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19. März 2020 – Donnerstag

19.03.2020 | Tageskommentar

„Hausarrest“: Hausputz ist angesagt! Aleksandra Kurzak und Roberto Alagna wechseln die Vorhänge aus
Foto: Instagram

WIEN/ Franziskanerplatz/ „Netrebko-Haus“ – Schauen Sie sich das Video an. Wien menschenleer!

Hier geht Anna N. ein uns aus. Klicken Sie den unteren Link zum Video an

Kein Autogramjäger weit und breit, was ist das für eine verrückte Zeit! Machen Sie mit Anna Netrebko das Haustor auf und schauen Sie, was die Diva zu Gesicht bekommt (Link unten)

ZU INSTAGRAM/ – VIDEO

Es kommt aber auch darauf an, zu welcher Uhrzeit das Video gemacht wurde. Um 6 h wird man in der City wohl niemand sehen!

Es wird Zeit, dass wieder normale Zustände einkehren!

Die Wiener Staatsoper trauert um Ernst Dunshirn
Das Haus am Ring trauert um seinen ehemaligen Chordirektor und geschätzten Kollegen Prof. Ernst Dunshirn, der am Dienstag, 17. März 2020 nach langer Krankheit im Alter von 85 Jahren in Wien verstorben ist.
Die Staatsopernfamilie drückt seiner Ehefrau Donna Ellen, die seit vielen Jahren Ensemblemitglied des Hauses ist, sowie den beiden Töchtern Katharina und Christina ihre tiefste Anteilnahme aus.

Streams – die stillen Stars in der Krise
… Top-Häuser wie die Metropolitan Opera (Met) in New York, das Royal Opera House (ROH) in London, die Opéra National de Paris, die Wiener Staatsoper, das Teatro alla Scala in Milano, die Bayerische Staatsoper und die Staatsoper Unter den Linden in Berlin machen es vor: Kostenlose Streams sind die stillen Stars in der Krise… Zuhause rein in den Sessel und aus der fernen Welt feinste Klänge vernehmen…
Klassik-begeistert

Was mich betrifft, mache ich mir freilich andere Sorgen, die Welt ist nicht Theater und Oper. Ich fürchte um die Wirtschaft. Mein Nachbar, ein Araber und geschäftstüchtiger „Patrone“ in der Meidlinger Hauptstraße (Gastronomie), hat am Montag gleich 20 Mitarbeiter entlassen. Die Leute werden wieder aufgenommen, wenn die Regierung zur Vernunft gekommen ist. Wie das unsere Regierenden auf Dauer abfedern wollen, schaue ich mir mal an – aber nicht vor einem Streamingportal. 

Mit Streams werden wir derzeit überschwemmt. Die Opernhäuser überbieten einander mit kostenlosen Angeboten. Derzeit noch kostenlos, damit die Leute auf den Geschmack kommen! Auf Dauer wird einem in dieser Welt nichts geschenkt. Alter Spruch meiner Familie: „Wir sind nicht so reich, um billig kaufen zu können!“. Dass Dominique Meyer, der seine Streams in normalen Zeiten gegen Bares anbietet, zum großen Visionär wird, hätte ich nie vermutet.  Bei seinem Programm ist mir das nicht aufgefallen!

In diesem Zusammenhang ist folgende Meldung interessant:

Das Ende des Kinos, wie wir es kennen
Universal Pictures wird in den USA ab Freitag als erstes Filmstudio seine Kinofilme via Stream anbieten. Folgen weitere?
Wiener Zeitung

Übrigens, mit der Pariser Manon gab es in Österreich Schwierigkeiten. Die Pariser Oper wusste nicht, dass Österreich noch in Europa liegt. Sie will das für künftige Streams ändern, auf Facebook können Sie Manon aber bis zum Sonntag noch abrufen.

Waldemar Kamer schreibt aus Paris:

Die Pariser Oper kündigt an, dass ihre Streams auf operadeparis.fr und france.tvculturebox « in der ganzen Welt » zu sehen sein werden.

Aber unten steht klein gedruckt :

Certaines de ces captations font l’objet d’un géo-blocage pour certains territoires, les droits de diffusion nécessaires n’ayant pu être libérés à ce jour. L’Opéra national de Paris poursuit ses efforts pour élargir la zone de diffusion.

