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17. FEBRUAR 2020 – Montag

17.02.2020 | Tageskommentar

Die Wiener Staatsoper steht bereits ganz im Zeichen des Opernballs. Auch die Vorstellungen davor sind darauf ausgerichtet – sie müssen „praktikabel sein und dürfen nicht zu lange dauern. Regula Mühlemann und Rafael Fingerlos. Foto: Wiener Staatsoper/ Ashley Taylor

Renate Wagner war für uns dabei: Man weiß ja nie, woher die Gerüchte kommen, aber es heißt jedenfalls, dass die Schweizer Sopranistin Regula Mühlemann in der nächsten Staatsopern-Ära eine große Rolle spielen wird. Als Exklusivkünstlerin von SONY CLASSICAL scheint da ja eine gewisse Nähe gegeben. Ihr Staatsopern-Debut, noch in der „alten“ Direktion, wurde von ihrem Management jedenfalls gehörig gepuscht. Und als Opernfreund ist man neugierig. Geht also zum gefühlten hundertsten Male in „L’elisir d’amore“, um das Hausdebut der Sängerin, das gleichzeitig ihr Rollendebut in dieser Rolle ist, zu erleben. Sonst ist sie ja meist für Mozart unterwegs – nächsten Salzburger Festspielsommer wird sie die Pamina sein…

Was man gesehen hat, ist ein sympathisches Debut – den Star von morgen ahnt man noch nicht.

Zum Bericht von Renate Wagner

Zum „Puschen“ kann ich schon etwas beitragen. Da wurden zuerst PR-Meldung sonder Zahl an die Redaktionen verschickt (von mir auch berücksichtigt), wenn man dann aber eine konkrete Frage stellte, wurde diese nicht einmal beantwortet. So wird es nicht gehen – zumindest nicht bei uns!

Was nun den eingangs erwähnten Opernball betrifft:

Opernbälle der Vergangenheit – das waren noch Feste
Es gab Zeiten, in denen die Weltprominenz, ohne bezahlt zu werden, zum Ball der Bälle kam.
Kurier

Heuer fehlt zwar die ganz große Prominenz, hohe Wellen schlägt der Ball aber dennoch. Was am Lugner-Kasperltheater nun Inszenierung ist und was diesbezüglich womöglich noch kommt, weiß ich natürlich nicht. Im nächsten Jahr geht der „Schmäh“ aber sicher nicht mehr rein und ich rate dem Herrn Baumeister, seine Opernball-Eskapaden zu beenden. Jede Sache hat ein Ende, langsam wird es fad!

Die Frau Großbauer ist mir allerdings auch nicht ganz geheuer. Vorweg, ich kenne sie nicht, für sie bin ich ein Kleinbauer. Zuerst vertritt sie den mir durchaus verständlichen und sympathischen Standpunkt, sich mit Kunden privat nicht zu treffen – was aber anscheinend nur auf Herrn Lugner zugeschnitten war. Mit Herrn Christian W. Mucha traf sie sich aber beim Plachutta – und gerade Christian W. Mucha „haut sie nun gehörig in die Pfanne“:

Der Verleger kritisiert auch die unnötigen Ausgaben, die Trennung von Lieferanten und Degradierung einer langjährigen Mitarbeiterin.

Großbauer sei auch nur schwer erreichbar. „So ähnlich stell ich mir die Kommunikation mit Kim Kardashian, Hillary Clinton oder Anna Netrebko vor – und irgendwo zwischen denen sieht sie sich wohl selber“, so Mucha. Seine Schlussfolgerung: Großbauer sei schuld, dass es keine Opernball-Lady mehr geben wird. „Mein Schweigen ist hiermit zu Ende“, stellte Mucha am Ende klar.

