino.de/unsere-kinos/atelier-am-bollwerk/
14/4/22, Tübingen, Arsenal, 18:00 Uhr http://www.arsenalkinos.de/
15/4/22, Wiesbaden, Caligari, 20.00 Uhr https://www.wiesbaden.de/microsite/caligari/index.php
16/4/22, Weiterstadt, Kommunales Kino, 18.00 Uhr https://www.kino-weiterstadt.de
17/4/22, Lich, Traumstern, 12.00 Uhr http://www.kino-traumstern.de/
18/4/22, Luxor Heidelberg 19:00 Uhr https://www.luxor-kino.de/heidelberg
19/4/22, Mainz Capitol 19.30 Uhr https://www.programmkinos-mainz.de/
20/4/22, Karlsruhe Kinemathek, 18:30 Uhr https://kinemathek-karlsruhe.de/
21/4/22, Cinéma Frankfurt, 18:00 https://www.arthouse-kinos.de/

Sieglinde Pfabigan

München: Rote Laterne“ im Prinzregententheater: Die vier Frauen des Herrn Chen
Prinzregententheater: Der Komponist Christian Jost über seine Oper „Rote Laterne“.
Münchner Abendzeitung.de

Halle
Liebe, Hass und Ausgrenzung: die Oper „Manru“ feiert Premiere in Halle
MDR.de

Zürich
Opernhaus: Heldin unserer Herzen ist die betagte Dame (Bezahlartikel
David Marton beschert der Zürcher Oper mit «L’Olimpiade» eine der unkonventionellsten Regiearbeiten seit Jahren.
NeueZürcherZeitung

Buchbesprechung

 

Christine Fornoff-Petrowski: KÜNSTLER-EHE
Ein Phänomen der bürgerlichen Musikkultur
468 Seiten, |Böhlau Verlag, 2021

Was sie sich eigentlich einbilde, wies Gustav Mahler seine Braut Alma Schindler zurecht, die „auch“ komponieren wollte. Ein „componierendes Ehepaar“ bedeutete nicht nur ein „eigentümliches Rivalitätsverhältnis“, sondern hielte sie auch von dem ab, was ihre Hauptaufgabe sein sollte, nämlich ihm „die Kleinigkeiten des Lebens ab(zu)nehmen“….

Es ist dies einer der berühmtesten Briefe zu dem Thema „Künstlerehe“ und spricht gleich viele Punkte an, die dann in dem Buch von Christine Fornoff-Petrowski ausführlich behandelt werden.

Vorausgeschickt: Es handelt sich um die Dissertation der Autorin,  die sie 2020 an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg eingereicht hat und ist folglich keine leichte Lektüre über ein Thema, das sich in der Populärliteratur durchaus der Beliebtheit erfreut. Darum befasst sie sich auch nicht mit den prominentesten Vertretern der „Künstlerehe“, die sie auf die Musik beschränkt, denn zu Alma und Gustav Mahler, zu Clara und Robert Schumann ist wohl schon genug gesagt worden…

Zur Buchbesprechung von Renate Wagner

Banksy-Kunstwerk für 500.000 Dollar in den USA versteigert
Ein Werk des britischen Street-Art-Künstlers Banksy ist in Kalifornien für 500.000 Dollar (über 450.000 Euro) versteigert worden. Nach Mitteilung des Auktionshauses Julien’s am Donnerstag lag der erzielte Preis für die Graffiti-Kunst „Bomb Middle England“ damit weit über dem Schätzpreis von 200.000 bis 300.000 Dollar. Der Käufer wolle anonym bleiben, hieß es.
SalzburgerNachrichten

