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19. APRIL 2021 – Montag

19.04.2021 | Tageskommentar

Wiener Staatsoper: PARSIFAL. Szenisch suboptimal, musikalisch hervorragend. Elina Garanca bei ihrem Rollendebüt als Kundry. Foto: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

Bisher wurde noch nie die Spannung vor einer Premiere so aufgebaut wie vor diesem Parsifal. Warum so geheimnisvoll getan wurde, weiß ich bis heute nicht. Bereits während der Übertragung des ersten Aktes wurde in unserem Forum diskutiert, allerdings eher nicht kontrovers. Das gab Serebrennikovs Deutung doch nicht her.

Serebrennikov lieferte eine in einigen Sequenzen eindrucksvolle Bebilderung eines Werkes, das allerdings nicht „Parsifal“ war. „Theater kann er“ – meint Renate Wagner in ihrer Premierenkritik. Dem pflichte ich bei, vielleicht findet sich für ihn auch noch das richtige Stück. Allerdings muss das nicht gleich in der nächsten Saison sein (deren Programm wir noch nicht kennen).

WIEN/ PARSIFAL: ERSTE KRITIKEN ONLINE

Jonas Kaufmann. Foto: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

Regisseure haben ihre Vorstellungen, das bringt ihr Beruf so mit sich. Sie haben womöglich auch – auf Grund ihrer Biographie, ihrer Erfahrungen, ihrer persönlichen Verletzungen – ihre Zwangsvorstellungen. Wenn ein in Russland vielfach verfolgter Künstler das „Gefängnis“ als Realität und Metapher nicht aus dem Kopf bekommt, ist das begreiflich. Wenn er diese Welt (zu der auch noch die Medien als verheerende Macht kommen) über „Parsifal“ gießt oder stülpt (wie man will) – dann muss sich ein Publikum nicht ohne Mühe damit auseinandersetzen, was es sieht…

…„Weißt Du, was Du sahst?“ fragt Gurnemanz. Na, ehrlich gestanden, nicht wirklich. Wie man das alles mit der Musik zusammenbringt, die nebenbei läuft und eigentlich etwas ganz anderes erzählt, das liegt an dem guten Willen des Betrachters. Aber, es sei wiederholt: „Theater“ kann er, der Kirill Serebrennikov.

Zum Bericht von Renate Wagner

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Heinrich Schramm-Schiessl beurteilt das Erlebte wie folgt:

…Nun ließ uns also Kirill Serebrennikov daran teilhaben, wie er das Werk sieht. Um es gleich vorwegzunehmen, auch er hat es nicht verstanden bzw. wusste nichts damit anzufangen. Vielmehr verarbeitete er offenbar sein persönliches Schicksal in seiner Interpretation. Er lässt das Werk im ersten und dritten Aufzug in einem Gefängnis spielen, im zweiten in der Redaktion eines Hochglanzmagazins. Natürlich wird das Vorspiel illustriert, denn zehn Minuten nur Musik geht im heutigen Theater natürlich gar nicht. Parsifal kommt offenbar in das Gefängnis zurück in dem er als Junger einsitzen musste und erlebt alles noch einmal, indem er von einem jungen Schauspieler gedoubelt wird. Während des Vorspiels kommen zahlreiche Gefangene herein, die entweder Morgensport betreiben oder miteinander raufen. Dazu passen dann die ersten Worte des Gurnemanz „He! Ho! Waldhüter, Schlafhüter mitsammen, so wacht doch mindest am Morgen´!“ natürlich überhaupt nicht und das in der Musik eindeutig definierte Gebet findet natürlich nicht statt…

Zum Bericht von Heinrich Schramm-Schiessl

WIEN/ Staatsoper: PARSIFAL. Radio-Ausstrahlung der Premiere am 17.4.2021

Hätte es noch eines Nachweises bedurft, daß dieser Staatsoperndirektion die Musik nichts, die Szene jedoch alles gilt: Diese Produktion gibt schon die rechte Antwort drauf. Größere Widersprüche zwischen der Szene und dem gesungenen Text sind kaum denkbar.
Schöne neue Opernwelt.
Warum sich also nicht zur Abwechslung einmal an der Radio-Übertragung von Ö1 orientieren, die das Wesentliche — die Musik — in den Mittelpunkt stellt?

