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19. AUGUST 2020 – Mittwoch

19.08.2020 | Tageskommentar

Salzburger Festspiele: Umstrittenes Logo auf dem Prüfstand

BR-Klassik“: 1928 entwarf Leopoldine „Poldi“ Wojtek das berühmte Logo der Salzburger Festspiele. Später machte sie in der NS-Zeit Karriere und wohnte in der Villa eines Holocaust-Opfers. Die Salzburger Festspiele lassen in ihrem Jubiläumsjahr das Leben und das künstlerische Werk von Leopoldine Wojtek untersuchen…

…Leopoldine „Poldi“ Wojtek steht als Profiteurin des NS-Regimes in der Kritik: Sie war mit dem SS-Offizier Kajetan Mühlmann verheiratet, der bei den Festspielen tätig war und Wojtek auch Aufträge verschafft haben soll. Wojteks Vater war Beamter für konfiszierte Repräsentationsgebäude, 1943 schenkte er seiner Tochter das arisierte Haus der Malerin Helene von Taussig. Diese wurde ein Jahr zuvor nach Polen deportiert und dort ermordet. Wojtek selbst hat in den 1930-er Jahren ein propagandistisches Kinderbuch über Adolf Hitler illustriert und einen Gobelin mit NS-Reichsadler- und Hakenkreuzmotiv samt Hitler-Zitat für das Ärztehaus in Linz entworfen.

Trotz der heiklen Vorgeschichte wollen die Salzburger Festspiele an ihrem Logo festhalten. „Wir glauben, dass es keinen Grund gibt, dieses künstlerisch zeitlos gültige Logo zu ersetzen„, sagte die Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler gegenüber der österreichischen Presseagentur APA. „Das Logo wurde 1928 von einer Kommission ausgesucht, in der auch Festspielgründer Max Reinhardt gesessen ist. Zu dieser Zeit konnte niemand ahnen, dass die Gewinnerin des Wettbewerbs später einmal mit den Nazis sympathisieren oder mit Kajetan Mühlmann verheiratet sein sollte…

Salzburger Festspiele – Studien zur NS-Vergangenheit: Umstrittenes Logo auf dem Prüfstand

BR-Klassik

Volle Konzertsäle trotz Corona möglich? Jeden Platz darf man besetzen, sagen Charité-Forscher
Forscher der Berliner Charité haben sich für voll besetzte Säle bei Klassikkonzerten und Opernvorstellungen bei gleichzeitiger Maskenpflicht ausgesprochen. Wenn ein Mund-Nasen-Schutz von allen Besuchern korrekt getragen wird, „ist eine Vollbesetzung der Sitzplätze möglich“, heißt es in einer am Montag in Berlin veröffentlichten Stellungnahme. Der Charité-Vorstand distanzierte sich allerdings von diesem Vorschlag.
BR-Klassik

Charité-Vorstand distanziert sich von Vorschlag zu vollen Konzertsälen
Ein Papier zweier Charité-Institute hält voll besetzte Konzerthäuser für machbar. Doch der Charité-Vorstand distanziert sich von der Stellungnahme. Kulturstaatsministerin Grütters nennt es „einen von mehreren wichtigen Experten-Beiträgen“.
https://www.rbb24.de/kultur/thema/2020/coronavirus/beitraege_neu

Volle Konzertsäle? Kontroverse um Empfehlungen von Berliner Wissenschaftern
Ein Schreiben, das Bedingungen für Vollbetrieb nennt, sei nur „Diskussionsgrundlage“, betont der Charité-Vorstand.
Kurier

Vorstoß eines Charité-Professors:  Streit um volle Säle geht weiter
Soll das Publikum wieder massenweise in Theater und Konzerthäuser strömen dürfen? Die Verantwortlichen reagieren ganz unterschiedlich.
Tagesspiegel

Wem von diesen offenbar renommierten Wissenschaftlern einen berühmten Instituts soll bzw. darf man nun glauben? Uns wurde bzw. wird immer noch eingeredet, dass es nur eine Meinung zu geben hat, nämlich die richtige. Und wer diese richtige Meinung für sich gepachtet hat, entscheiden die Politiker. Diese wiederum vollführen die tollsten Bocksprünge, was Reisewarnungen betrifft. Denn von zurückkehrenden Reisenden droht die Gefahr. Dazu kommt noch, dass das Virus in Österreich sogar einen Führerschein besitzt, denn es kommt mit dem Auto – hat der Kanzler gesagt. Warum konfisziert der Innenminister, der sich immer als gnadenlos darstellt, diesen Führerschein nicht?

