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17. OKTOBER 2019 – Donnerstag

17.10.2019 | Tageskommentar

Olga Neuwirths „Orlando bekommt eine neue Regisseurin. Auf dem Foto: Die Komponistin. Foto: Priska Ketterer

Regie-Wechsel vor der „ORLANDO“-Premiere der Wiener Staatsoper. Die deutsche Regisseurin Karoline Gruber war als Regisseurin von  Olga Neuwirths Oper „Orlando“ in der Wiener Staatsoper (Premiere am 8. Dezember)vorgesehen. . Das wurde nun geändert.. „In einer einvernehmlichen Entscheidung“ wurde beschlossen, dass die Britin Polly Graham die Regie der Uraufführung übernehmen wird. Das teilte die Staatsoper am Mittwoch mit, ohne nähere Gründe zu nennen.

Einen weiteren Wechsel wird es im Ensemble geben: Fiona Shaw, die für die Rolle der Erzählerin in der Virginia-Woolf-Adaption vorgesehen war, muss wegen eines Filmdrehs ersetzt werden. Wer diesen Part übernimmt, steht derzeit noch nicht fest.

WIENER STAATSOPER: Cinderella – Wiener Fassung für Kinder

Wiederaufnahme an der Wiener Staatsoper – ab sofort auch auf DVD erhältlich

Schlusspplaus. Foto: Wiener Staatsoper

Die Wiener Staatsoper nimmt am Samstag, 19. Oktober 2019 (15.00 Uhr) Alma Deutschers Cinderella – Wiener Fassung für Kinder in der KINDEROPER | AGRANA STUDIOBÜHNE | WALFISCHGASSE wieder auf. Die Produktion in einer Inszenierung von Birgit Kajtna feierte im Jänner 2018 ihre Staatsopernpremiere. Zu erleben sind bei der Wiederaufnahme der Kinderoper – die Reprisen gestalten alternierende Besetzungen – u. a. Bryony Dwyer als Cinderella, Carlos Osuna als Prinz, Bongiwe Nakani als Emeline, Regine Hangler als Griselda, Margaret Plummer als Zibaldona, KS Ildikó Raimondi als Stiefmutter, Dan Paul Dumitrescu als König und Igor Onishchenko als Minister. Witolf Werner dirigiert das Bühnenorchester der Wiener Staatsoper.

Komponistin Alma Deutscher wird bei der Wiederaufnahme am 19. Oktober Solovioline und Klavier spielen sowie bei den Vorstellungen am 23. und 27. Oktober als Soloviolinistin mitwirken.

 

Die Staatsopernproduktion von Cinderella – Wiener Fassung für Kinder ist ab sofort auf DVD u. a. im  e-shop der Wiener Staatsoper und im Arcadia Opera Shop erhältlich (erschienen bei belvedere, Live-Aufnahme der Staatsopern-Erstaufführung am 28. Jänner 2018).

Cinderella – Wiener Fassung für Kinder

Wiederaufnahme: 19. Oktober 2019 (15.00 Uhr)
Reprisen: 22.*, 23.*, 26. (15.00 Uhr), 27. (15.00 Uhr) Oktober;
14.*, 16. (15.00 Uhr), 18.*, 19.*, 22.* November 2019

* Vorstellungen für Schulklassen (10.30 Uhr), Kontakt: jugend@wiener-staatsoper.at

Wiener Staatsoper: MADAMA BUTTERFLY  (Vorstellung am 16.10.)

