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18. OKTOBER 2021 – Montag

18.10.2021 | Tageskommentar

Edita Gruberova gestorben

 

Starsopranistin Edita Gruberova gestorben
Sie galt als „Königin der Koloratur“ und „ewige Hohepriesterin des Belcanto“.
https://kurier.at/kultur/starsopranistin-edita-gruberova-gestorben/401774436

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Elisabeth Kulman inmitten ihrer weltbesten Band – in Graz. Foto: Hermann Becke

Oper und Konzert verlieren eine ganz Große! 14. Oktober 2021, Graz, Stephaniensaal

Man will es einfach nicht glauben, was man seit einiger Zeit weiß und auch auf der Homepage von Elisabeth Kulman nachlesen kann:

 „Ich habe eine fantastische Karriere gehabt” Mit Ende des Jahres 2021 beende ich meine klassische Gesangskarriere. Über 30 Jahre stand ich – zunächst als Chorsängerin, bald als Solistin – auf den internationalen Bühnen und durfte Sie, geschätztes Publikum, und mich selbst durch mein Singen erfreuen. Ich gehe reich beschenkt und dankbar und möchte Sie ebenso zurücklassen …“

In den letzten fünf Jahren war das Projekt La femme c’est moi ein Herzensanliegen von Elisabeth Kulman. Das Projekt führte sie auf viele Konzertbühnen Österreichs und Deutschlands, aber auch nach Japan. Die Weltpremiere fand im Rahmen der Styriarte am 5.Juli 2016 stat

https://www.deropernfreund.de/graz-konzerte-neu.html

Dr. Hermann Becke (Zitat Ende)

So ganz sehe ich wieder einmal nicht durch (das muss wohl an mir liegen): Auch in Graz wurden die Besucher wohl nur nach Corona-Bestimmungen eingelassen, das Wiener Konzert von Frau Kulman aus diesem Grund abgesagt. Vielleicht erklärt mir wer den Unterschied!

Fritz Krammer mit dem Versuch einer Erklärung: Sie schreiben heute obige Zeilen, vielleicht hat die Steiermark andere Corona Regeln als Wien? Wenn ich in Wien Vösendorf beim OBI bin ,muss ich Maske tragen. 1,5 km Luftlinie weiter beim Hornbach, Brunn-Mödling geht’s ohne Maske!

Dr. Becke, der Verfasser des Graz Berichts und auch Grazer, bestätigt das:  Liebe Online-Merker:  In Wien gelten strengere Regeln für Veranstaltungen als im übrigen Österreich: Wien -2G-Regel, Steiermark – 3-G-Regel.

Wien/ Theater an der Wien: Männerträume, zweite Auflage

Eric Cutler und Grigorij Puchalski in „Peter Grimes“ © Monika Rittershaus

Das Bett von Peter Grimes schwebt wieder an der Bühnenkante über dem Orchestergraben – sechs Jahre nach der Premiere hat das Theater an der Wien seine Produktion der Oper wieder aufgenommen. Christof Loy hat seine Inszenierung neu einstudiert: Peter Grimes im Spannungsfeld zwischen Homosexualität und den Moral- und Wertevorstellungen einer Dorfgemeinschaft.
http://www.operinwien.at/werkverz/britten/agrimes5.htm

Theater an der Wien: „Peter Grimes“ zum Jubiläum
Seit nunmehr 15 Jahren ist das Theater an der Wien, ein Unternehmen der Wien Holding, das Opernhaus der Stadt Wien. Gefeiert wird mit einem Glanzstück der Ära Roland Geyer, Benjamin Brittens erster großer Oper „Peter Grimes“.
https://wien.orf.at/stories/3126164/

„Peter Grimes“ in Wien: Der Mob bläst zur Jagd auf den Außenseiter (Bezahlartikel)
Salzburger Nachrichten

Wiener Staatsoper: Umjubelt – Asmik Grigorian springt bei „Eugen Onegin“ ein
Der Standard.at

DÜSSELDORF: 12. Festliche Operngala brachte 100.000 Euro Erlös für die Deutsche Aids-Stiftung

Foto: Anne Orthen

Rund 850 Gäste feierten am Samstag, 16. Oktober 2021, im Opernhaus Düsseldorf die Neuauflage der Festlichen Operngala für die Deutsche Aids-Stiftung. Mit lang anhaltendem Applaus und Standing Ovations zeigte das Publikum, wie dankbar es für den nicht nur in musikalischer Hinsicht erfolgreichen Abend war: Durch die Eintrittsgelder und zahlreichen Spenden, das Engagement der Sponsoren und des Kuratoriums der Operngala konnte die Deutsche Aids-Stiftung einen Reinerlös von rund 100.000 Euro verbuchen.

