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18. JUNI 2021 – Freitag

18.06.2021 | Tageskommentar

 

Yajie Zhang, PlacidoDomingo, Ailyn Perez, Liparit Avatisyan, Kerry Lynn Wilson

MÜNCHEN/ LA TRAVIATA am 16.6.2021. Placido Domingo als „Überaschungseinspringer“

Bitte untenstehenden Link anklicken
ZU INSTAGRAM mit vier Fotos

Zu Domingo in München (von TTT)

HIER EIN VIDEO

https://www.facebook.com/PlacidoDomingo/videos/132445292227253/

München
Plácido Domingo kehrt zurück: Darum freue ich mich auf Deutschland
Der Opern-Weltstar kehrt nach Deutschland zurück!
Plácido Domingo sang kurzfristig am 16. Juni in der Münchner Staatsoper die Partie des Giorgio Germont in „La Traviata“ – vor Publikum. Der Saal war zu einem Drittel mit etwa 700 Besuchern gefüllt. Es herrschte Masken-, aber keine Testpflicht.
Bild.de

TTT: Großartig, wie  Intendant Nikolaus Bachler dieses Erlebnis ohne großes Mediengerumpel kurzfristig organisiert hat. Wann erlebt man einen 86jährigen[?)  mit der tenoralen  Vergangenheit, der offensichtlich immer noch in baritonaler Zukunft unterwegs ist? …. und es ist gutes, außerordentlich berührendes Musiktheater! Das ist einzigartiges, singuläres,  unwiederholbares Musiktheater! (Zitat Ende)

Das kam auch für mich völlig überraschend, denn ein wahrscheinlich denn doch kostspieliges Engagement rechnet sich nur, wenn es sich mit Medienspektakel gegenrechnet. Aber was solls, das Maximum an Karten war auch ohne den Überraschungscoup verkauft. Interessant: Peter Gelb hat Domingo aus der Met geschmissen (schmeissen müssen, ich weiß schon), seine Frau fungiert aber bei Domingos München-Auftritt als Dirigentin!

Den Überblick über die Corona-Kuriosäten habe ich längst verloren, in München ist die „3Ge-Regel“ offenbar nicht mehr in Kraft. Zwar geht es nicht ohne Maske, dafür aber ohne Test. Umgekehrt wäre angenehmer, ganz ohne noch besser!

Wien: HEUTE „SOMMERNACHTSKONZERT DER PHILHARMONIKER  – nur vor geladenen Gästen

Normalerweise ist es schwer, ein Platzerl auf der Wiese im Getümmel der Outdoor-Klassikfreunde zu finden. Heuer gibt es so ein Wiesenplatzerl zum zweiten Mal gar nicht. Das ist ganz schön unerquicklich, immerhin soll das Wetter halten – was beim Sommernachtskonzert der Wiener Philharmoniker ja nicht immer der Fall war. Das traditionelle Freiluftkonzert im Schlosspark Schönbrunn findet nur vor 3.000 ausgewählten Gästen statt. Das ist die aufgrund der Coronapandemie behördlich festgelegte Höchstanzahl. Ein Teil der Sitzplätze geht an Menschen, die in der Pandemie „an vorderster Front im medizinischen Bereich“ oder in der Elementarpädagogik tätig waren. Die restlichen Plätze erhalten Partner, die das Sommernachtskonzert am 18. Juni ermöglichen.

Ab 18,30 h ist der Schlosspark für die breite Öffentlichkeit gesperrt.  ORF 2 überträgt ab 21.20 Uhr live-zeitversetzt. Auf 3sat ist die Übertragung ab 21.45 Uhr zu sehen.

Wenn Sie wollen, können Sie ja auch im Wohnzimmer ein Picknick veranstalten!

(1) Klassik – Sommernachtskonzert wieder im Pandemiemodus – Wiener Zeitung Online

ZÜRICH: Generalprobe für eine neue Lucia in Zürich – Video clip

 

ZU FACEBOOK

Noch ein Videoclip

SEMPEROPER DRESDEN: SPIELPLANPRÄSENTATION ( in voller Länge)

 

ZUM VIDEO (1 Stunde, 20 Minuten)

Paris: „LA SONNAMBULA“ Théâtre des Champs-Elysées – 15 VI 2021

Endlich geschafft: erste wirkliche Opernpremiere in Paris seit 16 Monaten, mit dem hiesigen Regiedebut von Rolando Villazon – erfrischend!

