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19. DEZEMBER 2021 – Sonntag

19.12.2021 | Allgemein, Tageskommentar

München: Christoph Marthaler schafft aus Lehàrs Giuditta ein neues Werk mit musikalischem Mix aus den Werken mehrerer Komponisten . Daniel Behle und Vida Mikneviciute. Foto: Bayerische Staatsoper/Wilfried Hösl

Ein „Tatzeuge“ vermeldet: „Guat is ganga, nix ist gschehn“. Damit will er sagen, dass die pandemiebedingt etwa 550 Besucher das von Marthaler angerichtete „Menü“ gegessen haben, einige mit Begeisterung, angeblich einige auch mit Reklamationen. Aber diese werden den „Küchenchef“ wenig stören, es wäre doch gelacht, wenn sich das Publikum nicht auch in München umerziehen ließe!

Lehárs Operette als szenisches Experiment
19.12.2021 von Franziska Stürz
Franz Lehárs letztes Musiktheaterwerk „Giuditta“ aus dem Jahr 1934 wird mal als „Spieloper“, mal als „Musikalische Komödie“ oder auch als „Operette“ betitelt. An der Bayerischen Staatsoper war das Stück jedenfalls noch nie zu sehen. Am 18. Dezember erlebte „Giuditta“ dort ihre Erstaufführung in einer Fassung von Regisseur Christoph Marthaler, der Lehárs Komposition mit Orchestermusiken und Liedern von seinen Zeitgenossen wie Arnold Schönberg, Erich Wolfgang Korngold oder Dmitri Schostakowitsch durchbricht.
https://www.br-klassik.de/aktuell/news-kritik/bayerische-staatsoper-lehar-giuditta-premiere-kritik-100.html

München/Bayerische Staatsoper
Giuditta – auf neuen Wegen
Ein ganz neues Werk entsteht, das „Giuditta“ lediglich als Anregung benutzt. Neue Wege in Pandemiezeiten
http://www.musik-heute.de/23361/bayerische-staatsoper-mit-giuditta-auf-neuen-wegen/

Die Welterfinderin
Christoph Marthaler inszeniert an der Bayerischen Staatsoper Franz Lehárs Operette „Giuditta“ – und Anna Viebrock macht das Bühnenbild.
Sueddeutsche Zeitung.de

Nachstehender Artrikel gehört nicht zu Giuditta! Oder vielleicht nur am Rande

Kultur in Bayern: In den Bankrott spielen
Die Kulturszene Bayerns will nicht länger schlechter behandelt werden als der Rest der Wirtschaft.
Münchner Abendzeitung.de

GRAZ: VOLLES HAUS BEI DER PERLENFISCHER-PREMIERE

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Andrzej Lampert (Nadir) und Dariusz Perczak (Zurga) im Freundschafts-Duett. Foto: Werner Kmetitsch/ Oper Graz

Die vom 24-jährigen Georges Bizet komponierte Oper wurde bei der Uraufführung 1863 wenig geschätzt, bald vergessen und nach dem Tod des Komponisten erst langsam wiederentdeckt. Dass sie sich bis heute nicht auf Dauer in den Spielplänen etablieren konnte, liegt vor allem am unfertig und roh wirkenden Libretto, das einer gelungenen Umsetzung auf der Bühne im Wege steht. Der Überlieferung nach sollen sich dessen Schöpfer – das eigentlich erfahrene und erfolgreiche Duo Michel Carré und Eugéne Cormon – mit einigem Erschrecken darüber gewundert haben, wieviel gute Musik Georges Bizet zu ihrem in aller Eile und ohne Bedacht zusammengeschusterten Textbuch eingefallen sei.

