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18. JUNI 2020 – Donnerstag

18.06.2020 | Tageskommentar

Heute an der Wiener Staatsoper: Liederabend Michael Schade

Leider ist auch nur die „Hundertschaft“ zugelassen. Wenn man bei den Streams die komplett leeren Logen sieht, empfindet man die Regelung als das, was sie ist – eine Schikane. Wenn ich mir die tägliche Vollversammlung in der Meidlinger Fussgängerzone ansehe (zwangsläufig genieße ich diesen Anblick täglich  ja mehr als zehn Stunden durch die Redaktionsglastüre), dann zweifle ich am Verstand derer, die so etwas ersinnen. Also was jetzt? Der Grund ist für mich einleuchtend: „Fürsorge“ und wohl auch Macht gilt es dort zu demonstrieren, wo wenig Widerstand zu erwarten ist. Das ist in der Fußgängerzone keineswegs der Fall. Bei Demos für die gute Sache schon gar nicht! !

Wiener Staatsoper, 16.6.2020: „AH, LÈVE-TOI SOLEIL“ – Ensemblemitglieder singen Szenen aus französischen Opern

 Auch wenn es die bereits 2. Veranstaltung der Rezensentin in der Wiener Staatsoper nach der verhängnisvollen (Zwangs-)Pause seit Mitte März ist, so ist man sich der historischen Dimension dieser Juni-Konzerte trotzdem bewusst. Noch nie gab es so intime „Privat-Abende“ in diesem Haus – nur für 100 allerschnellste der schnellsten Kartenkäufer. Voraussichtlich kann man diese besondere Situation irgendwann den erstaunten Ur-Enkeln erzählen. Natürlich bin ich mit Begeisterung und Leidenschaft dabei – der Hunger nach Kunst und Kultur ist auf jeden Fall viel, viel größer als jegliche Angst vor Infektionen und Krankheit. Trotzdem hätte man dem Ensemble einen Abschied vor einem ausverkauften, laut jubelnden Haus von ganzem Herzen gewünscht; schließlich kann die (Weiter-) Entwicklung vieler dieser Künstler bis an die Weltspitze auch an diesem Abend wieder mit Genuss beobachtet werden…

Zum Bericht von Susanne Lukas

Nun hat Dominique Meyer offenbar begriffen, dass er mit seiner Attacke gegen Richard Lugner zu weit gegangen ist. Er entschuldigt sich brieflich – und hat es natürlich nie so gesagt bzw. gemeint

Die bösen Journalisten. Nach 10 Jahren Wien sollte der Direktor aber wissen, mit wem in Wien man reden kann – und mit wem nicht!

 

Dominique Meyer schreibt Richard Lugner einen Entschuldigungsbrief
Es ist nie gut, im Streit auseinanderzugehen, das findet wohl auch der scheidende Staatsoperndirektor Dominique Meyer.
Kurier

Bei mir trafen einige Reaktionen zum Lugner-Ausritt des Direktors ein. Noch nie hat Richard Lugner so viel Solidarität erfahren. Er gibt sich zwar vorwiegend im TV als „Wurstel“, aber das kann nur ein Rollenspiel sein. Ein Wurstel kann nämlich nie das schaffen, was der Baumeister geschafft hat.

Von all den Leuten, mit denen ich über Richard Lugner gesprochen habe, habe ich kein schlechtes Wort über ihn gehört. Er hat Handschlagqualität, die haben in unserer Zeit nicht allzuviele (coronabedingt kommt der Handschlag ohnedies aus der Mode). Vor dem Bau seiner Lugner-City musste er drei Häuserblocks absiedeln und hat mit jedem der etw 300 Wohnungsmieter selbst verhandelt! Er hat in jedem Fall Wort gehalten! Und dann muss er sich vom Operndirektor als „Nichtperson“ bzw. Trinker bezeichnen lassen! Niemand der von mir Befragten hat Lugner jemals betrunken gesehen!

Dr. Ulrike Messer-Krol war als Redakteurin beim ORF u.a. für die Seitenblicke und den Opernball zuständig. Sie hatte mit Richard Lugner zu tun, erlebte auch seine Anfänge bei dem Wiener Ball-Ereignis.