Anders und überall eine Nummer zu groß: Pretty Yende (Amina) mit ihrer „Rivalin“ Lisa (Sandra Hamaoui, mit Gesichtsmaske bevor sie anfängt zu singen), links im Hintergrund ihre Mutter Teresa (Annunziata Vestri) und Alessio (Marc Scoffoni). Foto: Vincent Pontet. Foto/Generalprobe: Vincent Pontet     

Waldemar Kamer berichtet nach einer Pause von mehreren Monaten wieder aus der französischen Metropole: Wie wunderbar: endlich wieder eine wirkliche „live-Opernpremiere“ in Paris nach der längsten Zwangspause der französischen Operngeschichte. Meine letzte Rezension war ante pandemia im Februar 2020, wo man mich in die Generalprobe von „Manon“ an der Pariser Oper geschleust hatte, weil die Premiere wegen dem langen Streik ausfallen würde. Diese Produktion wurde dann als erster Stream aus Paris am 17. März 2020 ausgestrahlt – und ab dann gab es eigentlich (außer ein paar weniges Streams) kaum noch etwas zu berichten… Was sich in Paris und Frankreich in 16 traurigen Monaten alles abgespielt hat, war in den Medien zu lesen. Aber leider meist ohne genaue Informationen, was das konkret für den hiesigen Kultursektor bedeutet. Während in Wien und Deutschland im Mai die Theater wieder aufgingen und Helga Rabl-Stadler mit einer bewundernswerten Hartnäckigkeit die Salzburger Festspiele durchgeboxt hat, wurde hier nicht einmal über eine eventuelle Wiedereröffnung des Kultursektors im Sommer 2020 diskutiert. Erst im Mai, auf Druck der erstaunlich unkritischen Medien, als langsam bekannt wurde, dass in allen Nachbarländern Frankreichs die Theater wieder aufgegangen waren, hat Präsident Macron in seiner 5. kriegerischen Fernseh-Rede ein erstes Wort zur Kultur gesagt: „darüber wird diesen Sommer nachgedacht werden“. Das war’s…

...Dieses muss man alles in Betracht ziehen, wenn man heute in eine Opernaufführung in Frankreich geht (oder sie per Stream folgt). Das allgemeine Umfeld und die konkreten Arbeitsbedingungen lassen sich nicht mit denen den Nachbarländern vergleichen (man sieht es allein schon daran, dass die Chöre hier mit Gesichtsmasken singen müssen). Weil das Théâtre des Champs-Elysées im Dezember das ganze vorbereitete, z.T. schon geprobte Weihnachtsprogramm ersatzlos streichen musste, hat es jetzt erst am 19. Mai mit den Proben angefangen – davor durften sowieso nicht mehr als 6 Menschen in einem Raum sein (Ausnahmen gab es, aber nicht für die Kultur). So mussten die Konzeptionsgespräche und sogar die ersten Kostümproben (!) per Zoom stattfinden und quasi alle Proben mit Gesichtsmaske für alle. Und in dieser Situation erkrankte die Sängerin Nadine Sierra an Corona, musste 3 Wochen in Quarantäne und durch Pretty Yende ersetzt werden. Deswegen erst einmal alle Achtung an alle Mitwirkenden für ihre Nerven und ihr Durchhaltevermögen, dass es überhaupt zu dieser Premiere kam. Und die nun folgenden Anmerkungen zu dem künstlerischen Resultat, kann man nur bedingt den Künstlern anlasten, da sie offensichtlich mit denen – in meinen Augen manchmal recht abstrusen – französischen Corona-Maßnahmen zu tun haben. Ganz konkret: weil die Orchestermusiker 1 m Abstand wahren müssen, passen sie nicht mehr in einen Orchestergraben. Dieser wurde also hochgefahren und das Orchester verteilte sich in das vordere Drittel des Parketts. Musikalisch bedeutet dies aber, dass die Sänger auf der Bühne ein für sie riesig wirkendes Orchester sehen und das Gefühl haben, dass sie darüber mit Kraft in den Saal singen müssen. Gleichzeitig musste der Dirigent sein Orchester, das zur Hälfte hinter seinem Rücken sitzt, die ganze Zeit bremsen, damit sie nicht die Sänger übertönen. Das ist gelungen, die Balance stimmte – aber natürlich nicht damit zu vergleichen, wenn das gleiche Team mit dem üblichen Orchestergraben hätte arbeiten können…