„Wie Kardashian“ – Eklat um Opernball-Chefin
Verleger Christian W. Mucha ließ am Sonntag eines (okay, eigentlich waren es gleich vier) seiner gefürchteten Facebook-Postings vom Stapel. Diese gerieten zur Frontal-Abrechnung mit der scheidenden Opernball-Organisatorin Maria Großbauer.
HEUTE.at
Mucha tobt gegen Großbauer: Mein Schweigen ist zu Ende
https://www.oe24.at/leute/opernball/Mucha-tobt-gegen-Obernball-Chefin-Grossbauer-Mein-Schweigen-ist-zu-Ende/417576903

Nächstes Jahr soll alles anders werden! Wird es auch besser?

BERLIN / Staatsoper Unter den Linden: DER ROSENKAVALIER; dritte Aufführung der Serie, 16.2.
Die Staatskapelle Berlin und Günther Groissböck als die herausragenden Stars eines optisch in kunsthistorischem Kitsch badenden pseudowienerischen Welttheaters

Günther Groissböck und seine Entourage. Foto: Ruth Walz

André Heller hat, gemessen an seinen eigenen Worten, ein veritables Glück. Als solches sieht er nämlich ein Scheitern auf hohem oder zumindest gutem Niveau. Der neue Rosenkavalier Unter den Linden mit dem Leading Team André Heller, Wolfgang Schilly (Regie), Xenia Hauser, Nanna Neudeck (Bühnenbild) und Arthur Arbesser, Inka Allmayer Arbesser (Kostüme) machen aus der großen Parabel um Vergänglichkeit und das Schmetterlinghafte der Liebe eine Unterrichtsstunde in Kunstgeschichte. Nicht Rokoko steht auf dem Lehrplan, sondern eine Lektion des in goldener Geometrie und ostasiatischer Folklore so kühlen Wiener Jugendstils. Das geht so weit, dass Gustav Klimt und seine Geliebte Emilie Flöge im zweiten Akt bei der Rosenüberreichung mit dabei sind und kurz bevor es soweit ist, nach vorne an die Rampe treten und Sophie begrüßen. Was für ein protokollarischer Fauxpas. Nicht doch, hängt doch das Beethovenfries jetzt im Salon des Bagatelladeligen Faninal. ..

Zum Bericht von Dr. Ingobert Waltenberger

München: Bayerische Staatsoper: „TOSCA“, 15.02.2020:

Ein spektakulärer Opernabend!

Joseph Calleja. Foto: Wilfried Hösl/ Bayerische Staatsoper

In den letzten Wochen erweist die Bayerische Staatsoper Giacomo Puccini mit spektakulär besetzten Aufführungen von „Turandot“ und „Tosca“ Reverenz. Ende Januar gab Anna Netrebko ihr fulminantes Debut als Turandot. Der Gesamteindruck dieser Vorstellungen litt jedoch ein wenig an der nicht ganz homogenen Ensembleleistung. Anders in der „Tosca“-Aufführung am 15.02. Alle drei Hauptpartien waren so hochkarätig besetzt, wie man es sich besser kaum vorstellen kann, und das Publikum erlebte mit diesen außergewöhnlichen Künstlern einen spannenden und mitreißenden Opernabend wie er nicht alle Tage vorkommt…

Zum Bericht von Gisela Schmöger 

Karlsruhe: Tolomeo, Re d’Egitto von G.F.Händel   Premiere 14.2.2020

Zur Eröffnung der Internationalen Händel-Festspiele wird die unbekannte Händel-Oper Tolomeo, Re d’Egitto, ausgegraben und von den Deutschen Händel-Solisten unter der Leitung von Francesco Maria Sardellli, Regie: Benjamin Lazar, erstmalig in diesem Rahmen präsentiert. Händel hat sie nach seiner Rückkehr aus Italien für sein Haymarket Theater in London neben den Werken Riccardo Primo und Siroe komponiert, danach musste er aber Konkurs anmelden. Immerhin konnte er aber seinen Tolomeo mit den damals besten SängerInnen herausbringen: Francesca Cuzzoni, Fausta Bordoni sowie seinem Lieblings-Countertenor, dem Kastraten Senesino…

