Online Merker Logo

Die internationale Kulturplattform

17. SEPTEMBER 2018

17.09.2018 | Tageskommentar

 

Ab heute: Symposium „Geschichte der Oper in Wien“ in der Wiener Staatsoper – Auftakt zu den Jubiläumsaktivitäten rund um „150 Jahre Opernhaus am Ring“

Mit der Tagung zur Geschichte der Oper in Wien vom 17. bis 19. September 2018 (jeweils ab 9.00 Uhr im Gustav Mahler-Saal) beginnen die zahlreichen Aktivitäten der Wiener Staatsoper rund um ihr 150jähriges Jubiläum, das im Mai 2019 gefeiert wird.

ZUM STREAM: direkt über die Homepage. Hier der genaue Link:

https://www.wiener-staatsoper.at/die-staatsoper/aktuelles/detail/news/symposium-geschichte-der-oper-in-wien/

www.wiener-staatsoper.at/150

Gralsburg und Nahversorger
Die Wiener Staatsoper wird im Frühjahr 150 Jahre alt – und durchforstet die eigene Geschichte ab Montag mit einem dreitägigen Symposium.
Vor 150 Jahren, am 25. Mai 1869, wurde die Wiener Staatsoper feierlich mit Mozarts Oper „Don Giovanni“ eröffnet
Wiener Zeitung

Wiener Staatsoper: LA TRAVIATA mit Shagimuratova, Breslik und Keenlyside am 16.9.


Simon Keenlyside (G. Germont). Copyright: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

…Interpretinnen der Violetta, die auch das Äußere der Rolle mitbringen, haben es leichter. Damit kann Albina Shagimuratova nicht dienen. Aber sie ersetzt es durch ihren Gesang. Hundertprozentig. Man erinnert sich nicht, seit langem eine so schöne, überzeugende Traviata-Stimme gehört zu haben. Volle Mittellage, schlanke, strahlende Höhe, mühelose Koloraturen, kein Spitzenton eine Qual (und auch keiner ausgelassen), herrliche Piano-Kultur und raffinierte Technik prächtiger Schwelltöne. Und die Rolle aus der Musik gestaltet, so sauber, richtig und ausdrucksstark, wie man es sich nur wünschen kann.

Ihr zur Seite der Slowake Pavol Breslik, der kann, was nicht jedem slawischen Tenor gelingt – nämlich “italienisch” singen…

Den römischen Einser für Rollengestaltung wird er allerdings nicht gewinnen, der ging an diesem Abend – natürlich wieder – an Simon Keenlyside. Man kennt seinen Germont von einer Serie vor fünf Jahren, inzwischen hat er sein Rollenbild in Details, allerdings nicht grundsätzlich gemildert. Das ist nach wie vor alles andere als ein Père noble, das ist wieder der ärgerliche Bürger, der sich von dieser edlen Kurtisane, der sein Sohn (aus seiner Sicht) auf den Leim gegangen ist, so gar nicht einfangen lässt. Er halt Distanz, wirkt belästigt und ungeduldig, wenn Violetta das Gespräch nicht und nicht beenden will. Mit seinem Sohn ist er auch wütend, aber da spürt man sofort den Stimmungsumschwung, hier geht es auch um väterliche Liebe. Immerhin ändert er sich im letzten Akt – ja, angesichts der Sterbenden geniert er sich für sein Verhalten. Aber trotzdem gilt seine Sorge nur dem Sohn…

Zum Bericht von Renate Wagner

WIEN/ Theater an der Wien: ALCINA – „nicht so ganz ein großer Wurf“. Premiere am 15.9.

Marlis Petersen. Copyright: Herwig Prammer/ Theater an der Wien

Das Theater an der Wien ist mit Georg Friedrich Händels barocker Zauberoper „Alcina” in die neue Saison gestartet. Aber die Premiere verströmte wenig Glanz und Zauber und wurde stark durch die Drehbühnenmechanik am Laufen gehalten…

Zum Bericht von Dominik Troger

Theater an der Wien startete mit „Alcina“ in die Saison
Einen Saisonstart ohne Risiko hat das Theater an der Wien am Samstag hingelegt: Georg Friedrich Händels fantastische Oper „Alcina“ wurde dabei so karg inszeniert, dass selbst die härtesten Skeptiker kein Haar in der Suppe finden konnten. Die kreuzbrave Deutung von Tatjana Gürbaca, der am Ende etwas Zauber fehlte, erhielt freundlichen Applaus. Bejubelt wurden die Solisten und der Concentus Musicus.
Salzburger Nachrichten
Händels „Alcina“ im Theater an der Wien: Sensationelles Dirigat
Triumph für den Concentus Musicus unter Stefan Gottfried: Die Szene bleibt aber kühl und abstrakt
Der Standard

Wien/ Volksoper: DIE CSARDASFÜRSTIN – endlich wieder eine Operettendiva. Premiere am 16.9.

