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17. NOVEMBER 2020 – Dienstag

17.11.2020 | Tageskommentar

Ab heute Lockdown in Österreich. Künstler ziehen vor Gericht, weil ihre Existenz arg gefährdet ist.

Kultur-Lockdown: Pianist Florian Krumpöck will Verfassungsklage einbringen
Der Verfassungsgerichtshof soll klären, ob die Schließung des Kulturbetriebs verhältnismäßig und verfassungskonform ist.Der österreichische Verfassungsgerichtshof (VfGH) soll klären, ob der gegenwärtige Kultur-Lockdown im Widerspruch zur garantierten Freiheit der Kunst und tatsächlich ein gelindes und verhältnismäßiges Mittel zum Schutz vor dem Coronavirus darstellt. Eine entsprechende Verfassungsklage bereitet der Pianist und Intendant Florian Krumpöck („Kultur.Sommer.Semmering“) in Zusammenarbeit mit den Juristen Wolfram Proksch und Florian Dittrich vor.
Der Standard

Künstler ziehen vors Höchstgericht
Verstößt die frühe Schließung von Kulturbetrieben gegen die Verfassung?
http://www.sn.at/kultur/allgemein/kuenstler-ziehen-vors-hoechstgericht-95724934

Zwischen Paintball & Puff
Eine Kulturinitiative fordert ihre Rechte
Diese Woche hat die österreichische Bundesregierung die weiteren Unterstützungsmaßnahmen im Parlament fixiert.
https://tv.orf.at/groups/kultur/mgr/278388/

Ich gehe davon aus, dass Juristen die Chancen auf Erfolg abgewogen haben. Den Künstlern ist viel Glück zu wünschen – aber darf Recht – sogar Verfassungsrecht – zum Glücksspiel werden? Gratulation zum Mut, aus dem auch Verzweiflung spricht. Tatsächlich sind die freischaffenden Künstler Stiefkinder der derzeitigen Situation.

Österreich
„Lockdown-Bonus“ für KünstlerInnen startet
Die Antragstellung ist ab Dienstag möglich. Alle bei der SVS versicherten Künstlerinnen und Künstler können, wenn sie vom Lockdown betroffen sind, eine Sonderzahlung von 1.300 Euro beantragen – unabhängig von und zusätzlich zu allen anderen bisherigen Unterstützungsinstrumenten. Der Bonus steht damit sowohl jenen Künstlerinnen und Künstlern offen, die schon bisher aus der SVS eine Überbrückungsfinanzierung erhalten haben, als auch jenen, die monatlich Unterstützung aus dem Härtefallfonds der Wirtschaftskammer beziehen.
Wiener Zeitung

Bericht aus dem Kultur-Lockdown: Für Künstleragenten eine Katastrophe
Laurent Delage: „Man hat das Gefühl, dass die ganze Branche gerade zusammenkracht.“ – Ausfallsregelungen in Frankreich deutlich besser als in Österreich – „So gut wie keine Unterstützung“
https://www.oe24.at/newsfeed/bericht-aus-dem-kultur-lockdown-fuer

Die Wiener Staatsoper versucht derzeit mit einer Auswahl herausragender Streams zu punkten. Einer der Höhepunkte wird der Kleiber-Rosenkavalier aus 1994 sein, von dem Opernfreunde heute noch schwärmen:

WIENER STAATSOPER: DER STREAMING-SPIELPLAN VOM 17. – 24. NOVEMBER 2020

Elektra: CamillaNylund, RicardaMerbeth © Wiener Staatsoper / Michael Pöhn

Wir freuen uns, Ihnen hiermit unseren weiteren Streaming-Spielplan ankündigen zu können. Entsprechend der Programmierung unseres regulären Spielplans haben wir dem Werk Richard Strauss‘ einen Schwerpunkt gewidmet.

Freitag, 20. November 2020, 19.00 Uhr
Richard Strauss: DER ROSENKAVALIER (Vorstellung von März 1994)
Komödie für Musik in drei Akten
Musikalische Leitung: Carlos Kleiber
Inszenierung: Otto Schenk
Mit u.a.: Felicity Lott, Anne Sofie von Otter, Kurt Moll, Barbara Bonney, Gottfried Hornik, Heinz Zednik

Ein historisches Highlight aus unserem Archiv ist eine Aufzeichnung des Rosenkavaliers unter der musikalischen Leitung von Carlos Kleiber aus dem Jahr 1994. Für all jene, die die Wiederaufnahme von Harry Kupfers legendärer Elektra-Inszenierung unter der Leitung von Franz Welser-Möst im vergangenen September versäumt haben, gibt es die Möglichkeit, dies nun online nachzuholen.

