Online Merker Logo

Die internationale Kulturplattform

18. APRIL 2022 – Ostermontag

18.04.2022 | Tageskommentar

 

WIEN / Staatsoper: LUCIA DI LAMMERMOOR (16.4.). Lisette Oropesa. Foto: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

Weiß und Schwarz – die schottische Winterlandschaft und die dunklen Kostüme der handelnden Akteure und ihrer Gefolgschaft – prägen das Bühnenbild. Der graue Palast, der zunächst fernab im Hintergrund zu sehen ist, rückt mit fortschreitender Handlung immer näher. Ein bedrohlich wirkender Käfig, der jeglichen Gefühlsregungen den Zutritt zu verwehren scheint und nur dem bloßen Machterhalt dient. In dieser unwirtlichen Ödnis droht die Lucia-Inszenierung von Laurent Pelly immer wieder im Schnee zu versinken. So geschehen – mangels adäquater Personenführung – bei der Premiere am 9. Feber 2019. Es braucht schon eine erstklassige Besetzung mit fünf bühnenstarken Sängerinnen und Sängern, um diesen Schauplatz mit Leben und Emotionen zu füllen. Auch gesanglich ist hohe Qualität gefragt, denn die abwechslungs- und kontrastreiche, bunte und zugleich extrem dramatische Musik Donizettis stellt eine stimmlich wie auch gestalterische Herausforderung dar. Was nunmehr in der anlaufenden Aufführungsserie geboten wird, erfüllt erfreulicherweise alle diese Kriterien in hohem Maße. Das Ergebnis: Ein außerordentlich gelungener Opernabend, wie er leider äußerst selten geworden ist. Vielleicht die beste Repertoirevorstellung seit Beginn der Ära von Staatsoperndirektor Bogdan Roscic…

Benjamin Bernheim, vor nicht allzu langer Zeit noch als „Stimme der Zukunft“ bezeichnet, belegt – wie schon im Jänner als Rodolfo in La Bohème –, dass er längst der Riege der besten Tenöre der Gegenwart angehört. Strahlend-heller Klang, farbenreich und ungemein höhensicher, zeichnen ihn aus und prädestinieren ihn geradezu für den extremen Stimmungsschwankungen ausgesetzten Edgardo…

…Nach ihrem fulminanten Auftritt als Konstanze in der Entführung von Hans Neuenfels und ihrem Solokonzert erwartete man gespannt auf Lisette Oropesas Rollendebüt als Lucia. Ein voller Erfolg. Wie die Amerikanerin kubanischer Abstammung am Anfang bei „…Ed ecco! ecco su quel margine…“ über den gespenstischen Auftritt der toten Frau erschrickt, deutet schon an, wie feinfühlig, filigran und höchst gefährdet die von ihr dargestellte jungte Frau ist…

Starker Applaus im so gut wie ausverkauften Opernhaus. Gute Besetzung ist und bleibt also eine Grundvoraussetzung für einen attraktiven Opernabend. Versierte Sänger/Darsteller können mit ihrer Erfahrung und auratischer Bühnenpräsenz inszenatorische Mängel, wenn sie nicht zu sehr ins Gewicht fallen, durchaus vergessen machen.

Zum Bericht von Manfred A. Schmid

Wien/Staatsoper
Tenor Bernheim: „Ich spiele gern Herausgeforderte“ Bezahlartikel
Der international gefragte Tenor Benjamin Bernheim gab am 16. April sein Rollendebüt als Edgardo in „Lucia di Lammermoor“. Porträt eines ewigen Zweiflers.
Die Presse.com

ORF – Intermezzo – Künstlerinnen und Künstler im Gespräch
René Pape im Gespräch
https://oe1.orf.at/player/20220417/675613

Die Mailänder Scala in den 70er-Jahren


Leo Nucci, Ileana  Cotrubas, Elena  Obratzowa, Veriano Luchetti, Katja Ricciarelli, Placido Domingo,  Domingo, Piero  Cappuccilli, Mirella Freni

PLACIDO DOMINGO besucht Real Madrid

ZU INSTAGRAM mit einem weiteren Foto

Der Dicke rechts ist übrigens die Fußball-Legende Ronaldo

Nachruf
Philippe Boesmans gestorben

Der belgische Komponist war mit seinen Opern international erfolgreich.
Der belgische Komponist Philippe Boesmans ist, wie erst jetzt bekannt wurde, am 10. April in Brüssel im Alter von 85 Jahren gestorben. Boesmans war einer der international bekanntesten belgischen Komponisten und speziell mit Opern erfolgreich. Auch bei den Wiener Festwochen wurde er mit „Julie“ nach August Strindberg und „Yvonne, princesse de Bourgogne“ nach Witold Gombrowicz aufgeführt. ..

