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19. DEZEMBER 2020 – Samstag

19.12.2020 | Tageskommentar

„Der Rosenkavalier“ unter Philippe Jordan in Wien – er hätte sich ein gerammelt volles Haus verdient.Foto: Johannes Ifkovits/ Wiener Staatsoper

Renate Wagner rezensiert den Stream: Man erinnert sich sehr wohl: Es war vor 15 Jahren, als Ioan Holender dem jungen Philippe Jordan (den er sehr und relativ vergeblich umwarb) eine musikalische Neueinstudierung des „Rosenkavaliers“ anbot – und der Schweizer Hoffnungsträger am Pult durchaus überzeugte. Oder, um es anders auszudrücken: der damals gerade 30jährige „zu den schönsten Hoffnungen berechtigte“, die er allerdings nicht in Wien erfüllen wollte. Hierher kam er nun mit einiger Verspätung – dafür aber immerhin gleich als Musikdirektor (den „General-“, den Welser-Möst noch vor dem Titel hatte und der so viel Gemauschel hervorrief, hat man weggelassen). Und nachdem er sich mit Puccini eingestellt hat (weil die „Butterfly“ nun einmal die erste Premiere war), gibt es für ihn nun wieder eine musikalische Neueinstudierung eben desselben Schenk’schen „Rosenkavaliers“, der wirklich ein Klassiker ist. Im positiven Sinn. In jedem Sinn.

Und gerade in Wien, wo viele Opernfreunde alle Rollen mitsingen können, weiß man, wie teuflisch schwer diese Oper ist, eine Musik, die genau mit dem Text mitgeht, die so viele Nuancen, Brüche, so viele Farben und Stimmungen hat, außerdem so viele evidente Schwierigkeiten – man denke an das Lever bei der Marschallin, an den Wirbel im Wirtshaus, da ist dann neben der Feinheit der Interpretation auch das rein handwerkliche Können gefragt, dass nichts aus dem Ruder läuft…

Günther Groissböck und Erin Morley. Foto: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

Der Abend hieß allerdings nicht „Der Rosenkavalier“, sondern „Ochs von Lerchenau“, was gelegentlich immer wieder passiert, aber selten so deutlich wie diesmal. So sehr wie Günther Groissböck hat lange niemand diese drei Akte beherrscht, wozu auch zu sagen ist, dass er einen stimmlichen Höhepunkt erreicht hat, der ihm jedes bassige Füllhorn (und jeden noch so tiefen Ton) reichlich erlaubt. Das ist auch schön, hat man doch prächtig gespielte „Ochsen“ gesehen, deren Erfahrung mit der Rolle man damit bezahlen musste, dass sie ihnen stimmlich im Hals zerbröselt ist…

…Man kennt Martina Serafin als Marschallin, sie hat die Rolle zuletzt vor fünf Jahren neben der Garanca gesungen (auf deren Octavian sich allerdings das ganze Interesse konzentrierte). Als schöne Frau mittleren Alters ist Martina Serafin optisch der ideale Marschallin-Typ, darstellerisch allerdings kaum je so stark (nicht einmal in ihrem Monolog), dass sie als Figur wirklich fesseln würde. Stimmlich schwankt da einiges zwischen richtigem Paralando-Ton und Höhenschärfen.

Erin Morley, die in den sechs Jahren, die man sie kennt (seit der unseligen Rigoletto-Premiere im Dezember 2014), immer gleich schmal und zart geblieben ist, hat die ideale Sophien-Stimme, nämlich schlank und strahlend, aber keinesfalls souberettenhaft. Ihr Deutsch ist bemerkenswert, ihr Verständnis der Rolle auch, eine schöne Besetzung…

Zum Bericht von Renate Wagner

 

ZU INSTAGRAM mit Kurzvideo aus der Garderobe

WIENER STAATSOPER: SCHENKEN SIE JETZT VORFREUDE!