Sie versucht aber auch Dominique Meyer zu verstehen: Ihm ist Herr Lugner sozusagen vererbt worden, weil sowohl Herr Dr. Spinger als auch Dir. Holender nichts rechtzeitig gegen die ausufernde Medienpräsenz von Richard Lugner unternommen haben. Ich bin noch 1994 zu allen möglichen Institutionen gepilgert, um die Herren zu bewegen, attraktive Gäste auf den Opernball einzuladen, weil ich nicht wollte, dass  dem Wiener Baumeister das prestigeträchtige Feld überlassen wird. Niemand wollte Energie und Geld investieren….Vor 10 Jahren war es dann zu spät.

Ich hatte mit Herrn Lugner natürlich als Seitenblicke- Chefin  viel zu zun. Er brachte immer wieder neue Angebote. Aber im Gegensatz zu vielen anderen akzeptierte er ohne Murren ein Nein. Wenn ich sagte, Herr Lugner, es tut mir leid, aber das ist keine gute Geschichte, dann war es das auch.

Und dann gibt es noch eine wirklich gute Geschichte, die er meinem Mann und mir bei unserem einzigen gemeinsamen Abendessen erzählt hat, bei dem wir überraschend viel Gesprächstoff hatten: So wie wir war er schon als nicht so betuchter Baumeister ein großer Reisender, genauso wie seine damalige Frau Mausi mit ihrer Mutter es gewesen war.  Unter anderem auch in Ägypten: Da war die Sphinx in einem erbarmungswürdigen Zustand. Viele Versuche, sie neu zu „verputzen“, schlugen fehl, weil kein Material halten wollte. Damals war Denkmalschutz in vielen Ländern nicht das Thema wie heute.

Da ging Herr Lugner her und ließ den alten herabgefallenen Verputz aufsammeln. Er schickte ihn an die technische Universität nach Graz und die Wissenschafter dort  entwickelten auf Grund der vorhandenen Proben das passende Material, mit dem die Figur „frisch verputzt“ werden konnte , auf Kosten des Baumeisters.

Ich denke, das stimmt so, denn als Lügner oder als Trinker habe ich ihn nie erlebt…

Dr. Ulrike Messer-Krol

Auch Heinrich Schramm-Schiessl hatte beruflich mit Richard Lugner zu tun. Er schreibt mir:

Im Gegensatz zu Dir kenne ich Richard Lugner persönlich. Er war mit seiner Baufirma bei der Versicherung, bei der ich gearbeitet habe haftpflichtversichert und ich war der zuständige Referent. Er war ein ungemein korrekter, höflicher und sachorientierter Geschäftspartner. Wenn ich einmal eine Entscheidung treffen mußte, mit der er nicht einverstanden war, so hat er sich zunächst einmal fürchterlich aufgeregt. Er hat aber dann immer 10 Minuten später angerufen, sich für eine allenfalls unkorrekte Wortwahl entschuldigt und ganz sachlich gefragt, wie wir das Problem lösen könnten. Es hat dann meistens eine Besprechung aller Beteiligten bei ihm im Büro gegeben, wo meist eine Lösung gefunden werden konnte, mit der alle leben konnten. Wenn – was sehr selten vorgekommen ist – eine für ihn positive Lösung nicht möglich war, hat er das dann problemlos akzeptiert.

Österreichs Nationalrat: Künstlerhilfe einstimmig angenommen
Der Fonds für selbstständige Künstler wird mit 90 Millionen Euro dotiert. Noch nie wurde auf einen Schlag so ein hoher Betrag bereitgestellt.
Wiener Zeitung

Kommentar: Schritte auf dem Boden statt Blasen
Auch wenn die Kulturinstitutionen wieder aufsperren dürfen: Die Kultur bleibt fürs Erste ein Verlustgeschäft, denn auch die aktuellen Lockerungen lösen bei fast allen Einrichtungen eine finanzielle Mehrbelastung aus. Sie dürfen, selbst wenn sie in „Vollbetrieb“ gehen, nur eine begrenzte Anzahl von Besuchern empfangen. Somit gibt es bei gleichen Kosten weit geringere Einnahmen, viele müssen mit erheblichen Verlusten rechnen.
DrehpunktKultur

Müpa Home – ab heute Streams

Wer vor Saisonschluß noch einmal Wagner intensiv erleben möchte : Vom 18. Juni bis 27. Juni kostenlos online 7 Abende , Aufzeichnungen aus den vergangenen Jahren.  Zum Start an den gleichen Tagen wie die Vorstellungen geplant waren,  RING DES NIBELUNGEN mit Wotan und Brünnhilde  drei Mal unterschiedliche Interpreten . Semikonzertant unter der Leitung von Adam Fischer.

