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18. DEZEMBER 2019 – Mittwoch

18.12.2019 | Tageskommentar

Gestern fiel die Kinoübertragung „Prinz Igor“ im Wiener Lugner Kino wegen des Streiks in Paris aus. Ildar Abrazdakov hatte ungewollt Pause. Foto: Agathe Poupeney/Opera de Paris

Von der Absage habe ich erst durch den Anruf einer enttäuschten Besucherin erfahren, für eine Info an die Leserschaft war es zu diesem Zeitpunkt schon zu spät. Die Dame hatte sich die Karte bereits im Vorverkauf erworben und fragt nun, ob und in welcher Form sie sich schadlos halten kann.

Waldemar Kamer berichtet für uns aus Paris:Ich wollte gestern auch zum « Prinz Igor »… Die Pariser Oper hat ausnahmsweise schon um 10.41 Uhr morgens bekannt gegeben, dass annuliert werden würde (Meistens erst im Laufe des Nachmittags)
Seit dem 5. wurde nichts gespielt… ein Drama für alle . Aber heute Abend gehe ich in die Opéra Comique 🙂 Künstler und Publikum werden alle… zu Fuss kommen

„Deutschlandfunk“ bietet Rechtsauskunft für den Fall einer Absage an: Wer sich lange auf einen Theaterabend gefreut hat und nun feststellt, dass die Vorstellung ausfällt oder verschoben wird, wird nicht nur enttäuscht sein, sondern sich auch fragen, ob das Eintrittsgeld erstattet wird oder ob man sich mit einem Gutschein zufrieden geben muss. Für Julia Rehberg von der Verbraucherzentrale Hamburg ist das rechtlich eindeutig.

„Also wenn eine Veranstaltung verlegt wird, für die ich ein Ticket hab, dann bekomm ich das Geld zurück. Ich muss mich da nicht mit einem Gutschein zufrieden geben. Ich kann natürlich, wenn ein anderer Termin angeboten wird, den kann ich annehmen, muss ich aber nicht.“…

Interessant ist die unterschiedliche Handhabung in Theatern für Zuspätkommende. In der Wiener Staatsoper werden  diese gnadenlos bis zur nächsten Pause ausgesperrt bzw. vor einen Bildschirm im Foyer komplimentiert. Das ist aber nicht überall so:

...Wer zu spät zur Vorstellung kommt, muss sich nach den Einlassbedingungen des jeweiligen Theaters richten und die können sehr unterschiedlich sein. Lutz Bestgen vom Deutschen Schauspielhaus Hamburg erläutert.

„Also generell ist der Einlass und der Späteinlass mit der Regie abgesprochen – für jede Produktion. In der Regel gibt es einen Späteinlass bei all unseren Produktionen. Es gibt bestimmte Situationen, wo das unmöglich ist, weil der Einlass sozusagen durchs Bühnenbild stattfinden würde, dann geht es nicht bei kleineren Spielstätten. Aber im großen Haus haben wir immer einen Späteinlass. Wann der genau liegt, bestimmt die Regie.“…

Was Theaterbesucher wissen sollten
Wer in die Oper oder ins Theater geht, unterliegt dem Hausrecht. Das heißt, wer in der Vorstellung stört, kann des Saales verwiesen werden. Doch auch Theaterbesucher haben Rechte. Wer zum Beispiel stau- oder ÖPNV-bedingt zu spät kommt, muss nicht zwangsläufig draußen bleiben.
Deutschlandfunk

HALKA – immer wieder kommen neue Rezensionen

Piotr Beczala und Corinne Winters. Foto: Theater an der Wien/ Rittershaus

Renate Wagner durfte wegen des Journalistenansturms erst für die zweite Vorstellung ran:

Es gab Zeiten, da blühte der Nationalismus nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa, und die Völker der Habsburger-Monarchie zogen sich auf ihre Identität zurück. Man komponierte Opern im nationalen Stil, die Böhmen (Smetana, Dvorak, Weinberger), die Ungarn (Kodaly), die Polen (Moniuszko). Thematisch wählte man Motive aus der eigenen Geschichte, der Folklore, den Märchen, dem Volksleben.

