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17. JULI 2020 – Freitag

17.07.2020 | Tageskommentar

Gehen Anna Netrebko und ihr Ehemann ein Risiko ein? Das Risiko haben eher die Veranstalter! 

Operndiva Anna Netrebko und ihr Ehemann Yusif Eyvazov nebst Sohn Thiago urlaubten vor wenigen Tagen noch in der Türkei, für die Reisewarnung-Vorstufe 6 gilt. Viele Österreicher glauben, dass deswegen eine 14-Tage Quarantäne vorgeschrieben ist. Ist sie auch, aber diese können nicht nur Netrebko und Co., sondern auch wir Normalsterblichen umgehen, indem wir bei der Einreise einen negativen PCR-Test vorweisen. Dass dieser Test natürlich eine Kasperliade darstellt, weil er eine Momentaufnahme ist, steht auf keinem Verordnungsblatt. Aber Vorschrift ist eben Vorschrift und nach dem Sinn einer Vorschrift wird selten gefragt – derzeit auch nicht in anderen Ländern – in Österreich aus Tradition. 

Mittlerweile flaniert die Familie durch Wien – überall dort, wo man gesehen wird – wenn man es darauf anlegt.

Wenn ich mir so den Terminkalender der Diva anschaue, könnte ich eher verstehen, dass die Veranstalter ausflippen, denn diese tragen das Hauptrisiko. An so einer Absage hängt viel Geld ! Aber die Netrebkos scheinen sich ihrer Sache ziemlich sicher zu sein.

Werten wir es positiv, Lamentos hören wir derzeit genug.

Die Netrebkos können auch urlauben, wenn Anna nicht auftritt, geht sie in Wien eigentlich niemand wirklich ab. Anders sieht es schon mit unseren Regierungsmitgliedern aus.  Wir nähern uns der größten denkbaren Krise (die Auswirkungen des Lockdowns werden wir erst im Herbst richtig verspüren) – und die Damen und Herren machen Urlaub. Gut, der steht ihnen auch rechtlich zu, verstehen kann ich das bei echten Entscheidungsträgern nicht. Dabei ist egal, ob die Oppositionschefin mit Familie nach Zypern oder sonstwohin reist, die Opposition ist derzeit ohnehin „aus der Mode“, weil in Krisenzeiten alle den „Wegweisern“ (Führern will ich nicht schreiben) nachlaufen. Dass diese an Urlaub denken, ist für mich unverständlich – aber ich bin scheinbar eigenartig. Meinen letzten Urlaub habe ich vor 45 Jahren verbracht, ich bin immer in Wien (bestenfalls in Mauerbach) verblieben und habe es langsamer angehen lassen. Aber Urlaub? Ich hatte vergleichsweise lächerliche Positionen auszufüllen, aber den Schalthebel habe ich nie verlassen.

„Retten“ – sind unsere Theater „gerettet“?

Ich bewundere Menschen die selbst Initiativen ergreifen und sich nicht in ein löchriges Sicherheitsnetz fallen lassen. Wir lesen von Theater-Rettungen. Wie kann man ein Theater zumindest auf absehbare Zeit retten, wenn man die Kundschaft vertreibt. Es wird bereits wieder lamentiert, der unsägliche Ärztekammer-Präsident schreit laut nach Maskenpflicht, die Menschen haben Angst voreinander und schotten sich mit diesem sichtbaren Fetzen-Zeichen ab.  Nein, so wird das nichts. Wir brauchen Optimismus – und deshalb unterstützen wir jede Initiative in dieser Richtung.