Hier noch der direkte Link auf die Seite: https://www.mupa.hu/en/media/mupa-home

Konzert-Probe in Dresden: Don Carlo angeblich nur 8 Musiker zugelassen

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ZU INSTAGRAM/ VIDEO

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Bayern
Chorproben wieder erlaubt. FAQ: Das müssen Chöre in Bayern jetzt wissen
Sänger und Chorverbände sind erleichtert: Ab dem 22. Juni dürfen sie sich in Bayern wieder zum Proben treffen. Aber was müssen Chöre dabei beachten? Hier die wichtigsten Antworten zum Singen in Pandemie-Zeiten.
BR-Klassik

Waidhofen/ Ybbs
Oper statt Fussball für die Waidhofner
Der Sommer wird wild und bunt, cineastisch, kulinarisch und das Fußballstadion zur Opernbühne.
Niederösterreichische Nachrichten

Nicht nur der gebürtige Waidhofener Günther Groissböck bemüht sich um den Waidhofener Kultursommer, auch ein Nicht-Waidhofener ist bei einer der zahlreichen Veranstaltungen dabei:

Waidhofen/ Ybbs
Opernstar bei Auftakt in Waidhofen/Ybbs
Staatsopernsänger Adrian Eröd schlüpft am 16. Juli bei Premiere von „Orpheus in der Unterwelt“ in die Rolle des Hans Styx.
Niederösterreichische Nachrichten

Gesamte Opern im Rundfunk (18.-23.6.)

18.6. RUSALKA (aus London, Aufnahme v. 27.2.2012) BBC 3-15 Uhr
20.6. DON PASQUALE (aus London, Aufnahme v. 2.11.2019) Bayern 4-19.05 Uhr
FERVAAL (aus Montpellier, Aufnahme v. 24.7.2019) ORF Ö1-19.30 Uhr
A MIDSUMMER NIGHT’S DREAM (aus Aldeburgh, Aufnahme v. 9.6.2017) BBC 3-19.30 Uhr
MANON LESCAUT (aus New Yoerk, Aufnahme v. 3.12.2016) RAI 3-21.15 Uhr
21.6. LE COMTE ORY (aus Dortmund, Aufnahme v. 28.6.2017) WDR 3-20.04 Uhr

Buchbesprechung: Yuval Noah Harari: FÜRSTEN IM FADENKREUZ
Geheimoperationen im Zeitalter der Ritter 1100-1550
352 Seiten, Verlag C.H.Beck, 2020

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Historische Sachbücher können, wenn der Autor nicht aufpasst, auch recht trocken geraten. Dem entgeht Yuval Noah Harari, der an der Hebrew University in Jerusalem Weltgeschichte lehrt, durch einen einfachen Kniff. Er betrachtet die Vergangenheit – in diesem Fall das Mittelalter – gewissermaßen mit unseren Augen. Und entdeckt solcherart das, was in der heutigen Welt „Special Operations“ genannt wird, zuhauf in Geschehen, die bis zu einem Jahrtausend zurück liegen….

Im Grunde ist es eine Kriminalgeschichte des Mittelalters, die er anbietet, wo die „Ritter“ keinesfalls nach Ehrenkodex, sondern nach allen Regeln jener tückischen Kriegsführung handelten, in der angeblich alles erlaubt ist… In der Renaissance hat dann ja auch Machiavelli ohne Skrupel niedergeschrieben, dass Mord und Entführung legitime politische Instrumente und Mittel der Kriegsführung seien… Dass dies bis in die Gegenwart gang und gebe war, beweist eine Verfügung, die US-Präsident Gerald Ford 1976 herausgab, in der seinen Geheimdiensten verboten wurde, politische Morde zu planen. (Donald Trump dürfte diese Verordnung nicht gelesen haben.)

