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18. JULI 2018

18.07.2018 | Tageskommentar

Bregenz startet heute mit Premiere: Beatrice Cenci

Beatrice Cenci (* 6. Februar 1577 in Rom; † 11. September 1599 ebenda) war eine römische Patrizierin. Eine bis in die Gegenwart anhaltende Bekanntheit erlangte sie, weil sie im Alter von 22 Jahren wegen des von ihr angestifteten Mordes an ihrem Vater Francesco Cenci hingerichtet wurde.

Angebliches Portrait, Cenci zugeschrieben. Der Maler ist Guido Reni

Szenenfoto: Bregenzer Festspiele/ Karl Forster

Intendantin Elisabeth Sobotka im „Standard-Interview: Ich bin mir etwa bei der Oper im Festspielhaus nicht immer sicher, ob sie das Publikum akzeptiert. Da gebe ich schon mein innerstes künstlerisches Verständnis preis und biete das den Menschen an. Ob der Funke überspringt, muss sich dann erst zeigen. Es ist natürlich kein Risiko, das für das Weiterbestehen der Festspiele entscheidend ist. Aber wir wollen und können hier schon auch etwas wagen. – derstandard.at/2000083572273/Bregenz-Intendantin-SobotkaEs-gibt-grenzwertige-Situationen

Bregenzer Festspiele 2018: „Carmen“ und „Beatrice“ am See
Mit ihrem eindrucksvollen Bühnenbild war die letztjährige „Carmen“-Inszenierung ein Riesenerfolg. Die Geschichte um leidenschaftliche Liebe samt spektakulärem Stierkampf steht dieses Jahr 29 Mal auf dem Programm der Seebühne. Zum Start der Festspiele am 18. Juli gibt es die Oper „Beatrice Cenci“ von Berthold Goldschmidt.
BR-Klassik

Morgen steht dann eine sichere „Bank“ auf dem Programm: Carmen. Mitarbeiter von uns sind ausgeschwärmt und werden berichten

Von Salzburg bis Bayreuth, die Programmhöhepunkte im TV und Internet
Es ist wieder soweit: in Bayreuth, Salzburg und Bregenz heißt es wieder – Festivalzeit! Aufregende Neuproduktionen, Rollen- und Bühnendebüts, interessante Dokumentationen und jede Menge gute Musik.
klassik-begeistert.de hat für Sie die wichtigsten Programm-Highlights im deutschen Free-TV und Internet zusammengestellt. Machen Sie es sich bequem und seien Sie live mit dabei!
18. Juli, 10:15 Uhr (live): Eröffnungsakt der Bregenzer Festspiele 2017, 3sat
Ricarda Ott hatt die besten Events zusammengestellt.
https://klassik-begeistert.de/sommer-klassik-highlights-im-deutschen-fernsehen

Zum Thema Valery Gergiev und die Konzertpanne in Mikkeli

Noch eine Anmerkung eines Insiders dazu: Valery  Gergiev hatte als einen Grund für diese Panne beim Skrjabin-Klavierkonzert angegeben, er habe nichts von einer Radioübertragung gewusst. Da eine solche aber Bestandteil des Vertrages zwischen Mikkeli und dem Mariinsky ist, wussten die Verantwortlichen des Mariinsky mit Sicherheit davon. Entweder ist diese Information nicht an Gergiev weitergegeben worden, oder dieser hat sie ignoriert oder – am wahrscheinlichsten – schlicht und einfach vergessen.

Die ganze Angelegenheit ist ziemlich delikat. Mit Sicherheit hat Gergiev seinen Sohn nicht „geopfert“ nach dem Motto „Es kann nur einen Gergiev geben“. Er muss sich darüber im Klaren sein, dass sein Sohn schon gut genug sein muss, um mit ihm zu konzertieren (und er ist es auch). Ansonsten würden ihn die Jounalisten genüsslich „auseinandernehmen“ (Vater und Sohn). Ûbrigens – am Mariinsky arbeitet ein weiteres Mitglied der Familie Gergiev : Sein Neffe Zaurbek Gugkaev, Sohn seiner Schwester Svetlana, ist einer der meistbeschäftigten Hausdirigenten, und dessen Vater Tamerlan Gugkaev, also Gergievs Schwager, fungiert (zumindest auf dem Papier) als „Executive Director of the Concert Hall“. Weitere Familienmitglieder sind in der Administration des Theaters tätig.

MÜNCHNER LOKALDERBYS: KANTERSIEG FÜR GERGIEV

Auszug aus „Münchner Abendzeitung: Lokalderbys haben ihre eigenen Gesetze. Die ganze Saison über hat das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks die Nase vorn. Am Ende aber, wenn bei „Klassik am Odeonsplatz“ die beiden Groß-Klangkörper an zwei Tagen nacheinander antreten, gehen die Münchner Philharmoniker unter Valery Gergiev regelmäßig als Sieger vom Platz. Diesmal mit einem klaren 8:0 – dank Juan Diego Flórez, der als Zugabe die populärste aller Tenorarien sang: „Nessun dorma“ aus Puccinis „Turandot“…

…Im nächsten Jahr dirigiert beim BR natürlich schon wieder nicht Mariss Jansons. Als Solistin wird man dann Renée Fleming hören. Die Philharmoniker bieten unter Gergiev dagegen Daniil Trifonov auf. Eine überreife Primadonna gegen jugendfrische Pianistenkraft: Da müsste schon ein Wunder passieren, wenn dieses Lokalderby nicht wie gewohnt enden würde.
Robert Braunmüller (Münchner Abendzeitung)

Es geht aber auch ganz anders: Die Hoffnung lebt, dass man eben doch nicht nur auf die Robe schaut bzw. auch ohne Gesangswettbewerbsgründung Interesse generieren kann.

