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17. JÄNNER 2021 – Sonntag

17.01.2021 | Tageskommentar

Foto von der gestrigen Demo in Wien. Das war keine Politdemo, eher das Gegenteil davon- Menschen aller poltischen Lager wollen nur eines: Ein Leben in Gesundheit, das ihnen aber wirtschaftliche  Perspektiven eröffnet. Foto: privat

Wieviele gingen bei nasskaltem Wetter nun wirklich auf die Straße? Die Polizei sprach zuerst von 7000, korrigierte wenig später auf 10 000, um dann 10 000 bis 15 000 anzugeben. Die Veranstalter übertrieben mit 50 000 ziemlich maßlos. Teilnehmer nannten mir gegenüber eine realistisch anmutende Zahl von 15 000 bis 20 000.

Die Wiener Staatsoper fragt ihre Besucher:

Mit Test in die Oper? Bitte um Ihre Meinung!
Sehr geehrte Damen und Herren, liebes Publikum,

 

genau zwei Monate konnten wir Ihnen in der aktuellen Spielzeit 2020/21 Vorstellungen anbieten, davon immerhin mit Madama Butterfly, Die Entführung aus dem Serail und Eugen Onegin drei große Premieren, mit Elektra die Rückkehr von Franz Welser-Möst an das Haus oder die beeindruckende Interpretation des französischen Don Carlos durch Jonas Kaufmann.

Sie selbst hatten oder haben einen Besuch in der Wiener Staatsoper geplant oder waren seit September bereits ein- oder auch mehrmals zu Gast. Sie haben somit mitgeholfen, dass unser Präventionskonzept funktioniert hat: Abstand einhalten, Maske auch während der Vorstellung aufbehalten, personalisierte Sitzplatzkarten, Ausweiskontrollen bei den Eingängen, Anmeldungen für das Pausenbuffet und fallweise auch kein Pausenbuffet… Uns ist bewusst, dass all diese Maßnahmen natürlich auch für Sie eine Herausforderung darstellten und wir sind sehr dankbar, dass Sie uns dennoch die Treue hielten. Gleichzeitig hoffen wir, dass Sie der künstlerische Genuss für all die Mühen entschädigt hat.

Seit Anfang November ist das Haus nun geschlossen und wird es auch noch weiterhin bleiben. Wir haben mit dem ORF als Kooperationspartner mehrere TV Premieren ermöglicht, werden dies auch weiterhin tun und bieten zusätzlich einen täglichen Stream an. Wir haben über diese Wege in Summe eine gigantische Menge an Opernfans erreicht, dennoch: Das Live-Erlebnis kann so nicht ersetzt werden, das ist uns bewusst.

Nun ist leider immer noch nicht klar, ab wann wir wieder aufsperren und Vorstellungen vor Publikum anbieten können. Das so genannte „Reintesten“ als Eintrittsschlüssel bei Kulturveranstaltungen wurde seitens Politik heftig diskutiert. Dabei geht es um den Vorweis eines negativen COVID-19 Antigen-Tests, der nicht älter als 48 Stunden sein darf. Eine Gesetzesvorlage liegt nun vor, dennoch bleiben auch hier viele Fragen offen.

Um ein Gespür für die generelle Akzeptanz dieser Maßnahme innerhalb unseres Publikums zu bekommen, würden wir von Ihnen gerne wissen, ob es Ihrerseits prinzipiell die Bereitschaft gäbe, sich für einen Vorstellungsbesuch in der Wiener Staatsoper einem solchen Test zu unterziehen. Wenn Sie uns beim Einholen dieses Stimmungsbilds helfen möchten, klicken Sie bitte auf eine der untenstehenden Antwortmöglichkeiten.

 
 

Wer tatsächlich bereits ist, wird sich zeigen. Es ist eine schwierige Situation und noch schlimmer ist, dass das Ende des Schreckens nicht abzusehen ist. Heute werden wir – natürlich bei einer Pressekonferenz mit dem bekannten Aufmarschritual  – erfahren, wann die nächste Etappe endet.

