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17. MAI 2018

17.05.2018 | Allgemein, Tageskommentar

Wer erkennt ihn? Wolfgang Bankl relativ rank und schlank als La Roche in „Capriccio“an der Wiener Staatsoper, Das Foto stammt noch aus der Zeit, in der Axel Zeininger, der Gatte „unserer“ Fotografin Barbara Zeininger . die Staatsoperfotos gemacht hat. Copyright: Wiener Staatsoper/ Axel Zeininger

Richard Strauss’ „Konversationsstück für Musik“ Capriccio kehrt heute am Donnerstag, 17. Mai 2018 zurück auf die Staatsopernbühne. In der Wiederaufnahme der Produktion von Marco Arturo Marelli gibt es mehrere Rollendebüts im Haus am Ring: So singt Anna Gabler hier erstmals die Gräfin, Markus Eiche den Grafen und Pavel Kolgatin den Italienischen Tenor. KS Angelika Kirchschlager ist wieder als Clairon zu erleben, KS Michael Schade als Flamand, KS Adrian Eröd als Olivier, KS Wolfgang Bankl als La Roche und Daniela Fally als Italienische Sängerin. Michael Boder dirigiert erstmals Capriccio an der Wiener Staatsoper.

Wiener Staatsoper: DON PASQUALE am 16.5.2018

Antonino Siragusa (Ernesto). Copyright: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

Der Bericht vom gestrigen Abend steht online!

Zum Bericht von Elena Habermann

Ein Teil des Publikums war in miserabler Abendverfassung. Zu spät Kommenden kann man den Eintritt bis zu Pausenbeginn verweigern, was allerdings macht man mit einer „verbuchten Reisegruppe“, die mit lautem „Holterdipolter“ zu früh geht ?

Wien/ Kammeroper: COSÌ FAN TUTTE. Premiere

Sumi Hwang und Julian Henao-Gonzalez. Copyright: Herwig Prammer für Theater an der Wien

Così fan tutte“ “ ist schwierig zu inszenieren. Regisseur Valentin Schwarz lässt schon vor der Ouvertüre seine Inszenierung beginnen.  Er arbeitet mit Videoeinblendungen, die bereits während des Vorspiels eine Einführung in sein Bühnenkonzept geben. Così fan tutte vermittelt einen düsteren Blick auf die Liebe. Zwar umspielt Mozarts unbeschwerte Musik frohlockend die Gefühlswelten der Protagonisten. Dennoch endet die Handlung in einer Katastrophe. Zwei Männer müssen erkennen, dass ihre geliebten Frauen Treueschwüre leichtfertig brechen…

Andreas Schmidt hebt auf „klassik-begeistert“ besonders die Fiordiligi der Sumi Hwang hervor. Ansichtssache, andere Besucher waren von der Dorabella von Anna Marshania gleichermaßen beeindruckt.

Zum Bericht von Andreas Schmidt

Turbulenter Partnertausch
Die Kammeroper zeigt „Così fan tutte“ – mit einer Überfülle an Regieideen.
Wiener Zeitung

München bzw. Baden-Baden: DER FLIEGENDE HOLLÄNDER

Valery Gergiev feierte am 2. Mai seinen 65er. Das heisst, ob er ihn gefeiert hat, weiß ich nicht, zumindest aber musste er zur Kenntnis nehmen, dass er 65 ist!

Beim „Fliegenden Holländer“, den Gergiev für Baden-Baden (morgen, Freitag) vorbereitet, läuft manchen schief. Bryn Terfel hat den „Holländer wegen einer akuten Kehlkopfentzündung abgesagt, bei der „Generalprobe“ am Montag im Münchner Gasteig hatte der Maestro auch mit dem „akustischen Korsett des Münchner Gasteigs zu kämpfen.

Auf Halbmast
Valery Gergiev bekam bei der Aufführung von Wagners fliegendem Holländer das enge akustische Korsett des Gasteigs zu spüren.
http://www.sueddeutsche.de/kultur/klassik-auf-halbmast-1.3981943
Münchner Philharmoniker Valery Gergiev dirigiert Wagners „Fliegenden Holländer“

Münchner Abendzeitung
Terfel sagt bei Pfingstfestspielen Baden-Baden ab
Der walisische Bariton Bryn Terfel hat seinen Auftritt bei der Eröffnung der Baden-Badener Pfingstfestspiele abgesagt. Wegen einer akuten Kehlkopfentzündung habe der Sänger die Proben zur konzertanten Aufführung der Wagner-Oper „Der fliegende Holländer“ abbrechen müssen, teilte das Festspielhaus am Mittwoch mit. Als Ersatz für die Titelpartie konnte der Schwede John Lundgren gewonnen werden.
Musik heute

Linz/Musiktheater: DEATH IN VENICE von Benjamin Britten. Premiere ist am Samstag (19.5.)

Thomas Manns Novelle Der Tod in Venedig aus dem Jahr 1911 gehört zweifelsohne zu den Höhepunkten der deutschen Literatur. Das Schicksal des alternden Dichters Gustav Aschenbach, der im von der Cholera heimgesuchten Venedig auf den schönen Knaben Tadzio trifft und sich in ihn verliebt, transportiert viel von Thomas Manns eigener Lebenssituation. Gleichzeitig lässt sich diese Geschichte aber auch als Abgesang auf die europäische Kultur am Vorabend des Ersten Weltkrieges lesen. Es ist diese spannende Mischung aus Realem und Fiktionalem, aus dunklem Triebhaften und klarer Rationalität, aus interpretatorischer Varianz und sprachlicher Eleganz, die an Manns Novelle immer wieder aufs Neue fesselt.

