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18. SEPTEMBER 2018

18.09.2018 | Tageskommentar

Salzburger Osterfestspiele: In welche Richtung abbiegen?

Bei Christian Thielemann hat Ende der Vorwoche offenbar Kalkül, vielleicht auch Vernunft gesiegt. Der Beschluss des Aufsichtsrats der Osterfestspiele Salzburg und die Festlegung auf Nikolaus Bachler hätte ihn so empören können, dass er sämtliche Salzburger Aktivitäten absagt. Die Sache war brenzlig, für die Pressemitteilung, die aus acht Sätzen besteht,  haben die Osterfestspiele, wer auch immer sich dafür zuständig gefühlt haben mag, ganze 24 Stunden (!) benötigt. Denn eines hat Christian Thielemann klargemacht: Nikolaus Bachler als Intendant und somit „Chef“ will er nicht! Angeblich hat er sogar schriftlich angedroht: „Dann gehe ich.“

Was steckt hinter der Entscheidung  für Bachler? Soll Thielemann „wegprovoziert“ werden. Sind sogar politische Gründe (zumindest weltanschauliche) dafür maßgeblich?

Die Osterfestspiele nähern sich einer Kreuzung
Wie gut verstehen sich Nikolaus Bachler und Christian Thielemann? Werden sie ein Duo oder zwei Kontrahenten?
Salzburger Nachrichten

Heute im ORF: „Runder Tisch“ zum Thema „Zerreißprobe in der SPÖ?“

 Um 22.25 Uhr in ORF 2 =

Wien (OTS) – ORF-Programmänderung für heute, Dienstag, 18. September 2018: Aus aktuellem Anlass lädt Hans Bürger nach der „ZiB 2“ um 22.25 Uhr in ORF 2 zu einem „Runden Tisch“ mit dem Thema „Zerreißprobe in der SPÖ?“.

Wiener Staatsoper: LA TRAVIATA am 16.9.

Pavol Breslik, Albina Shagimuratova. Copyright: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

Stehen, singen, sterben
Solide abgewickelt: Verdis „Traviata“ an der Staatsoper
Wiener Zeitung
„Traviata“: Wichtig ist, wie, nicht wo Violetta stirbt . . .
Die Staatsopern-Inszenierung von Verdis „Traviata“ ist unbeliebt, lässt sich aber doch stimmig beleben.
Die Presse

SYMPOSIUM (17. – 19 .9. ab 9 h: ZUM STREAM: direkt über die Homepage. Hier der genaue Link:

https://www.wiener-staatsoper.at/die-staatsoper/aktuelles/detail/news/symposium-geschichte-der-oper-in-wien/

Wien/ Volksoper: DIE CSARDASFÜRSTIN. Weitere Premierenkritiken

Elissa Huber (laut „Standard“ ist sie „supertoll“) dominiert die „Csardasfürstin“ an der Volksoper. Foto: Johannes Ifkovits/Volksoper

Die Liebe als verzweifelter Imperativ
Die „Csárdásfürstin“ von Regisseur Peter Lund feierte in der Wiener Volksoper eine gelungene Premiere
Wiener Zeitung
Kálmáns „Csárdásfürstin“ zwischen Klamauk und Krise
Garniert wird Peter Lunds Inszenierung mit einer supertollen Elissa Huber in der Titelpartie
Wie alles angefangen hat, Möglichkeit A: Es war Schließtag, der Abend war lau. Die Oper war fad, sie war deprimiert von den zahllosen Tragödien in ihrem Leben und vergnügte sich spontan mit einem Champagnerproduzenten. Das gemeinsame Kind wurde Operette genannt. Wie alles angefangen hat, Möglichkeit B: Jacques Offenbach war’s.
Der Standard
Volksoper: Tausend kleine Engel singen, entzückend!
KritikRegisseur Peter Lund hat Kálmáns „Csárdásfürstin“ glänzend poliert. Elissa Huber als Sylva begeistert.
Die Presse