Der Regisseur war Rolando Villazon:

...Seine Lösung wurde dann sehr persönlich: mitten im Lieto Fine bringt die Rabenmutter Teresa einen Mantel und Koffer für Amina: sie muss nun das Dorf verlassen, wo sie für zu viel Unruhe gesorgt hat. Entgegen des Librettos heiraten Elvino und Lisa (!), Amina geht. Als Outcast geboren, wird sie hier immer ein Outcast bleiben. Das Pariser Publikum war empört und empfing Rolando mit Buhrufen, die ihn offensichtlich köstlich amüsierten und wonach er sich mit Bravour eine rote Clownsnase aufzog (passend zu seinem gelben T-Shirt). Irgendwie war das alles sehr erfrischend. Und dann wurden wir reihenweise aus dem Theater gedrängt (die oberen Ränge müssen warten bis die unteren das Theater verlassen haben) bis wir alle schnell nach Hause eilten – mit Maske, die wir hier überall seit einem Jahr tragen müssen, auch outdoor. Und in Eile, denn ab nun 23 Uhr herrscht in Frankreich noch immer ein striktes Ausgehverbot.

Zum Bericht von Waldemar Kamer

Bis zum 26. Juni im www.theatrechampselysees.fr
Am 4. September auf France Musique zu hören: www.francemusique.fr
In den nächsten Spielzeiten in Nizza, Dresden und New York (an der Met) geplant


BERLIN: DAS RHEINGOLD an der Deutschen Oper

Thomas  Blondelle, Markus Brück. Foto: Bernd Uhlig

Quietschkommod: „Rheingold“-Premiere an der Deutschen Oper
Nach der Walküre kommt … Das Rheingold. Zumindest in diesen Zeiten, in denen die Pandemie Dramaturgien verwirbelt, als hätte Godard seine Finger im Spiel. Zu meiner eigenen Überraschung hat mir das kunterbunte Vorspiel der frei flottierenden Assoziationen besser gefallen als der vermurkste erste Tag. Ausführlich kann man meine Eindrücke im neuen VAN Magazin nachlesen.
https://hundert11.net/quietschkommod/

Deutsche Oper Berlin – Das Rheingold
Stimmenfest und Budenzauber
https://www.concerti.de/oper/opern-kritiken/deutsche-oper-berlin-das-rheingold-12-06-2021/

Thomas Blondelle, Annika Schlicht, Thomas Lehmanm, Jacquelyn Stucker, Matthew Newlin, Derek Welton- Foto: Bernd Uhlig

Ursula Wiegang war vor Ort: Die wichtigste Nachricht immer zuerst: Wer in die dritte Rheingold-Vorstellung am 19. Juni geht, sollte vorher nochmals unten auf die Programmseite gucken. Dort ist schon jetzt zu lesen:

„Maskenpflicht besteht ab Betreten des Hauses. Die FFP2-Maske darf abgenommen werden, sobald Sie Ihren erworbenen Sitzplatz eingenommen haben.“ Für viele ist das bestimmt eine Erleichterung, und bei einer 7-Tage-Inzidenz von nur noch 10,7 am 17. Juni auch eine seitens der Bundesregierung überfällige Maßnahme.

Die zweite gute Nachricht: mit Wotan und Fricka erleben wir diesmal ein junges schickes, sommerlich weiß gekleidetes Immer-noch-Liebespaar, was vor allem Fricka betrifft. Annika Schlicht singt diese Rolle mit strahlendem Mezzo und zeigt auch mit entsprechenden Gesten ihre anhaltende Zuneigung…

Zum Bericht von Ursula Wiegand

Wiener Staatsoper – Der Rosenkavalier. Tradition ohne Schlamperei
https://www.concerti.de/oper/opern-kritiken/wiener-staatsoper-der-rosenkavalier/

Heinz Sichrovsky war beim Wiener „Rosenkavalier“ und stellt fest, dass ihm etwas Entscheidendes fehlt:

No more Mohr? Nevermore! Einlassungen zum „Rosenkavalier“, vor 52 Jahren und heute
Die Aufführung der Staatsoper war mehr als beachtlich. Aber einen wichtigen Mitwirkenden gibt es nicht mehr.