Elissa Huber als Sylva Varescu. Copyright: Volksoper/ Barbara Palffy

Was ist Operette? Laut Duden ein leichtes, unterhaltsames, musikalisches Bühnenwerk mit Tanzeinlagen. Diese Beschreibung sagt eigentlich alles über das Genre aus und erklärt auch, warum es in den letzten Jahrezehnten sehr viel von seiner Popularität eingebüßt hat. Natürlich hat auch der Umstand, dass es heute kaum noch Sängerpersönlichkeiten gibt, die Operette wirklich singen und spielen können, dazu beigetragen, aber der Hauptgrund ist sicher, dass es zu einem absoluten No go geworden ist, sich im Theater „nur“ zu unterhalten. Das hat dazu geführt, dass man in den meisten Operettenproduktionen den Werken einen sozial- und/oder zeitkritischen Touch verpasst hat, wobei das sehr oft mit dem Holzhammer geschehen ist. Ein dafür besonders anfälliges Werk ist Emmerich Kalmans „Csardasfürstin“, spielt sie doch in der Zeit unmittelbar vor und zu Beginn des ersten Weltkrieges und wurde ein Jahr nach dessen Beginn uraufgeführt. Nun glaube ich nicht, dass der Komponist und seine Librettisten Leo Stein und Bela Jenbach ein Antikriegsstück schreiben, sondern den Menschen einige wenige Stunden Unterhaltung und damit Abstand von der grauen Wirklichkeit bieten wollten. Die von manchen aus der Handlung herausgelesene Gesellschaftskritik – Fürstensohn liebt Revuetänzerin – ist ein alter dramaturgischer Baustein der Operette und als solche nicht überzubewerten.

In der nunmehrigen Neuproduktion der Volksoper tappt der Regisseur Peter Lund zwar nur kurz und mit einem Fuß aber doch in diese Falle. In der Zwischenaktmusik zwischen zweiten und dritten Akt zeigt er ein Video – die Verwendung dieses Stilmittels wird langsam auch schon fad – alte Wochenschauaufnahmen aus dem 1. Weltkrieg und am Ende des Finales überfliegen Kampfflieger die Bühne…

Sehr gut war die zentrale Rolle der Sylva Varescu mit Elissa Huber besetzt. Hier konnte man nach langer Zeit wieder eine echte Operettendiva auf der Bühne des Hauses sehen. Sie verfügt über eine technisch gut geführte und auch höhensichere Stimme. Was ihr vielleicht fehlt, ist ein etwas verführerisches Timbre. Auch darstellerisch war sie überzeugend…

Zum Premierenbericht von Heinrich Schramm-Schiessl

Da sage noch jemand, die gute, alte Operette widersetze sich einer modernen „Neudeutung“. An der Wiener Volksoper ist es dem Berliner Peter Lund zum 3.Mal gelungen, dieses Vorurteil zu widerlegen. Nach „Frau Luna“ und „Axel an der Himmelstür“ hat er das wohl populärste Werk von Emmerich Kalman, „Die Csardasfürstin“, so unterhaltsam wie klug herausgebracht. Und die musikalische Seite – am Pult des Volksopernorchesters brilliert Alfred Eschwé – kann der Regie durchaus Paroli bieten…

Zum Premierenbericht von Peter Dusek

Linz: Packende Wiederkehr von Bayreuther „Tristan“ in Linz
Mit der Rekonstruktion einer Originalproduktion der Bayreuther Festspiele 1993 von Richard Wagners „Tristan und Isolde“ hat das Linzer Opernhaus am Samstag die neue Saison eröffnet. Das Werk war im Landestheater Linz zuletzt vor 50 Jahren zu hören. Später gab es mehrere konzertante Aufführungen mit „Bayreuth-Flair“ im Linzer Brucknerhaus.
Kleine Zeitung
Guter Orgasmus: Tristan in Linz
Der Standard