Übersetzung : „Gewisse Übertragungen sind geoblockiert, weil die Senderechte noch nicht befreit werden konnten. Die Opéra National de Paris tut alles was möglich ist, um die Sende-Zone zu vergrössern » 

Das betrifft leider den allersten Stream « Manon », wo deutlich steht « nur in Frankreich ».

https://www.facebook.com/watch/?v=593449231252748

Den Tcherniakov-Tristan aus Berlin (Kampe, Schager) habe ich mir noch in der Nacht angesehen und bin begeistert. Wie wäre ich ohne Corona-Krise zu diesem Stream gekommen?  Wien bietet da harte Landungen an – den „Bechtolf-Ring“. Wie man zu den angeboteten Met „Uralt-Streams“ kommt, überfordert einige unserer Leser un leider auch mich. Einige Links stehen im Forum, wenn Sie noch weitere finden, stellen Sie diese bitte in das Forum zur freien Entnahme!

Einige Nachrichten, die Hoffnung machen:

Für Sie in den Zeitungen gefunden: Die DONNERSTAG-PRESSE – 19. MÄRZ 2020

Bayreuther Festspiele sollen trotz Corona-Virus stattfinden
Man sei voller Optimismus, dass sich die Situation bessert, teilten die Festspiele mit. Eine Absage wäre ein „Supergau“. Der Online-Sofortkauf der Tickets werde aber sicherheitshalber von Ende März auf Ende Mai verschoben. Das Festival soll vom 25. Juli bis zum 30. August stattfinden.
https://www.deutschlandfunk.de/covid-19-bayreuther-festspiele-sollen-trotz-coronavirus.2849

Wien
Konzerthaus 20/21: „Es wird eine Zeit danach geben“
600 Veranstaltungen in 64 Abozyklen, Konzerte werden wegen aktuellen Ausfällen in der kommenden Saison nachgeholt, die neue Saison startet früher.
Wiener Zeitung

München
Bayerische Staatsoper A bissl was geht immer
Die Staatsoper streicht den Stream eines Akademiekonzerts und überträgt stattdessen Lieder mit Christian Gerhaher, Beethoven mit Igor Levit und ein Quartett von Mozart
Münchner Abendzeitung

 

Das Theater an der Wien sagt zwei hochinteressante Produktionen ab

DER FEURIGE ENGEL von Sergei Prokofjew hätte am 16. April in einer Inszenierung von Andrea Breth Premiere haben sollen. Die Künstler haben bereits geprobt, nun wurden sie nach Hause geschickt

Auch die NORMA-Premiere am 15. Mai 2020 ist von den Absagen betroffen. In der Titelrolle war Asmik Grigorian angestzt.Nicht nur die Premiere, sondern auch die TV-Aufzeichnung im Rahmen der Kooperation der Vereinigten Bühnen Wien mit UNITEL und dem ORF wird nun nicht stattfinden können.

Dafür sehen wir morgen im TV die „Fidelio-Neuinszenierung von Oscar-Preisträger Christoph Waltz

„Fidelio“, ein Treppen-Drama. Was geschieht nun mit der Dekoration, wer kauft die? Foto: Monika Rittershaus

Tags darauf sehen wir den Berliner „Heller-Rosenkavalier“ mit Nylund und Groissböck. Der Bass ist derzeit unfreiwillig daheim und hilft seiner Tochter bei den Hausaufgaben! Bei der Ausstrahlung wird er sich wohl denken, dass zum Zeitpunkt der Aufnahme die Welt noch in Ordnung war – und das ist erst ein Monat her!

JONAS KAUFMANN UND ANJA HARTEROS WERBEN AUF INSTGRAM  FÜR „TRISTAN UND ISOLDE“

 

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Nostalgie: Antonietta Stella, Ettore Bastianini zwei seiner Lieblinge aus der intensiven Stehplatzzeit von Fritz Krammer!

Trovatore in Mailand

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Absage Schwetzinger SWR Festspiele 2020

Aufgrund der Verordnung der Landesregierung über infektionsschützende Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Virus SARS-Cov-2 (Corona-Verordnung – CoronaVO) vom 16. März 2020 sieht sich die Festspielleitung in Absprache mit den Gesellschaftern der Schwetzinger SWR Festspiele nun gezwungen, die Festspielsaison 2020 komplett abzusagen. Bis zuletzt hatte man auf eine Verbesserung der Situation gehofft, um die Veranstaltungen vom 1. bis 31. Mai durchzuführen. Bereits erworbene Tickets werden rückerstattet.  Ob und wann einzelne Veranstaltungen nachgeholt werden können, wird in Abhängigkeit mit der Pandemieentwicklung geprüft.