Wien/ Theater an der Wien: ALCINA – Bericht von der zweiten Vorstellung

Foto: Theater an der Wien Saison 2018/19. C: Herwig Zens/Herbert Stadler

Karl Masek ist mit der Arbeit von Regisseurin Tatjana Gürbaca nicht glücklich: Tatjana Gürbaca hatte man engagiert – für eine bildmächtige, fantasievolle, aufregende, zauber-hafte, farbenprächtige(?!),… Inszenierung. Doch, ach! Was bekam das Auge zu sehen? Alcinas Zauberinsel: Eine graue, triste Karstlandschaft, eine Steinwüste (Bühnenbild: Katrin Lea Tag). Ein vertrocknetes Bäumchen, das die letzten Blätter verliert, als einmal von „zarten Gefühlengesungen wurde. Keine Andeutung eines Zauber- oder Irrgartens der Lüste, einer Insel, „… wie sie bei Händel gezeigt wird, die viel mit barocker Lebensart zu tun hat, die Lust am Augenblick, die stillstehende Zeit…“: davon redet Tatjana Gürbaca im Gespräch mit der Dramaturgin Bettina Auer, welches im Programmheft abgedruckt ist. Sehr plausibel klingt das alles, schön und sympathisch zu lesen. Und die praktische Umsetzung? Alcina hält ein Spielzeugschiffchen in der Hand, imitiert stürmische See (Da habenBradamante und Melisso gleich Schiffbruch und stranden, auf der Suche nach dem verschollenen Verlobten und Schüler Ruggiero. Ein einziger effektvoller Blickfang: Ein kleines Feuerwerkchen. Dann noch  Liebesschaukeln – und das war’s auch schon fast.Der Text wird wieder einmal ignoriert…

Zum Bericht von Karl Masek

Tatjana Gürbaca erwarten höhere Weihen. Angeblich wurde sie von Katharina Wagner für den nächsten Bayreuther „Ring“ auserkoren.

Hannover: Premiere TRISTAN UND ISOLDE:  Die Meinungen unserer Rezensenten liegen ziemlich weit auseinander

Kelly God, Robert Kuenzli. Copyright: Thomas M. Jauk

Gerhard Hoffmann ist von der Inszenierung wenig bis gar nicht angetan: Eine Schar Statisten geleiteten Isolde zu ihrem Stuhl, traten polternd ab – wow welch genialer Einfall, es sollten derartige Geistesblitze zu Hauf folgen, sodann setzt das Vorspiel ein. Dereinst erschien ein Regisseur zur ersten Probe und stellte die Frage: „Tristan und Isolde“ um was geht´s denn da? Diese hätte jetzt zur Neueinstudierung und dem Saisonstart am Staatstheater Hannover der Inszenator Stephen Langride ebenso stellen können. Den größten Liebes-Epos der Operngeschichte willkürlich zu diffamieren das hat Richard Wagner mit seinem Aufruf Kinder schafft was Neues mit Sicherheit nicht gewollt. Während meiner bisher 54 Produktionen durfte ich veritabel geniale Schöpfungen erleben, aber die heutige Sichtweise erschien mir als Blasphemie pur. Pantomime-Einlagen des Butoh-Tanzpaares, sinnlose gar störende Statisterie sollten lediglich den Blick vom gähnend-langweiligen Geschehen vom Unvermögen der Regie ablenken…

Zum Premierenbericht von Gerhard Hoffmann

Christian Schütte widerspricht dem: Als Regieteam wurden Stephen Langridge und, für Bühne und Kostüme, Connor Murphy verpflichtet. Sie haben sich für einen sehr geraden, unverstellten Blick auf die Geschichte entschieden, der genau diesen Innenwelten der Figuren, und somit dem Text, viel Platz gibt. Ein gebogener weißer Raum, nach hinten mit einer Art überdimensionaler Lamellen begrenzt, eine großes Rohr, mal liegend, mal aus dem Bühnenhimmel herabragend, eine Treppe – als Schiffsbrücke – ein Bett im zweiten und dritten Akt, alles in weiß: in diesem Bühnenraum, dessen wesentliche Elemente sich nicht veränden, nur verschieben, und den Susanne Reinhardt ebenso wirkungsvoll wie ästhetisch ausgeleuchtet hat, bleibt in der Tat viel Spielraum für das, was die Figuren sagen. Stephen Langridge hat den Mut, sich sehr auf den Text zu konzentrieren und ihm zu vertrauen, denn, so schwierig er im einzelnen ist, er funktioniert, wenn man ihn denn lässt…

Zum Bericht von Christian Schütte

Wiesbaden: UN BALLO IN MASCHERA – Wiederaufnahme

 

Zum Bericht von Dirk Schauß

UDINE/ POZZUOLO del FRIULI E SPILIMBERGO/PORDENONE . „LA SCALA DI SETA“ am 15.9.2018

PROGETTO ROSSINI 2018 Laboratorio di Arte scenica per cantanti e aspiranti attori.

Mahdi Niakan, Angelika Niakan. Foto: Veranstalter

Zum Bericht von Elena Habermann

OPER BURG GARS zeigt 2019 Beethovens Oper „Fidelio“, Suppé-Jubiläumskonzerte und weitere Programm-Höhepunkte

Intendant Dr. Johannes Wildner und sein Team präsentierten am Freitag in Wien die Programm-Eckpunkte der OPER BURG GARS-Saison 2019.

