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18. DEZEMBER 2020 – Freitag

18.12.2020 | Tageskommentar

Denken soll bei uns in Österreich, aber auch in der Umgebung künftig verboten werden, damit sich die Politiker leichter tun!

Nach den Feiertagen wird voraussichtlich ein Denkverbot im Rahmen einer (oder besser mehrerer) Pressekonferenzen vom stets grimmig wie Ricardo Muti dreinschauenden Innenmister bekanntgegeben werden. Kritik daran wird ausdrücklich verboten. Viele „Denker“ gibt es ohnehin nicht mehr, deswegen werden Denkverbote wenig Aufsehen erregen.

Neuester Anlass ist nicht die Bundesregierung, sondern der Burgenländische Landeshauptmann, der eine Intendanz ab Jänner 2021 bestellt, obwohl er noch eine bis August 2022 hat!

Als ich die Meldung in den brav abschreibenden und hochsubventionierten Zeitungen gelesen habe, kam mir der Verdacht, dass da sowohl seitens des Landeshauptmanns als auch der minderbegabten Abschreiber entweder überhaupt nicht nachgedacht wurde bzw. von Herrn Doskozil die Steuerzahler verhöhnt werden.

Peter Edelmann, dessen Name in den Zeitungen in der ersten Tranche der Meldungen nicht einmal erwähnt wurde, hat kundgetan, dass er für 2022 bereits „Die Fledermaus“ mit ihm als „Eisenstein“ geplant hat und von dieser Planung nicht abzuweichen gedenkt. Die „West Side Story“, soferne diese im Sommer nächsten Jahres coronabedingt stattfinden kann, ist bereits „voll auf Schiene“! Da braucht er als „Mitplaner“ den Herrn Haider sicher nicht.

Nun ist der Politiker in der Pflicht. „Dosko der Erste“, Imperator des Landes der Burgen,  hat die Möglichkeit, Herrn Haider zwar ab dem 1.1. 2021 voll zu bezahlen, ihm aber eine andere Aufgabe zuzuweisen. Er hat aber auch die in Fußballerkreisen sehr beliebte Möglichkeit, Herrn Edelmann bei vollen Bezügen nach der „West Side Story“ zu „beurlauben“ und Alfons Haider als neuen Coach einzusetzen. Wie gesagt, das ist zwar im Fußball üblich, aber diesen Fußballer-Jux finanziert nicht die Öffentlichkeit! 

Vielleicht reden sich die Herren doch noch zusammen und finden eine Rolle für Alfons Haider in der „Fledermaus“. Sollte er den „Frank“ gesanglich nicht schaffen,  schlage ich die „Ida“ vor!

Jedenfalls bietet uns diese drollige Story in der „Sauregurkenzeit“ einen sehnlichst erwarteten Stoff!

Mörbisch: Wer ist hier der Boss?
Das Burgenland kürt Alfons Haider zum Leiter der Seefestspiele. Doch der Posten ist eigentlich schon besetzt.
Wiener Zeitung

Alfons Haider übernimmt Festspiele Mörbisch und Jennersdorf
Alfons Haider übernimmt die neu etablierte Generalintendanz der Kultur Betriebe Burgenland (KBB) für die Musiktheater-Festivals. Das gab Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) am Mittwoch in Eisenstadt bekannt. In dieser Führungsposition verantwortet der 63-jährige Schauspieler, Sänger und Moderator ab Jänner 2021 die Seefestspiele Mörbisch und das Opernfestival JOPERA Jennersdorf.
Salzburger Nachrichten

Die nächste Baustelle tut sich in Jennersdorf/ Neuhaus am Klausenbach auf

Bislang wurde dort „Spieloper“ gepflegt. Die ist nun nicht so ganz das Ding des Herrn Haider, also gehe ich davon aus, dasss er es zuerst gewissermaßen als Alibi-Handlung mit Operette versuchen wird, um dann möglichst bald beim Musical zu landen. Denn das ist Haiders bevorzugtes Genre.