…Boesmans‘ Schaffen ist charakteristisch für einen Komponisten, der ursprünglich im Umfeld der Avantgarde verwurzelt ist, sich davon aber schon bei seinem ersten Hauptwerk löst und allmählich über die Postmoderne eine neue Freiheit und Offenheit gewinnt. Wie bei nahezu allen Komponisten seiner Generation ist es viel zu früh, um ein Urteil darüber zu fällen, ob und was von seinem Schaffen bleiben kann. Zumindest „La Passion de Gilles“ wäre eine musikalisch starke Bereicherung für ein Opernrepertoire, dessen Appetit auf Alternativen sich zunehmend auf Regiearbeiten verengt. 
WienerZeitung.at

München
Bachs Matthäus-Passion mit Philippe Herreweghe: Meister Yoda der Alten Musik
Münchner-Merkur.de

Dresden / Kreuzkirche: ENDLICH WIEDER EINE „MATTHÄUSPASSION VON J. S. BACH MIT DEM DRESDNER KREUZCHOR 15.4.2022

Zwei Jahre gab es keine „Matthäuspassion“ in der Dresdner Kreuzkirche. Die Untersagung größerer Veranstaltungen infolge Corona hatte eine jahrzehntelange Tradition unterbrochen. Jetzt können solche Aufführungen endlich wieder stattfinden. Der Besucherzustrom machte deutlich, wie wichtig den Menschen solche Erlebnisse sind…
Zum Bericht von Ingrid Gerk

„MATTHÄUSPASSION“ VON J. S. BACH BEIM LEIPZIGER THOMANERCHOR

Die Botschaft des neuen Thomaskantors Andreas Reize, der seit September 2021 im Amt auf diesem traditionsreichen Kantorenposten ist und heuer nun erstmals seine Sicht auf die traditionelle Passions-Interpretation der Bachschen Oratorien an Ostern in Leipzig auf der Empore der altehrwürdigen Thomaskirchen-Empore präsentieren durfte (das groß angelegte Weihnachtsoratorium im Dezember fiel dem sächsischen Regionslockdown zum Opfer), war mehr als deutlich und klar – sein Bach wird anders, frischer, auch fröhlicher (leicht katholischer eben) und vor allem schneller. Mit 2 Stunden 30 Minuten reiner Aufführungsdauer dürfte der neue Thomaskantor schon mal einen Rekord erzielt haben…

Zum Bericht von Rico Förster

Mannheim: „PARSIFAL“ – 15.04.2022

Julia Faylenbogen (Kundry). Foto: Christian Kleiner

Fast auf den Tag am 14. April 1957 hatte der „Parsifal“ Richard Wagners „Bühnenweih-Festspiel“ am Nationaltheater Premiere und die legendäre an Neu-Bayreuth orientierte Inszenierung von Hans Schüler erreichte nun das Rentenalter. War der Rezensent bereits als blutjunger Operneleve im ersten Aufführungsjahr dabei, bezieht inzwischen im Gegensatz zur Produktion längst die Rente und diese denkwürdige Inszenierung dürfte wohl noch weitere viele Jahre Besucher aus aller Welt faszinieren. Dank großzügiger Sponsoren u.a. dem Richard-Wagner-Verband wurden in letzter Zeit Kostüme (Gerda Schulte) und Bühnenrequisiten (Paul Walter) erneuert sowie zu sekundenschnellen Bühnen-Verwandlungen die Diaprojektionen digitalisiert. Wie dereinst erscheinen die Konturen der Gralsburg, die Waldwanderung sowie Klingsors Zaubergarten zu prächtigen Farbkontrasten in neuem Licht, natürlich auch dem dankenswerten Einsatz des vortrefflichen Lichtdesignteams erhielten die Illuminationen neuen Glanz. Somit bekommen die Worte von  Gurnemanz erneut Zum Raum wird hier Zeit doppelte Bedeutung…

Patrick Zielke, Jonathan Stoughton. Foto: Christian Kleiner

…Ein neuer Parsifal stellte sich vor Jonathan Stoughton, der britische Tenor sorgte bereits letzte Spielzeit mit einem grandiosen Gast-Kaiser in der „Frau ohne Schatten“-Serie für Furore, glänzte nun erneut mit einem atemberaubenden Parsifal-Debüt. Die reifere Damenwelt geriet bar der schlanken, großen Erscheinung des attraktiven Sängers geradezu in Verzückung…

Diese Karfreitags-Aufführung stellte qualitativ so manchen Festlichen Opernabend in den Schatten und wurde entsprechend mit Bravochören und Beifallsstürmen überschüttet.

Zum Bericht von Gerhard Hoffmann

Dresden / Semperoper: “MADAMA BUTTERFLY“ AUS JAPANISCHER SICHT – INSZENIERUNG VON AMON MIYAMOTO 14.4.2022

Copyright: Semperoper Dresden

Gegenwärtig wird in so manche Oper vieles auf Gedeih und oftmals auch Verderb hineininterpretiert, woran Librettist und Komponist zur Entstehungszeit nicht im Entferntesten denken konnten. Sie haben aber mitunter auch schon damals Strömungen ihrer Zeit aufgegriffen und versteckte Kritik geübt.