BASEL: „KING ARTHUR“- Semi-Oper von Henry Purcell und John Dryden in einer Neudichtung von Ewald Palmetshofer – Premiere am  13.9.2018

Steffen Höld als Merlin ©Sandra Then

Zum Premierenbericht von Alice Matheson

Viktor Schoner baut Stuttgarts Oper um
Vom Jahrhundertumbruch in allen Sparten des Staatstheaters Stuttgart ist die Oper am stärksten betroffen. Die Leitung ist neu, aber auch ihr Konzept: Auf den Regie führenden Intendanten Jossi Wieler folgt Musikmanager und Organisator Viktor Schoner.
Hamburger Abendblatt

„Konzertgänger in Berlin“
Musikfest 2018: Berliner Philharmoniker lichten, Rundfunkchor nachtklart
Ist ja auch mal ein schönes Faktum, dass von allen hiesigen Orchestern ausgerechnet die Berliner Philharmoniker als gute Gastgeber die Musikfest-Themen am intensivsten beleuchten: gleich zweieinhalb von dessen Schwerpunkten kommen im Konzert mit François-Xavier Roth vor. Bernd Alois Zimmermann und Debussy sind die zwei, Ligeti der halbe.
https://hundert11.net/musikfest2018-bph-roth-widmann/

BERLIN/ Volksbühne: DIE SECHS BRANDENBURGISCHEN KONZERTE,
choreographiert von Anne Teresa De Keersmaeker, getanzt von Rosas, 15.09.2018

Copyright: Anne Van Aerschot

Zum Bericht von Ursula Wiegand

Borr bei Köln (388 Einwohner) leiste sich eine Orgel

800 Jahre ist die Kirche St. Martinus in Borr alt. Nun fianzierten die Ortsbürger eine Orgel. Foto: Andrea Matzker

Eingeweiht wurde die Orgel mit dem „Orgelbier“, das bei der Finanzierung eine nicht unbedeutende Rolle spielt. Foto: Andrea Matzker

Keine Angst, die Orgel selbst bekam kein Bier ab. Über diese bemerkenswerte Initiative eines „Mini-Ortes“ können Sie in unseren heutigen „Infos des Tages“/Aktuelles lesen.

Welche Kunstwerke mag Sebastian Kurz? Ein Blick in die Büros unserer Regierung
Womit schmückt sich Heinz-Christian Strache? Die Kunst in Politikerbüros erzählt oft mehr über ihre Bewohner, als ihnen lieb sein kann
Der Staatsmann Gerhard Schröder (SPD) an seinem Schreibtisch, dahinter der kopfüber nach unten stürzende Adler von Georg Baselitz: ein Motiv, das von den Bildredaktionen deutscher Medien einst gern ins Blatt gehievt wurde. Allein der rebellischen Note wegen, kokettierte die Inszenierung doch mit der Verhöhnung des deutschen Wappenvogels. Im Herbst 2005 wurde die Adlerpartitur von Baselitz abgehängt. Angela Merkel (CDU) entschied sich für ein Porträt Konrad Adenauers, 1966 von Oskar Kokoschka gemalt. Symbolisch blickt ihr im Arbeitsalltag seither der erste Kanzler der Bundesrepublik und Mitbegründer ihrer Partei über die Schulter
Der Standard

Politik
Asselborn: Salvini hat mich in eine Falle gelockt
Nach dem Eklat beim EU-Ministertreffen am Freitag in Wien hat der luxemburgische Außenminister Jean Asselborn dem italienischen Innenminister Matteo Salvini vorgeworfen, von diesem bewusst provoziert worden zu sein. Er vermute, von Salvini gezielt in eine Falle gelockt worden zu sein. „Das war eine genau kalkulierte Provokation“, sagte der Minister am Samstag. Salvini hatte das Wortgefecht zwischen den beiden Ministern gefilmt und auf Twitter und Facebook verbreitet.
https://www.krone.at/1772277

Der Herr Asselborn bekommt sehr leicht einen hochroten Kopf und lässt sich aus der Reserve locken. Jetzt sagt er selbst, dass er in eine Falle getappt ist!

Trotzdem, ich bin nach wie vor überzeugt, dass die Nationalstaaten nur ihre Besten zur EU entsenden!

Einen schönen Tag wünscht

A.C.

 

Diese Seite drucken