Zusätzlich zum Richard Strauss-Schwerpunkt zeigen wir die bildgewaltige Inszenierung von Les Troyens, auf vielfachen Wunsch Peter Konwitschnys französischen Don Carlos mit Jonas Kaufmann in der Titelrolle, sowie einen klassische Schwanensee, choreografiert von Rudolf Nurejew.

Das gesamte Programm finden Sie in unseren heutigen Infos des Tages – und natürlich im Internetauftritt der Wiener Staatsoper

Für die nächste Premiere an der Wiener Staatsoper herrschen wegen der Sperre des regulären Spielbetriebs (fast) ideale Probebedingungen.

Hans Werner Henze
Das verratene Meer  – Musikdrama in zwei Teilen

Musikalische Leitung Simone Young
Inszenierung Jossi Wieler, Sergio Morabito
Mit Vera-Lotte Boecker, Josh Lovell, Bo Skovhus

Jossi Wieler und sein Partner Sergio Morabito inszenieren. Es ist dies die erste echte Neuproduktion der Ära Roscic, denn bisher kamen nur anderswo erprobte Inszenierungen zu Premierenehren.  Sergio Morabito ist der Chefdramaturg der Wiener Staatsoper und hielt im September einen Vortrag. Thomas Prochazka hakte nach und es entspann sich anfangs eine Diskussion, nachzulesen unter http://www.dermerker.com/

Nun ist ein Dramaturg meist „nicht einfach gestrickt“, Thomas Prochazka ist es auch nicht, TTT schon gar nicht!  Der Mailverkehr wurde seitens des Herrn Morabito zunehmend etwas herablassend geführt, zumindest empfanden das die Herren Prochazka und Tim Theo Tinn, der auch lange Zeit im Dramaturgiebereich tätig war.

Der Mailverkehr Prochazka/ Morabito  ist in der Webseite des Herrn Prochazka (www.dermerker.com) nachzulesen. Bilden Sie sich daher selbst Ihre Meinung.

TTT formuliert den Grund seines „Einwurfs so: Es ist ja wirklich erfeulich, dass aus diesem sonambulen Dunstkreis endlich einmal eine Steilvorlage kommt, der man ob der geringen intellektuellen Tragfähigkeit  leicht begegnen, diese leicht entlarven kann. Diese Entwicklung ist ja ein Phänomen, jeder Schüler bekäme für solche Entstellungen eine  6 – Thema verfehlt.

Tim Theo Tinn“s Einlassungen: S. Morabito „Trash-Konsens “ oder TTT „Surreal – über der Realität“?
TEIL 1 (es erscheinen drei Teile an drei aufeinander folgenden Tagen). TTT’s Gegenwurf: „Plädoyer zur Kraft surrealer Inszenierungen“, erscheint in rd. 60 Auszügen aus Publikationen der letzten Jahre in loser Folge im OnlineMerker,
https://onlinemerker.com/tim-theo-tinns-einlassungen-s-morabito-trash-konsens-oder-ttt-surreal-ueber-der-realitaet-teil-1-es-erscheinen-drei-teile-an-drei-auf/

Ich selbst kann und will da nicht mithalten, „Dramaturgensprech“ ist nicht meine Sprache, und deshalb ist es mein geringstes Bedürfnis, mit Herrn Morabito über dieses Thema zu diskutieren. Wessen Intellekt dazu reicht, den dramaturgischen Diskussionen auch zu folgen, hat nun bei uns die Gelegenheit dazu! Lesen Sie weiter in den nächsten Tagen – und messen wir Herrn Morabito auch an seinen Aussagen – bei der nächsten, diesmal echten Premiere.

PARSIFAL IN WIEN: Politische Gefangene und eine recherchierende Journalistin

Die Premiere der Parsifal-Inszenierung an der Wiener Staatsoper ist für 1. April vorgesehen. Elina Garanca verrät bereits das Konzept der Serebrennikov-Inszenierung.