Man denke nur an Verdis Opern und nicht zuletzt an Giacomo Puccini und seine „Madama Butterfly“, bei der zweifellos das exotische Kolorit im Vordergrund steht, aber auch die unterschwellige Kritik an der bedenkenlosen Ausnutzung einer fremden Kultur, bei der als „kleines Abenteuer“ und bestenfalls „Kavaliersdelikt“ galt, japanische Frauen „auf Zeit zu heiraten“ und gewissenlos wieder zu verlassen – damals keine Einzelerscheinung. Menschen in Fernost galten als untergeordnet“ und das Ganze geografisch „sooo“ weit entfernt. Die Oper bietet also „von Haus aus“ reichlich Zündstoff mit immer noch erstaunlicher Aktualität (man denke nur an den Sextourismus nach Fernost).

Auf der Suche nach immer neuen Ausdrucksmöglichkeiten verfällt so mancher Regisseur in Extreme, die eine Oper – nicht selten bis zur Unkenntlichkeit – entstellen. Das Publikum ist durchaus in der Lage, selbst die Parallelen zu ziehen, wenn die Oper in ihrer Ursprünglichkeit mit geschickten Andeutungen (nicht Entstellungen) auf die Bühne gebracht wird…

Zum Bericht von Ingrid Gerk

Sprechtheater: Platin-ROMY für das Lebenswerk an Erni Mangold
Verleihung am 23. April bei der KURIER ROMY-Gala.
Kurier.at

Wien/Kammerspiele
Derber Drag-Spaß mit Shakespeare Bezahlartikel
Die Josefstädter ergötzen mit „Was ihr wollt“. Torsten Fischer hat aus der Komödie eine flotte Männershow gemacht. Nur den Hofnarren spielt ernsthaft eine Frau.
https://www.diepresse.com/6126715/derber-drag-spass-mit-shakespeare

Dresden: Der Geruch des toten Europas
Frank Castorf inszeniert Schillers „Wallenstein“ am Staatsschauspiel Dresden.
Sueddeutsche.de

Literatur: Alexander Roda Roda: Der Spötter mit der „Roten Weste“
Sein großes Thema war das alte Österreich. Am 13. April vor 150 Jahren wurde der Autor Alexander Roda Roda geboren.

 

Als Meister der kleinen Form, des launigen Feuilletons und der Anekdote, als Pointenlieferant, literarischer Spaßmacher und Schnurrenerzähler erreichte der Schriftsteller Alexander Roda Roda das breite Publikum, schrieb Komödien, kleine Prosa, Romane und Filmdrehbücher. Sein großes Thema war das alte Österreich, die k. u. k. Monarchie mit ihrem bunten Völkergemisch.

Zwischen lustig und bitterböse angesiedelt, führen seine Geschichten in diese heute versunkene Welt der kulturellen Vielfalt des jüdischen Schtetls, der komischen Käuze, entlegenen Orte und der k. u. k. Armee. Vor 150 Jahren, am 13. April 1872, wurde der Autor, der als Roda Roda firmieren sollte, unter dem Geburtsnamen Sándor Friedrich Rosenfeld im damals zur Habsburger Monarchie gehörenden mährischen Drnowitz als Sohn eines Gutsverwalters geboren…

WienerZeitung.at

Kult-Schauspielerin“Alf“-Nachbarin Liz Sheridan mit 93 Jahren gestorben
Durch Fernsehrollen in Unterhaltungsserien wie „Alf“ und „Seinfeld“ wurde sie bekannt. Nun ist Liz Sheridan im Alter von 93 Jahren gestorben. Nicht nur Jerry Seinfeld trauert.
KleineZeitung.at

Arzt sagt im Prozess aus: Johnny Depp ist nicht von Drogen losgekommen
vip.de.cms

Mariupol
„Aktuell reicht das, was die Ukrainer haben, nicht aus.
Seit Wochen scheitert Russland daran, die eingekesselte Hafenstadt Mariupol vollständig einzunehmen. Militärexperte Carlo Masala erklärt, warum Putins Truppen im Straßenkampf Nachteile haben – und welche Waffen die Ukraine jetzt konkret benötigt.
DieWelt.de

Fußball/ Österreich: Austria gegen Salzburg
Ärger nach Bundesliga-Hit: Schiri kritisiert VAR
https://www.krone.at/2684522

Die „ferngesteuerte Schiedsrichterei“ macht auch keinen Spaß. Zugegeben, in solch lichte Höhen bin ich als Schiri nie gekommen, aber das hätte mir auch gar keine Freude bereitet. Da sitzt einer in Meidling in einem Studio vor unzähligen Bildschirmen und dirigiert den auf dem Spielfeld befindlich (angeblichen) Hauptschiedsrichter.

Diesmal kam es zu einem Krach. Der Schiri war durch die Intervention so irritiert, dass er fälschlicher Weise Eckstoß statt Torabstoß gab – und daraus resultierte ein entscheidender Treffer.

Weniger Macht dem VAR! Viele Köche verderben den Brei!

Aber wenn wir keine anderen Sorgen haben, dürfen wir uns glücklich schätzen.

Leider ist dem nicht so!

Einen schönen Rest des Osterfests wünsche ich!

A.C.

 

 

Diese Seite drucken