 

Liebes Publikum,

leider steht zum heutigen Tag noch nicht fest, wann wir Sie wieder persönlich in der Wiener Staatsoper begrüßen dürfen. Und obwohl wir sehr froh sind, Ihnen über Fernsehen und Streams Opern- und Balletterlebnisse vermitteln zu können, wissen wir, dass auch die beste TV- oder Online-Produktion ein echtes Live-Ereignis nicht ersetzen kann.

Wir möchten Ihnen ein Angebot machen: Schenken Sie Ihren Liebsten oder auch einfach sich selbst diese Weihnachten Vorfreude:

• Vorfreude mit Gutscheinen für die Wiener Staatsoper
• Vorfreude auf Inszenierungen von u.a. Calixto Bieito (Carmen), Simon Stone (La Traviata), Kirill Serebrennikov (Parsifal), Frank Castorf (Faust) oder Martin Schläpfers Choreographie (Sinfonie Nr. 15)
• Vorfreude auf große Künstlerinnen und Künstler wie Elina Garanca, Anna Netrebko, Nicole Car, Jonas Kaufmann oder Juan Diego Florez und auf viele andere mehr

Geschenkgutscheine für die Wiener Staatsoper sind zu jedem beliebigen Wert an den neuen Bundestheaterkassen in unserem Opernfoyer erhältlich und können bei schriftlichen Kartenbestellungen und Kartenkäufen an unseren Kassen eingelöst werden. Selbstverständlich können Sie Gutscheine auch online kaufen. Die Gutscheine sind fünf Jahre lang gültig.

Wir freuen uns auf ein baldiges Wiedersehen und wünschen Ihnen noch eine schöne letzte Adventwoche.

Ihr Team der Wiener Staatsoper

Wien/ Neujahrskonzert: Echter Beifall für echte Musik
Zweitausend Menschen – so viele haben im Goldenen Saal des Wiener Musikvereins Platz. Macht viertausend Hände, und die klatschen traditionellerweise nicht nur beim Radetzkymarsch mit. Sie spenden den Wiener Philharmonikern und ihrem jeweiligen Dirigenten auch sonst lebhaft Beifall.
Drehpunkt Kultur

Diese Begräbnisstimmung in Coronazeiten ist für mich persönlich ein Problem und – bei aller Piätet – nicht notwendig. Der Tod gehört zum Leben und täglich sterben hunderte Österreicher an Krankheiten, gegen die „kein Kraut gewachsen ist“. Nur, wie löst man das „Problem des leeren Hauses“? Grundsätzlich ist der Gedanke der Philharmoniker richtig – und ich bin gespannt, wie sie es „rüberbringen“.  Aufwendig und teuer ist die Phili-Problemlösung sicher, aber im Einzelfall dem Anlass angemessen.

Vorgestern sah ich die Stream-Übertragung aus dem Münchner Gärtnerplatztheater („Der Vetter aus Dingsda“ ) und da gelang es, doch etwas Stimmung reinzubringen, ohne die US-Methode des Konservenlachens oder des Fake-Applauses anzuwenden. Das war der Applaus von Anwesenden (auch der von Beteiligten mischte sich darunter) und dem Mann am Mischpult kam große Bedeutung zu. So geht es – in Notzeiten. Aber hoffen wir, dass diese Notzeiten bald vorbei sind!

Aber für den „täglichen Hausgebrauch“?