Wie ist das aber mit der „Kulturnation Österreich“ und den hochtraben klingenden Visionen des Landeshauptmanns bezüglich Touristik vereinbar? Ich erinnere da an einen Parteifreund des Landeshauptmanns, der dereinst gesagt hat „Wenn ich Visionen habe, gehe ich zum Arzt“!  Oper und (noch) Operette ist bei uns fixer Bestandteil, lässt sich mit Österreich verbinden,  bei Musical haben wir aber bislang noch kein Bein in den Türspalt gebracht. Außerdem spielt jede Felsen- oder sonstige Freiluftbühne im Sommer Musical. Was soll das also?

Dazu ein Leserbrief, gefunden im „Standard“:

Echt jetzt?!?! Alfons Haider wird u.a. Opernintendant in Jennersdorf?
Die Burgenländer-Witze waren auch schon besser.“

Neue Intendanz: Bleibt Schloss Tabor weiterhin Opern-Spielstätte?
Die Frage, ob das Format Oper auf Schloss Tabor in Neuhaus am Klausenbach erhalten bleibt oder ob es auch ein Operetten-Festival wird, ließ der designierte Intendant Alfons Haider bei seiner Präsentation durch Landeshauptmann Hans-Peter Doskozil dezidiert offen. „Wenn wir sehen, dass es vielleicht sinnvoll ist, dass Menschen dort Operette lieber haben, ist es ohne weiteres möglich, dass wir in zwei Jahren kein Jopera, sondern eine Joperetta haben.
https://www.meinbezirk.at/jennersdorf/c-leute/bleibt-schloss-tabor

Hier finden Sie Fotos von der „Haider-Erfindung“

Wenn man sich übrigens erinnert, was Haider in Stockerau (mit Hauptdarsteller Haider natürlich) so alles gebracht hat, so fragt man sich, was in Jennersdorf landen wird? Der Hamlet wohl nicht…

98 NÖ / Stockerau Rodgers & Hammerstein: The King and I /  Pauer / Haider, Jessica Blume
99 NÖ / Stockerau Shakespeare:  Hamlet / Pauer, Erhard / A. Haider, Blume, Stark
00 NÖ / Stockerau Anouilh:  Becket oder die Ehre Gottes / Fleckenstein / Haider, Stark, Walther
01 NÖ / Stockerau Schnack / Winiewicz:  Time Out /  Pauer / Haider, Mendt, Stark
03 NÖ / Stockerau Hofbauer:  Sag beim Abschied… / Ferkay / Alfons Haider (Willi Forst), Blume
04 NÖ / Stockerau Hofbauer:  Grillparzer – stark gekürzt / Pauer  /  Alfons Haider
06 NÖ / Stockerau Ferkay:  Schani – mehr als e. Leben  / Ferkay / Alfons Haider (Johann Strauß)
11 NÖ /  Stockerau Hamlisch:  Sie spielen unser Lied / Barylli / Alfons Haider, Hengl-Pirker

Auch Wolfgang Habermann verfolgt die Geschehnisse mit Spannung und schreibt: Also, wenn ich nicht an Halluzinationen leide, so habe ich gestern im ORF mindestens zweimal gehört, dass Alfons Haider Generalmusikdirektor des Burgenlandes wird. Beim ersten Mal habe ich noch an einen Hörfehler gedacht, aber es kam nochmals. ich weiß allerdings nicht mehr, was das für eine Sendung war. (Zitat Ende)

»DER ROSENKAVALIER« HEUTE  IM LIVESTREAM, AM 27.12. IM ORF

Erin Morley (Sophie) und Daniela Sindram (Octavian). Foto: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

MUSIKALISCHE NEUEINSTUDIERUNG DURCH MUSIKDIREKTOR PHILIPPE JORDAN

Für »einzigartig in der Vereinigung von Musik, Text, Raum und Schauspiel« befand Librettist Hugo von Hofmannsthal die wohl »wienerischste aller Opern«, den Rosenkavalier von Richard Strauss. Die Neueinstudierung des Meisterwerks unter der musikalischen Leitung von Musikdirektor Philippe Jordan ist am Freitag, 18. Dezember 2020 zu erleben.

