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18. JUNI 2022 – Samstag

18.06.2022 | Tageskommentar

Der Prätorianer - die Chat-Oper - Oder die Zärtlichkeit des Thomas S. -  Oper Am 18.06.2022

HEUTE IN ST.KOLOMAN: DER PRÄTORIANER. Chatoper „Die Zärtlichkeiten des Thomas S. – ein Machtspiel in vier Chatprotokollen“ über den Chatverlauf Sebastian Kurz /Thomas Schmid

Die Chatprotokolle am Dorfplatz – Die Kulturinitiativen von St. Koloman

Ab 17h mittels (kostenplichtigem – 10 Euro) Stream zu erleben (Dauer des Musiktheaters etwa 50 Minuten)

Ich habe das Projekt vor einigen Wochen entdeckt und bin mit den Organisatoren in gutem Kontakt. Mittlerweile ist auch der ORF und große Tageszeitungen mit an Bord.

St. Koloman ist eine idyllische Salzburger 1.800-Seelen-Gemeinde in der Nähe von Hallein. Dass hier wesentlich mehr los ist als in Dörfern und Städtchen ähnlicher Größe liegt an Patrick Sellier, einem deutschen Start-up-Finanzier, der sich vor zehn Jahren im Ort niedergelassen hat. An Ideen mangelt es Sellier nicht, so wird er – gemeinsam mit den Unternehmern Johannes Czernin und Peter Godulla – heute den Dorfplatz in eine Opernbühne verwandeln. Auf dem Programm steht eine Neukomposition mit dem Titel „Der Prätorianer. Oder die Zärtlichkeit des Thomas S. – ein Machtspiel in vier Chatprotokollen“. Das Libretto basiert auf den Chatprotokollen zwischen Ex-Kanzler Sebastian Kurz, seinem engen Vertrauten Thomas Schmid, Ex-Generalsekretär im Finanzministerium, und Ex-Finanzminister Gernot Blümel.

Der ORF-„kulturMontag“(20.6.)  bringt eine Reportage aus St. Koloman über dieses spannende und gewagte Unterfangen.

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Laura Rieger (Sebastian K.). Foto: Peter G.

Den „Prätorianer“ habe ich bisher dreimal im Probenstatus gehört und bin durchaus angetan. Ich nenne das Projekt zeitgenössisches Musiktheater mit aktuellem Gegenwartsbezug. Opernfreunde alten Schlags werden ihm wohl nicht allzuviel abgewinnen könnnen, obwohl dem Komponisten Tristan Schulze, der auch schon für die Wiener Staatsoper eine Kinderoper in Noten gesetzt hat, auch „Ohrwurmverdächtiges“ eingefallen ist. 

Ich empfehle den Stream und bin selbst gespannt, wie er sich nun bei der Premiere anhört. Diese beginnt um 17 h, dauert eine knappe Stunde – sodass Sie dann noch rechtzeitig zum um 19 h beginnenden Stream aus der Wiener Staatsoper umschalten können!

Eine Frage an Juristen: Der Text besteht aus den Chat-Texten, die mittlerweile ja bekannt sind. Sind die Projektleiter nun tantiemenpflichtig? Können der Exkanzler und sein Freund und Sargnagel etwa finanziell mitschneiden?

Den Befürwortern aktuellsten Musiktheaters möge zu denken geben, dass das Projekt trotz schnellsten Handelns gerade noch rechtzeitig „auf den Markt“ kommt, in einem Jahr redet von diesen Chats vermutlich niemand mehr. Musiktheater für das Repertoire ist „Der Prätorianer“ sicher nicht!

Salzburger Oper über ÖVP-Chatprotokolle feiert am Samstag Premiere
Eine Zivilinitiative im Salzburger Tennengau bringt die Kurz-ÖVP-Chats als Musiktheater auf einen Dorfplatz
DerStandard.at.story

Wiener Staatsoper: HEUTE STREAM „L’ORFEO“

play

https://play.wiener-staatsoper.at/calendar

Dazu passend: Wiener Staatsoper: „L’Orfeo“- Zweite Annäherung in dritter Aufführung
Das großen Rätsel der Neuproduktion von Claudio Monteverdis „L’Orfeo“ an der Wiener Staatsoper ist gelöst: Euridice stirbt an einer Partydroge. Offenbar ist es uncool, von einer Schlange gebissen zu werden?!