Met Stars Live in Concert: Silvestergala

(c) Metropolitan Opera

Die Metropolitan Opera präsentiert am 31. Dezember eine Live-Stream-Silvestergala mit Auftritten der Met-Stars Angel Blue, Pretty Yende, Javier Camarena und Matthew Polenzani aus dem Parktheater Augsburg. Das Konzert, das Teil der Met Stars Live in Concert-Serie ist, wird um 16:00 Uhr EST/ 22:00 Uhr MEZ live auf der Website der Met übertragen und ist danach weitere 14 Tage verfügbar. Das vollständige Programm der Silvestergala finden Sie in unseren „Infos des Tages“

Baden-Baden
Geldregen in der Krise für Festspielhaus Baden-Baden
Mehr als sechs Millionen Euro dank Stifter, Förderer und Freundeskreis.
Wiener Zeitung

Freuen wir uns, dass es wenigstens einem Haus finanziell so halbwegs gut geht. Wer die Baden-Baden-Connection kennt , weiß, dass dort das Geld auf den Bäumen zu wachsen scheint (siehe die nicht billigen St. Petersburg-Events“

Berlin/ Waldbühne
Die großen Sommer-Galas werden angekündigt
https://www.waldbuehne-berlin.de/event/jonas_kaufmann_2021-08-06_20/

Blob Opera: Die ultimative Weihnachts-Spielerei für Opernfans 😉
https://artsandculture.google.com/experiment/blob-opera/AAHWrq360NcGbw

Rom
Mozarts Singspiel „Zaide“ aus Rom. Wenn eine Sklavin ihre Liebe verweigert
DeutschlandfunkKultur

BÜHNE BADEN: Das ist unser Programm für Sylvester!

Copyright: Bühne Baden/ shutterstock.com

Keinesfalls möchte die Bühne Baden ihr Publikum allein ins neue Jahr rutschen lassen!

Am 31.12., 19:00 Uhr, lädt die Bühne Baden daher auf www.buehnebaden.at zum Online-Stream des Silvesterkonzerts MARIZA & CO IN CONCERT.

Eine schwungvolle Reise von Wien nach Ungarn und retour, in charmanter Reisebegleitung zahlreicher Solistinnen und Solisten aus GRÄFIN MARIZA.

Eine Hommage an den starken ungarischen Bezug in der österreichischen Operette.
Das Orchester der Bühne Baden spielt unter der musikalischen Leitung von Christoph Huber.

Es singen Cornelia Horak, Reinhard Alessandri, Verena Barth-Jurca, Thomas Malik, Thomas Zisterer, Jerica Steklasa.

Moderation: Benjamin Plautz

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Sehr geehrte Liszt-Freunde!

Weihnachten rückt immer näher und das Jahr 2020 neigt sich langsam dem Ende zu. Die Vorbereitungen für das Liszt Festival Raiding 2021 laufen und wir werden Ihnen schon bald unser nächstjähriges Programm verkünden. Was wir jetzt schon verraten können: 2021 wird ein Jahr voller Überraschungen – denn wir sind 100 und feiern 100 Jahre Burgenland bei Österreich mit Musik der Extraklasse!

Mehr darüber in den Infos des Tages

Fakultät für Informatik der Uni Wien: SANTE CLAUS ALLEIN ZU HAUS

Wie alle Jahre – nur diesmal unter besonderen Umständen. Online-Merker-Freund Univ. Prof Dr. Peter Reichl , der ursprünglich Sänger werden wollte und gelegentlich immer noch davon träumt, ist ein humorvoller Lehrer. In Corona-Zeiten wird ihm aber verstärkt bewusst werden, wie goldrichtig die Hinwendung zur Wissenschaft war!

 

Bitte diesen Link anklicken (52 Minuten)

Liebe Online-Merker,

leider musste dieses Jahr auch die traditionelle Weihnachtsvorlesung an der Fakultät für Informatik der Uni Wien online stattfinden. Es hat sich aber glücklicherweise ergeben, dass vor ein paar Tagen Weihnachtsmann und Santa Claus in das Smart Home-Labor meiner Forschungsgruppe eingezogen sind, um hier ihre Quarantäne zu verbringen (sogar der Standard hat ja darüber berichtet:

https://www.derstandard.at/story/2000122538220/schoene-bescherung-an-der-uni-wien-santa-claus-in-quarantaene).