Das in Graz angetretene Regie-Duo Ben Baur & Beate Vollack vermeidet eine romantisierende Inszenierung der im vorkolonialen Ceylon (heute Sri Lanka) spielenden und tragisch endenden Liebesgeschichte des Jägers Nadir zur Tempeljungfrau Leila. Deren Liebe steht im Schatten der Freundschaft, die Nadir mit dem zum Dorfkaziken aufgestiegenen Zurga verbindet. Um diese im berühmten Duett „Au fond du temple saint“ beschworene Freundschaft nicht zu gefährden, haben Nadir und Zurga einst gelobt, dass keiner mit Leila eine Verbindung eingehen werde…

Am Ende viel Applaus. Dem Publikum hat die neue Opern-Bekanntschaft offensichtlich gefallen. Dass da, wie derzeit überall, wohl auch die Erleichterung und Freude mitspielen, wieder tatsächlich „live“ dabei sein zu können, ist ein weiterer Grund. Manch einer denkt vielleicht auch an die großartig schräge Dschungelcamp- Version von Bizets Die Perlenfischer 2014 am Theater an der Wien, in der burlesken Regie von Lotte de Beer. Aber das ist eine andere Geschichte.

Zum Premierenbericht von Manfred A. Schmid

LADY IN THE DARK – Premiere Volksoper am 18.12.2021

Besucht wurde die Vor-Premiere am 13.12.2021

Lady in the Dark – Trailer | Volksoper Wien - YouTube
Copyright: Wiener Volksoper

Wien gilt, letztlich durch das Wirken von Siegmund Freud, als die Geburtsstadt der Psychoanalyse, aber in keinem anderen Land der Welt ist die Beziehung der Menschen zum Analysten so ausgeprägt wie in den USA. Es gehört(e) fast zum „guten Ton“ zum Analysten zu gehen. Unzählige Bücher und nicht wenige Filme beschäftigen sich auf ernste bis dramatische Art aber durchaus auch mit Heiterkeit mit diesem Thema. Bereits zwei Jahre nach dem Tod von Siegmund Freud wurde 1941 ein Musical zu diesem Thema aus der Taufe gehoben. Es hiess „Lady in the Dark“ und wurde von Moss Hart (Liedertexte: Ira Gershwin) verfasst und die Musik dazu schrieb Kurt Weill, der kongeniale Komponist der Musik zu Werken von Bertolt Brecht („Dreigroschenoper“, „Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny“). Das Werk wurde am 23. Jänner 1941 am Broadway uraufgeführt und brachte es auf 467Aufführungen. Danach verschwand das Werk von den Spielplänen. Im deutschsprachigen Raum wurde es zunächst 1951 in Kassel und 1976 in Lübeck aufgeführt. Zuletzt spielte man es ab Oktober 2011 in der Staatsoper Hannover…

Die Produktion selbst kann durchaus als gelungen angesehen werden, Die Regie Matthias Davids wirkt durchdacht und versucht das Beste aus dem Werk zu machen. Allerdings hätte der Regisseur den Griff zum Rotstift – siehe oben – nicht scheuen dürfen. Die Bühnenbilder von Hans Kudlich sind praktikabel und lassen rasche Verwandlungen zu und die Kostüme von Susanne Hubrich durchaus kleidsam. Ein Lob sei auch der Choreographie von Florian Hurler ausgesprochen, der zumindest versucht hat, etwas Schwung in die Sache zu bringen.

Zusammenfassend kann man sagen, dass die Interpreten durchaus bemüht waren, aber das Werk an sich nicht mehr hergibt.

Zum Bericht von Heinrich Schramm-Schiessl

INSTAG(K)RAMEREIEN – gefunden von Fritz Krammer

Kristina Opolais für TOSCA (Theater an der Wien) in Wien

Hello from gorgeous, freezing Vienna! We have started rehearsals for the new production of Puccini’s Tosca at the Theater an der Wien, and it’s been thrilling to explore this opera with our director Martin Kušej. I can’t wait to share more with you in the coming weeks! Much love, your Kristine …. BRRRRRRRR.