GESAMTE OPERN IM RUNDFUNK 19. –23. MÄRZ 2020. Zusammenstellung: Heinrich Schramm-Schiessl

 

19.3. L’ILLE DU REVE (aus München, Aufnahme v. 26.1.) BBC 3-15 Uhr
21.3. LA VILLE MORTE (aus Gothenburg, Aufnahme v. 8.3.) Radio 4Hilversum-19 Uhr
LA CENERENTOLA (aus New York, Aufnahme v. 10.5.2014) ORF Ö1, BBC 3-19.30 Uhr
ERMIONE (aus Neapel, Aufnahme v. 7.11.2019) HR 2-20.04 Uhr
22.3. ORLANDO (aus Wien, Aufnahme v. 8.12.2019) WDR 3-20.4 Uhr

ANMERKUNG: Bayern 4 u. Deutschlandradio geben auf ihren Websides immer noch die Live-Übertragung von Rossinis „La Cenerentola“ aus der MET an, die jedoch in Folge der Schließung des Hauses wegen der Corona-Krise nicht stattfindet.

KRISENPLANSPIEL vor dem Ausbruch von Covid-19

Die Analyse der deutschen Bundesregierung ist längst nicht die einzige Studie, die sich sehr konkret mit der Bedrohung durch ein neuartiges Coronavirus auseinandersetzt. Im Oktober 2019 und damit nur wenige Wochen vor dem Ausbruch von Covid-19 führte die Johns Hopkins Universität gemeinsam mit der Bill-und-Melinda-Gates-Stiftung und dem Weltwirtschaftsforum in New York ein hochrangig besetztes Krisenplanspiel durch, bei dem genau das im Mittelpunkt stand, was die Welt derzeit erlebt: Der Ausbruch eines bisher unbekannten Coronavirus, das die Artengrenze überspringt und sich binnen kurzer Zeit weltweit verbreitet.

Rund 200 Epidemien verzeichne die Weltgesundheitsorganisation jedes Jahr. Es sei „nur eine Frage der Zeit, bis eine davon zu einer globalen Pandemie mit möglichen katastrophalen Folgen werde“, skizzierten die Veranstalter des „Event 201“ die Ausgangslage. Eine solche Pandemie könne laut Studien die Weltwirtschaft rund 0,7 Prozent oder 570 Milliarden des globalen Bruttoinlandsprodukts kosten und Gesundheitssysteme, das Wirtschaftsleben und die Gesellschaft insgesamt schwer beschädigen.

 

Selected moments from the October 18th Event 201 Exercise (Length: ~12 minutes)

https://youtu.be/AoLw-Q8X174

https://twitter.com/search?q=%23event201

Weltärztebund gegen Ausgangssperren
Der Vorstandsvorsitzende des Weltärztebundes, Montgomery, hält Ausgangssperren zur Eindämmung der Corona-Pandemie für falsch. Der deutsche Radiologe verwies gegenüber der „Rheinischen Post“ aus Düsseldorf auf das Beispiel Italien. Dort habe sich die Ausbreitung des Corona-Virus innerhalb des Ausgehverbots überhaupt nicht verlangsamt.
Wer eine solche Maßnahme verhänge, müsse auch sagen, wann und wie er sie wieder aufhebe, meinte Montgomery. Die Pandemie werde uns schließlich noch lange begleiten.
Deutschlandfunk.de

Der Wahnsinn pur!
Österreichs wichtigstes Mobilfunk-Unternehmen hilft der Regierung in der Corona-Krise, die Bewegungen der Bürger zu verfolgen
Durch Analysen von Handy-Daten soll überprüft werden, ob Ausgangsbeschränkungen eingehalten werden. Datenschützer und die Opposition kritisieren, das Vorgehen sei intransparent.
Neue Zürcher Zeitung

Unsere Regierenden wissen zwar nicht, wie sie der Krise Herr werden, aber sie wissen bereits, wie sie Nutzen daraus ziehen und ihr „Volk“ besser kontrollieren können. Das Schlimme daran: Die Leute finden sich damit ab und erachten es als notwenig. Ich bin ein Handy-Muffel und diesbezüglich eher nicht gefährdet, aber Herrn Kurz & Co. geht mein Privatleben so überhaupt nichts an!

Ich wünsche einen schönen Tag!

A.C.

 

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