Mehr darüber in unseren „Infos des Tages“

Alles ruhig in Bayreuth!

Insider-Info: Hier alles friedlich und nicht nur das: die Stimmung ist auch jetzt nach der Fußball-WM, wo man in der Kantine alle Spiele auf Großbildschirm übertragen hat, noch immer fast wie in einem Sommerferiencamp für Musiker. Einfach alles sehr entspannt und wirklich äußerst postitiv.

Ich hoffe, das bleibt auch so ab heute, wenn dann die GPs beginnen. „Parsifal“ startet, und dann geht‘s mit Lohengrin, Meistersinger und Tristan ins Wochenende.

„DON GIOVANNI“ IN LYON: Der Verführte – Ungewöhnliches in Zeiten der #MeToo-Debatte

 Don Giovanni kurz vor seinem Selbstmord. Copyright: Jean-Pierre Maurin/Opera de Lyon

Don Giovanni als schwacher Mann und die Frauen als böse Verführerinnen, das hatte sich wohl niemand erwartet!Dieser Don Giovanni war gewiss der sensibelste, schwächste und traurigste Don Giovanni, den man wohl je erlebt hat. Ein schwer depressiver Mann, der ein Trauma aus der Kindheit nie überwunden hat. Zu den ersten Klängen der Ouvertüre sehen wir, wie ein kleiner Junge im Pyjama von einer reiferen Frau verführt wird. Dieses frühe sexuelle Erlebnis richtet bei dem Jungen einen immensen Schaden an…

Zum Bericht von Walter Nowotny

Wir wussten es immer, Don Giovanni ist ein Opfer der Frauen und wird von denen in den Selbstmord getrieben. Interessant ist diese Neuinszenierung auch und besonders deswegen, weil deren Ermöglicher Serge Dorny nach München kommt, um dort höhere Weihen zu empfangen.

MANNHEIM: „DON GIOVANNI“ – diesmal wiederum ganz anders:

Diese Produktion verdankt ihre Existenz einem Wettbewerb. Die Intendanz des Mannheimer Nationaltheaters suchte für die Neuinszenierung von Mozarts Don Giovanni eine besonders interessante Interpretation, die eine Deutung dieser Oper in alle möglichen Richtungen zulassen konnte. Aus über 50 Einreichungen gingen als Siegerinnen zwei junge Theatermacherinnen aus Russland hervor: die Regisseurin Ekaterina Vasileva und die Ausstatterin Soya Kobozeva.

Mozart Don Giovanni und die nackten Frauen
Das Nationaltheater Mannheim wartet zum Auftakt des Festivals „Mannheimer Sommer“ mit einer buntigen, enorm harmlosen Mozart-Lesart auf.
Frankfurter Rundschau
Im Pool der Lüste: Don Giovanni versinkt in Mannheim in prallen Frauenleibern
bachtrack

BERND WEIKL: RICHARD WAGNER – VOM REVOLUTIONÄR ZUM MYSTIKER

 

Die berechtigten und daher notwendigen Klarstellungen in einer Gesellschaft, die angeblich Meinungsfreiheit unterstützt, werden heute immer wieder bei Richard Wagner, wo es nur geht, aber auch anderen Personen gegenüber durch Verleumdungen und Verdrehungen nach rechts eingefärbt. Man unterlässt jede erklärende Betrachtung über das 19. Jahrhundert, über die dort kursierende mystische Weltreligionsphilosophie und die Tatsache, dass der Komponist zeitlebens von jüdischen Freunden umgeben war, die seine heute so kritisierten Aussagen im 19. Jahrhundert anders einordneten und sogar unterstützten. Kaum jemand macht sich die Mühe, nach Wagners tatsächlicher Vorstellung vom Judentum zu fragen, von Antisemitismus im heutigen Sinne ganz zu schweigen…

Lesen Sie weiter:

ZUM ARTIKEL / AUFSATZ

Nicht unumstritten, dieser Schriftsatz des viel im Wagner-Fach tätigen Sängers mit Weltkarriere. Selbst unter Wagnerianern sind die Meinungen geteilt

Wien: Herbert von Karajan in Madame Tussauds Wachsfigurenkabinett. Staatsoperndirektor Dominique Meyer hat ihn dort hingestellt.