…Aber auf etwas anderes muss ich verweisen: Den erwähnten kleinen Mohren gibt es im Programmheft nicht mehr. Vielmehr verkörpert da ein weißes, anmutiges Kind einen gewissen „kleinen Mohammed“. Wie lang das schon Gepflogenheit ist, weiß ich nicht. Aber die Rolle heißt so wenig „der kleine Mohammed“, wie Othello „der Mohammed von Venedig“ untertitelt ist. Die Staatsoper hat vermutlich recht, warum soll sie sich für nichts von irgendwelchen Radaubrüdern niederbloggen lassen? Andererseits: für nichts? Othello, Aida, Carmen, Monostatos, der Zigeunerbaron … die Zahl der Inkriminierungsopfer wächst, Widerstand ist nötig. Bildungsferne rechtfertigt zwar Empörung (zu der jeder berechtigt ist), nicht aber kulturellen Vandalismus und Geschichtsfälschung. Wer also den „Rosenkavalier“ nicht erträgt, ist herzlich eingeladen, ihm fernzubleiben. Sollte er vor oder gar während der Vorstellung Künstler und Besucher belästigen, ist er hinauszubegleiten. No more Mohr? Nevermore! Vielmehr: Mohr forever!

https://www.news.at/a/spitzentoene-no-mohr-nevermore-12128502

STAATSTHEATER WIESBADEN: Programmveröffentlichung – Spielzeit 2021.2022

Im Rahmen der gestrigen Pressekonferenz stellten Intendant Uwe Eric Laufenberg und Geschäftsführender Direktor Holger von Berg zusammen mit ihrem Team das Programm der Spielzeit 2021.2022 am Hessischen Staatstheater Wiesbaden vor.

In der anstehenden Saison erwarten das Publikum in der Opernsparte sieben Neuinszenierungen und elf Wiederaufnahmen. Einen besonderen Schwerpunkt bilden hierbei die sieben letzten »Meisteropern« Wolfgang Amadeus Mozarts, die das Publikum über die gesamte Spielzeit hinweg erleben darf – im Mai sogar in einer zyklischen Aufführung. Einen weiteren Höhepunkt in der kommenden Saison stellt außerdem die Premiere von Jörg Widmanns monumentaler Chor-Oper »Babylon« im Rahmen der Internationalen Maifestspiele 2022 dar.

Ausführlicher in unseren „Infos des Tages“

Kirchstetten: Das „kleinste Opernhaus Österreichs“ wird zur Opern-Freiluftbühne
Frühbucherpreise bis 30. Juni

Copyright: Schloss Kirchstetten

Das Gesamterlebnis der Kirchstetter Opernaufführungen geht weit über die Bühne hinaus, da die Inszenierung nicht erst bei der Ouvertüre beginnt. Maximal 160 Besucher können in Kirchstetten einer Vorstellung beiwohnen. Das bleibt laut Intendant Gartner auch so, wenn die Oper heuer aus Sicherheitsgründen in den Ehrenhof übersiedelt.

„Il signor Bruschino“ von Gioachino Rossini, die 1813 uraufgeführte und selten gespielte Nummernoper steht auf dem Programm. Belcanto-Fans erwartet dabei ein Stück Rossinischer Lebensfreude, in dem die Liebe ein heiteres Intrigen- und Verwechslungsspiel entfacht, das am Ende doch zum Happy End führt.
Ein Sommer voller Klänge – 3 Orchester-OpenAirKonzerte

Mehr in unseren „Infos des Tages“

Berlin
Thomas Oberender verlässt die Berliner Festspiele zum Ende des Jahres
Im November 2020 erst hatte Oberender seinen Vertrag verlängert – bis 2026. Sein Weggang kommt also überraschend.
Berliner Zeitung

Filme der Woche

Besuchen Sie Renate Wagners FILMSEITE

WONDER WOMEN 1984 /USA / 2020
Regie: Patty Jenkins
Mit: Gal Gadot, Kristen Wiig, Chris Pine, Pedro Pascal u.a.