WIENER STAATSOPERN-STREAMS: HEUTE „LULU“


Copyright: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

Sonntag, 17. Jänner 2021, 19.00 Uhr
Alban Berg (Orchestrierung des 3. Aktes komplettiert von Friedrich Cerha)
LULU (Vorstellung vom 12. Dezember 2017)
Oper in drei Akten
Musikalische Leitung: Ingo Metzmacher
Inszenierung: Willy Decker
Mit u.a.: Agneta Eichenholz, Bo Skovhus, Charles Workman, Angela Denoke, Franz Grundheber

Selbst innerhalb der Europäischen Union ist unsere Vorgangsweise in Bezug auf Kultur nicht alternativlos:

BLICK ÜBER DEN EIGENEN ZAUN: SPANIEN SPIELT – VOR PUBLIKUM

Liebe Online-Merker; ich machte mich auf die Suche nachdem mich Freunde animierten und siehe da Spanien bespielt die Opernhäuser. während man bei uns alles sperrt und behindert. 

Madrid hat eine sehr umfangreiche Programmation.

Reina Sofia, VALENCIA, morgen Liederabend Anita Rachvelishvili mit Scalera am Klavier, ab 19. Premiere FALSTAFF mit Ambrogio Maestri
https://www.lesarts.com/en/

Teatro Liceu, BARCELONA ab dem 18. 1. HOFFMANN und dann wird auch die traditionelle VINAS Gesangswettbewerb abgehalten, mit Proben.
https://www.liceubarcelona.cat/

Teatro Real, MADRID dort sangen di Donato, Kaufmann und Camarena Soloabende, DON GIOVANNI Serie ist beendet.

Teatro Real Madrid

Österreich So stellt sich die Kulturbranche den Neustart vor
Vertreter zahlreicher Bühnen legten der Politik ein Positionspapier für das Ende des Lockdowns vor.
Die Presse

Deutschland:  Probleme mit der Künstlersozialkasse: Wenn der Staat dich in der Krise nicht mehr als Kunstschaffende akzeptiert
Die Künstlersozialkasse ist für freie Kreative unentbehrlich. Weil sie nicht arbeiten können, droht in der Pandemie vielen der Verlust der Absicherung.
Tagesanzeiger

Deutschland: Corona-Elend: Ab heute wird zurückgewutbürgert
Eine Kolumne von Sibylle Berg
Keine Strategien außer dem Appell an die Eigenverantwortung: Die Politik hat uns in der Coronakrise viel zu lange hingehalten – zugunsten der Konzerne.

Nach zehn Millionen Statistiken, Fallzahlen, R-Werten im Sekundentakt in allen Medien, nach Ansprachen, Appellen, nach Lockdowns und zu und wieder auf, aber nur ein bisschen, nur gerade so viel, dass die Regierungen nicht zahlen müssen, was die Leute vorher eingezahlt haben. Nach dem inflationären Gebrauch des Wortes Solidarität, so oft, bis es vollkommen ausgehöhlt war. Die meisten haben verstanden oder so getan, als sei es normal, sich nur mit sechs Leuten aus 16 Haushalten zu treffen oder eben nicht. Sie haben verstanden, dass die Situation für die meisten Regierungen krass sind. Politik, klar, die einen wollen das, die anderen jenes, da müssen Kompromisse gemacht werden. Also Skigebiete auf, Kinos zu oder andersrum, egal. Die Menschen haben die Sage von den zu erhaltenden Arbeitsplätzen bei Dax-Konzernen so oft gehört wie das Wort Solidarität. Wird schon was dran sein. Hallo TUI, hallo Kreuzfahrtschiffe, Massentourismus…
Der Spiegel

INSTAG(K)RAMEREIEN – gefunden von Fritz Krammer

Sondra Radvanovsky probt in Neapel die Imogene in Il Pirata

 

ZU INSTAGRAM mit weiteren Fotos und Videos

Luca Salsi probiert in Neapel Il Pirata mit Radvanovsky und Abelo

ZU FACEBOOK

Kochrezepte von Opernsängerinnen und Opernsängern

Fritz Krammer fand bei seinen Büchern dieses Kochbuch aus dem Jahr 1980, vom Royal Opera House mit einer beachtlichen Liste und vom renommierten Weidenfeld + Nicolson gedruckt. Mit einem Vorwort von Sir Geraint Evans. Damals Kochbücher, ich hab noch eines von der MET, heute die neue Medienwelt eben mit Internet.