Welche Schlange könnte Euridice gebissen haben? Wahrscheinlich eine Hornotter (Vipera ammodytes). Die Mortalitätsrate nach einem unbehandelten Biss der Hornotter liegt laut Wikipedia bei rund fünf Prozent. Schlangenbisse sind zwar keine Alltäglichkeit, aber erst vor wenigen Wochen erregten zwei Meldungen von Bissen dunkel gefärbter Kreuzottern (Vipera berus) Aufsehen. Die Tiere wurde von den Medien mit Genuss als „Höllenottern“ beschlagzeilt. Todesfälle nach Schlangenbissen sind hierzulande allerdings rar.

Warum Regisseur Tom Morris auf Partydrogen statt auf Schlangen setzt, ist vor diesem Hintergrund schwer nachvollziehbar. Hat es ihm besser zu seinem „Kommt-alle-herein-wir-machen-jetzt-Hochzeit“-Konzept gepasst, das mit kasperlhaften Lautsprecherdurchsagen zuerst einmal gehörig nervt – sich dann aber zu einem flotten ersten Akt rundet? Doch wie Morris diese Geschichte erzählt, hat weitreichende Konsequenzen, die Messageria um ihre Aufgabe gebracht.

Zum Bericht von Mag. Dominik Troger in www.operinwien.at
http://www.operinwien.at/werkverz/monteverdi/aorfeo6.htm

Regisseur Tim Morris und Dirigent Heras-Casado verwursten in Wien Monteverdis Sänger-Oper.
Mit Georg Nigl als grandioser Fehlbesetzung.
SueddeutscheZeitung.at

Berlin: Ewig neu, nie alt: Elektra, jetzt mit Guggeis, Merbeth, Miknevičiūtė, Pape


Copyright: Anton Schlatz

Es gibt zwei Elektras in Berlin, eine an der Bismarckstraße und eine Unter den Linden. Beide präsentieren dem Zuschauer düster antikisierende Palastarchitektur und abstrakt zeitlose Gewänder. Beide sind in steinernes Grau getaucht. Im West-Haus bedeckt Granulat den Boden eines Kerkerschachts. Im Ost-Haus dominieren kubische Steinflächen vor zeitloser Konche. Die Deutsche Oper hat Catherine Foster, die Staatsoper Ricarda Merbeth. Szenisch gesehen ist die Linden-Elektra packender. Man kann auch sagen klassischer, meisterhafter. Und Barenboims Elektras von 2018 und 2016 (letztere mit Herlitzius, Merkel, Schäuble) waren düster funkelnde Saisonhöhepunkte.

…In der Titelrolle singt Ricarda Merbeth unspektakulär hervorragend. Merbeth ist nicht die hohläugige Psychopathin, die Herlitzius darstellte (die hatte freilich Töne des Flehens, Schauerns, Empörens, bei insgesamt schon problematischer Stimmverfassung). Ihre Aussprache ist prägnant, ohne manieriert zu sein…

Makellos gelingt die händeringende Chrysothemis der Vida Miknevičiūtė. Man muss den Flug ihres Soprans beim Vorwurf an die Schwester hören (Du bist es). Voll flammenden Elans ist ihr Plädoyer für die Mutterschaft…

...Zwiespältig ungeachtet großartigen Bühnenagierens die Klytämnestra von Waltraud Meier, deren Mittellage inzwischen kaum tragfähiger wie Papier ist, nur unteres und oberes Register sind noch aufregend (zwei Buhs). Hörenswert ihre Todesschreie…

konzertkritikopernkritikberlin.a.schlatz

Bei den Todesschreien der Klytämnestra kommt mir die Erinnerung an unsere leider verstorbene Mitarbeiterin Elena Habermann hoch (die ich von Tag zu Tag mehr vermisse, zumal nun wieder die Saison in unserer Online-Galerie anzulaufen beginnt. Diese Todesschreie – intensivst ausgeführt – können auch eine Singstimme schwer beschädigen. Ich kann nun keine Namen nennen, aber Elena Habermann hat diese Schreie aus dem Hintergrund für mehrere Klytämnestras schauerlich „gedoubelt“.

Sommernachtskonzert der Philharmoniker engagiert ins Trockene gebracht
Im Schlosspark Schönbrunn waren an die 65.000 Interessierte dabei
DerStandard.at.story

Sommernachtskonzert: Ein relativer Erfolg
Die Philharmoniker spielten ihr Sommernachtskonzert vor 65.000 Gästen.
WienerZeitung.at

Bei dieser Gelegenheit muss ich dem Meteorologen doch eine -wenn auch nur kleine -Abbitte leisten. In einigen Bezirken Wiens hat es tatsächlich geregnet, nur eben bei uns in Meidling/Hietzing nicht!

Berlin
Deutsches Symphonie-Orchester Berlin Die lange Reise zu „Star Wars“
Peter Ruzicka dirigiert beim DSO ein wildes Programm mit der „Star Wars“-Suite, Holsts „Planeten“, einer Alban Berg-Bearbeitung sowie einem eigenen Werk.
Tagesspiegel.de

SONYA YONCHEVA STELLT IHR NEUES ALBUM VOR!