Will man den Klassiker eines „Spezialkommandos“ zitieren, so ist das zweifellos das Trojanische Pferd. Wenn man mit einer riesigen Belagerungsarmee in vielen Jahren dennoch nicht die Mauern einer Festung überwinden kann – wie bekommt man die Soldaten trotzdem hinein? Die List mit dem Pferd ist bekannt. Und solches Verhalten aus List und Tücke blättert Harari in verschiedenen Kapiteln auf, wo es verschiedene Methoden gibt, das Geschehen zu Gunsten einzelner Parteien zu werden. Dass Mord dazu gehört, ist selbstverständlich…

Zur Buchbesprechung von Renate Wagner

Deutsche Museen erleiden dramatischen finanziellen Einbruch
DeutschlandfunkKultur

Florenz: Uffizien-Büros übersiedeln in ehemaliges Gefängnis
Uffizien-Direktor Eike Schmidt lockt Touristen: „Besucher können heute Florenz so erleben wie zu Zeiten unserer Großeltern“.
Die Presse

TV/ ORF
Schüler schaffte es mit Kurz-Parodie zu Stermann und Grissemann
16-Jähriger sorgte im Netz mit „Homestory“-Video für Furore und wurde zu „Willkommen Österreich“ eingeladen. Auch Matthias Strolz kam mit Selbstangefertigtem.
Kurier

Kurz-Parodie im ORF bei Stermann und Grissemann. Ein 16jähriger parodiert den Kanzler, aber auch „Der Dicke mit dem Dauergrinsen“ bei Fellner-live bekommt sein Fett ab!

Das Video ist im Bericht eingebettet, sie müssen suchen , werden es aber finden Kurier

Parodiert zu werden muss man sich erst verdienen. Uninteressante Leute lohnen die Mühe und den Aufwand nicht!

Im Land des Donnerpfurzes: In Wien wird man für einen Schas bestraft
Österreich ist nach Ischgl schon wieder in der Weltpresse: Die Wiener Polizei bestrafte einen Mann für aggressive Flatulenz
Der Standard

 

Auszug immerhin aus dem „Standard“ (denn „so ein Schas ist ja kein Schas nicht“: Laut einer aktuellen Studie des Statistischen Zentralamts für eh irgendwie alles lässt der Mensch im Durchschnitt 14-mal am Tag einen fahren. Man könnte sagen, Schas, und typisch Österreich. Im Wesentlichen hat das aber nichts mit einer speziellen heimischen Befindlichkeit, sondern mit dem überall zu beobachtenden menschlichen Bedürfnis zu tun, neben dem Schnitzel auch die gleichzeitig aus reiner Gier mitinhalierte heiße Luft wieder loszuwerden. Verdauung, langweilig wird sie nie…

Nur sollte man darauf achten, vor wem man so einen Furz lässt. Keineswegs vor der Polizei, denn der Bundesadler wendet sich nicht ohne Grund seitlich ab. So ein lauter Furz vor der Polizei kostet nämlich 500 Euro, was eigentlich preisgünstig erscheint, weil in der Coronazeit sitzen ohne Abstand auf einer Parkbank ebenfalls 500 Euro kostet (Einheitstarif!)

„Der Standard (Cristian Schachinger) hat da eine grandiose Werbe-Idee: Angesichts darniederliegender Tourismuszahlen, die nicht einmal noch ausländische Besucher zu den bemalten Totenschädeln nach Hallstatt oder den grünen Bergwiesen von Ischgl locken, ist das allerdings eine unbezahlbare Werbung für das Wiederhochfahren der heimischen Willkommenskultur. Vielleicht könnte man ja Schloss Schönbrunn oder zumindest die besser durchlüftete Gloriette als Sisis Palast der Winde vermarkten. Wien, die Stadt, die kein Schas ist. Falls Sie Schutzmasken verwenden wollen: sehr gern!

Genug für heute. Haben Sie einen schönen Tag!

A.C.

 

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