Dr. Johannes Wildner, Ing. Martin Falk, Mag. Katharina Stockinger, Stephan Bruckmeier, Peter Schneyder. Copyright: operburggars

Vor einem Monat ist die diesjährige Opernsaison der OPER BURG GARS zu Ende gegangen. Am Freitag präsentierte Intendant Dr. Johannes Wildner gemeinsam mit Bürgermeister Ing. Martin Falk und Regisseur Stephan Bruckmeier die Eckpunkte des Spielplans 2019. Als Herzstück wird Ludwig van Beethovens einzige Oper FIDELIO in der Babenberger Burg unter der Regie von Stephan Bruckmeier von 18. Juli bis 10. August gezeigt. Zusätzlich ist ein vielfältiges kulturelles Rahmenprogramm zu erleben. Ein besonderer Schwerpunkt ist Franz von Suppé gewidmet, dessen 200. Geburtstag 2019 bevorsteht.

GESAMTE OPERN IM RUNDFUNK –18. –24. SEPTEMBER 2018

(Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern bezieht sich ausschließlich auf die untenstehenden Sender). Kurzfristige Programmänderungen der Sender vorbehalten!
Alle Zeiten MEZ.

20.9. LE NOZZE DI FIGARO (aus München, Aufnahme v. 26.10.2017) BBC 3-15 Uhr
22.9. FALSTAFF (aus London, Aufnahme v. 19.7.) Radio 4Hilversum-19 Uhr
MACBETH (aus London, Aufnahme v. 31.3.) Bayern 4-19.05 Uhr
DANTONS TOD (aus Wien, Aufnahme v. 24.3.) Deutschlandradio-19.05 Uhr
RICCARDO E ZORAIDE (aus Pesaro, Aufnahme v. 11.8.) ORF Ö1-19.30 Uhr
FALSTAFF (aus London, Aufnahme v. 19.7.) BBC 3-19.30 Uhr
ANDREA CHENIER (aus Mailand, Aufnahme v. 7.12.´2017) HR 2-20.04 Uhr
23.9. IL PIRATA (aus Mailand, Aufnahme v. 29.6.) France Musique-20 Uhr
LE MARTYRE DE SAINT-SEBASTIAN (aus Mainz, Aufnahme v. 9.6.) SWR 2-20.03 Uhr

Deutschland: Besucherzahlen bei Theatern und Orchestern gesunken
Die öffentlich getragenen Theater und Orchester in Deutschland haben in der Spielzeit 2016/17 einen leichten Besucherrückgang verzeichnet. Die Zahl der Zuschauer sank gegenüber dem Vorjahr von 21 Millionen auf 20,5 Millionen. „Diese Schwankungen sind nicht ungewöhnlich“, sagte der Geschäftsführende Direktor des Deutschen Bühnenvereins, Marc Grandmontagne, am Montag zur Veröffentlichung der neuen Theaterstatistik. Einschließlich der erfassten Privattheater und selbständigen Sinfonieorchester besuchten rund 35,5 Millionen Menschen Aufführungen und Konzerte. Darin sind diesmal nicht die großen Musicaltheater enthalten
Musik heute

Oper Halle: Ariane Matiakh wird Generalmusikdirektorin

Ariane Matiakh. Copyright: Marco Borggreve

Die französische Dirigentin Ariane Matiakh wird neue Generalmusikdirektorin der Staatskapelle und der Oper Halle. Die 38-Jährige trete zur Spielzeit 2019/20 an, teilte die Theater, Oper und Orchester GmbH am Montag mit. Matiakh übernimmt die Nachfolge von Josep Caballé Domenech, dessen Vertrag in diesem Sommer nach fünf Jahren nicht verlängert wurde.
Musik heute

BUCHBESPRECHUNG: Waltraut Haas: JETZT SAG ICH’S

Erinnerungen, aufgezeichnet von Marina C. Watteck
240 Seiten, Amalthea Verlag, 2018

Waltraut Haas, geboren am 9. Juni 1927 in Wien, ist im Vorjahr 90 geworden. Keine alte Dame im Altersheim, sondern privat noch immer die strahlende, lächelnde, quicklebendige Blondine, als die man sie lebenslang kannte. Allerdings hat sie im Sommer 2018 bei den Wachau-Festspielen in Weissenkirchen, die ihr Sohn Marcus Strahl leitet, etwas tatsächlich Neues unternommen: In Horvaths „Geschichten aus dem Wiener Wald“ spielte sie die Großmutter, eine abgrundtief böse Figur, und hatte riesigen Erfolg damit…

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Ersparen wir uns heute Politik, die Eingangsmeldung (Salzburger Osterfestspiele) birgt möglicherweise genug politischen Zündstoff.

Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag!

A.C

 

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