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17. JUNI 2020 – Mittwoch

17.06.2020 | Tageskommentar

 

Staatsoperndirektor Meyer befindet darüber, wer „Nichtperson“ ist!

In Zeiten, in denen wir sehr penibel in unserer Wortwahl umgehen müssen, überrascht der scheidende Staatsoperndirektor mit der Klassifizierung von Richard Lugner als „Nichtperson“. Ist das nun korrekt oder nicht?

Wien/ Staatsoper
Dominique Meyer über Richard Lugner: „Er ist eine Nichtperson“
Der scheidende Staatsoperndirektor spricht über den Opernball, eine sogenannte Elite – und Baumeister Richard Lugner.
Kurier

Ein Auszug aus dem Interview: „Richard Lugners Namen habe ich nie öffentlich in den Mund genommen, ich tue dies hiermit zum ersten Mal: Er kommt immer zu spät und ist immer schon betrunken. Das war’s, er ist eine Nichtperson“, so Meyers strenges Urteil.

Es ist das gute Recht des Noch-Direktors, Herrn Lugner unsympathisch zu finden, den Kontakt mit ihm abzulehnen. Ihn jedoch öffentlich in einem Zeitungsinterview als Nichtperson zu bezeichnen, geht meiner Meinung nach viel zu weit. Herr Meyer war mir nie sympathisch, eine „Unperson“ ist er für mich freilich nicht. Immerhin ist er Staatsoperndirektor.

Ich erinnere mich meines ersten Telefonkontakts mit Dominique Meyer zu Beginn seiner Amtszeit. In einem Interview mit der „Kleinen Zeitung meinte er, dass „die Wiener seine Don Giovanni-Neuinszenierung deshalb ablehnen, weil sie gegen alles sind, was aus dem Ausland kommt“ . Diesen hanebüchernen Unsinn habe ich an dieser Stelle als solchen bezeichnet, worauf mich Dominique Meyer höchstpersönlich angerufen hat und mir „das Wilde abiräumen“ wollte. Ich habe darauf so reagiert, dass es in allen den Jahren zu keinem weiteren Kontakt gekommen ist (mit seinem Pressesprecher habe ich mich nach einiger Anlaufzeit dann sehr gut verstanden). Im verunglückten Telefonat konnten wir uns aber immerhin darauf einigen, dass der Direktor falsch interpretiert wurde, weil Deutsch nicht seine Muttersprache ist. Mittlerweile hat er zehn Jahre in Österreich verbracht und müsste auch in der Landessprache wissen, was er sagt.

Herrn Lugner kenne ich überhaupt nur von den „Seitenblicken“ und habe auch kein Bedürfnis nach einem persönlichen Kontakt. Dass er stets betrunken ist, höre ich das erste Mal. Lugner hat bei all seinen Meriten aber hoffentlich die Größe, Herrn Meyer nicht zu klagen!
Aber immerhin hat Lugner vor vielen Jahren viel eigenes Geld in den Opernball und dessen Werbung gesteckt, weil der ORF zwar eine Idee hatte, sich das Geld zur Verwirklichung  aber nicht leisten wollte. Wir haben erst unlängst darüber berichtet. In der nächsten Direktion ist Lugner „“Donator“ der Staatsoper und zahlt dafür nicht Unbeträchtliches. Herr Meyer hat uns nur Geld gekostet. In 14 Tagen ist aber auch dieser Spuk vorüber!

Wiener Staatsoper: Liederabend Camilla Nylund / Helmut Deutsch am 15.6.2020

Helmut Deutsch, Camilla Nylund. Foto: Michael Pöhn/ Wiener Staatsoper

Die 7 Lieder von Jean Sibelius, Schumanns „Frauenliebe und -leben“ und 4 Lieder von Richard Strauss op.42 gaben der großen finnischen Lyrikerin reichlich Gelegenheit, ihre vollendete Sangeskunst auszuleben. Ihr Begleiter am Pianforte, Helmut Deutsch, war ihr der denkbar beste Partner…

Zum Bericht von Sieglinde Pfabigan

OPERNSCHULE DER WIENER STAATSOPER: Aufnahmeprüfung für das Schuljahr 2020/21 am 24. Juni 2020

Kinder der Opernschule bei Brittens „A midsummer nights’dream“. Foto: Wiener Staatsoper/Michael Pöhn

 Der Kinderchor der Opernschule der Wiener Staatsoper veranstaltet am 24. Juni 2020 um 15.00 Uhr eine Aufnahmeprüfung für das Schuljahr 2020/21. Kinder im Alter von 8 bis 10 Jahren, die Freude am Singen haben, sind herzlich eingeladen, sich anzumelden. Ein einfaches Lied ist vorzubereiten. Die Aufnahmeprüfung erfolgt für den Basischor der Opernschule, zum Eintritt ab September 2020. Wir bitten Sie, einen Mund-Nasen-Schutz mitzubringen und den Anweisungen des Personals bezüglich der Hygienemaßnahmen zu folgen.