„Halka“ von Stanislaw Moniuszko aus dem Jahr 1858 ist ein klassisches Beispiel dafür. Eine „polnische“ Nationaloper, auch wenn das Theater an der Wien erklärt, dass sich Moniuszko (1819-1872) dabei musikalisch nicht nur polnischer, sondern auch litauischer, ukrainischer und weißrussischer Einflüsse bediente. Und europäischer, möchte man hinzufügen – man hört das „Slawische“ zwar, aber ebenso die Tradition des Opernschaffens zwischen Deutschland und Italien…

...Das Publikum reagierte während der Vorstellung nur auf Beczalas Arien mit Beifall, klatschte aber am Ende sehr herzlich.

Zum Bericht von Renate Wagner

Auch Heinrich Schramm-Schiessl besuchte die zweite Vorstellung am Dienstag: Der Regisseur Mariusz Trelinski verlegt das Werk, wie könnte es im Theater an der Wien anders sein, in eine andere Zeit und an einen anderen Ort. Das Stück spielt demzufolge nicht in Polen am Ende des 18. Jahrhunderts sondern in den 1970er-Jahren in einem Hotel im kommunistischen Polen. Jetzt kann man die zeitliche Verlegung mit der Zeitlosigkeit der Geschichte – die Demütigung von Frauen hat es immer schon gegeben, gibt es leider heute und wird es trotz aller Gegenbenühungen leider auch in Zukunft geben – argumentieren, aber dass das Ganze in einem Hotel spielen muss, nur weil die Regisseure heute gerne eine „Einheit des Ortes“ wollen, ist unverständlich. Man hätte ruhig auch ein polnisches Dorf der 1970er-Jahre auf die Bühne bringen können…

Zum Bericht von Heinrich Schramm-Schiessl

Noch weitere Halka-Kritiken:

Polens Opernmädchen im Minirock
https://www.tt.com/kultur/buehne/16452906/polens-opernmaedchen-im-minirock

Die Leiden eines Waisenmädchens
https://www.nachrichten.at/kultur/die-leiden-eines-waisenmaedchens;art16,3201274

Hotel ohne Aussicht – Theater an der Wien glänzt mit „Halka“ von Stanisław Moniuszko
Neue Musikzeitung/nmz.de

Wien/ Staatsoper: Liederabend René Pape

Camillo Radicke, René Pape. Foto: Michael Pöhn/ Wiener Staatsoper

Mit Mozarts wenig bekannter Kantate „Die ihr des unermesslichen Weltalls Schöpfer ehrt“ eröffnet René Pape sein Solistenkonzert, in dessen Verlauf der Kammersänger noch mit weiteren selten gehörten Stücken überraschen wird, stehen doch u.a. noch Kompositionen des Briten Roger Quilter sowie ausgewählte Lieder von Jean Sibelius auf dem Programm…

Zum Bericht von Manfred A. Schmid

Zum Bericht von Christoph Karner

Kiel
Wahnsinn im Lichtdesign – Kiels „Lucia die Lammermoor“
https://www.nmz.de/online/wahnsinn-im-lichtdesign-kiels-lucia-die-lammermoor

Basel: Auch Mimì und Rodolfo erliegen dem Glitzer der Konsumwelt
Neue Zürcher Zeitung

Wie schön wäre das: Weihnachten ohne sentimentalen Kitsch. Das Theater Basel zeigt, wie es geht
Suedkurier.de

Im Luzerner Theater tanzt ein Teenager allen auf der Nase rum
Komik ohne Klamauk: Inszenierung, Sänger und das Orchester machen Richard Strauss’«Salome» am Luzerner Theater zum Ereignis.
Luzerner Zeitung

New York/ Metropolitan Opera: „Der Rosenkavalier“

Günther Groissböck, Magdalena Kozena. Foto: Karen Almond

A radiant revival of Der Rosenkavalier
https://www.businesstimes.com.sg/life-culture/a-radiant-revival-of-der-rosenkavalier
New York/ Metropolitan Opera
At the Met, the Classic “Rosenkavalier’ Takes on a #MeToo Spin
https://observer.com/2019/12/met-der-rosenkavalier-metoo-spin/