Kristine Opolais. Foto: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

Renate Wagner: Vor der zweiten und letzten Vorstellung dieser kurzen „Madama Butterfly“-Serie der Staatsoper trat Andreas Lang vor den Vorhang und entschuldigte Titelrollenträgerin Kristīne Opolais, die von einer herannahenden Verkühlung beeinträchtigt sei. Das hat offenbar gänzlich den Druck von ihr genommen und den Weg zu einer hervorragenden Butterfly geebnet…

Ivan Magrì erstaunte den Zuhörer zu Beginn, und das nicht positiv, als er stimmlich mit dem kraftvollen Goro des Herwig Pecoraro kaum mithalten konnte…

…m Grunde hat „Madama Butterfly“ außer der Titelheldin überhaupt keine dankbare Rolle, denn auch die Dienerin Suzuki ist keine solche. Zwei Akte lang darf sie ihren Mezzo überhaupt nur zwecks zusätzlicher Klangschönheit unter den Sopran der Butterfly legen. Monika Bohinec mag sich trösten, dass die Staatsoper auch andere, bessere Rollen für sie hat.

Paolo Rumetz (Sharpless). Foto: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

Hier kommt dann auch Paolo Rumetz sehr stark ins Spiel. Der Sharpless gilt als undankbare Rolle und ist es auch, wenn der Nebenrollen-Bariton (der zugegeben nicht viel zu singen und keine Arie hat, weshalb kein Star sich dafür hergibt… Man muss Rumetz nur zusehen, wie ihn dieses Butterfly-Schicksal, zu dem er mehr als nur Beobachter, nämlich ein Mitfühlender ist, unter die Haut geht. So elegant er auch Haltung bewahren muss.

Lassen wir die Nebenrollen beiseite und wenden wir uns Jonathan Darlington zu, der im vollsten Wortsinn „hörbar“ ein großer Gewinn des Abends war…

Zum Bericht von Renate Wagner

Theater Lübeck: Milhauds „Christophe Colomb“ im Assoziations- und Tongewitter
Neue Musikzeitung /nmz.de

„Die Oper ist ein lebendiges Wesen“
ADZ-Gespräch mit dem Intendanten der Rumänischen Nationaloper Temeswar, Cristian Rudic
https://adz.ro/artikel/artikel/die-oper-ist-ein-lebendiges-wesen

LONDON/ Royal Opera House: DON PASQUALE

Olga Peretyatko and Ioan Hotea in Don Pasquale at Royal Opera House. Photo: Clive Barda

Donizetti’s Don Pasquale packs a psychological punch at the ROH
http://www.operatoday.com/content/2019/10/donizettis_don_.php

Don Pasquale review at Royal Opera House, London – “Bryn Terfel stars in a smart, stylish production’
https://www.thestage.co.uk/reviews/2019/don-pasquale-bryn-terfel-review

Don Pasquale review: Peretyatko sparkles while Terfel enjoys his rogue’s role
https://www.standard.co.uk/go/london/arts/don-pasquale-review

HEUTE Premiere im Akademietheater: DER MEISTER UND MARGARITA

Tim Werths, Philipp Hauss. Copyright: Barbara Zeininger

Medientermin mit Handke nach Eklat abgesagt
Ein für Mittwoch angesetzter Medientermin mit Literaturnobelpreisträger Peter Handke in dessen Heimatgemeinde Griffen ist nach einem Eklat am Dienstagabend abgesagt worden. Handke hatte ein Interview abgebrochen und scharfe Kritik an den Medien geübt.
https://kaernten.orf.at/stories/3017432/

Stellt mir nicht solche Fragen“: Peter Handke kritisiert Medien
Nobelpreisträger wurde auf die Kritik an seiner Serbien-Position angesprochen und reagierte empört. Heutiger Termin abgesagt.
Kurier

Peter Handke hat natürlich recht, kaum einer der ihn befragenden Journalisten hat sich je ernsthaft mit seinen Werken befasst, alle wollen wissen, wie er heute zu Serbien steht, ob er Aussagen von früher bedauert u.s.w. Diese Journalisten wollen ihm nichts Gutes, die würde ich auch rauswerfen! Handke soll auf Linie „erwünschte Meinung“ gebracht werden, so sieht es heute mit der Meinungsfreiheit aus. Solche Interviews können nie auf Augenhöhe stattfinden, denn Handke ist ein Literat, der sich nicht von Auftragsschreibern in die Enge treiben lassen sollte.