Was mich betrifft: Ich bleibe im Land und schütze mich selbst. Politiker lasse ich schon gar keinen an mich heran! Allerdings hat sich an meinen Lebensgewohnheiten durch Corona gar nichts geändert: Ich habe hinter meiner Gartentüre den Wienerwald, nie im Traum fiele mir ein, mich wie eine Sardine an einen Strand zu legen.

Aktuelle Meldung: Jonas Kaufmann gestaltet am 29. September 2020 einen Liederabend an der Wiener Staatsoper

Aufgrund der aktuellen COVID-19-Situation und den damit verbundenen Erschwernissen im internationalen Reiseverkehr musste KS Agnes Baltsa ihr geplantes Solistenkonzert an der Wiener Staatsoper absagen. An ihrer Stelle konnte für den Liederabend am 29. September 2020 Jonas Kaufmann gewonnen werden.

Bereits gekaufte Karten für das Solistenkonzert am 29. September behalten ihre Gültigkeit oder können bis 30. August 2020 an den Bundestheaterkassen retourniert werden.

Restkarten sind an den Bundestheaterkassen sowie online erhältlich.

SONNTAG/ Grafenegg/ ORF III : Jonas Kaufmann ⭐ Liederabend Grafenegg live/Zugaben

Jubel für Jonas Kaufmann und seinem langjährigen Liedbegleiter Helmut Deutsch. Endlich wieder ein Live-Konzert, das erste seit langer Zeit.
…“Und der Himmel da droben, wie ist er so weit!“ das Schlusslied passte perfekt zur Abenddämmerung.
Für das dankbare beifallsfreudige und bravorufende Publikum gab es gleich drei Schubert-Zugaben: „Der Jüngling an der Quelle“, „Der Musensohn“ und „Wanderers Nachtlied“: Über allen Gipfeln ist Ruh…, das war berührender Seelenbalsam. Der Liederabend wurde im ORF III am Sonntag live übertragen.

Bitte untenstehenden Link anklicken!

ZUM YOUTUBE-VIDEO

WEINVIERTLER FESTSPIELE: HEUTE FINALE MIT DEN ZWEITEN TRISTAN (Beginn 19 h in Mikulov/ Nikolsburg)

Karten an der Abenkasse!

Heute mit Alternativbesetzung: Radostina Nikolaeva, Kethy Tavardi-Davis; Christian Voigt, Thomas Gazheli, Rene Pape

WEINVIERTLER FESTSPIELE

Günther Groissböck, Martina Serafin, Peter Svensson (auch Intendant), Eva Waldersdorff (Präsidentin der Festspiele), Hermine May, Thomas J. Mayer. Foto: Gesine Görlich-Fletzberger

Von dieser Besetzung ist heute niemand mehr dabei, außer Eva Waldersdorff als Festspielpräsidentin und Peter Svensson – heute als Intendant.

Für mich sind diese Festspiele das größte Wagnis der Branche in dieser Zeit und so bitte ich Sie, der Finalvorstellung die Ehre Ihres Besuches zu erweisen. Mikulov ist wirklich nicht weit von Wien entfernt, Elite-Tours bietet sogar einen Shuttle-Dienst von der Wiener Staatsoper weg an (siehe Link der Festspiele).

Der Kassenbericht diverser privater Festspiele geht mich nichts an, aber interessieren würde er mich schon. Als Kaufmann hätte ich davon abgeraten, ein Geschäft sehe ich da weit und breit nicht. Aber derartige Festspiele, wenn auch in letztlich redimensionierter Form, überhaupt auf die Beine zu stellen, dazu bedarf es Mutes – oder Naivität! Ich hoffe, dass der Mut überwogen und gereicht hat!

Deshalb: Heute auf nach Nikolsburg!