Aktuelles aus der „Neuen Zürcher Zeitung“

Wie Russland den wirtschaftlichen Kollaps zu verhindern versucht: Die wirtschaftlichen Sanktionen treffen Russland hart. Um der Gefahr eines raschen Kapitalabflusses entgegenzuwirken, hat das Land diverse Kapitalverkehrskontrollen und Gegensanktionen erlassen. Ein Überblick über die wichtigsten Massnahmen.
Zum Bericht
Die USA tragen bei der Verteidigung Osteuropas die Hauptlast: In der Luft, am Boden und auf dem Meer hat die Nato einen Riegel zwischen sich und Russland geschoben. Ein Blick auf die eingesetzten Truppen verdeutlicht die Abhängigkeit Europas von den USA.
Zum Bericht
Warum viele Araber Wladimir Putin lieben: In Europa löst der russische Präsident mit seinem Angriffskrieg gegen die Ukraine Fassungslosigkeit und Empörung aus. Im Nahen Osten hingegen gilt Wladimir Putin vielen als Held. Sie bewundern ihn dafür, dass er gegen den verhassten Westen kämpft.
Zum Bericht
 Belgien will Atomausstieg um zehn Jahre verschieben: Das nahe der deutschen Grenze gelegene Kernkraftwerk Tihange 3 sowie das bei Antwerpen gelegene Kernkraftwerk Doel 4 sollen so bis mindestens Ende 2035 weiterlaufen können. Dadurch soll die Energiesicherheit in Belgien gewährleistet werden. Dabei spielen auch der Krieg in der Ukraine und die zuletzt stark angestiegenen Energiepreisen eine Rolle.
Zum Bericht
Warum die Börsenkurse in der letzten Woche trotz anhaltendem Krieg gestiegen sind: An Nachrichten mit negativen wirtschaftlichen Folgen herrscht derzeit wahrlich kein Mangel. In der Ukraine wütet ein brutaler Krieg, die Inflationsraten sind in vielen Ländern sehr hoch, und in China steigen die Corona-Infektionen. Vor diesem Hintergrund ist es erstaunlich, dass die Börsen in der vergangenen Woche deutliche Kursgewinne erzielt haben. Das hat unter anderem mit einem Entscheid der US-Notenbank zu tun, die Leitzinsen anzuheben.
Zum Bericht
«Zwischenfall» mit US-Militärflugzeug bei Übungsmanöver in Norwegen: Rettungsteams suchen in Norwegen nach einem möglicherweise abgestürzten Flugzeug der US-Luftwaffe, das an einer Militärübung von Nato-Staaten teilgenommen hat. An Bord seien vier Marinesoldaten gewesen, berichteten amerikanische Medien.
Zum Bericht

GIS-Abmeldungen stiegen deutlich – ORF untersucht Motive
ORF will GIS für Streaming bei Höchstgericht erwirken. 2022 begann für den neuen ORF-General Roland Weißmann mit einem Warnsignal: Im Jänner und Februar meldeten sich ungewöhnlich viele Menschen von der GIS ab, berichtete der General diese Woche seinen Stiftungsräten.
DerStandard.at

Mich wundert das nicht, bei diesem Propagandafunk!

Doch Verschärfungen in Österreich: Maskenpflicht in Innenräumen kehrt zurück
Groß ist der Druck der Fachleute und auch der Infektionszahlen geworden: Am Freitag hat Gesundheitsminister Johannes Rauch (Grüne) Abstand davon genommen, derzeit ohne Verschärfungen durch die Omikron-Welle zu kommen. Nun wird nächste Woche die Maskenpflicht in Innenräumen wieder eingeführt. Damit in den Spitälern der Betrieb aufrechterhalten werden kann, sollen auch die Quarantäneregeln für Erkrankte gelockert werden.
https://orf.at/stories/3254298/

Deutschland/ Fußball
Hertha BSC: Die verschwundenen 374 Millionen
Mit ihrem Investor Lars Windhorst wollte Hertha BSC ein Spitzenclub werden. Mittlerweile gilt sie als bestes Beispiel dafür, wie schnell sich Geld vernichten lässt.

Es war nur ein kurzer Satz, der doch sehr viel verriet über dieses Fußballunternehmen, das Hertha BSC inzwischen ist. „Die wirtschaftliche Situation ist, wie sie ist“, sagte der Sportvorstand Fredi Bobic, als es um mögliche Transfers aus der russischen Liga ging, die dann aufgrund eines Vetos der Deutschen Fußball Liga doch nicht möglich waren. Wären sie es, hätte Hertha trotzdem nicht einfach so zugreifen können. Der Verein hat kein Geld. Er ist sogar so abgebrannt, dass er beim Bund Corona-Hilfen beantragen musste und knapp sieben Millionen Euro bewilligt bekam. Von Sebastian Stier
Die Zeit.de

Ich glaube nicht, dass in Österreich ein Fußball-Proficlub Geld aus dem Corona-Hilfsfonds bekommt, schon gar nicht, wenn er binnen kürzester Zeit 374 Millionen in den Sand gesetzt hat, trotzdem gegen den Abstieg kämpft und sich nun einen Trainer als Messias geholt hat, der in Österreich von Admira-Wacker geschasst wurde (als sogenannter „Sportdirektor“). Wenn sich die deutschen Steuerzahler das gefallen lassen, ist es ihre Sache.

Zum Glück ist dasnicht mein Bier, bei mir haben die Finanzen immer gestimmt! !

Ich wünsche ein schönes Wochenende

A.C.

 

Diese Seite drucken