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17. MAI 2019 – Freitag

17.05.2019 | Tageskommentar

Der Prager Fenstersturz. Was geschieht mit dem Prager Opern-Intendanten

 400 Mitarbeiter protestieren  einem offenen Brief an den Direktor des Prager Nationaltheaters ( Jan Burian – mit den Spielstätten Nationaltheater, Ständetheater und Staatsoper) gegen den designierten Intendanten und deponieren ihre Sorge über die derzeitige “kritische Lage” in der Institution. Aus ihrer Sicht ist diese Situation auf die angeblich wenig transparente Auswahl des neuen Intendanten, Per Boye Hansen, ( er soll ab der Spielzeit 2019/2020 das Zepter schwingen)  zurückzuführen. Hansen ist  derzeit Berater des Nationalen Theaterdirektors. Über ihm steht eigentlich auch noch die Operndirektorin Silvia Hroncova, deren Kompetenzen aber wohl beschnitten wurden. Das ist wohl der Knackpunkt an der Sache, offensichtlich ist die Dame gewerkschaftlich fest verankert (zumindest in Wien wäre das der logische Grund)

Diese Operndirektorin steht natürlich an vorderster Stelle der Unterzeichnerliste. Auch das Wiener Ensemblemitglied Adam Plachetka hat gegen den neuen Opern-Zampano unterschrieben. Herr Hansen wurde übrigens auch in Oslo gefeuert („Unfreiwilliger Abgang“ nennt man das)

Details erfahren Sie wohl hier:

Petition der Mitarbeiter der Oper Prag gegen den künftigen Intendanten
http://klassiker.welt.de/2019/05/16/nationaltheater-prag-fast-400-mitarbeiter

https://www.dagbladet.no/kultur/massivt-oppror-vil-kaste-nordmann-fra-

https://slippedisc.com/2019/05/prague-uproar-350-sign-petition-to-sack-foreign

 

Wiener Staatsoper: RIGOLETTO am 16.5.: LA MALEDIZIONE

Interessantes von der gestrigen Aufführung: Herr Maltman – angesagt und hörbar (insbesondere im 1. Duett mit Gilda) indisponiert – sang nur die ersten zwei Akte. Dann lange Pause – man erinnerte sich mit Bangen an die Premiere -, das Licht vor dem Vorhang geht an, und Herr Direktor teilt mit, dass Herr Rumetz den 3. Akt singen wird.

Zuletzt war dann also niemand mehr vom ursprünglich angesetzten Hauptrollentrio auf der Bühne…

Sabine L.

Wien: Vor der „Premiere des Jahres“

Foto von der Staatsopernprobe zu „Die Frau ohne Schatten“. Camilla Nylund (Kaisern), Regisseur Vincent Huguet und Stephen Gould (Kaiser). Foto: Wiener Staatsoper/Michael Pöhn

Wien wäre nicht Wien, wenn nicht schon das Vorhaben, das Werk hier zur Weltpremiere zu bringen (auch Hofmannsthal hatte sich zuerst dagegen ausgesprochen), auch eine Opposition auf den Plan gerufen hätte, wie Staatsoperndramaturg Dr. Oliver Láng im Magazin „Prolog“ erläutert. Parallel dazu kam Kritik am neuen Direktor Strauss, der noch vor seinem Antritt angefeindet wurde. Nach der Uraufführung – unter Franz Schalk, u. a. mit Maria Jeritza (Kaiserin), Lotte Lehmann (Färberin), Karl Aargard-Oestvig (Kaiser), Richard Mayr (Barak) und Lucie Weidt (Amme) – waren die Lager gespalten. Doch seit der Uraufführung hat Die Frau ohne Schatten eine reiche Aufführungsgeschichte erlebt und gilt als einer der besonderen Höhepunkte des Wiener und internationalen Musiktheaters. Im Haus am Ring kam es nach der Uraufführung 1919 zu sechs weiteren Premieren…

Ausführlicher können Sie in unseren „Infos des Tages lesen!