KULTURSOMMER SEMMERING. 7. Festivalwoche I 19. – 23. August im Südbahnhotel Semmering

Vom Zerfall der Monarchie bis ins 21. Jahrhundert

 

Selten noch nahm die kulturelle Sommerfrische am Semmering ihr selbstgewähltes Motto der Vielfalt so wörtlich wie in der 7. Festivalwoche. Da führt eine rasante und abwechslungsreiche Zeitreise vom Zerfall der Monarchie über die bewegten 20er und 30er Jahre in Wien und Berlin bis in den heutigen Bahnhof Wien Mitte, flankiert von humorvollen Betrachtungen über die Ab- und Hintergründe der Klassik-Branche. Gemeinsam mit einigen der bekanntesten Publikumslieblinge kann im mondänen Südbahnhotel ein ganzes Jahrhundert in nur wenigen Tagen hautnah erlebt werden.___

Unsere kommenden Veranstaltungen in der 7. Festivalwoche:

Mittwoch, 19. August 2020 I 19.30 Uhr I Südbahnhotel Semmering
Lotte & Greta – Two Ladies from Vienna
Mit Andrea Eckert, Tommy Hojsa & Otmar Klein

Lotte Lenya brach aus Wien auf, um die großen Bühnen der Welt zu erobern. Greta Keller war eine der gefragtesten Künstlerinnen ihrer Zeit, eine Wiener Diseuse von Weltrang.
Im nostalgischen Fin-de-Siècle-Charme des Südbahnhotels unternimmt Andrea Eckert eine spannende Reise durch die Leben, Lieben und Verluste zweier faszinierender Grandes Dames der 1930er Jahre. Mit den Liedern von Friedrich Holländer, Kurt Weill, Ralph Benatzky, Hermann Leopoldi, George Gershwin und Franz Schubert, begleitet vom Pianisten Tommy Hojsa, entfaltet sich eine berührende Hommage an zwei außergewöhnliche Künstlerinnen und ihre Zeit.

Donnerstag, 20. August 2020 I 19.30 Uhr I Südbahnhotel Semmering

Freitag, 21. August 2020 I 15.30 Uhr I Südbahnhotel Semmering

Tod eines Pudels – Mit Angelika Kirchschlager, Alfred Dorfer & Florian Krumpöck

Das weitere Programm finden Sie in unseren Infos des Tages!

BAYREUTH/ Kulturbühne Reichshof: SONNENFLAMMEN  von Siegfried Wagner

Dirk Mestmacher, Damen-, Herren Vocalsextett, Maarja Purga, Rebecca Broberg. Foto (c) Martin Modes

„Sonnenflammen“ ist Siegfried Wagners 8. von insgesamt 23 Opern (davon einige unvollendet). Er komponierte sie 1912, die UA fand 1918 im Hoftheater Darmstadt statt. Sie wurde jetzt in einer ’szenischen Vision‘ mit Digitalem Orchester in der Kulturbühne Reichshof, einem ehemaligen Bayreuther Filmtheater, zweimal erfolgreich aufgeführt. Eigentlich hatte Siegfried, der einzige Sohn Richard Wagners, nur mit seinem Opernerstling Bärenhäuter durchschlagenden Erfolg, alle seine weiteren Opern sind mehr oder weniger in der Versenkung verschwunden, da er im 20 Jahrhundert mit seinen auch historischen Stoffen als konservativer Nischen-Komponist abgestempelt wurde und nicht zum Opern- mainstream passte. Auch heute erscheint, trotz zahlreicher Bemühungen, auch der jetzigen mit dem renommierten piano-pianissimo-musiktheater, ein Comeback nicht in Sicht…

Zum Bericht von Friedeon Rosén

Zwischen Therapie und Kostümball
Siegfried Wagners „Sonnenflammen“ in Bayreuth: Antike prallt auf Ramsch, Comedy auf Genie
Donaukurier

Eigentlich hätte der Wiener Tenor Johannes Föttinger an der Produktion mitwirken sollen. Föttinger starb aber 63jährig während der Proben, so wurde seine Rolle „zweigeteilt“ auf William Wallace und Dirk Mestmacher. Dieser androgyne Spottvogel in Feinstrumpfhose ist gefährlich und deshalb so spannend wie Mime oder Herodes. 

DEUTSCHE OPER BERLIN ZURÜCK AUS DER SOMMERPAUSE

Zurück aus der Sommerpause starten wir am 21. August mit drei weiteren Vorstellungen des RHEINGOLD in der von Jonathan Dove für 22 Musiker orchestrierten und gekürzten Fassung der Birmingham Opera Company. Die Vorstellungen unter musikalischer Leitung von Donald Runnicles finden, wie bereits im Juni, unter freiem Himmel auf dem Parkdeck der Deutschen Oper Berlin statt.