Es war wirklich eine unverhoffte und überaus angenehme Überraschung, als man „Wonder Woman“ 2017 erstmals als Titelheldin im Kino begegnete. Schließlich gehört sie zum Universum der Comic-Figuren, ist in der Welt von DC (die große Konkurrenz von Marvel) eine der ersten Frauen und wohl die wichtigste – aber man war einfach gewöhnt, dass diese Art von Filmen, Figuren, Stories ausschließlich mit einer eigentümlichen Dümmlichkeit auf der Filmleinwand abgehandelt wurden.

Ganz anders, als einem eine intelligente junge Frau rund um den Ersten Weltkrieg begegnete, von Regisseurin Patty Jenkins mit Anspruch in Szene gesetzt, locker, ironisch, sogar intelligent. Man meinte, keine Angst vor einer Fortsetzung haben zu müssen – mit dem Effekt, dass es dann doch nicht so gut gelaufen ist, wenn Wonder Woman im Jahr 1984 wiederkommt.

Das war glücklicherweise noch eine Epoche ohne Computer und Smartphones und verbreitete eine Art von freundlicher, gewissermaßen unhektischer Normalität, wenn sich auch Diana Price, Mitarbeiterin in einem Museum in Washington, immer wieder in die große Kämpferin verwandelt – denn natürlich bleibt es ein Comic-Märchen. Leider mischt sich dieses im zweiten Aufguß (trotz gleicher Hauptdarstellerin, gleicher Regisseurin) nicht so zwanglos mit einer behaupteten „Echtwelt“ wie beim ersten Mal…

Zur Filmbesprechung von Renate Wagner

Freude bei den Clubs über Lockerungen – aber viele sperren am 1. Juli nicht auf
Die soeben verkündeten Lockerungen sind für die Nachtwirtschaft ein wichtiger Schritt zurück in die Normalität. Viele Discos und Clubs werden trotzdem nicht am 1. Juli aufsperren. Ein erster Stimmungsbericht.
Kurier.at

So unverschämt und gleichzeitig so verständlich wie jetzt sind wir noch nicht bzw. schon lange nicht angelogen worden. Ich weiß, zur Ankurbelung eines jeden Geschäftes bedarf es einer guten Stimmung. Diese gilt es zu verbreiten. Die Gastronomie ist zum Jubel angehalten, obwohl nur ein kleiner Teil mit Grund aus vollem Herzen jubelt.

Die Kulturbetriebe gaukeln uns einen „Hunger nach Kultur“ vor – ein Blick in das Angebot noch zu verkaufender Karten belehrt uns eines Besseren. In unsereren Google-Analytics (können nicht manipuliert werden, zumindest nicht ohne Hilfe von Google – und Google ist nicht greifbar) werden wir mit ungeschönten Zahlen bezüglich des tatsächlichen  Interesses konfrontiert. Alle sollen lügen, damit unsere „Macher“ gut dazustehen und Sonntagsreden schwingen können.  Vor einer Woche wurden wir mit immensen Sparrücklagen der Österreicher konfrontiert, weil uns in der Pandemie so viel Geld zu ansparen übrig geblieben ist.

Nun tönt es anders, viele Haushalte kratzen am Existenzminimum. Es ist zum Verzweifeln. Wir leben mit der Zweck-Lüge und geben diese schlechte Eigenschaft an unsere Nachkommen weiter, die dann meinen, dass die Wahrheit nicht mehr zumutbar, die Lüge also die neue Tugend ist!

Apropos Lüge: Die Dame im Frühstücksfernsehen des Fellner-Senders überschlug sich seit Sonntag peinlich quietschend und glucksend über den „Jahrhundertsieg“ unserer Kicker über Nordmazedonien und wollte uns auf Europameisterkurs eintrimmen. Ich bat meine Frau, die Ahnungslose ruhig zu stellen. Das geht, in dem man den Ton wegschaltet – aber so etwas fuktioniert leider auch nur im Fernsehen und auch nicht mit meiner Frau..