Ludovic Tezier als Amfortas. Foto: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

http://www.dermerker.com/index.cfm?objectid=C28E69A7-98AF-4BCF-6EA28AF5A5B59A32

Thomas Prochazka/www.dermerker.com

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Peter Sommeregger: Harsche Bilder, herausragende Besetzung

…Am Ende bleibt ein höchst zwiespältiger Eindruck: mit der musikalischen Realisierung kann man mehr als zufrieden sein, die Inszenierung geht doch sehr am Werk vorbei und ist optisch von deprimierender Hässlichkeit. Aber vielleicht gibt es ja bald einen neuen Parsifal, wer weiß .

Zum Bericht von Peter Sommeregger
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Forumsdiskussion: Diesmal Reaktionen schon während der Aufführung: Bitte in unseren Infos des Tages weiterlesen oder gleich das Forum besuchen!

„Parsifal“ an der Staatsoper: Heilssuche im Häfen
Regisseur Kirill Serebrennikow opfert erzählerische Kohärenz für starke Bilder. Sängerisch bleibt kaum ein Wunsch offen.
Wiener Zeitung

„Romeo und Julia“ von Boris Blacher am 18.4.2021 in der Deutschen Oper am Rhein (Theater Duisburg)

Eine verbotene Liebe

 

Der deutsch-baltische Komponist Boris Blacher konzentriert sich in seiner 1943 nach William Shakespeare entstandenen Kammeroper „Romeo und Julia“ ganz auf die Hauptfiguren. Eine wichtige Rolle übernimmt hier der rhythmisch und harmonisch ausgeprägte Chor, der das Scheitern dieser Liebe immer wieder zwischen Chansons und prägnanten Motiven erzählt…

Zum Bericht
von Alexander Walther

Youtube-Video von Blachers „Romeo und Julia“ online

ZU YOUTUBE (Gesamt)

Neue Produktion der Rheinoper: Tödliche Liebe im Labor
rp-online

 

LEIPZIG: DER RING AN EINEM ABEND – Stream am 17. April 2021

 Orchestral gut, stimmlich teilweise enttäuschend

Magnus Vigilius, Elisabet Strid. Foto: Oper Leipzig/Tom Schulze

Eigentlich hatte man an der Oper Leipzig, wo im kommenden Jahr im Juni/Juli bei „Wagner 22“ alle 13 Wagner-Werke anstehen, in diesen Tagen zwei komplette „Ring“-Zyklen von Richard Wagner aufführen wollen. Dies ging leider wegen der anhalten Corona-Krise und der mit ihr verbundenen – meines Erachtens, was die Theater und Opernhäuser angeht, übertriebenen – behördlichen Auflagen nicht möglich. So entschied sich Intendant und Generalmusikdirektor Ulf Schirmer dazu, den berühmten „Ring an einem Abend“ des noch viel berühmteren, ja legendären deutschen Humoristen und Wagner-Liebhabers Vicco von Bülow, alias „Loriot“, zu geben. In einem erklärenden Vorwort zu dieser durchaus reizvollen Alternative im stream hob Ulf Schirmer den „unnachahmlichen Humor“ Loriots bei seiner speziellen Sicht auf den „Ring“ hervor.

Gerade damit haperte es aber gleich von Beginn an. Um diesen Humor wirklich herüberzubringen, hätte es eines auf diesem Gebiete profilierten Schauspielers in der Rolle des Erzählers bedurft. Axel Bulthaupt, sicher ein hochqualifizierter Moderator in TV und Radio sowie Reiseberichterstatter, war trotz allen Bemühens nicht in der Lage, den Feinheiten in Loriots Texten, in denen sich gerade der Schalk und der sprichwörtlich Loriotsche und meist subtile Humor verbirgt, auch nur annähernd Leben einzuhauchen. Es war ein langweiliger Vortrag, der die einzelnen Szenen miteinander zu verbinden suchte…

Zum Bericht von Klaus Billand

Impfdiskussion um die Wiener Philharmoniker: „komplexer als man denkt“
Bei einem Konzert thematisierte das Orchester die Impfvorreihung.
Kurier.at

Impfstreit
Philharmoniker reagieren gereizt auf die „Neiddebatte“
Geschäftsführer Michael Bladerer verteidigte die Impfvorreihung der Wiener Philharmoniker mit deren Vorreiterposition
Der Standard.at