Weiter geht es dann auf dem Parkdeck mit zwei Jazz-Produktionen der BigBand der Deutschen Oper für Erwachsene und für Kinder: Am 25. und 26. August, jeweils um 19.30 Uhr, laden die Musiker*innen zu einer großen Duke-Ellington-Hommage ein, die von Rezitationen durch Schauspieler Maximilian Held ergänzt wird. Duke Ellington konnte wie kein anderer im Jazz durch seine farbenreiche Kompositionstechnik außermusikalische Bilder einfangen und Stimmungen produzieren…

Ausführlicher in unseren „Infos des Tages“

Dieter Nuhr gastierte in Wien: : Wenn die Löwin am Lagerfeuer singt
Der provokante Kabarettist gastierte in Wien.

Wer Political Correctness für die höchste Tugend hält, wird an Dieter Nuhr keinen Gefallen finden. Umgekehrt übrigens auch nicht. Wenn Nuhr eines nicht mag, dann Diskussionsverbote, falsch verstandene Toleranz und weichgespülten Mainstream. Gleich zu Beginn seines Programms „Kein Scherz!“ nimmt der deutsche Kabarettist die Debatte rund um Corona aufs Korn, prangert die – aus seiner Sicht – teilweise übertriebene Furcht der Politiker an und unterzieht Statistiken einem entlarvenden Reality-Check…

…Er zieht einen Panikbogen vom sauren Regen über das Ozonloch bis zum Klimawandel und fragt sich, wann die Weltuntergangspropheten denn endlich recht behalten werden. Und wenn das zu lange dauert, dann bitte rasch die Natur abschaffen. Denn die Welt ist erst human, wenn Löwin und Antilope beim Lagerfeuer Lieder singen, so Nuhr.
Wiener Zeitung

Filme der Woche

Besuchen Sie Renate Wagners FILMSEITE

Ein klassisches Motiv von Horror-Filmen besteht darin, dass die Protagonisten in eine Situation geraten, die geheimnisvoll und schier lebensbedrohlich ist und aus der sie sich befreien müssen. Dabei bringen die Drehbücher meist in den Nebenfiguren „Opfer“, damit die Hauptgestalten gerettet ihrem Happyend entgegen gehen können.

Will Wernick, von dem selbst das Internet nichts weiß, außer dass er bereits vor drei Jahren einen Horrorfilm namens „Escape Room“ gedreht hat, greift nun in seinem zweiten Streifen genau dieses Element wieder auf. Und der Held ist enttäuscht, als er erfährt, dass ihn als „Überraschung“ genau das erwartet. Ein „Escape Room“? Kennt er schon. Nein, versichern ihm die anderen: Der wird „scary as hell“ sein. Und nun versucht der Film eineinhalb mittel-aufregende Stunden lang, dieses Versprechen einzulösen.

Ein anderes Versprechen hätte es zu Beginn gegeben: Cole (Keegan Allen, ein 31jähriger blonder American Boy, der jünger wirkt und der Typ ist, der geistlose Teenies zum Kreischen bringt) ist nämlich das, was man einen „Influencer“ nennt. Er bloggt nicht, er „vloggt“, sprich, er lässt mit seinen YouTube-Videos „Escape From Life“ Millionen von Followern an einem Kunstleben teilnehmen, das für unsere Zeit typisch geworden ist. Und das wird am Anfang in seiner schrillen Oberflächlichkeit so geschickt gezeigt, dass man hoffen könnte, dass dieses Element kritisch durch den Film gezogen würde. Aber nein, es kommt eigentlich erst am Ende wieder – und von möglicher echter Auseinandersetzung leider keine Spur…

Zur Filmbesprechung von Renate Wagner

Thema des Tages: Hauptmeldung

In Österreich schlägt das Thema Meldeadresse von HC.Strache hohe Wellen. Dabei wird sehr viel ohne Kenntnis der Rechtslage geschrieben!

Ich kann aus eigener Erfahrung berichten: Meine Lebensmittelpunkt ist eindeutig Wien (das Haus, in dem sich die Galerie/Redaktion des Online-Merker befindet, gehört mir. Ich habe auch eine Wiener Wohnung (von der aus ich meist den Tageskommentar schreibe). Ich verbringe sechs Nächte innerhalb einer Woche in Wien, eine Nacht hingegen in Mauerbach /NÖ am Stadtrand. Dennoch bin ich seit mehr als 30 Jahren in Mauerbach hauptgemeldet, in Wien bin ich sogenannter Zweitwohnsitzer. Warum: Weil der Kanalanschluss in Mauerbach und einige der sonstigen Gebühren für Hauptwohnsitzer um gut ein Drittel billiger sind, weil wiederum die Gemeinde für jeden Hauptwohnsitzer „Bedarfszuweisungen“ vom Land (NÖ) bekommt, für einen Zweitwohnsitzer nichts! 