Interessierte Kinder, die am Tag der Aufnahmeprüfung nicht in Wien sind, können ein Bewerbungsvideo per WeTransfer-Link an opernschule@wiener-staatsoper.at senden.

Weitere Informationen und Anmeldeformular für die Aufnahmeprüfung: wiener-staatsoper.at/die-staatsoper/junge-staatsoper/opernschule/

Goethegasse 1, 1010 Wien
+43 1 51444 2648

opernschule@wiener-staatsoper.at

Wien
Mozart- und Strauss-Konzerten fehlen Touristen
Im Sommer übernimmt in der „Welthauptstadt der Musik“ traditionell der Klassiktourismus das Ruder. Doch die Veranstalter von Mozart- und Strauss-Konzerten für Touristen stehen heuer wohl ohne Publikum da.
https://wien.orf.at/stories/3053367/

Ich kenne viele Leute, die von diesen bzw. um diese Konzerte herum gelebt haben. Die sind finanziell am Ende

Kommentar
Zauderer und Taktiker
Wie die Salzburger hätten sie’s alle machen sollen: abwarten, bis dem Virus der Heißhunger vergangen ist. Bis man weiß, wie man es austrickst, ohne auf Veranstaltungen verzichten zu müssen. Hätte doch funktioniert, Freiluft zumal, in Mörbisch, Bregenz, St. Margarethen, Klosterneuburg. Jetzt stehen sie alle da als Zauderer – und die Salzburger Festspiele samt einiger anderer Sommerspiele als Taktiker. Was jetzt, etwa von Bregenz, nachgeliefert wird, schaut nach Aufzeigen aus, nicht nach Wortmeldung. Nur den Nervenstarken gehört der Kultursommer.
Wiener Zeitung

Das Thema habe ich erst kürzlich an dieser Stelle angerissen. Nein, die „Absager“ waren keine Zauderer und die Frau Präsident wie auch der Grafenegg-Intendant keine Heldinnen und Helden – sie konnten mit Zusagen im Rücken warten. Ich erinnere mich an die Empfehlung der NÖ-Landeshauptfrau, alles abzusagen, was abzusagen möglich ist. Nach Vollzug der Absagen kam besagte Landeshauptfrau und kämpfte für all die kleineren Festivals, um deren Existenz es immerhin gehe! Übrig blieb nicht viel – aber immerhin das vom Land hochsubventionierte Grafenegg. Ein kleiner „Held“ ist der Intendant von Gars (Dr. Wildner), der nicht abgesagt undein Corona-Programm auf die Beine gestellt hat! Ich wünsche ihm aufrichtig viel Glück – möge er sich keine blutige Nase dabei holen!

Star-Tenor Jonas Kaufmann über seine neue „Otello“-Aufnahme: „Otellos Hautfarbe ist sein Stigma“
BR-Klassik

Berliner Konzerthaus-Intendant: Das analoge Konzert ist nicht ersetzbar
Zum Saisonende spielt das Konzerthausorchester auf dem Gendarmenmarkt. Intendant Sebastian Nordmann über Corona und Zukunftsmodelle.
Berliner Morgenpost

Wien/ Schönbrunn/Kultur-Neustart: Marionetten treten Open Air auf
Ab 3. Juli spielt man in Schönbrunn auf der Reisebühne. on 3. Juli bis 30. August steht „Mozart und die Zauberflöte in Schönbrunn“ auf dem Spielplan. Die Version für Erwachsene wird am Freitag, Samstag und Sonntag um 19.30 Uhr gezeigt, die Kinderfassung steht jeweils am Samstag und Sonntag um 17 Uhr auf dem Programm
Wiener Zeitung

OPER FRANKFURT: FOTOS VOM LIEDERABEND ZELJKO LUCIC  (Bariton)/ MARIO ANTONIO MARRA (Klavier)(15. Juni 2020)

Da der Liederabend mit reduzierter Sitzanzahl binnen weniger Minuten ausverkauft war, hat Lucic das Konzert tags darauf wiederholt

Zum Bericht von Gerhard Hoffmann

Zeljko Lucic. Foto: Barbara Aumüller

VERONA: EIN FABELHAFT GEMACHTES VIDEO, PRÄSENTIERT VON CECILA GASDIA

Abbau der geplanten Bühne, gestoppt Mitte März 2020 und Neuaufbau für den Sommer 2020 mit Konzerten.
Unterstützt vom Veroneser Bürgermeister.
2021 ist die Eröffnung mit zwei konzertanten AIDA Aufführungen dirigiert von Riccardo Muti geplant.