Dazu passend:

Der Fall Relotius: Aufdeckung journalistischer Systemfehler
Das System Relotius steht im Mittelpunkt des Buches von Juan Moreno, der die Affäre aufdeckte.
Wiener Zeitung

Filme der Woche

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Vor fünf Jahren hat der Disney-Konzern eine in vielen Details „neue“ Version der alten Dornröschen-Geschichte herausgebracht. „Maleficent – Die dunkle Fee“ stellte jene Dame in den Mittelpunkt, die sonst nur eine Nebenrolle (gewissermaßen im „Vorspiel“) inne hat: Sie ist es, die Baby Dornröschen zu ihrem langen Schlaf verdonnert. Warum? Aus Rache. Aber das war nur der Ansatz, von dem aus man die Geschichte anders erzählte und gewichtete.

Der erste Film malte aus, wie aus einem von den Menschen und Männern enttäuschten Geschöpf eine böse Fee mit riesigen schwarzen Erzengel-Flügeln wird: Damals schon verkörperte Angelina Jolie die Rolle, und sie tat es mit derselben Unbeweglichkeit, die sie nun auch in der Reprise zeigt.

Anders geht es zu, weil Prinzessin Aurora gerettet wurde (beschützt u.a. von drei unsäglich albernen Feen, die auch im zweiten Teil wieder auftauchen), nun ihr Königreich regiert und in Maleficent ihre Mutter, ihre gute Mutter sieht. Mit dem originalen Märchen hatte das Ganze nichts mehr zu tun, und die nun nach fünf Jahren nachgeschobene Fortsetzung auch nicht.

Da musste man sich allerdings etwas einfallen lassen. Kurz, das Prinzesschen, das ihr Waldkönigtum hegt und pflegt (Umweltschutz ist unser Thema), will heiraten, nicht gerade zur Freude ihrer Ersatzmutter, aber dieser Prinz Philipp aus dem Nachbarland ist ein zu netter Kerl. Immerhin kann man nicht geradewegs zum Happyend eilen, man muss schließlich gut eineinhalb Kinostunden füllen – und darum hat man der „schwarzen Fee“ eine „weiße Königin“ gegenüber gestellt. Aber, dass man sich nicht irrt – diese Queen Ingrith ist nämlich die wahre Böse…

Österreich/ Fußball
Rapid-Präsident: Tojner unterstützt Grüneis mit fünf Millionen

Wenn Robert Grüneis Rapid-Präsident wird, fließen vom Investor bis zu acht Millionen für das geplante Trainingszentrum
Kurier

Für alle, die es nicht wissen: Herr Tojner ist Bau-Investor, der das umstrittene Heumarkt-Projekt realisieren will (wird?). Dazu braucht er natürlich beste Verbindungen zur Wiener Stadtverwaltung/Stadtregierung. Es ist also auch ein Politikum!  Dass der Favorit des Herr Tojner Grüneis heißt, ist wohl Zufall, aber dennoch pikant. Hat sich Herr Tojner auch genau informiert? Die Mehrheit der Wiener Spitzenpolitiker sind nämlich Austria-Fans (beim derzeitigen Bürgermeister kenne ich allerdings kein „sportliches Bekenntnis), Wolfgang Katzian ist sogar Präsident der Violetten, Ex-Bügermeister Häupl und auch Ex-Kanzler Kern  bekennen sich zur Austria.

Österreich
Verteidigt SPÖ-„Luxus“: Kern postet Bild von Che Guevara mit Rolex
https://www.krone.at/2024691

Ach ja, wenn Che Guevara eine Rolex getragen hat, dürfen es auch Politiker, die den Arbeiterstand vertreten sollten.

Ich wünsche einen schönen Tag!

A.C.

 

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