Zürich: MANON (Jules Massenet) – Dernière am 15.5.2019  

Qui ne fait pas de rêve?…

Piotr Beczala, Elsa Dreisig. Foto: T+T Fotografie Toni Suter

Die fünfaktige Oper Jules Massenets nach Abbé Prévost‘s Roman gleichen Titels ist im Gegensatz zu Puccinis Verismo-Schocker „Manon Lescaut“ eine Oper typisch französischen Zuschnitts. Das ist mal die traditionelle fünfaktige Form mit allen Elementen der Grand Opéra (Chor, Ballett, grosse Ensembles), aber Massenet dringt auch zum psychologischen Kern der Geschichte vor. Er zeichnet das Bild der unreifen, wankelmütigen Manon ebenso wie das des ebenso unreifen Chevalier des Grieux, die beide zwar ineinander verliebt sind, diese Liebe aber nicht „aushalten“ können…

Zum Bericht von Dr. John H. Mueller

Salzburg/ Landestheater: Keine sexual-hygienische Endlösung
Landestheater / Mozart-Da Ponte-Zyklus
DrehpunktKultur

WAIDHOFEN/ YBBS / Klangraum Waidhofen: Schrammel-Premiere mit Günther Groissböck
Sonntag 19.05.2019 11:00 Uhr
Günther Groissböck – Bass Philharmonia Schrammeln – Ensemble

 

Schlosscenter- Am Schlossplatz 1 – 3340 Waidhofen an der Ybbs

Die Philharmonia Schrammeln sind eine Wiener Tradition. Sie sind „Wiener Künstler“ und laden immer wieder berühmt-prominente Sängerinnen und Sänger ein, das „Schrammel-Repertoire“ gemeinsam zu erkunden. So wird auch Günther Groissböck erstmals Wiener Lieder singen. „Ein schneidiger Bass“ zwischen Schrammel-Sound, Lebenslust und -leid. Im Anschluss treffen sich Publikum und Interpreten zum gemütlichen Plausch, verkosten Wiener Weine und stärken sich bei einem Heurigenbuffet.

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Warum Waidhofen/ Ybbs (eine gute Autostunde von Wien „auf der West“ entfern)t? Dort stand dereinst die Wiege des Bassisten

INTERVIEW: Axel Ranisch (derzeit einer der „angesagten“ Regisseure: Ich lebe und liebe was ich tue

 
Mit ©Adelina Yefimenko im Gespräch. Foto: Wilfried Hösl

 Nach dem riesigen Erfolg mit „Orlando Paladino“ (Opernfestspiele der Bayerischen Staatsoper 2018) und „Liebe zu drei Orangen“ an der Oper Stuttgart kehrte Axel Ranisch auf die Bühne des Cuvilliés–Theaters mit der Neuproduktion der „Doppel“-Oper Mavra/Iolanta nach München zurück. Sein Experiment mit den Sängern des Opernstudios zwei Opern von Strawinsky und Tschajkowskij zu verknüpfen ist exzellent gelungen.

Der konventionelle Weg war aber für den kreativen Geist Axel Ranisch zu einfach. Im Bewusstsein, zwei Einakter mit einem oder mehreren gemeinsamen Leitgedanken an einem Abend zu spielen, was eigentlich zur alten Aufführungstradition des Operngeschäfts gehört, hat Axel Ranisch das fast „Unmögliche“ gewagt. Die zwei Handlungen wurden nicht nacheinander, sondern miteinander gespielt…

Zum Interview mit Axel Ranisch (Dr. Adelina Yefimenko)

Dazu meine Gedanken: „Die zwei Handlungen wurden nicht nacheinander, sondern miteinander gespielt…“

Irgendwie hatte diese Idee bereits „der reichste Mann von Wien“ (sie „Ariadne auf Naxos“). Solange Herr Ranisch nicht „auf den superben Gedanken kommt, die einigermaßen traurige Handlung von Wagners „Tristan und Isolde“ durch Personen und Musikstücke aus Donizettis „Liebestrank“ (die Werke sind thematisch miteinander irgendwie weitschichtig verbunden) einigermaßen anständig ausstaffieren zu lassen“, ist ja alles in Ordnung! 

Ballett-Ausstellung in Wien: Ohne Skandal, aber aufschlussreich
Eine Ausstellung zum Wiener Staatsballett im Theatermuseum zeichnet das Bild eines oftmals sträflich geringgeschätzten Künstlerinnentypus
Der Standard

Staatstheater Augsburg gibt Einnahmen der Benefiz-Gala »Die Walküre« bekannt

Foto: Jan Pieter Fuhr

Der weltweit gefeierte Augsburger Tenor Gerhard Siegel initiierte für das Staatstheater eine konzertante Aufführung von Richard Wagners »Walküre« am Karsamstag und brachte dafür ein internationales Starensemble in den Kongress am Park. Bei dieser einmaligen Benefiz-Gala verzichteten alle Künstlerinnen und Künstler auf ihre Gagen. Das Staatstheater Augsburg gibt nun den Reinerlös aus dem Galakonzert bekannt und freut sich über den beachtlichen Betrag von knapp 50.000 Euro. Die Einnahmen sollen künstlerischen Projekten zur Wiedereröffnung des Großen Hauses zu Gute kommen.