 

Da gibt es noch das sehr amüsante Buch „Die Oper kocht“, wovon ein zweiter Band in Arbeit ist und lt. Angabe der Herausgeber „nach Corona“ erscheinen wird.

Testen Sie Ihr Wissen im Klassik-Quiz – Folge 23
Auch heute möchten wir zunächst die Preisfrage von letzter Woche auflösen. Gefragt war nach einer Kennzeichnung, die in einem wichtigen Werk von Nikolai Miaskovsky auftaucht – genutzt entweder für die Erlaubnis gestalterischen Freiraums oder für optionale Elemente. Angespielt haben wir bei dieser Frage auf Miaskovskys 6. Sinfonie, die 1924 uraufgeführt wurde – und deren Schlusschor laut Untertitel ad libitum gegeben wird. Somit war ad libitum der gesuchte Begriff.
Guido Marquardt testet Ihr Klassikwissen
https://klassik-begeistert.de/das-klassik-quiz-folge-23/

Buchbesprechung:

 

Aufbruch in die Moderne
Verlag Leopold Museum, 560 Seiten, 2019

Es gibt in Wien keine bessere Übersichts-Präsentation des Themas „Wien 1900“ als jene, die permanent im Leopold Museum zu sehen ist. Man schreitet durch die Räume wie durch Welten, erlebt Kunst, Kultur, Alltag, sieht Gemälde und Fotos, Möbel und Mode, Dinge des täglichen Lebens und singuläre Kostbarkeiten. Man kann den Eindruck live genießen, einmal, mehrfach. Und man kann ihn auch nach Hause nehmen.

Der voluminöse Katalog zeigt am Titel das Gesicht des jungen Egon Schiele, eine Fotografie von Sigmund Freud, zwei Elemente aus Klimts „Tod und Leben“, die Figur des Todes und eine Frau, von dem charakteristischen floralen Muster umgossen – Fakten und Gefühle.

Herausgegeben von Hans-Peter Wipplinger, dem Direktor des Hauses, folgen auf eine Anzahl von Artikeln über die Gesellschaft der Zeit, ihren philosophischen Unterbau, ihre Stimmungslage (nervös!), über Literatur und Tanz, Theater und Musik. Einzige Einschränkung: Das Lesen wird einem schwer gemacht. Weiß auf Gold und Gold auf Weiß, Zartgold auf Schwarz, sieht zwar unendlich elegant aus, ist aber auch mit Lesebrille schwierig zu entziffern, und die Texte der Artikel sind kleiner, als sie sein sollten….

Zur Buchbesprechung von Renate Wagner

 

——

 

Julia Zalkow  
EDWIN FISCHER (1886-1960). Pianist, Dirigent, Musikpädagoge
Eine Biographie
460 Seiten, Böhlau Verlag, 2020

Edwin Fischer. Ganz vergessen ist er natürlich nicht, wenn auch der Schweizer Pianist (1886-1960) nicht annähernd den Nachruhm genießt wie etwa sein Zeitgenosse Rubinstein oder, ein Jahrzehnt jünger, Kempff – deren Auftreten nun auch um einiges spektakulärer war. Immerhin hat sich die Musikwissenschaftlerin Julia Zalkow ausreichend für Edwin Fischer interessiert, um ihm eine biographische Dissertation zu widmen, die nun auch zwischen Buchdeckeln erschienen ist.

Die Autorin hat sich die umfangreiche Arbeit nicht leicht gemacht. Es gibt zwar Fischers Nachlass, er hat seine Auftritte in Listen festgehalten und auch mehr oder minder ausführlich Tagebuch geführt, wobei Julia Zalkow weiß, dass man den individuellen Blick auf das eigene Leben überprüfen muss. Sie ist in Archive gegangen, hat in Nachlässen allerlei Material gefunden und mit noch lebenden Zeitzeugen gesprochen, darunter den beiden berühmt gewordenen österreichischen Schülern von Edwin Fischer, Alfred Brendel und Paul Badura-Skoda, die nur in hohem Grade Lobendes über ihn zu sagen wussten. Für Badura-Skoda war der für ihn so wichtige Lehrer offenbar ein lebenslanges Thema, hat er doch bei Auktionen auch Material rund um diesen erworben.