Wir haben die sich daraus ergebenden völlig neuen Forschungsmöglichkeiten sogleich genutzt und vorgestern einen Besuch bei „Santa Claus allein zuhaus“ gemacht. Allerdings lief nicht alles so wie erwartet…:

https://www.youtube.com/watch?v=8eN85bwMGik

Mit herzlichen vorweihnachtlichen Grüssen, P. Reichl

Garmisch-Partenkirchen
Richard-Strauss-Festival soll trotz Corona-Krise stattfinden
Neue Musikzeitung/nmz.de

Basel
Im Walkürenritt um die ganze Welt: Wagner-Fan-Clubs machen auch in Basel halt
https://www.bzbasel.ch/basel/basel-stadt/im-walkuerenritt-um-die-ganze-welt-wagner-fan

Beethoven
Das Genie als marmorner Gast“ – ein Beitrag von Dr. Michael Nemeth
Beethovens Beziehungen zum Grazer Musikverein
Kleine Zeitung

Beethovens Sinfonien: Gegen diese Alten sehen die Jungen ganz schön alt aus
Das Beethoven-Jahr geht zu Ende. Die Schallplatten-Ernte war erwartbar sehr groß. Ein halbes Dutzend Mal wurden allein die neun Sinfonien neu eingespielt. Das wäre wirklich nicht nötig gewesen.
Die Welt.de

Rock/ Pop: Taylor Swifts neues Album „Evermore“
Überraschung! Der US-amerikanische Megapopstar veröffentlicht bereits sein zweites Album in diesem Jahr ohne große Ankündigung.
https://kurier.at/kultur/taylor-swifts-neues-album-evermore/401133333

Sprechtheater: Neue Salzburger Buhlschaft: „Eine Begegnung auf Augenhöhe“
Sie möchte die Figur der Buhlschaft feministisch, emanzipatorisch anlegen: Schauspielerin Verena Altenberger im Gespräch mit Stephan Hilpold
Der Standard

London schließt Theater
Die Infektionsrate steigt exponentiell – es trifft die Kultur.
Wiener Zeitung

AUS CHRISTIAN BUCHMANNS ADVENTKALENDER. Der Wiener  Konzertagentur-Chef entwirft selbst seinen Kalender – täglich ein neuer Beitrag

 

Copyright: Christian Buchmann

Zum Glück bleibt nicht mehr viel Platz, den es zu füllen gilt. Ich bin im Moment sprachlos!

Aber das hält nicht lange an! Ich komme wieder – und wie! Alles zu seiner Zeit!

Leben wie im Ostblock: Wer uns jetzt vom Virus befreit
Ausgangssperren, Reiseverbote, kein Klopapier und am Abend tote Hosedas ist genug DDR-Feeling. Gut, dass es die Globalisierung noch gibt.
Kurier

Mahrers brisanter „Plan für die Freiheit“
Der Wirtschaftskammer-Präsident sieht unter anderem laufende Massentests als Zwischenschritt zur Impfung und verknüpft gleich eine Konsequenz damit.
https://kurier.at/wirtschaft/mahrers-brisanter-plan-fuer-die-freiheit/401134245

Der dritte Lockdown im Überblick
Die Regierung hat am Freitag angesichts anhaltend hoher Neuinfektionen den Retourgang eingelegt und einen neuen Lockdown nach Weihnachten angekündigt. Der Handel wird bis 18. Jänner geschlossen, Gastronomie und Hotels bleiben zu. Und noch länger – nämlich bis 24. Jänner – soll der Lockdown für alle gelten, die an der zweiten Runde der Massentests Mitte Jänner nicht teilnehmen, verkündete die Regierungsspitze nach einer Besprechung mit den Landeshauptleuten.
Oberösterreichische Nachrichten

Genießen Sie trotz der Drohungen ein schönes Wochenende. Bereiten Sie sich selbst Freude, wenn andere dazu nicht imstande sind!

A.C.

 

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