Leser Robert F. macht uns darauf aufmerksam, dass „Standing Ovations“ fast immer missinterpretiert wird:

Lieber Merker, es kommt immer wieder vor, dass standing ovations missinterpretiert wird. Es hat eben nichts mit STEHEN zu tun, oder einem Publikum, das stehend applaudiert, sondern, wie das englische Wort sagt mit DAUER. Deshalb ist auch der Satz unsinnig; Mit lang anhaltendem Applaus und Standing Ovations zeigte das Publikum…, denn er ist doppelt gemoppelt. Das Publikum hat dauerhaft applaudiert. Nicht endenwollender Applaus kann es auch treffen.
Man sollte dies doch einmal publizieren, denn der Fehler ist weit verbreitet.

Danke, wieder etwas dazugelernt!

Giuseppe Verdi: Don Carlos • Bühnen Bern • Premiere: 16.10.2021 – Theater von heute

Giuseppe Verdis «Don Carlos» ist die erste Neuproduktion der Opernsparte der Bühnen Bern. Musikalisch überzeugt der Abend auf ganzer Linie.

Gustavo Castillo (Rodrigue), Raffaele Abete (Don Carlos); Foto © Janosch Abel

Bei Verdis letzter Grand Opéra stellt sich immer die Frage, welche Fassung gespielt werden soll und hier hat sich die Opernsparte der Bühnen Bern lobenswerter Weise für einen französischen Text entschieden. Was im Programmheft fälschlicherweise als fünfaktige französische Fassung von Modena 1886 bezeichnet wird – die gibt es nicht, denn die Modena-Fassung wurde in Italienisch gespielt –, ist die Musik jener italienischen Fassung, die das erste Mal am 29. Dezember 1886 in Modena gespielt wurde mit dem französischen Text, der erst nach Vollendung der Revision von Achille de Lauzières und Angelo Zanardini ins Italienische übersetzt wurde. Hinzu kommen Einschübe aus den Pariser Fassungen von 1866/1867. Die in Bern gewählte Fassung entspricht keiner der von der in Sachen «Don Carlos» führenden Musikwissenschaftlerin Ursula Günther rekonstruierten sieben Fassungen. Man hat sich mit der Wahl der Musik der Modena-Fassung und dem französischen Text, auf den diese Musik komponiert wurde, eine Fassung geschaffen, die mutmasslich in Verdis Sinn gewesen sein dürfte, aber von den Umständen des Opern-Betriebs «verhindert» wurde. Die Uraufführungsfassung des «Don Carlos» mit den grossen Chören und dem Ballett war für die meisten italienischen (und wohl auch viele internationale) Bühnen nicht praktikabel, weil zu gross, und war zudem nicht in Italienisch, was den zeitgenössischen Usancen (Aufführungen in der Landessprache oder Italienisch als Lingua franca der Opernwelt) widersprach. In Anbetracht der Tatsache, dass es, um die in Paris vorgegebene Maximaldauer einer Vorstellung nicht zu überschreiten, bis zur Uraufführung des «Don Carlos» am 11. März 1867 schon zu hastigen Streichungen kam, sind die Einschübe der Pariser Fassung von 1866/1867 in die gewählte Fassung auf jeden Fall zu begrüssen…

Zum Premierenbericht von Jan Krobot

Erste „Sänger-Akademie Utting am Ammersee-Westufer“ vom 7.-15. Oktober 2021

Dr. Klaus Billand (Mitte) mit den Sängerinnen und Sängern. Foto: Billand

Im Landhaus der Familie Billand in Utting am Ammersee fand in den letzten Tagen die Erste „Sänger-Akademie Utting am Ammersee-Westufer“. Die Idee wurde von Klaus Billand, internationaler Opern-Rezensent in Wien, und Stelian Gheorghe (AIM Artists), einem ehemaligen Tenor und seit einigen Jahren Künstler-Agent, entwickelt. 

Die Sängerakademie fand als europäisches Projekt in Partnerschaft mit der Musikuniversität Bukarest und Projektleiter Prof. Mihai Cosma statt, der drei Sänger und eine Pianistin bereitstellte. Die Richard Wagner Verbände München und Nürnberg stellten zwei Bayreuth-Stipendiaten, sodass sich ein Team von neun Teilnehmern ergab, acht Sängerinnen und Sänger und eine Pianistin aus drei Ländern, i.e. Deutschland, Rumänien und Slowenien. Stelian Gheorghe, der Musikalische Leiter der Sängerakademie, sowie Kamila Akhmedjanova, Konzertpianistin und Assistentin des Chor-Direktors der Bayerischen Staatsoper München, sowie Tobias Truniger, Musikalischer Leiter des Opernstudios der Bayerischen Staatsoper München, führten die täglichen Coaching Sessions durch…

Mehr darüber in den heutigen Infos des Tages bzw. Feuilleton/ Themen zur Kultur“

Mir imponieren private Initiativen (wenn möglich werde ich ja gerne initiativ, hoffentlich lässt das die Pandemie bald wieder zu). „Zuaschaun kann i net“ ist aus dem „Weissen Rössl“ und trifft meine Mentalität ziemlich genau. Klaus Billand kann beides, zuschauen und auch ermöglichen!