Auf der Streaming-Plattform play.wiener-staatsoper.at wird die Aufführung, die nur für Kameras und Mikrofone stattfindet, ab 18.00 Uhr live gestreamt – weltweit und kostenlos, abrufbar für 24 Stunden. Auch auf myfidelio.at kann Der Rosenkavalier live verfolgt werden.
ORF III strahlt die Produktion am 27. Dezember 2020 im Hauptabendprogramm um 20.15 Uhr aus, eingeleitet von den »Kulissengesprächen« mit Barbara Rett um 20.00 Uhr.

Martina Serafin (Feldmarschallin). Foto: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

Günther Groissböck (Baron Ochs auf Lerchenau). Foto: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

Günther Groissböck in seiner Garderobe in der Wiener Staatsoper. Er grüßt alle Online-Merker und legt ihnen den heutigen Stream nahe – das wird eine schöne Aufführung. Foto: Instagram

Zu erleben sind u. a. Martina Serafin als Marschallin, Günther Groissböck in seinem lange erwarteten Wiener Rollendebüt als Ochs, Daniela Sindram als Octavian, Erin Morley als Sophie und Jochen Schmeckenbecher als Faninal – und mit dem Sänger fügt Piotr Beczala seinen zahlreichen Staatsopern-Partien eine weitere Rolle hinzu.

Musikdirektor Philippe Jordan über seine Vorbereitungen auf das Werk: »Für den Rosenkavalier bedarf es tatsächlich eines breiten Wissens, das man aber nicht von heute auf morgen erwerben kann, sondern es braucht Jahre, um an diesem Werk zu wachsen. […] es geht nicht nur um Musik, man braucht einen weiten Blick, dieses Werk enthält ja so unendlich viel: die Zeit, die Künste, die Sprache, die Atmosphäre… Vor allem aber braucht man Erfahrung. Der Rosenkavalier kommt als Riesenapparat daher, muss jedoch mit Leichtigkeit über das Meer gleiten, manövrierfähig bleiben […] Das heißt also in jedem Moment: flexibel sein!« – und hält weiters fest: »der Rosenkavalier bleibt einer der großen, unüberbotenen Höhepunkte der gesamten Operngeschichte.«

Piotr Bezala als Italienischer Sänger.  Foto: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

Das ausführliche Interview von Staatsoperndramaturg Oliver Láng mit Philippe Jordan finden Sie hier.

Was das Werk für die Mitwirkenden der Produktion in einem Wort bedeutet, lesen Sie hier.

Wien/ Staatsoper
Drei Jahrzehnte Opern-Umschlagplatz: Das Arcadia sperrt zu
Die Presse

Opernhäuser in der Corona-Krise: Mattscheibenblues
Der leere Saal als Schwarzes Loch? Die Opernhäuser in München, Zürich und Berlin streamen ihre Dezember-Premieren.
Die Zeit.de

Helga Rabl-Stadler ist Frau des Jahres
Salzburgs Festspielpräsidentin als „Mutmacherin“
Salzburger Nachrichten

Ioan Holender mit Helmut Deutsch auf Beethovens Spuren in Wien. Servus TV

 

ZUM VIDEO Servus TV

Tipp: Helmut Deutsch wird am 24. Dezember 75 Jahre alt. Ö1 macht um 14:05 eine Sendung.