Wien
Chorprobe trotz Corona – mit FFP-2-Zertifikat
https://kurier.at/kultur/chorprobe-trotz-corona-mit-ffp-2-zertifikat/401354444

Dessau
Dessau: „Orphée“ von Philip Glass oder Von der Macht echten Theaters
https://www.nmz.de/online/dessau-orphee-von-philip-glass-oder-von-der-macht-echten-theaters

Wiedereröffnung von Bühnen – Das Intensivste ist die Stille
In der Cicero-Reihe über die Bühnenwelt im Lockdown spricht heute der Dirigent Christian Thielemann über seine Empfindungen und Erfahrungen während des vergangenen Jahres, über seine Liebe zum Publikum und über den kommenden Tanz auf dem Vulkan.
cicero.de

Currentzis dirigiert BeethovenMusik wie ein antiker Tempel
Deutschlandfunk.de

Theater Magdeburg: Sinfoniekonzert im April im Rahmen der »Woche voller Kultur«
Sa. 24. 4. 2021, 19.30 Uhr, Opernhaus

Das Theater Magdeburg beteiligt sich am Sa. 24. 4. 2021 um 19.30 Uhr im Opernhaus mit einem russischen Konzertprogramm an der Magdeburger »Woche voller Kultur«. Der Kartenverkauf des Theaters Magdeburg startet am Mo. 19. 4., 10.00 Uhr, ausschließlich telefonisch!

GMD Anna Skryleva und die Magdeburgischen Philharmonie erzählen zwei musikalische Geschichten: Das tschechische Märchen »Die kleine Kreide« inspirierte die russische Komponistin Sofia Gubaidulina 1971 zu ihrem »Märchenpoem«

Q & A: Soprano Angel Blue on the Balancing
Her Personal & Professional Life
https://operawire.com/q-a-soprano-angel-blue-on-the-balancing-her-personal-professional-life/

In the Edwardian splendour of the RAND CLUB, Johannesburg

SITTOPERA presents
ZANDILE ‘THE MARSCHALLIN’ MZAZI

 

Zandile Mzazi is a lyric-dramatic soprano. Born in rural Elliot in the Eastern Cape she studied at the University of Cape Town mentored by famous Angelo Gobbato.2005 a Mellon Foundation scholarship was awarded to her as one of the most promising students. Her debut was as Susanne in Mozart’s “Figaro”. Her international career guided her to Martinique, New York, Vienna (State Opera), Rome and Paris. She appeared at many prominent International events like opening of the BRICS Summit 2015/2016.She was accepted by Montserrat Caballe to one of her masterclasses and to a gala event directed by her. Next year she will be the “Marschallin” in in SITTOPERAs ™ production of Richard Strauss “Der Rosenkavalier”.

Friday, 30h of April 2021, 6.30 PM
Piano: Marnus Greyling

Aktuelles aus der „Neuen Zürcher Zeitung“

Unionsparteien in Deutschland ringen weiter um Kanzlerkandidaten: Ein Treffen zwischen Markus Söder (CSU) und Armin Laschet (CDU) endete in der Nacht zu Montag in Berlin offenbar ohne eine Einigung. Sollte keiner der beiden zum Verzicht bereit sein, könnte am Dienstag die Bundestagsfraktion von CDU und CSU entscheiden.
Zu den neusten Entwicklungen
Mindestens drei Tote nach Schüssen in Austin: Ein Ex-Polizist soll im amerikanischen Gliedstaat Texas auf mehrere Menschen geschossen haben. Der Tatverdächtige habe die drei erwachsenen Opfer gekannt, es scheine sich um einen «häuslichen Vorfall» zu handeln. Es ist die dritte Schussabgabe in den USA innert weniger Tage.
Zum Bericht
Zwei Tote bei Unfall von fahrerlosem Tesla: Das Unfallfahrzeug soll ohne Lenker bei hoher Geschwindigkeit im Gliedstaat Texas gegen einen Baum gefahren sein. Nach ersten Erkenntnissen habe einer der Männer auf dem Beifahrer- und der andere auf dem Rücksitz gesessen.
Zum Bericht
Tschechien geht auf Konfrontationskurs gegenüber Russland: Die Regierung in Prag beschuldigt Moskau, in einen Sabotageakt in einem Munitionslager und in einen Giftangriff verwickelt zu sein und weist 18 Diplomaten aus. Russland antwortete mit der Ausweisung von 20 tschechischen Botschaftsmitarbeitern, darunter 16 Diplomaten.
Zum Bericht