Gestern war „Stunde der Wahrheit“. Ich sah ein halbwegs gutes Spiel der Österreicher, ohne aber auch nur mit dem Funken einer Chance gegen die Niederländer. Das ist die Realität, ich bin keineswegs enttäuscht. Jetzt rittern wir mit der Ukraine um den zweiten Gruppen-Platz , bei dem ginge es im K.o.-Spiel gegen Italien. Sollten wir uns mit dem drittenTabellenrang weiterwursteln (für mich das realistischte Szenario), wäre Frankreich der Gegner. Ich empfehle die Sparvariante: Den billigsten Flieger für Montag-Nacht retour nach Österreich buchen.

Für jene Leser, die den Modus nicht kennen und einen eventuellen Aufstieg in das Achtelfinale als Meilenstein in Österreichs Geschichte betrachten würden: Bei der Europameisterschaft sind 24 Länder vertreten. von diesen 24 steigen 16 in das Achtelfinale auf. Dort erst beginnt die K.O.-Runde!

Jetzt habe ich nachgedacht, wie viele Länder Europa überhaupt aufweist. Spontan fielen mir 30 ein, aber das ist falsch und somit ungerecht. Versuchen Sie es einmal – oder fragen Sie Wikipedia – wie ich es tat: Von den 47 Staaten in Europa sind Monaco und die Vatikanstadt keine Mitglieder der UEFA. Färöer, Gibraltar und Kosovo sind keine unabhängigen Staaten bzw. nicht allgemein anerkannt, stellen aber Nationalmannschaften. Das Vereinigte Königreich hat keine eigene Mannschaft, da aus historischen Gründen dessen Landesteile England, Nordirland, Schottland und Wales jeweils eigene Nationalmannschaften stellen. Mit der Aufnahme Gibraltars haben die Ligen des Vereinigten Königreichs und seiner Überseegebiete mittlerweile 8 Startplätze für die UEFA Champions League und 13 Startplätze für die UEFA Europa League. (Zitat Ende)

Jetzt beurteilen Sie unbeeinflusst von mir, welch Erfolg ein Aufstieg unter die „Glorreichen Sechzehn“ ist! Der berühmte „Jausengegner“ (also immer wenn wir nach einer Pleiteserie Selbstvertrauen tanken müssen), die Kirchendiener des Vatikan, sind kein Mitglied des Europäischen Fußballverbandes, gegen die dürften wir gar nicht spielen!

So steigt Österreichs Team doch noch in das Achtelfinale auf
www.laola1.at

Aktuelles aus der „Neuen Zürcher Zeitung“

  • Keine Woche nach dem Nein zum CO2-Gesetz kündigen SP und Grüne noch ambitioniertere Initiativen an: So wollen die Gletscher-Initianten das Ziel netto null Treibhausgase per 2050 in der Verfassung verankern. Doch in welcher Logik wäre eine Radikallösung mehrheitsfähig? Der Klimaforderungs-Motor läuft hochtourig im Leerlauf.
    Zum Bericht
  • Wundenlecken in der Wagenburg nach der EM-Niederlage gegen Italien: Am Tag nach dem 0:3 in Rom tun die Schweizer Fussballer nichts, um das traurige Bild einzuordnen. Weder der Trainer noch der Captain stehen hin und richten ein paar überlegte Worte an die Öffentlichkeit.
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  • Die Libanesen protestieren mit einem Generalstreik gegen ihre Politiker: Engpässe in der Versorgung, Armut, Inflation – der Libanon steckt seit über einem Jahr in einer der schwersten Wirtschafts- und Finanzkrisen seiner Geschichte. Das liegt auch an einer Blockade bei der Regierungsbildung.
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  • Die USA haben nun einen nationalen Feiertag zum Ende der Sklaverei: Präsident Joe Biden unterzeichnete ein Gesetz, das den 19. Juni in allen Gliedstaaten zum Feiertag erklärt. Gedacht wird der Emanzipationsproklamation zur Befreiung der Sklaven in Texas 1865. Zum Bericht

Der Mobilfunk der zweiten Generation hatte eine Hintertüre: Forscher weisen nach, dass die Verschlüsselung von Handydaten im frühen 2G-Netzwerk schlechter war als angenommen. Das könnte Absicht gewesen sein, denn die Ausfuhr zu guter Verschlüsselungsalgorithmen war damals verboten.
Zum Bericht

Ich wünsche einen schönen Tag!

A.C.

 

 

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