Kein Urlaub für Dominique Meyer. In Wien fungierte er als Karajan-Enthüller. Foto: Youtube

Wien
Madame Tussauds verewigt Herbert von Karajan

Im Wiener Wachsfigurenkabinett Madame Tussauds gesellt sich ab nun zu Musikergrößen wie Haydn, Mozart und Beethoven der österreichische Dirigent Herbert von Karajan. Am Montag, seinem 29. Todestag, wurde das Wachs-Double von Staatsoperndirektor Dominique Meyer enthüllt. In die Ausstellung integrierte Original-Probeaufnahmen zeigen den Musiker zudem bei der Arbeit
Salzburger Nachrichten

Karajan-Figur bei Madame Tussauds
https://wien.orf.at/news/stories/2924940/

Wien/ Burgtheater: Martin Kusejs Personalpolitik sorgt für Unruhe

Auszug aus „Der Standard“: Wenn Martin Kusej im September 2019 als Burgtheaterdirektor antritt, wird das Ensemble deutlich anders aussehen als heute. Bereits vor einem Jahr kündigte er an, „den halben Suppentopf ausleeren“ zu wollen – eine Formulierung, die er gleich wieder revidiert hat. Dennoch war die Unruhe groß. Und sie ist es bis heute geblieben. Noch vor Spielzeitende wurden Arbeitsverhältnisse verlängert – oder eben nicht. Einige jener Schauspieler, deren Verträge nicht verlängert wurden, haben mit dem STANDARD gesprochen. Ihre Namen möchten sie aber nicht in der Zeitung lesen. Auch die Ensemblevertretung will sich (noch) nicht äußern. Über die personellen Änderungen kursieren in Theaterkreisen viele Gerüchte. Vor allem die Hartmann-Leute würden das Haus verlassen, sagt ein Ensemblemitglied, das ungenannt bleiben möchte. – derstandard.at/2000083655715/Martin-Kusej-baut-das-Ensemble-um-Unruhe-im-Burgtheater

Dass ein neuer Direktor ein neues Ensemble mitbringt, ist doch klar. Eine Jobgarantie gibt es in keinem Unternehmen!

Paulus Manker ist ein Wiederholungstäter.

In der gestrigen Kultursendung von ORF III war ein Bericht über die „Letzten Tage der Menschheit“ in Wr. Neustadt zu sehen. Im anschließenden Interview sprach Manker zunächst mehr oder weniger vernünftig über das Stück. Dann fragte ihn die Moderatorin jedoch zum Thema Subventionen, worauf er sagte: „Ich habe keine bekommen, nicht von den Beuteln in der Bundesregierung, speziell der ÖVP und auch nicht aus Niederöserreich – auch ÖVP“.

Es geht um den Ausdruck Beuteln. Wobei ich mich schon frage, warum die Moderatorin das Thema Subventionen überhaupt ansprach, wo doch so eine Antwort erwartbar war. Jetzt weiß ich natürlich, dass solche Interviews nicht spontan erfolgen, sondern vorher abgesprochen sind, aber die Moderatorin müsste auch Frau genug sein, um eine solche Stellungnahme abzulehnen. (H.S.S.)

Hier der Link zur Sendung:

https://tvthek.orf.at/profile/Kultur-heute/3078759/Kultur-Heute/13983218

Schweden: Alternativer Nobelpreis für J. K. Rowling?
Ein Ersatz-Literaturnobelpreis wird nun in Schweden vergeben – und jeder darf dabei mitbestimmen
Die Presse

Filme der Woche

Besuchen Sie Renate Wagners FILMSEITE

Wir lernen Jule kennen, als sie an der Uni in Berlin ihre Biologieprüfung verpatzt. Aus einem Telefongespräch mit ihrer Mutter wird klar, dass diese meint, sie solle doch ihre Schwangerschaft abbrechen. Jan wiederum wird auf der Uni (er ist in der Politikwissenschaft daheim) bestätigt, dass er ein brillanter Student sei. Aber der Job, um den er sich beworben hat, den kriegt er leider nicht – er passe weltanschaulich nicht. Wie es mit der „Haltung“ sei, will Jan wissen. Ja, da zuckt sein Gegenüber nur mit den Achseln.

Zwei 24jährige, für die es im Moment sehr blöd aussieht. Großer Streß. Jule beschließt nun, mit ihrem geerbten, uralten, geradezu lächerlich riesigen Wohnmobil (Mercedes 303, was dem Film den nicht ganz überzeugenden Titel gibt) nach Portugal zu fahren, wo Kindesvater Alex in einer Kommune haust, und ihm die Neuigkeit selbst zu berichten.

Jan wiederum will auch losziehen, aber er hat ein anderes Projekt: Sein leiblicher Vater, den er nie gekannt hat, ist Spanier und lebt dort unten. Ihn will er kennen lernen. So richtig viel Geld hat er nicht (obwohl das im folgenden Film nie thematisiert wird), also als Rucksacktourist und Anhalter in den Süden…

Morgen, Donnerstag beim Online-Merker. Besuchen Sie uns doch!

Auch die Ausstellung „Wagner-Poster“ von Dr. Klaus Billand ist zu besichtigen. Prädikat: Sehenswert.

Für heute wünsche ich einen schönen Tag!

A.C.

 

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