Regisseur Kirill Serebrennikov. Foto: Gogol-Center

Der Wiener Parsifal wird unter politischen Gefangenen spielen und Kundry ist eine recherchierende Journalistin…

Elina Garanca wird diese Kundry sein. Im News-Interview sagt sie über Religionen und Regionen:  „Es gibt nun einmal Regionen, wo verschiedene Religionen zusammenleben, und wenn sie auf einanderprallen, kracht es. Das wissen wir seit Jahrtausenden, und es ändert sich nichts.“…

Elīna Garanča: „Ich mache nichts Sinnloses“
In glücklicher familiärer Quarantäne bereitet sich die führende Mezzosopranistin Elīna Garanča auf ihr forderndes Wiener Wagner-Debüt vor. Ein Gespräch über den Hass zwischen den Religionen, die Hoffnung auf bessere Zeiten, Pläne für Wien und die neue CD
https://www.news.at/a/klassik-elina-garanca-ich-sinnloses-11743037

Der Krampf mit den historischen Aufnahmen
Was bringt Klassik-Hörer dazu, schwache Uralt-Einspielungen lieber zu hören als gute neue? Der Lockdown wird viele Musikliebhaber veranlassen, sich auf YouTube und ähnlichen Plattformen Aufführungen zu Gemüte zu führen, die man immer schon hören wollte, aber auf später verschoben hat. Man wird dort auf zahlreiche sogenannte historische Aufnahmen stoßen, nicht zuletzt deshalb, weil deren Schutzfristen abgelaufen sind.
Wiener Zeitung

Zum 125. Geburtstag von Paul Hindemith: Als Bürgerschreck gesprungen, als Musiktheoretiker gelandet

Paul Hindemith. Foto: hindemith-info

Münchner Abendzeitung

INSTAG(K)RAMEREIEN – gefunden von Fritz Krammer

Placido Domingo post sich auf Instagram am Klavier in längst vergangene Zeiten

ZU INSTAGRAM – mit Video

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Kristine Opolais feiert Geburtstag – sehr temperamentvoll

Thank you so much for your birthday wishes! I had a very fun day celebrating with friends, and loved hearing from all of you. Love, Kristine 💖

ZU INSTAGRAM  mit Video

Wird der zweite Lockdown die Zukunft des Theaters verändern?
Die Online-Konferenz „Postpandemisches Theater“ fragt sich, welche Weichen heute schon gestellt werden können.
Wiener Zeitung

Wien Modern diese Woche live aus Wiener Konzerthaus, Stephansdom, Porgy & Bess, Reaktor und deSingel Antwerpen: 16Uraufführungen im kostenlosen Live-Videostream

Im „abgesicherten Modus“ mit flächendeckenden Schnelltests und strengen Auflagen zu Abstand, Maske und Hygiene produziert das fünf Tage nach Start in den Lockdown gegangene Festival allein in dieser Woche 16 Uraufführungen: Kostenlos online zu sehen und zu hören sind neue Werke von Erste Bank Kompositionspreisträger Matthias Kranebitter, Friedrich Cerha, Johannes Kalitzke, Klaus Lang, Sam Gryllus, Daniel Mayer, Veronika Mayer, Axel Seidelmann, Juan Pablo Trad Hasbun, Peter Ablinger, Hannes Dufek, Tamara Friebel, Susanna Gartmayer, Veronika Mayer, Gunter Schneider und Tim Mariën.

Mehr darüber in den heutigen „Infos des Tages“

Die Bayerische Staatsoper bietet bezaubernde Barockmusik…
Rezension des Videostreams Montagsstück II: Barocco
Ich möchte den Ausführenden zujubeln, einen trampelnden Klatschsturm entfachen, die wenigen Orchesterspieler:innen und die Solist:innen am liebsten und zwar alle, einer nach dem anderen, entfesselt umarmen. Also ist es gut, dass ich vor dem Bildschirm sitze in diesen blöden Viruszeiten. Ich könnte meine Begeisterung nicht zügeln. Eine Bitte an die Bayerische Staatsoper: lassen Sie diesen Abend nicht im Stream verschwinden. Lassen Sie mich dieses Glück vervielfacht als ein Zuhörer von vielen live erleben. Irgendwann wenn’s eben möglich ist. Ketten sie mich aber besser an, bloße Fesseln sprenge ich. Allen Musikern merkt man die Lust, den Spaß an der Musik an. Ein wunderbarer Anker der Erinnerung, welchen Mut, welche Kraft, welche Zuversicht mir Musik vermitteln kann.
Von Frank Heublein, München
Klassik-begeistert

Ladas Klassikwelt 55: Heute hätte Beethoven geheilt werden können
Über den Hörverlust bei Ludwig van Beethoven wird bis heute diskutiert und spekuliert. In seinem 250. Jubiläumsjahr wurde es zum Thema des medizinisch-musikalischen Symposiums „Ludwig van Beethoven: der Gehörte und der Gehörlose“, das Mitte Oktober an der Universitätsklinik Bonn stattfand. Die Veranstaltung wurde zusammen mit dem Kuratorium der Stiftung Beethoven-Haus Bonn organisiert. Daran nahmen bedeutende Wissenschaftler, vor allem Experten der Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde und Phoniatrie, Spezialisten für Musikmedizin, Musikwissenschaftler und Journalisten teil.
Jolanta Lada-Zielke berichtet aus ihrer Klassikwelt
Klassik-begeistert