Verifiziert
Yesterday I was recording the video of my new album! I’ve been dreaming this for at least 2 years… thanks @castellobrancaccio for this stunning set! Absolute thanks to Tiziano Mancini and his team and to @albertotordi for caring this project with perfection! #sonyayoncheva

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Schubertiade Schwarzenberg 18. bis 26. Juni

kazu

Am Samstag beginnt die Schubertiade in Schwarzenberg. Vom 18. bis 26. Juni stehen acht Liederabende, sieben Kammerkonzerte, drei Klavierabende und eine -matinee sowie jeweils ein Vortrag und Musikgespräch im Angelika-Kauffmann-Saal auf dem Programm.

Informationen und Kartenbestellungen unter +43 / (0)5576 / 72091 oder info@schubertiade.at
Detailprogramme unter www.schubertiade.at

Frankfurt/ Städtische Bühnen : Die Atemluft reicht für drei Minuten
Der Neubau von Oper und Theater in Frankfurt ist dringlicher denn je – und er böte eine große Chance. Das zeigt eine Podiumsdiskussion über die Zukunft der Städtischen Bühnen.
FrankfurterAllgemeine.de

Mecklenburg-Vorpommern: Sommer-Open Airs beginnen am Wochenende
NeueMusikzeitung/nmz.de

KERZENLICHTKONZERTE AUF SCHLOSS GREILENSTEIN

unbenannt

Ballett / Tanz

Wien/ Jugendstiltheater
Nackte Männer: Kollektive Erschöpfung
Choreografin Mónica Calle bringt Männer zum Schwitzen und Taumeln.
WienerZeitung.at

Paris Opera Ballet Loses Its Second Head in Six Years
The departure of Aurélie Dupont, who is leaving to focus on personal projects, follows a turbulent time at the esteemed company.
TheNewYorkTimes

Film: Filmstar Jean-Louis Trintignant mit 91 Jahren verstorben
Französischer Schauspieler stand mehrfach für Michael Haneke vor der Kamera.
WienerZeitung.at

Filmlegende Jean-Louis Trintignant ist tot
Er spielte neben Brigitte Bardot und Romy Schneider und zählte selbst zu Großen der Kinobranche. Nun ist Frankreichs Filmlegende mit 91 Jahren verstorben.
Tagesspiegel.de

Lesbischer Kuss: Mehr als ein Dutzend Länder verbieten Disney-Film „Lightyear“
Mehr als ein Dutzend mehrheitlich muslimische Länder verbannen den Film aus den Kinos. Disney lehnt es ab, eine Szene zu entfernen, in der sich zwei weibliche Charaktere küssen.
DiePresse.com

Medien/ TV: Kein Eurovision Song Contest 2023 in der Ukraine
Der Eurovision Song Contest 2023 kann angesichts des anhaltenden Krieges in dem europäischen Land nicht in der Ukraine abgehalten werden, sagte die European Broadcasting Union am Freitag und fügte hinzu, dass sie in Gesprächen mit der BBC sei, um ihn im Vereinigten Königreich auszurichten.
WienerZeitung.at

Soeben kommt die Meldung, dass sich die Ukraine das nicht gefallen lässt und den Wettbewerb ausrichten will. Ich gratuliere, offenbar haben die Ukrainer keine anderen Sorgen!

ORF III am Wochenende: Zwei „Erlebnis Bühne“-Neuproduktionen aus Taggenbrunn mit Philharmonix und Asmik Grigorian

 Außerdem: Programmschwerpunkte zum 60. Geburtstag von Christine Neubauer und zum 40. Todestag von Curd Jürgens =

Wien (OTS) – ORF III Kultur und Information zeigt am Samstag, dem 18. Juni 2022, zum 60. Geburtstag von Schauspielerin Christine Neubauer den Zweiteiler „Die Holzbaronin“. Im Hauptabend widmen sich drei „zeit.geschichte“-Folgen „ORF-Legenden“ – darunter eine neue Doku anlässlich des 40. Todestags von Curd Jürgens. Am Sonntag, dem 19. Juni 2022, präsentiert ORF III in „Erlebnis Bühne“ zwei Neuproduktionen von den Taggenbrunner Festspielen 2022 in Kärnten: einen Auftritt von „Philharmonix“ und einen Konzertabend von Starsopranistin Asmik Grigorian. Am Wochenende stehen außerdem Filmklassiker mit Curd Jürgens auf dem Programm: Am Samstag die legendäre Zuckmayer-Verfilmung „Des Teufels General“ und am Sonntag „Und immer lockt das Weib“.