Zum Premierenbericht von Friedeon Rosén

Händel-Festspiele in Karlsruhe: Trauer muss Tolomeo tragen
Frankfurter Rundschau

Saalfeld Meininger Hof/ Lyric Opera Studio Weimar/ „Don Giovanni“- Premiere 15.02.2020 (Theater Rudolstadt)

 Don Giovanni als Lebemann der „Goldenen zwanziger Jahre“

Wie würde Damon Nestor Ploumis, Gründer und Leiter des Lyric Opera Studios Weimar, die Geschichte von Affekten und Leidenschaften, das Hell und Dunkel dieser Story aus dem Spanien des 16. Jahrhunderts auf die Bühne des „Meininger Hofes“ im 21. Jahrhundert bringen? Den Zuschauern des Theaters Rudolstadt sind die Aufführungen des Weimarer Opernstudios gut bekannt. Erfolge in den vergangenen Jahren wie: „Die lustigen Weiber von Windsor“, „Così fan tutte“ oder „La Cenerentola“ sind den Besuchern noch in lebhafter Erinnerung…

Zum Premierenbericht von Larissa Gawritschenko und Thomas Janda

INSTAG(K)RAMEREIEN – gefunden von Fritz Krammer

PLACIDO DOMINGO SANG ZUM WOCHENENDE „SIMON BOCCANEGRA“ IN ST. PETERSBURG UNTER GERGIEVS LEITUNG

Foto: Instagram. Um zu weiteren Fotos bzw. zu einem Applaus-Video zu gelangen, klicken Sie auf untenstehenden Link

ZU INSTAGRAM mit weiteren Fotos und einem Kurzvideo

MADRID: RENE PAPE ALS „HUNDING“

Rene Pape als Hunding in Madrid. Foto/ Instagram

DIE WALKÜRE: Heras-Casado; Merbeth/Brimberg, Pieczonka/Strid, Sindram, Skelton/Ventris, Konieczny/Rutherford,Pape/Anger (12./14./16./18./21./25./27./28.);

Zu Instagram

Berlin und auch anderswo: Skandalbaustellen im Kulturbereich: Geld singt nicht
https://www.tagesspiegel.de/kultur/skandalbaustellen-im-kulturbereich-geld-singt-nicht/25550136.html

„Konzertgänger in Berlin“
Sterntanzend: Berliner Philharmoniker spielen Strawinsky, Zimmermann, Rachmaninow – und nächtlichen Grisey

Dreierlei Tanzmusiken in der Philharmonie. Nein, viererlei. Denn nach dem Konzert der Berliner Philharmoniker mit Kirill Petrenko tanzt es sich erst so richtig sternwärts – im nächtlichen Foyer.
https://hundert11.net/sterntanzend/

München/ Herz-Jesu-Kirche
Seelen in Aufruhr: Der Münchner TATORT-Kommissar Miroslav Nemec rezitiert beim Glagolitischem Requiem
Das glagolitische Requiem wird begleitet durch die kroatische spätmittelalterliche Dichtung einer Grabesrede „tu mislimo“ (Hier in Gedanken). Als bayerischer Tatortkommissar bekannt, rezitiert – er hat kroatische Wurzeln – Miroslav Nemec vor Beginn des musikalischen Requiems die kroatische Version. Ich versuche den Rhythmus in mich aufzunehmen – alles was mir als des Kroatischen Unkundigen gelingen kann. Durch den Klang der Worte nehme ich die wechselvolle Stimmung des Zweifelns und glaubender Überzeugung in mich auf.
Frank Heublein berichtet aus München.
Klassik-begeistert

Eugène Onéguine in Marseille
http://www.operatoday.com/content/2020/02/_michael_milens.php

Teatro Lirico Giuseppe Verdi Di Trieste 2019-20 Review: Boris Godunov
https://operawire.com/teatro-lirico-giuseppe-verdi-di-trieste-2019-20