Die Fülle des Materials galt es nun zu gliedern, denn am Ende sind 460 eng beschriebene Seiten daraus geworden, die „stufenweise“ bedient werden – der Text, der sich mit der Biographie befasst, eine zweite Ebene, wo sich die Autorin einbringt und über ihre Recherchen berichtet, über Fragen reflektiert, die sich im Lauf der Arbeit gestellt haben usw. Immer wieder werden auch Personen am Weg ausführlich behandelt, und im übrigen gibt es die als solche in noch kleinerer Schrift kenntlich gemachten Zitate. Erwähnt sei auch, dass Bücher, die wie dieses die Anmerkungen gleich am Ende derselben Seite anführen, dem interessierten Leser natürlich einen enormen Gefallen tun, da man sich das auf die Dauer mühselige Blättern in den Anhang erspart. Außerdem lassen sich da noch weitere Exkurse einbringen…

Zur Buchbesprechung von Renate Wagner

Heute werden wir erfahren, was uns in allernächster Zeit ins Haus steht

Österreich
Mehr zu als auf: Der Lockdown geht weiter
Die Regierung wird am Sonntag erklären, wie es weitergeht. Es wird wohl nicht einmal der Handel aufsperren dürfen.
Die Presse

Neuer Lockdown-Hammer – so massiv wird jetzt verschärft
Heute.at

Österreich/ Mattersburg
Mit Toto-Wetten. Commerzialbank: Verspielte Pucher Millionen?

https://www.krone.at/2319829

Ich kenne Menschen, die oft in Casino gehen, dort aber das „System Burgenland“ (nicht direkt, aber vielleicht auf Herrn Pucher gemünzt) spielen – das da lautet: Setze jeweils die Häfte auf Rot und die andere Häfte auf Schwarz. Wenn Du nicht das Zero-Pech hast, kannst Du nicht verlieren – allerdings auch nicht gewinnen.

Warum geht man dann überhaupt ins Casino, wenn man mit dem Geld, mit dem man gekommen ist, wieder nach Hause geht? ? Die Frage ist ebenso berechtigt wie auch leicht zu beantworten. Weil es dort eine Eintrittskarte gibt, die man sich bestens aufheben sollte und weil der Besuch namentlich im EDV-System des Casinos vermerkt ist. Sollten Sie also einmal von der Steuerfahndung gefragt werden, aus welcher Quelle sie so viel Geld haben, können Sie das mit „das habe ich im Casino gewonnen“ logisch, glaubhaft, belegbar beantworten. Die Höhe Ihrer Gewinne und Verluste scheint nämlich nirgends auf.

Eine Jugendliebe von mir, die ich zum Glück nicht geheiratet habe (die „linke Ader“ habe ich ganz rasch bemerkt) , hat bei ihrem Arbeitgeber eine höhere Summe unterschlagen, auf die sie nach Verbüßung der zu erwartenden Strafe zurückgreifen wollte/will. Dass es zu einer Verurteilung kommen würde, war der Dame klar, der Fall war eindeutig. Um lästigen Fragen nach dem Verbleib des Geldes auszuweichen, ist sie mehrmals ins Casino gegangen und hat dort das „System Burgenland“ gespielt. Das unterschlagene Geld hat sie unauffällig und sicher gebunkert. Ihre Aussage vor Gericht: „Das Geld habe ich im Casino verspielt“!

Was nun Herr Pucher gemacht hat, weiß ich nicht. Als echter Profi kennt er sicher Tricks, von denen ich keine Ahnung habe

Bevor ich sie vollends mit solchen Tipps und Beispielen verderbe, schließe ich den heutigen Kommentat mit Wünschen für einen schönen Tag!

A.C.

 

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