Wien
Opernstars beehren Wiener Garten-Festival
Jonas Kaufmann, Andreas Schager und Camilla Nylund treten bei „Theater im Park“ auf.
Wiener Zeitung

Niavarani holt hochkarätige Klassikstars für sein „Theater im Park“
Jonas Kaufmann, Camilla Nylund und Andreas Schager konnten für Liederabende auf der neuen Wiener Freiluftbühne verpflichtet werden.
Kurier

Wiener Kabarettbühnen fordern Überbrückungshilfe
https://www.derstandard.at/story/2000118752022/wiener-kabarettbuehnen

Der Herr Niavarani scheint ein Macher zu sein, deshalb drücke ich ihm fest beide Daumen. Er will auch nicht dauerhaft staatliche Hilfe, das ehrt ihn. Anderseits will er aber schon Geld, um aus der Krise rauszukommen. Dazu braucht er „die Politik“ und liefert sich ihr dadurch zwangsläufig aus. Gegenenenfalls wird er daran erinnert werden  („wir haben Dich schließlich gerettet“) – und deshalb ist die Unabhängigkeit der Künstler lächerlicher denn je!

Aber Wien-Energie hilft auch mit: https://www.theaterimpark.at/

Ich kenne da jemand, der am Ende seines Lebens zu allen sogenannten „Helfern“ sagen kann: „Mich leckts am…“). Nur das ist echte Freiheit!

DIE JAHRESZEITEN – am 8.8. in Eisenstadt, am 9.8. im Stift Herzogenburg

 

Andreas Schager, Daniela Fally, Günther Groissböck

KARTEN KAUFEN (für Herzogenburg)

Herzogenburg/Stift
Wiederauferstehung des Oratoriums in Niederösterreich
Die Jahreszeiten – Joseph Haydn
https://www.meinbezirk.at/herzogenburgtraismauer/c-freizeit/die-jahreszeiten

Kartenvorverkauf für Schloss Esterházy
7000 Eisenstadt
+43(0)2682/63004-7600
ticket@esterhazy.at
Preise je Kategorie

Kategorie I: € 61,00
Kategorie II: € 53,00
Kategorie III: € 45,00
Kategorie IV: € 37,00
Kategorie V: € 27,00

Abos und Ermäßigungen

Neueste Meldung: Bryn Terfel singt in Graz/Schlossberg den Pizarro in „Fidelio“

Wir hatten die Info bereits am Dienstag für eine Stunde online, dann wurden wir gebeten, sie wieder rauszunehmen – weil Terfel noch keinen Vertrag unterzeichnet hatte. Jetzt ist es aber offenbar soweit!

INSTAG(K)RAMEREIEN – gefunden von Fritz Krammer

Angela Gheorgiu sang am Französischen Nationalfeiertag in der Französischen Botschaft in Bukarest

ZU INSTAGRAM mit mehreren Fotos

Die Touristen kommen schön langsam wieder nach Venedig

 

ZU INSTAGRAM

Berlin
Digitales „Festival of New Music“ in Berlin als Talkshow mit Musikeinspielungen
Neue Musikzeitung/nmz.de

Berlin
Klassik in Corona-Zeiten: Das Musikfest Berlin 2020 kann stattfinden
Auswärtige Gäste fehlen, aber die Berliner Orchester sind dabei – und viele Spezialisten für Zeitgenössisches: So sieht das modifizierte Programm aus.
Tagesspiegel

Musikfest Berlin findet trotz Corona statt – mit Einschränkungen

https://www.rbb24.de/kultur/thema/2020/coronavirus/beitraege_neu/2020/07

Stuttgart: Valentin Schwarz holt Opernchor in die Innenstadt: Ein „Bühnenfreifestspiel“ für Stuttgart

Valentin Schwarz ist erst 31 Jahre alt, und weil er den „Ring“ in Bayreuth in diesem Jahr nicht inszenieren kann, entwarf er kurzerhand ein „Bühnenfreifestspiel“ für Stuttgart.
https://www.swr.de/swr2/buehne/valentin-schwarz-holt-opernchoere-in-die-innenstadt-ein-buehnenfreifestspiel-fuer-stuttgart-100.html

WIEN/ CAFE PRÜCKEL: „BRÜDERLEIN FEIN“ – Altwiener Singspiel in einem Akt von Leo Fall (Julius Wilhelm)

 

 

Die Proben laufen auf Hochtouren, wir sind glücklich, endlich wieder „auf die Bretteln“ zu können und vor allem, an einem so humorvollen, poetischen und tatsächlich einzigartigen Werk arbeiten zu können, wie es Leo Fall’s kabarettistische Kammeroperette „BRÜDERLEIN FEIN“ ist!
Bald ist es so weit und wir spielen. Sicher!!