LINZ / Brucknerhaus / Großer Saal: Sonntagsmatinee mit Michi GAIGG, Midori SEILER  & dem L’ORFEO BAROCKORCHESTER
Von der Essenz der Musik

Die Sonntagsmatineen im Brucknerhaus Linz kommen, so scheint es, besonders gut an beim Linzer Publikum. Der Große Saal war brechend voll, das 1996 von Michi Gaigg gegründete oberösterreichische  L’Orfeo Barockorchester bestritt ein Heimspiel, das herzlich akklamiert wurde. Auf dem Programm: Mozart, Beethoven, Schubert. Und doch ging es nicht um ein bloßes Wunschkonzert-Programm, das mit applaustreibenden  „Glitzer-&-Glamour“-Effekten abgespult wurde. Ganz im Gegenteil! Von der Essenz der Musik erfuhr man sehr, sehr viel an diesem Vormittag!

Was natürlich erwartbar war, wenn auf dem Programmzettel neben dem vielfach ausgezeichneten Orchester die Namen Michi Gaigg und Midori Seiler stehen!…

Zum Bericht von Karl Masek

Beim 14. Internationalen Mozartwettbewerb Salzburg erspielte sich Daniel Loipold, der Solohornist des Bruckner Orchester Linz, in der Sparte Horn den 2. Preis. 25 Hornistinnen und Hornisten aus 14 Ländern stellten sich in dieser Konkurrenz einer internationalen Jury. Die südkoreanische Hornspielerin Haeree Yoo errang den ersten Preis, Adrian Diaz Martinez aus Spanien den dritten. Der 23-jährige aus Kärnten stammende Daniel Loipold ist seit 2016 Solohornist des BOL.

WIEN / Unteres Belvedere und Orangerie: INTO THE NIGHT. DIE AVANTGARDE IM NACHTCAFÉ
Vom 14. Februar bis zum 1. Juni 2020

 

Im Wirbelwind der Künste

„Nachtleben“ bedeutet nicht nur Alkohol und Sex, es ist eine „Szene“, die sich alternativ zu jener des „Tages“ ausbreitet. Und in diesem Sinne bunter, schriller, extremer, verrückter und natürlich auch liberaler ist, kurz: ein politisches Phänomen. Das Belvedere hat, in Zusammenarbeit mit dem Barbican Center in London, das auch die Kuratorin Florence Ostende stellte, die Ausstellung „Into the Night“ gestaltet, und dieser Blick auf „Die Avantgarde im Nachtcafé“ ist durch die Vielfalt der Schauplätze und Objekte so opulent ausgefallen, dass sie nicht nur das Untere Belvedere, sondern auch noch die daneben liegende Orangerie füllt. Eintauchen in die alternative Welt der Künste ist angesagt.

Zum Ausstellungsbericht von Heiner Wesemann

HEUTE: „ORF III Themenmontag“ zum Opernball: „Die Opernball-Revue: Mode von damals“ und „Die ORF III Opernball-Parade“

Der „ORF III Themenmontag“ widmet sich am 17. Februar 2020 ab 20.15 Uhr – in teils humoristischer Weise – dem traditionsreichen Wiener Opernball.

Auckland
Elton John brach Konzert ab: „Stimme komplett verloren“
Der Musiker war mit einer Lungenentzündung aufgetreten.

„Ich habe meine Stimme komplett verloren, es tut mir so leid“, sagte der 72-jährige Musiker örtlichen Medienberichten zufolge unter Tränen, bevor er am Sonntag von der Bühne begleitet wurde. Er wollte gerade den Song „Daniel“ singen, wie es weiter hieß. Das Publikum im ausverkauften Mount-Smart-Stadion hat den britischen Sänger mit Ovationen verabschiedet.
Wiener Zeitung

Beginnen Sie die „Opernballwoche“ mit Schwung und harren wir der Dinge, die sie für uns bereit hält!

A.C.

 

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