WIEN/ Stefanisaal am Stephansplatz:  Konzert am Dienstag – ein Echo-Klassik Preisträger wird seltene Kompositionen von jüdischen Komponisten spielen

 

Eintritt frei, Anmeldung zum Konzert bei kohki.totsuka@univie.ac.at oder Registrierung am Eingang mit 3G Nachweis erforderlich.
Veranstalter:Forum Zeit und Glaube / Kath. AkademikerInnenverband der ED Wien
Währinger Str. 2-4 / 1090 Wien
www.kav-wien.at
Hinweis auf einen Gastvortrag von Jascha Nemtsov im Zusammenhang mit dem
Konzertprogramm:
Heute, Montag, 18. Oktober 2021, 19 Uhr
Otto-Mauer-Zentrum, Währinger Str. 2-4 / 1090 Wien
Musik und Totalitarismus im 20. Jahrhundert

Eintritt frei

WIEN/ Oper in der Krypta der Peterskirche 16.10.2021: „DER FLIEGENDE HOLLÄNDER“

Senta (Magdalena Renwart-Kahry) und Holländer (Florian Pejrimovky).  c: In höchsten Tönen)

Fliegen kann er auch in weit größeren Räumlichkeiten nicht. Das hat ihm Richard Wagner schon zur Entstehungszeit des Werkes angedichtet, nachdem dem jungen Komponisten mit seiner Frau Minna das Erlebnis einer stürmischen nächtlichen Seefahrt  zwischen Dänemark und Norwegen auf einem hin- und hergerissenen Frachtschiff widerfahren war und ihn die Sage vom verfluchten Seefahrer nicht mehr losließ, bis er daraus eine Oper gemacht hatte. So beengt wie im unterirdischen Bühnenraum der Wiener Peterskirche – nahe dem dicht bevölkerten Graben im 1. Wiener Gemeindebezirk mit seinen unzähligen Restaurants im Freien an diesem frühherbstlichen Samstagabend – hat der Verdammte aber wohl noch nie sein gewaltiges Sangespensum absolvieren müssen. Aber sowohl er als auch seine Sangeskumpanen – insgesamt nur ihrer vier – konnten uns das Fürchten lehren. Gestützt und gewaltig animiert von einem „Orchester“ namens Mariam Bombrun, einer relativ jungen französischen Meisterpianistin, und minimalen regielichen  und schlichten kostümlichen Beiträgen des gesamten Ensembles…

Zum Bericht von Dr. Sieglinde Pfabigan

WIEN / Theater in der Josefstadt: DER BOCKERER von Ulrich Becher und Peter Preses
Premiere: 16. Oktober 2021
Besucht wurde die zweite Voraufführung am 21. Mai 2021

 

 

„Der Bockerer“ von Ulrich Becher und Peter Preses war immer ein gutes Stück, und man kann auch nicht sagen, dass etwa ein Schauspieler wie Fritz Muliar die Figur des Wiener Fleischhauers, der sich mit „kleinem Widerstand“ durch die „großen Jahre“ des Dritten Reichs rettet, verharmlost hätte. Dennoch blieb es (auch in den Versionen mit Karl Merkatz) immer vor allem eine „private“ Geschichte zwischen Ernst und Heiterkeit – und fragwürdigem Ende: Wenn man sich 1945 mit dem heimgekehrten Juden Dr, Rosenblatt, dessen erzwungene Abreise man 1938 miterlebt hat, wieder zum Tarockspiel hinsetzt („Ihr Blatt, Herr Rosenblatt!“), dann wird der fatale Eindruck erweckt, es sei sozusagen alles „wieder gut“.

So billig gibt es die neue Inszenierung in der Josefstadt nicht. Der Schweizer Regisseur Stephan Müller, von dem man an der Josefstadt schon sehr Gutes (die „Alte Dame“) und auch sehr Schlechtes (den „Jux“) gesehen hat, packt das Stück so hart an, wie es nur geht – und es erscheint wie neu, mutiger, interessanter, besser als das Original…

Hätte man, wie in Wien üblich, Schauspielertheater für den „Bockerer“ machen wollen, hätte man anders inszenieren (und auch vielfach höher besetzen) müssen. Aber es ging ja darum, eine Geschichte nicht wienerisch vergemütlicht, sondern klar und böse zu erzählen. Und das ist beeindruckend gelungen.