Meine Frau verbringt in den Sommermonaten fünf Nächte pro Woche in Mauerbach, nur zwei in der Wiener Wohnung. Trotzdem ist sie in Wien hauptgemeldet, in Mauerbach nur Zweitwohnsitzer. Auch dafür sind finanzielle Gründe ausschlaggebend. Meine Enkelkinder sind Mauerbacher und werden dort Kindergarten und Volksschule besuchen, weil wir das gegenüber Wien als Vorteil betrachten. Tochter und Enkelkinder haben den Lebensmittelpunkt unstrittig in Mauerbach.

Als Zweitwohnsitzer war meine Frau bis zum Jahresbeginn viele Jahre in Mauerbach Gemeinderätin (wie übrigens auch meine Tochter und ich – bei unterschiedlichen Parteien). Sie darf bei Gemeinderatswahlen und Landtagswahlen  in Mauerbach wählen (und gewählt werden), nicht aber bei Bundeswahlen. Ein Zweitwohnsitzer besitzt in NÖ auch das „passive Wahlrecht“, darf also für ein Mandat kandidieren und gewählt werden!  

In Wien ist das nicht so! Wer in Wien kandidieren und gewählt werden will, muss in Wien hauptgemeldet sein! Es geht also um die Meldung! Wo der „Lebensmittelpunkt ist, sollte im Meldegesetz geregelt sein, ist aber in der Praxis kaum unstrittig festzustellen – wie man im konkreten Streitfall sieht! Was feststeht, ist der Zeitpunkt der Hauptmeldung.

Ich als Mauerbacher darf in Wien überhaupt nicht wählen, weder bei den Gemeinderats- noch bei den Bundeswahlen. Das Wahlrecht in Wien ist also anders als das in NÖ. Wenn also zum Beispiel der HC-Kandidat und Polizist Zoran Kovacevic  (meines Wissens Ausbildner bei der Wega ) im Jänner dieses Jahres in Purkersdorf als Zweitwohnsitzer für die FPÖ kandidiert hat (für den Einzug in der Gemeinderat hat es für ihn nicht gereicht) und nun in Wien für HC kandidiert, so brauchte er sich gar nicht ummelden, zumal er in Wien ohnedies seit vielen Jahren hauptgemeldet ist. Diese Kandidatur ist rechtens, obwohl in Unkenntnis der Sachlage darüber gewitzelt wird.

Wir haben in Österreich unterschiedliche Wahlrechte, deshalb sollen nur jene kluge Sprüche klopfen, die sich im Wirrwarr auch zurechtfinden! Nichts ist einfach in diesem Land! Und schon gar nichts rechtlich unangreifbar!

Für zusätzliche Verwirrung sorgt auch, dass in Wien gleichzeitig Landtagswahlen (auch wenn diese im Volksmund „Gemeinderatswahlen heißen, weil der Wiener Landtag ja Gemeinderat heißt) und Bezirksvertretungswahlen stattfinden. Gemeinderatswahlen in den Bundesländern sind in Wien rechtlich mit Bezirksvertretungswahlen gleichzusetzen.

H.S.S. ist ebenfalls Zweitwohnsitzer in NÖ und „beruhigt“: Ich kann Dich beruhigen, auch in Deutschland sind regionale Wahlrechte (Länder, Kommunen) unterschiedlich.

In Österreich darf man übrigens nur in NÖ als Zweitgemeldeter bei Landtags- u. Gemeinderatswahlen wählen. Meine Frau und ich tun das  auch. (Zitat Ende)

Einen Vorteil hat das unterschiedliche Wahrecht für mich. Ich brauche mir  nicht den Kopf darüber zu zerbrechen, ob ich nun Ludwig, Blümel, Hebein, Nepp, Strache oder den NEOS-Kandidaten wähle, ich darf gar nicht wählen, weil ich mit Stichtag 27.7. nicht in Wien hauptgemeldet war!  In NÖ ist das anders – da soll man sich auskennen!

Haben Sie einen schönen Tag!

A.C.

 

 

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