Aktuelles aus der „Neuen Zürcher Zeitung“

Verkehrte Welt in St. Petersburg: Putin rechnet mit der Wirtschaftspolitik des Westens ab. Am Wirtschaftsforum in St. Petersburg rechnete der russische Präsident Wladimir Putin mit dem Westen ab. Die Schuld an hoher Inflation, an zerrütteter Logistik und drohendem Hunger auf der Welt habe ausschliesslich mit der jahrelangen verantwortungslosen Finanz- und Wirtschaftspolitik der USA und der Europäischen Union zu tun, so Putin. Auch andere Teilnehmer des Forums taten so, als habe der böswillige Westen aus dem Nichts gegen Russland schärfste Sanktionen verhängt und damit die Weltwirtschaft auf den Kopf gestellt. Der von Russland ausgelöste Krieg gegen die Ukraine war der Elefant im Raum – kaum jemand sprach ihn an.
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Kampf um die Hoheit der Funkwellen: In der Ukraine läuft ein Schachspiel der besonderen Art: Beide Seiten versuchen, die Funk- und Radaranlagen des Gegners zu blockieren. Nachdem die Russen bei der elektronischen Kriegsführung zunächst überraschend schwach abgeschnitten hatten, holten sie nun auf. Der Sieg im Donbass hängt auch davon ab, wer sich langfristig auf dem elektronischen Schlachtfeld durchsetzt.
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Frankreich:  Jean-Luc Mélenchon greift nach der Macht: Der Linkspopulist, Antikapitalist, EU-Kritiker und Choleriker wirbelt mit seiner Wahlallianz die französischen Parlamentswahlen auf. Nun hofft der Anti-Establishment-Politiker am kommenden Sonntag auf eine Mehrheit in der Nationalversammlung, was Präsident Macron in seinen Augen zwingen würde, ihn zum Regierungschef zu ernennen. Doch dieses Ziel dürfte er verfehlen.
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Vielseitige Musiklegende ist heute 80: Paul McCartney hat die Pop-Musik als Sänger, als Songwriter und als technisch gewiefter Produzent geprägt. Heute wird der ewig junge Beatle 80 Jahre alt. Das Publikum liebt ihn wie einen alten Bekannten. Eben erst war er auf Tournee in den USA. Ende Juni erwarten ihn am legendären Glastonbury Festival in England 200 000 Besucher.
Zum Porträt
Verstummte Motoren: Noch heulen im Ferrari-Werk in Maranello die Motoren auf. Vielleicht nicht mehr lange – zumindest nicht mehr hörbar. Denn auch der legendäre italienische Sportwagenproduzent will auf Elektroantriebe umstellen. Ein Plan, der vor allem bei Ferrari-Enthusiasten Ängste weckt.
Zum Bericht

Zitat Ende „Neue Zürcher Zeitung“

EU-Kandidat Ukraine
Symbolischer erster Schritt auf langem Weg
Noch ist es lediglich eine Empfehlung der EU-Kommission, doch die Ukraine hat am Freitag eine weitere Hürde auf dem Weg zum Status als EU-Beitrittskandidat genommen. Dabei ist der Kandidatenstatus erst der Anfang eines langen, manchmal gar endlosen Weges in die Europäische Union, wie die Geschichte zeigt. Zuerst braucht es aber das Ja der EU-Staaten. Das hätte für Kiew nicht nur symbolischen Wert, sondern durchaus praktischen Nutzen.
https://orf.at/stories/3271719/

Die Ukraine und die EU : Eine geopolitische Entscheidung
Die EU-Kommission ist dafür, der Ukraine den Kandidatenstatus zu verleihen. Das ist strategisch gedacht, das Land muss sich aber trotzdem reformieren.
Frankfurter Allgemeine

Der Kandidatenstatus ist wie eine Einladung zum Lottospiel. Man darf sich um den Gewinn bewerben, indem man einen Schein ausfüllt. Man gewinnt aber erst, wenn auf dem Schein die richtigen Gewinnzahlen stehen! Anders gesagt: Die Ukraine hat die Bedingungen ebenso zu erfüllen wie andere Beistrittskandidaten, die viele Jahre auf den Beitritt warten. Einen „Rabatt“ darf es nicht geben!

Sizilien
Dem Geheimnis auf der Spur:Satanische Zeichen
Der Teufel diktierte einer Nonne vor 350 Jahren angeblich einen verschlüsselten Brief. Erst seit Kurzem weiß man, was darin steht.
SüddeutscheZeitung.de

Ich wünsche einen schönen Tag!

A.C.

 

 

 

 

 

 

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