INTERVIEW: INGE MAUX – Kokettieren mit dem „Oscar“

Inge Maux. Foto: Wesemann

Die Schweiz hat den – für Interessenten bei Netflix zu betrachtenden – Spielfilm „Wolkenbruchs wunderliche Reise in die Arme einer Schickse“ für den Auslands-„Oscar“ eingereicht. Auf die Shortlist der Nominierungen hat er es dann doch nicht geschafft. Dennoch war es für die Österreicherin Inge Maux ganz wichtig, hier dabei zu sein. Ihre Darstellung einer „jüdischen Mame“ hat ihr buchstäblich weltweit Anerkennung eingebracht

Mit Inge Maux sprach Renate Wagner; https://onlinemerker.com/inge-maux-kokettieren-mit-dem-oscar/

WIEN/ Ballettakademie: Kindeswohl-Gefährdung, der Bericht ortet schwere Missstände
ie Sonderkommission zur Klärung der Vorwürfe gegen die Ballettakademie der Wiener Staatsoper hat am Dienstag ihren Abschlussbericht vorgelegt. Und dieser hat es in sich. Der Akademie werden mangelnde Strukturen in Bezug auf die Verantwortlichkeiten, unzureichende medizinisch-therapeutische Versorgung der Ballettschüler und fehlendes Problembewusstsein in Bezug auf Kinderschutz und Kindeswohl vorgeworfen.
https://www.krone.at/2063778

Ballettakademie: Sonderkommission legt Endbericht vor
Salzburger Nachrichten

Filme der Woche

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Wenn ein Mann zu Beginn keine größeren Ereignisse in seinem Leben zu verzeichnen hat, als öden Alltag im Copyshop und einen trotteligen Nachhilfeschüler, und wenn am Ende im Badezimmer eine Leiche zerstückelt wird – wie nennt man das? Das Österreichische Filminstitut charakterisiert den Film „Glück gehabt“ so: „Genre: Thriller, schwarzhumorig“. Wenn man dergleichen denn so lustig findet.

Erfunden hat die schräge Geschichte der österreichische Autor Antonio Fian in dem Roman „Das Polykrates-Syndrom“ (2014). Regisseur Peter Payer, der zuletzt 2011 den – mittelmäßigen – Polit-Krimi „Am Ende des Tages“ gedreht hat, versucht nun, die völlig verrückte und auf der Leinwand nicht eine Minute überzeugende Geschichte, die zwischen Buchdeckeln vielleicht funktioniert, zu realisieren…

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Deutschland
Zugriff auf Passwörter: Angriff auf die digitale Privatsphäre
Die Bundesregierung plant einen Generalschlüssel zum digitalen Innenleben der Bürger. Der Vorschlag, Strafverfolgern Zugang zu Internet-Passwörtern zu geben, ist schlicht verfassungswidrig.
Frankfurter Allgemeine

Österreich: Dornauer will Hoscher abschießen
Der Tiroler SPÖ-Chef Georg Dornauer hat am Dienstag Kritik an der hohen Abfertigung für Ex-Casinos-Vorstand Dietmar Hoscher (SPÖ) geübt. „Solche Summen sozusagen fürs Nixtun zu kassieren, ist aus meiner Sicht und aus der Sicht vieler Österreicherinnen und Österreicher höchst unanständig und moralisch nicht vertretbar“, sagte Dornauer gegenüber dem „Ö1-Mittagsjournal“.
Heute.at

Georg Dornauer ist zwar Chef der wenig erfolgreichen Tiroler SPÖ, aber er macht immer wieder von sich reden. Er wollte sich eine Abgeordnete der „Grünen“ nicht der der Horizontale vorstellen, sucht den Grund für das mäßige Abschneiden seiner Partei im Umstand, dass ein Tiroler eben keine Frau mit Doppelnamen wählt, ließ ein Jagdgewehr bei offenem Fenster am Rücksitz seines Porsche liegen  und nun schießt er sich auf Dietmar Hoscher ein, der sich aber selbst in der Casino-Affäre viel zu weit aus dem Fenster gelehnt hat. Wenn man hört, womit Herrn Hoscher der Abschied von den Casinos honoriert wurde, versteht man nicht, warum er sich darob noch in der Öffentlichkeit ausweint. Zumindest ich verstehe das nicht, ich hätte mich zurückgezogen, über die Großzügigkeit gelacht und den Luxus genossen!

Aber ich muss nicht alles verstehen! Haben Sie einen schönen Tag!

A.C.

 

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