Buchbesprechung

Besuchen Sie Renate Wagners BUCHRUBRIK

Thomas Fischer : GLADIUS
Rom Legionen in Germanien
344 Seiten, Verlag C.H. Beck, 2020

Die Römer und die Germanen – eine fast ein halbes Jahrtausend lange, auch sehr kriegerische Geschichte. Ihren Höhepunkt erlebte die Auseinandersetzung zwischen dem Römischen Weltreich und germanischen Stämmen im Jahr 9 nach Chr. im Teutoburger Wald, als der Cherusker Arminius den römischen Oberbefehlshaber Varus in eine tödliche Falle lockte – und die Römer in der Folge beschlossen, Rhein und Donau als Grenze ihrer Expansionsbestrebungen in Richtung Norden zu sehen…

Darüber hinaus ist viel zu erzählen, und Thomas Fischer, emeritierter Professor für die Archäologie der römischen Provinzen am Archäologischen Institut der Universität zu Köln, tut es in einem Buch, das er bezeichnenderweise „Gladius“ nennt – denn von Schwertern ist im übertragenen, aber auch im konkreten Sinn reichlich die Rede. Und man kann sagen, dass der Autor wohl das Wissen eines ganzen Lebens hier ausbreitet.

Als Caesar Gallien eroberte und dem Römischen Reich als Provinzen einverleibte, war ihm die Existenz der ganz anders gearteten germanischen Stämme im Norden wohl bewusst, aber zu seiner Zeit hatte man noch kaum Kenntnisse über diese so verschiedenen Völker, die auch vielfach gar nicht sesshaft waren. Aber bald hatte man einen Grund, sich ausführlich mit den Germanen zu beschäftigen und in ihnen einen gefährlichen Feind zu sehen…

Zur Buchbesprechung von Renate Wagner

Österreich
Rendi-Wagner „eine auflegen“: ÖVP-Urgestein Khol entschuldigt sich
SPÖ ist empört über „Entgleisung“ des Ex-Nationalratspräsidenten Andreas Khol. Dieser wies die Interpretation erst zurück, entschuldigt sich jetzt aber doch.
Kurier

Die Nerven liegen blank, auch bei erfahrenen Politprofis in den Achtzigern. „Eine auflegen“ ist eigentlich eindeutig. Dennoch hat sich Herr Kohl damit herauszureden versucht, dass er gemeint hat, man dürfe die Oppositionspolitiker kritisieren. Das war ein untauglicher Versuch, Parteifreunde haben ihm das dann begreiflich gemacht – worauf er sich entschuldigt hat!

Wien
Grüne Parteichefin Birgit Hebein ohne Funktion im Grünen Klub
Judith Pühringer und Peter Kraus werden nicht amtsführende Stadträte. David Ellensohn bleibt Klubchef. Hebein will in den kommenden Tagen über ihre Zukunft entscheiden.
Die Presse

Ich zitiere Helmut Qualtinger: Simmering gegen Kapfenberg – das ist Brutalität. Freilich kann man die Brutalität noch toppen: Ellensohn/ Kraus gegen Birgit Hebein – das ist Rache pur!

Neuer Covid-Impfstoff des US-Herstellers Moderna ist zu 94,5 Prozent wirksam
Die Hospitalisierungen steigen weiter, derzeit befinden sich 612 Covid-19-Patienten auf österreichischen Intensivstationen. Die Corona-News im Überblick
Der Standard

Na also, her damit und Ruhe! Irgendwie habe ich aber das Gefühl, dass die Krise kein so rasches Ende finden soll. Da gilt es noch, Ziele umzusetzen!

Social Distancing soll nun auch für Tiere gelten
Ob Hunde und Katzen das Coronavirus übertragen können, ist unklar. Bis Studien vorliegen, sehen Fachleute Social Distancing für Tiere als Option.
https://www.20min.ch/story/social-distancing-soll-nun-auch-fuer-tiere-gelten-667828830588

Unsere Haustiere anzugreifen wäre Harakiri mit Anlauf. Ich denke, das wissen die Regierenden!

Neues von der Lockdown-Warte Multikulti-Treff FUZO Meidlinger Hauptstraße/ Eck Zeleborgasse/ Hofer/ Aldi

Alles wie gehabt, relativ lebhafter Fußgängerverkehr, oft in Gruppen von 3-4 Personen – also kaum auf dem Weg zur Arbeit. Bruderküsse werden ausgetauscht! Keine Spur von Polizei!

Haben Sie einen schönen Tag!

A.C.

 

 

 

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