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ZU INSTAGRAM – mit sehr launigem Video

HEUTE IM „PORGY AND BESS“ Riemergasse 11, 1010 Wien

Heute um 11,00 darf mit Publikum !  die Premiere bzw Ur- Aufführung von zwei kammeropern auf Romanes von Adrian Gaspar  im Porgy & Bess stattfinden –

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HEUTE:  WIEN/ EHRBAR-SAAL

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Unser musikalischer Adventkalender Nr. 15
zusammengestellt von TTT

Santana – Posada – Wallfahrt nach Bethlehem
US-amerikanische Latin-Rock-Band, gegründet 1966 Musik/Text Benny Rietveld 2000

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http://www.youtube.com/watch?v=WQhTDgv_Uds

Christmas Songs Of Elvis Presley, 71 Minuten
1935/77, US-amerikansicher Sänger, Musiker, Schauspieler, wichtigster Vertreter der Rock-u. Popkultur “ The King of Rock and Roll‘

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http://www.youtube.com/watch?v=J8Psdi6jcMg

Heute: Gernot Kranner lädt zum Solidaridätskonzert – gegen den Lobautunnel

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Ideal für Kinder ab 3 Jahren – und für alle, die im Herzen jung geblieben sind.

Seit vielen Jahren höre ich Klagen über die Politikverdrossenheit der Jugend.  Jetzt sagt die Jugend endlich mal was – und was ist unsere Antwort? Wir drohen mit Klagen!
Das darf nicht sein!

Ich erkläre mich mit den Forderungen der jungen Leute solidarisch: Die Zeit der Autobahnen ist vorbei!  Finden wir gemeinsam neue Wege aus der Sackgasse!

Zitat Ende

An meine speziellen „politischen Freunde“: Ich unterstütze durch Veröffentlichung auch Veranstaltungen, zu denen ich sicher nicht gehen werde. Da ich mich im Herzen durchaus noch jung fühle, wäre ich eigentlich eingeladen. Anderseits höre ich, dass ein Alternativprojekt in jedem Fall durchgeführt werden muss.

Aber die „enteren Gründ“ sind nicht mein Revier, früher – zu meiner Zeit als Fußballschiedsrichter – bin ich auch durch diese Gegend gekurvt. Heute steht mein Auto meist in der Garage und verkehrstechnisch orientiere ich mich „westlich“ – von Meidling nach Mauerbach und umgekehrt. Zu meinen Lebzeiten wird es sicher keinen „Wienerwaldtunnel“ geben. Im Klartext: Wegen mir muss der Lobautunnel nicht gebaut werden. Aber um mich geht es da nicht!

WIEN / Akademietheater des Burgtheaters:  DIE SCHWERKRAFT DER VERHÄLTNISSE
Nach dem Roman von Marianne Fritz
in einer Fassung von Bastian Kraft
Uraufführung,
Premiere: 18. Dezember 2021 

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Foto: Burgtheater/ Marcella Ruiz-Cruz

Marianne Fritz, das ist zweifellos ein Name in der österreichischen Literatur der Gegenwart. Ob sich auch die Kenntnis von Werken damit verbindet, sei dahin gestellt. Um diese Autorin (1948-2007) wurde nie viel medialer Wirbel gemacht. Die Literaturwissenschaft lobte, die Kollegen und Kolleginnen auch. Vielleicht rückt der schmale, etwas über hundert Seiten lange Roman, mit dem sie 1978 debutierte und der ihr bekanntester blieb, jetzt durch die Burgtheater-Aufführung im Akademietheater so richtig ins Bewusstsein. „Die Schwerkraft der Verhältnisse“ erzählt von einem zerstörten Frauenleben.