Aufführungen in Wien werden am 24. 7., 30. 7. und 23. 8. im Goldsaal des traditions- u. atmosphärereichen Café Prückel stattfinden. Sicherheitsabstände werden selbstverständlich eingehalten, der Raum ist groß genug – und so steht auch diesbezüglich  einem beglückenden Operettenabend nichts mehr im Wege!

Lassen Sie sich auch verjüngen – von Ferdinand Raimunds poetischer Figur der „Jugend“ mit der mitreissenden und niveauvollen Musik von Leo Fall!Wolfgang Dosch

Hermann Bauer : GRILLPARZER-KOMPLOTT
Wiener Kaffeehauskrimi
284 Seiten, Gmeiner Verlag, 2020

Besuchen Sie Renate Wagners BUCHRUBRIK

Krimi-Autor Hermann Bauer hat es mit den Dichtern. Bei ihm gab es schon Nestroy-Jux und Lenau-Wahn, Schnitzler-Lust , Rilke-Rätsel und Stifter-Tod, und nun ist man beim Grillparzer-Komplott angelangt. Der Schauplatz ist aber immer derselbe – das (fiktive) Café Heller in Floridsdorf, und um die anfallenden Kriminalfälle kümmert sich wie immer Oberkellner Leopold. Für die Fans also alles in bewährten Bahnen im 13. Kaffeehaus-Krimi des Autors.

Nur, dass es diesmal einen zweiten Kaffeehaus-Schauplatz gibt. Leopold wird von der Polizei selbst aufgefordert (das möchte man im wirklichen Leben einmal sehen, aber wer weiß schon, was den Kieberern so einfällt), sich als „Undercover“-Ermittler im Café Schopenhauer in Währing zu verdingen, was ihm nicht schwer fällt, weil er ja auch dort alle Leute kennt. Nur zwei Jobs plus alle Leute ausfragen – das wird manchmal ein bisserl viel…

Zur Buchbesprechung von Renate Wagner

Rock/ Pop , Mattersburg-Bank: Nova-Rock-Veranstalter bangen um 34 Millionen
Gelder des Konzernveranstalters Barracuda sind von dem Skandal um die Commerzialbank betroffen. Mutterkonzern CTS Eventim beobachtet die Situation „sehr genau“.
Kurier

Berlin
Historiker zum Streit um die Mohrenstraße: „Afrikaner verstehen die Debatte nicht“

Zuviel Emotionen und Betroffenheit, zu wenig Fakten: Historiker Ulrich van der Heyden kritisiert die Debatte um Straßenumbenennungen. Er fragt, wo das enden solle. Schließlich sei auch Adenauer im Vorstand der Deutschen Kolonialgesellschaft gewesen.
DeutschlandfunkKultur

Sprechtheater Wien
Tschauner Bühne im August 2020 geöffnet
https://www.glonaabot.at/einschlagige-artikel/tschauner-buhne-im-august

Bahnfahren zur Corona-Zeit
Als ich im Zug in Österreich nach der Maskenpflicht frage, ernte ich böse Blicke
Die Welt.de
Soll ich stolz auf meine Landsleute sein! Nein, wenn ich so durch Klein Türkei in Meidling wandle erneuere ich meine Forderung nach dem Impfstoff gegen Dummheit! Wir müssen einen Weg zwischen Hysterie, beruflichen Geschäftsinteressen, provozierender Sorglosigkeit und vernünftiger Gefahrenabwägung finden!

Mallorca macht Ballermann-Lokale dicht
„Wir wollen diese asozialen Touristen hier nicht“
https://www.t-online.de/nachrichten/panorama/id_88236014/mallorca-schliesst

Auch auf Mallorca wäre dieser Impfstoff ein „Renner“

Starten sie gut in das Wochenende

A.C.

 

 

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