Zum Bericht von Renate Wagner

WIEN / Volkstheater Bezirke:  HELDENPLÄTZE von Calle Fuhr
Uraufführung
Premiere: 17. September 2021
besucht wurde die Nachmittagsvorstellung am 16. Oktober 2021 in Hietzing

Gerti Drassl. Foto: Nikolaus Ostermann

Auch die sogenannten „Außenbezirksvorstellungen“ des Volkstheaters hatten in der Ära Anna Badora durch rücksichtslose Programmierung sehr gelitten und folglich enormen Publikumsschwund zu verzeichnen. Calle Fuhr, in der neuen Direktionsära mit der Leitung des Unternehmens betraut, ging es zu Anfang der Kay Voges-Volkstheater-Welt einigermaßen vorsichtig an, das nicht sehr zahlreiche Publikum von „Heldenplätze“ ließ sich durchaus fangen.

Aber natürlich nur, weil Autor / Regisseur Fuhr die bittere Pille des hochgestreckten Zeigefingers der politischen Belehrung  so relativ süß verpackt hat. Und weil mit Gerti Drassl eine Schauspielerin auf der Bühne steht, die monologische eineinhalb Stunden lang mühelos zu fesseln vermag…

Zum Bericht von Renate Wagner

Aktuelles aus der „Neuen Zürcher Zeitung“

  • US-Verkehrsminister erwartet Probleme bei Lieferketten auch in 2022: Die aktuellen Lieferketten-Probleme dürften noch bis ins kommende Jahr andauern. Grund der Engpässe sind unter anderem Nachwirkungen der Corona-Krise. Die Staus an Häfen und fehlende Containerkapazitäten machen sich zunehmend bemerkbar. Zum Bericht
  • Macron gedenkt 1961 in Paris ermordeten Algeriern: Bis in die neunziger Jahre hat man in Frankreich kaum über die ermordeten algerischstämmigen Demonstranten vom 17. Oktober 1961 in Paris gesprochen. Präsident Macron hat nun erstmals an einer Gedenkveranstaltung für sie teilgenommen. Zum Bericht
  • Spaniens Regierung will Mieten und Strompreis deckeln: Die von der Linksregierung geplanten Eingriffe trafen auf Kritik. Die von dem konservativen Partido Popular (PP) regierten Regionen kündigten an, das Gesetz nicht anzuwenden. Unternehmer drohen damit, ihre Investitionen zurückzufahren. Die Massnahmen würden das Ziel, neue Wohnungen auf den Markt zu bringen, stark beeinträchtigen.
    Zum Bericht
  • Parteiloser Aussenseiter zum Herausforderer von Orban in Ungarn gewählt: Der konservative und parteilose Aussenseiter Peter Marki-Zay wird als Oppositionskandidat den rechtsnationalen Ministerpräsidenten Viktor Orban bei der Parlamentswahl 2022 herausfordern. Er ist Bürgermeister in Hodmezövasarhely, einst eine uneinnehmbare Hochburg der Orban-Partei Fidesz.
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  • Mehr als 20 Tote nach heftigen Regenfällen in Südindien: Nach ungewöhnlich heftigen Regenfällen kam es zu Überschwemmungen und Erdrutschen. Dutzende Menschen würden im Bundesstaat Kerala noch vermisst, unter ihnen auch Kinder, meldeten lokale Medien.
    Zum Bericht
  • Amerikanische Missionare und Angehörige in Haiti entführt: 16 US-Bürger und eine Person aus Kanada wurden am Samstag von der kriminellen Bande «400 Mawozo» in Port-au-Prince entführt. Die Bande hat sich auf die Entführung von Personen aus der Mittel- und Oberschicht spezialisiert, mit Lösegeldforderungen von bis zu einer Million Dollar.
    Zum Bericht

Zum Abschluss noch Beiträge, die nichts mit Politik zu tun haben, sondern mit Menschlichem und Zwischenmenschlichem

Wenn der Schein trügt: Die versteckte Alkoholsucht
Nathalie Stübens Leben scheint nach außen hin perfekt. Sie ist eine erfolgreiche Journalistin, hat viele Freunde. Dennoch entwickelt sie ein Alkoholproblem – und befreit sich schließlich selbst aus der Sucht.
ntv.de/leben

„Es fühlt sich an, als wäre man nicht liebenswert genug“
Linea und Frederik sind Ende 20 und hatten noch nie eine Beziehung, obwohl sie sich eine wünschen. Hier erzählen sie, woran es bisher gescheitert ist und wieso es mit zunehmendem Alter immer härter ist, Dauer-Single zu sein.
Jetzt.de

Ich wünsche einen schönen Tag!

A.C.

 

 

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