Es ist eine Nachkriegsgeschichte, die im fiktiven österreichischen Ort Donaublau spielt. Die schüchterne Berta verliebt sich in Rudolf, der der Richtige für sie gewesen wäre, um das fragile Geschöpf vor dem Leben zu beschützen. Doch er kommt nicht aus dem Krieg zurück. Kamerad Wilhelm, dem er den Auftrag gegeben hat, sich um Berta zu kümmern, heiratet sie, obwohl sie schwanger ist, später bekommen auch die beiden gemeinsam noch en Kind. Scheelen Auges werden sie von Wilhelmine beobachtet, der „guten Freundin“, die von Anfang an Wilhelm für sich selbst beansprucht hätte…

…Das ist keine spektakuläre Geschichte, aber eine starke, und sie wird kunstvoll, aber nicht penetrant artifiziell auf die Bühne gebracht. Die Moral ist eindeutig: Kümmert Euch um die Schwachen. Sie brauchen Hilfe. Da echte Nächstenliebe derzeit nicht eben Konjunktur hat, sollte man der Aufforderung Gehör schenken. Viel beeindruckter Beifall im nicht ganz vollen, aber doch gut besuchten Haus.

Zum Premierenbericht von Renate Wagner

Filme der Woche

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Besuchen Sie Renate Wagners FILMSEITE

Filmstart: 17. Dezember 2021  
WEST SIDE STORY
USA  / 2021, Regie: Steven Spielberg
Mit: Ansel Elgort, Rachel Zegler, Rita Moreno u.a.

Es gibt Dinge, die so unzweifelhaft gelungen sind, dass man sie nach menschlichem Ermessen nicht besser machen kann. Folglich fragt man sich angesichts von so manchem Remake: Warum? Wenn allerdings Steven Spielberg meint, sechzig Jahre seien genügend Abstand, da könne man sich wieder filmisch mit der „West Side Story“ auseinandersetzen, kann man ihm schwer widersprechen.

Allerdings – er wollte sie offenbar nicht neu und anders machen. Sondern noch einmal im gleichen Geist wie damals, als Robert Wise und Jerome Robbins 1961 das Musical von Leonard Bernstein auf die Leinwand brachten. Es war damals das Glanzstück amerikanischen Musik- und Tanztheaters aus den späten fünfziger Jahren, 1957 am Broadway uraufgeführt…

Berührend, wie Rita Moreno, einst die kraftstrotzende Anita der 1961er-Filmfassung, hier als alte Valentina Lebensweisheiten von sich gibt, die man ihr sogar glaubt. Sie schlägt eine Brücke von einst zu heute. Im übrigen wird man die „West Side Story“ von Spielberg als selbstverständlich brillant gemachten (wer würde ihm sein Können absprechen) und wohl bewusst sentimentalen Unterhaltungsfilm mit viel schöner Musik nehmen können. Ein Ereignis wie einstmals – das ist der neue Film nicht.

Zur Filmbesprechung von Renate Wagner

Das Wiener Royal Kammerorchester mit Anna Ryan und Michal Hudak begleiten Sie mit festlichen Konzerten durch Weihnachten und in das Neue Jahr! (Ab 23.12. im Akademischen Gymnasium/Beethovenplatz)

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Imperial-Hall. Foto: Royal-classic

Die Konzerte starten ab dem 23.Dezember und finden täglich im Imperial Hall des Akademischen Gymnasiums am Beethovenplatz 1, 1010 Wien statt.

Beginn 20:00 Uhr.

Werke von Antonio Vivaldi, Wolfgang Amadeus Mozart, Émile Waldteufel, Paul Lincke, Giacomo Puccini, Johann Strauss

Kartenbestellung und nähere Informationen unter: www.royal-classic.at 

TTT Psychosoziales: Psyche beeinflussend, theaterrelevant:
Verachtung – was ist das für ein Gefühl?
… englisch für Verachtung ist „contempt“, aus „con“ = „mit“ und „temptation“, also „Versuchung, Verlockung“. Hochmut und Arroganz sind ein Teil der Verachtung, auch Neid.
https://www.medizin-im-text.de/2021/31625/verachtung-was-ist-das-fuer-ein-gefuehl/

Mückstein verschärft den Weihnachtsverkehr
https://www.krone.at/2584147

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Adventkalender von Prof. Christian Buchmann (Veranstaltungsagentur Buchman)

Ich wünsche einen schönen Tag

A.C.

 

 

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