Sprechtheater: Burg-„Vorpremiere“ von „Richard II.“ in Bregenz akklamiert
https://volksblatt.at/burg-vorpremiere-von-richard-ii-in-bregenz-akklamiert/

Peter Handkes Buch „Mein Tag im anderen Land“: Auf Redekreuzzug
Einverstanden mit sich und der Welt: Peter Handke erzählt mit „Mein Tag im anderen Land“ eine frohgemute Dämonengeschichte.
Tagesspiegel

USA
Viel Party, wenig Infektionen. Texas stellt die USA vor ein Corona-Rätsel
BILD.de

Auch in Deutschland gibt es trotz des Coronavirus eine Untersterblichkeit
Seit Mitte Februar verzeichnet die Schweiz eine deutliche Untersterblichkeit. Sie ist damit nicht das einzige Land in Europa. Neue Zahlen zeigen, dass es auch in Deutschland eine Untersterblichkeit gibt.
http://www.20min.ch/story/auch-in-deutschland-gibt-es-trotz-des-coronavirus-eine-untersterblichkeit-457355977188

Nicht nur in der Schweiz gibt es trotz der Corona-Pandemie eine Untersterblichkeit. Nach einer Hochrechnung des Statistischen Bundesamtes (Destatis) ist das auch in Deutschland der Fall. Im März 2021 seien in unserem Nachbarland 81’359 Menschen gestorben. Diese Zahl liege 11 Prozent unter dem Durchschnitt der Jahre 2017 bis 2020 für diesen Monat. Insgesamt gab es in diesem Zeitraum 9’714 weniger Todesfälle.

Eigentlich ist das eine sehr gute Nachricht. Ich bin aber nicht sicher, dass sich alle „Warner“ darüber freuen.

Ich gehe davon aus, dass die genannten Zahlen auch stimmen. Seit einem Jahr wird mit Zahlen jongliert. Medien leben davon! Auch diese „Konkurrenzzahlen“  müssen hinterfragt werden!

Der Schlauberger 44: Dann lasst sie doch baumeln – Seelische Qualen überall

Am liebsten mag ich Ratgeberseiten. Sie erweitern den Horizont. Meine größte Freude ist zum Beispiel, wenn ich am 20. Dezember lese: „Weihnachten steht vor der Tür.“ Überraschung! Und wenn der ADAC im dicksten Schneesturm verkündet: „Es ist Winter!“

Brutal geht es in der Eifel zu: „Forstarbeiter kämpfen mit Borkenkäfern um das Holz.“ Eine Steilvorlage fürs Kopfkino. Wie tröstlich dagegen ist diese Beobachtung: „Wildtauben gurrten, Spechte klopften, Ameisen bauten fleißig große Hügel.“ Was sollen sie auch sonst machen.

Und zum Schluss wird über die Strapazen dieses Wanderurlaubs gestöhnt. Liebe Reporter: Dann lasst es doch einfach sein. Dann lasst doch lieber die Seele baumeln. Dann hat euer Therapeut auch was davon.

Reinhard Berger berichtet über die Kuriositäten der Deutschen Sprache
Klassik-begeistert.de

Autorennsport/ Imola
Verstappen triumphiert, zwei Briten auf dem Podium
Max Verstappen hat Serienweltmeister Lewis Hamilton endgültig den Kampf um die WM-Krone in der Formel 1 angesagt. Der Niederländer dominierte am Sonntag den chaotischen Grand Prix der Emilia Romagna.
https://www.krone.at/2392200

Es war ein hochdramatischer Grand Prix mit zahlreichen Unfällen und spektakulären Überholmanövern, den sich am 18. April 2021, bis zu 827.000 Motorsportfans via ORF 1 nicht entgehen ließen. Im Schnitt waren 772.000 live dabei, bei 39 Prozent Marktanteil und 38 bzw. 47 Prozent in den Zielgruppen E-49 bzw. E-29 Jahre.

Das anschließende „Formel 1 Motorhome“ sahen 294.000 bei 16 Prozent Marktanteil und 20 bzw. 36 Prozent MA in den jungen Zielgruppen. Enorm auch der Zuwachs für den Instagram-Account @orfmotorhome, dem mittlerweile knapp 14.000 Formel-1-Fans folgen.

Ich wünsche einen schönen Tag

A.C.

 

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