HEUTE im Wiener Musikverein

 

Am 23. Mai in der Galerie des Online-Merker

Keine Voranmeldung erforderlich, ganz einfach kommen!

WIEN / Theater in der Josefstadt: RADETZKYMARSCH
Nach dem Roman von Joseph Roth, Dramatisierung von Elmar Goerden
Premiere: 16. Mai 2019

Alexandra Krismer, Oliver Rosskopf. Peter Scholz, Florian Teichtmeister. Copyright: Barbara Zeininger.

Man darf annehmen, dass das Wiener Theaterpublikum nicht nur ein Haus besucht. Wer also das Bedürfnis gehabt haben mag, Joseph Roths Roman „Radetzkymarsch“ dramatisiert auf Bühnenbrettern zu sehen (was immer ein skelettierendes Abenteuer ist), der konnte das im Dezember 2017 in einer Inszenierung von Johan Simons im Burgtheater tun. Eineinhalb Jahre ist ja nicht so lange her, dass man den Trottas schon wieder auf der Bühne begegnen müsste. Aber das, was man einst „Wiener Dramaturgie“ nannte (sprich: Komm mir bei meinem Spielplan nicht in die Quere), gibt es ja längst nicht mehr – sonst wäre Dürrenmatts „Alte Dame“ auch nicht gleichzeitig (als Maria Happel) auf der Bühne des Burgtheaters und (als Andrea Jonasson) in der Josefstadt zu sehen gewesen…

Ja, und Andrea Jonasson – sie ist nicht nur die schwarz-moderierende Unglücksbotin, sie schlüpft auch in die schillernde Figur des Grafen Chojnicki und sagt der Monarchie ihren Untergang dämonisch-düster voraus.

Aber wirklich unter die Haut gegangen ist dieser brave Abend nie. Und die Notwendigkeit, warum schon wieder dieser Roman von Roth gespielt wird, hat sich wahrlich nicht aufgetan.

ZUM PREMIERENBERICHT von Renate Wagner

60 Fotos aus dieser Produktion sehen Sie HIER (Barbara Zeininger)

Zürich/ Schiffbau
Die schlimmste Krankheit ist das Denken – Thomas Mann fürs 21. Jahrhundert
Thomas Manns «Zauberberg» ist die Krankengeschichte einer Gesellschaft und hat nun ein neues Publikum: wir dauererregten Kinder im digitalen Fieber. Die Uraufführung von Karin Henkels Neuschreibung im Zürcher Schiffbau ist unerhört.
Neue Zürcher Zeitung

Berlin: Doku über Frank Castorf: Legendenbildung als Volksbühnen-Sport
Schluss ohne Ende: Andreas Wilcke nostalgische Doku über die letzte Spielzeit von Frank Castorf an der Berliner Volksbühne
Tagesspiegel

Tel Aviv Song-Contest: Pænda nach dem Aus: „Mir geht’s gut“
Vom Publikum in Israel gab es lautstarken Applaus: Pænda legte mit „Limits“ eine überzeugende, aber einfache Show beim Song Contest hin. Wohl zu einfach: Leider reichte es im zweiten Halbfinale nicht, die Fachjury und das europäische Publikum vollends zu überzeugen. Keiner der letzten zehn Finalplätze ging an Pænda, auch wenn es bis zum Schluss spannend blieb. Das zweite Halbfinale war aber deutlich stärker besetzt als noch am Dienstag.
Mein Bezirk

Sollen wir uns nun aus dem Fenster stürzen? Der Song-Contest wird immer politischer und damit uninteressanter. Erstmals habe ich keinen Favoriten, erstmals ist mir der Ausgang völlig egal!

Pænda hat uns gut vertreten, aber sie vertritt eben keine wichtige Botschaft.

Hoffen  wir, dass das Finale ohne ernstliche Zwischenfälle verläuft.

Einen schönen Tag wünscht

A.C.

 

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