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https://youtu.be/WUZ_IidoRaQ 

Ich übersende die Lösung des Weihnachtsrätsels von Bongiovanni70. ( berühmtes Musikalienhaus und Verlag in Bologna).
Viel Vergnügen und schon jetzt frohe Weihnachten!
Christoph Karner

Tim Theo Tinn“s Einlassungen: „Plädoyer zur Kraft surrealer Inszenierungen“ Teil 4
Reflektiert Theater Gesellschaft? Fehlt surreale Werkimmanenz in Konzeptionen? Der Mensch – auf der Suche nach dem besseren Ich – vom erdgebundenen Ego zum übergeordneten Sein – Selbstzerstörung oder Bewusstseinssprung?
https://onlinemerker.com/tim-theo-tinns-einlassungen-plaedoyer-zur-kraft-surrealer-inszenierungen-teil-4/

Koloratursopranistin Rita Streich (1920-1987): Eine Würdigung zum 100. Geburtstag am 18. Dezember 2020

Rita Streich. Foto: Privatarchiv Franklin Berger

Rita Streichs sehr helle, warme, schwerelose Koloraturstimme mit einem unverkennbar eigenen Timbre, fundiert auf sicherer Gesangstechnik, perfekter Artikulation, großer Leichtigkeit und imposantem Vibrato, gestochen perlenden Koloraturen, fügte sich zu ihrer ungeheuren Ausstrahlungskraft und einer Darstellungskunst, die sich vor allem auf das Freche und Kecke fokussierte.
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Mehr darüber

ORF III am Freitag: Fünfteiliger Forcher-Abend zum 90. Geburtstag u. a. mit „André Hellers Menschenkinder“

 Außerdem: Jeweils zwei Teile von „Sepp Forcher: Meine liebsten Orte“ und „Durchs Land mit Sepp Forcher“

Wien (OTS) – ORF III Kultur und Information ehrt den Publikumsliebling Sepp Forcher am Freitag, dem 18. Dezember 2020, mit einem zweiten Geburtstagsabend. Auf dem Programm stehen eine Ausgabe von „André Hellers Menschenkinder“ sowie zwei Dokuzweiteiler, in denen Sepp Forcher quer durch Österreich begleitet werden kann.

Lockdown: Bayerns Kulturszene befürchtet verheerende und langfristige Folgen
Die Opposition im bayerischen Landtag holt sich Vertreter der freien Kulturszene zur Expertenanhörung. Diese beklagen sich über unzureichende Hilfen und fürchten verheerende Folgen des Lockdowns.
Münchner Merkur.de

Österreich
Stunden der Entscheidung: Österreich steht vor dem dritten Lockdown
Am Freitag konferiert die Regierung mit den Landeshauptleuten. Danach wird die Öffentlichkeit informiert: der dritte Lockdown steht bevor.
Kurier

Regierung präsentiert Strategie gegen dauerhaftes Zusperren
Fürs Erste dürfte es nach Weihnachten aber wieder zu Verschärfungen kommen – etwa im Handel.
Die Presse

Österreich
Corona-Regime: Da ist der Wurm drinnen
Das Agieren der Regierung in Sachen Corona wird zunehmend kontraproduktiv – und fügt sich in ein größeres Bild.
https://kurier.at/meinung/corona-regime-da-ist-der-wurm-drinnen/401133408

Und das lesen Sie nur in der NZZ: Covid-19 traf Europa völlig unvorbereitet, Politik und Gesellschaft waren total überfordert. Denn im Gegensatz zu Asien hat Europa wenig Erfahrungen mit Epidemien gemacht. NZZ-Chefredaktor Eric Gujer zeigt in «Der andere Blick» sieben Lektionen für die nächste Pandemie auf. Denn dass diese kommt, ist nur eine Frage der Zeit. Zum Kommentar

Erste Corona-Pille zum Einnehmen?
Neues Grippe-Medikament soll Übertragung innerhalb von 24 Stunden stoppen
https://www.bgland24.de/gesundheit/corona-medikament-gegen-grippe-coronaviren

Endlich eine tolle Nachricht: Die Anti-Coronapille ist in der Endphase und steht hoffentlich bald vor der Zulassung. Es kommt immer darauf an, wer das Pulverl produziert und die Gesundheitsbehörden davon profitieren lässt!

Also, die Pille nehme ich doch glatt und sofort. Auf mich warten jeden Morgen sieben Pulver verschiedenster Wirkungen, da käme es auf eine achte medizinische Segnung auch nicht mehr an. Her damit!

Haben Sie einen schönen Tag!

A.C.

 

 

 

 

 

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