 

Bitte untenstehenden Link anklicken
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Sommereggers Klassikwelt 40: Lilli Lehmann – wenn das Libretto zur Realität wird
Opernlibretti halten in der Mehrzahl dem Vergleich mit dem wirklichen Leben nicht stand, selbst wenn historische Persönlichkeiten in einer Oper vorkommen, ist ihre Rolle vielfach geschönt oder verfremdet. Man denke nur an das betörend schöne Liebesduett Nerone/Poppea am Ende von Monteverdis „Krönung der Poppea“. Im richtigen Leben starb Poppea an den Folgen eines Fußtrittes von Nero, was sich sicher nicht so melodiös hätte umsetzen lassen. Erstaunlicherweise gehen aber manche Libretti, die als besonders unglaubwürdig verschrien sind, auf Überlieferungen tatsächlich so oder ähnlich stattgefundener Geschichten zurück. Verdis „Forza del Destino“, sogar sein „Trovatore“, aber auch Beethovens „Fidelio“ haben ihren Ursprung angeblich in wahren Begebenheiten.
Peter Sommeregger berichtet jeden Mittwoch aus Berlin.
Klassik-begeistert

Buchbesprechung: Stefan von der Lahr DAS GRAB DER JUNGFRAU
Kriminalroman
400 Seiten, Verlag C.H.Beck, 2020

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Im wirklichen Leben kommt dergleichen wohl eher nicht vor (und wenn, würde es die Öffentlichkeit vermutlich nicht erfahren), aber für das Genre des Religions- und Archäologie-Krimis ist die Vorgabe unersetzlich (und schon hunderte Mal unter den verschiedensten Gesichtspunkten abgespult worden): Dass ein uraltes Dokument entdeckt wird, das die Dogmen der Kirche in Frage stellt – und dass in der Folge die Höllenhunde losgelassen werden, um das neue Wissen zu vernichten…

Autor Stefan von der Lahr, der zuletzt rund um das Grab von Alexander dem Großen (bzw. um dessen Gebeine) spekuliert hat („Hochamt in Neapel“, 2019), ist nun beim Grab der Jungfrau Maria, das sich irgendwo in Ephesos befinden mag (oder auch nicht). Peinlich daran ist nur – wenn es, wie ein aufgefundener alter Papyrus behauptet, sich tatsächlich in der Nähe des Artemis-Tempels befindet, dann ist die Muttergottes am Ende gar nicht leiblich in den Himmel aufgestiegen, wie es ein Papst „unfehlbar“ deklariert hat…? Das wäre mehr als peinlich.

Zwei amerikanische Wissenschaftler wissen um den Papyrus, der von den „Krokodilmumien“ aus Tebtunis stammt. Der eine der beiden stirbt auf grauenvoll raffinierte, geradezu schreckliche Weise (man könnte Alpträume davon bekommen). Der andere, der noch jugendliche Professor Bill Oakbridge, schnappt das Dokument und rast damit nach Rom zu seinem alten Studienkollegen Gian Carlo Montebello…

Zur Buchbesprechung von Renate Wagner

ORF  „Dancing Stars“: Vadim Garbuzov ist der neue Profipartner von Michi Kirchgasser

Ab 25. September in ORF 1

Zweimal konnte er seine Promidame (Petra Frey und Roxanne Rapp) bei „Dancing Stars“ schon zum Sieg führen – jetzt ist er zurück beim ORF-Tanzevent: Vadim Garbuzov. Nach dem Abgang von Willi Gabalier geht er ab 25. September 2020 mit Michi Kirchgasser im ORF-1-Ballroom an den Start.

Ich gehe davon aus, dass der ORF bereits weiß, was er ab September tun kann. Eine derartige Show ohne Publikum bzw. in „derzeitiger Staatsopernstimmung“ist undenkbar – also wird es volles Haus geben dürfen!

Kurz rechnet mit zweiter Corona-Phase – „Politik muss sehr wachsam sein“
Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) geht angesichts der Entwicklung in anderen Ländern von einer zweiten Corona-Phase aus. Dann werde man wieder Maßnahmen setzen müssen – die aber „hoffentlich“ schneller zurückgenommen werden können als jetzt, sagte er am Montag in der „ZiB2“. Kritik, die Regierung habe mit ihrer Darstellung der Ausgangsbeschränkung falsche Strafen ausgelöst, wies er zurück.
Salzburger Nachrichten

Das schaue ich mir erste Reihe fußfrei an: Ein Dacapo der Maßnahmen – das traut er sich nie!

Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag

A.C.

 

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