Martin Achrainer singt die Hauptrolle. Foto: Reinhard Winkler

Somit verwundert es nicht, dass es ausgerechnet der Komponist Benjamin Britten war, der aus diesem Stoff eine Oper machte. Denn auch Britten war Zeit seines Lebens nachgerade besessen von dem Gedanken an die Faszination und die Bedrohung kindlich-jugendlicher Unschuld. Und so schuf er mit seiner letzten Oper Death in Venice eines seiner dichtesten und dramaturgisch innovativsten Werke… (Linzer Landestheater)

Der Intendant Herrmann Schneider inszeniert übrigens selbst.

Zu Martin Achrainer fällt mir folgende Episode ein. Im Vorjahr war der Bariton Gast in unserer „Online-Galerie“. Bei unseren Künstlergesprächen drängen wir die Sänger nicht, live bei uns zu singen. Eine CD tut es auch – und uneingesungen zu singen wollen wir niemand zumuten. Manche Sänger aber wollen eine Kostprobe abliefern, so auch Martin Achrainer. Er war sehr früh da (etwa eine Stunde vor Beginn der Veranstaltung) und wollte sich einsingen. Ich sagte : „Bitte sehr, wo immer Sie wollen“. Achrainer“ Es klingt nicht schön, wenn sich ein Sänger einsingt, haben Sie kein stilles Plätzchen?“ . Hatte ich, einen alten Maschinenraum. Als ich den Sänger dorthin begleitete musste ich feststellen, dass sich einer meiner Hunde dort gerade „erleichtert“ hatte. Mir war das schrecklich peinlich und ich entschuldigte mich. Martin Achrainer hatte damit aber kein Problem: „Ich bin auf einen Bauernhof aufgewachsen, ich bin da nicht so heikel“!

Berlin: Deutsche Oper: Der Troubadour“
Vor etwa 100 Jahren hat der legendäre Startenor Enrico Caruso behauptet, Verdis „Il Trovatore“ sei sehr einfach zu besetzen …
Vor etwa 100 Jahren hat der legendäre Startenor Enrico Caruso behauptet, Verdis „Il Trovatore“ sei sehr einfach zu besetzen – „Man nehme die vier besten Sänger der Welt“. Diese Oper ist trotz der sehr komplizierten und sogar verrückten Handlung sehr beliebt und zählt zu Verdis meist gespielten Opern, da sie voller musikalischer Perlen ist – aber nur, wenn man die richtigen Sänger hat. An der Deutschen Oper Berlin hat man die Schwierigkeiten der Oper unterschätzt
http://klassik-begeistert.de/giuseppe-verdi-il-trovatore-der-troubadour

Opera Di Roma 2017-18 Review – Billy Budd: Company Premiere of Britten Masterwork Given Pitch-Perfect Production
http://operawire.com/opera-di-roma-2017-18-review-billy-budd-company

Florenz: Fabio Luisi conducts Cardillac at the Maggio Musicale Fiorentino
bachtrack

Sprechtheater

Wien/ Theater in der Josefstadt: Fremdheit bewegt
Österreich-Schwerpunkt sowie sieben Ur- und Erstaufführungen in der Josefstadt.

„Mit einem österreichisch-literarischen Spielplan begeht die Josefstadt das Gedenkjahr 2018. Zehn von 14 Premieren stammen aus heimischen Federn“, sagt Josefstadt-Intendant Herbert Föttinger bei der Video-Präsentation des Spielplans 2018/19. „Heimat, Flucht und plötzliche Fremdheit in bestehenden Verhältnissen sind dabei Themen, die uns – aus österreichischer Sicht – immer wieder bewegen werden.“

Wie bereits bekannt, eröffnet am 6. September die Daniel-Kehlmann-Uraufführung „Die Reise der Verlorenen“ die Saison in der Josefstadt. Auch die Kammerspiele beginnen mit einem neuen Stück von Daniel Glattauer. In „Vier Stern Stunden“ wirft der Bestseller-Autor einen humorvollen Blick auf das Älterwerden, Premiere ist am 13. September. (Quelle: Wiener Zeitung“)

Wiener Zeitung

Wien/ „Scala“ DONADIEU von Fritz Hochwälder
Premiere am 5. Mai 2018,
besucht wurde die Vorstellung am 16. Mai 2018

Copyright: Bettina Frenzel

Wo sind sie nur, die großen Herren des Theaters, die die „gut gemachten Stücke“ schrieben? Ob sie Fritz Hochwälder hießen oder Jean Anouilh (unvergessenen Angedenkens), selbst Tom Stoppard, der so etwas noch konnte – sie sind vergessen in einem Theaterbetrieb, der auf schlecht gemachte, chaotische Stücke als adäquaten Ausdruck unseres Zeitgeists setzt. Da muss man dankbar sein, wenn ein Theater wie die Scala einmal ein bisschen in die (österreich-eigene) Theaterhistorie hinabsteigt und Fritz Hochwälder hervorzaubert…

Natürlich ist das Ganze ein bisserl gestrig und ein bisserl „brav“ (ist Bravsein schlimm?). Aber es fragt sich, ob ein klares Drama wie dieses dem Publikum nicht mehr mitgibt als das zerfranste Stückwerk, das uns heutzutage von Palmetshofer bis Schmalz angeboten wird…

Zum Bericht von Renate Wagner

Ich wünsche einen schönen Tag

A.C

 

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