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17. DEZEMBER 2019 – Dienstag

17.12.2019 | Tageskommentar

 

MAILÄNDER SCALA NACH DER DOMINGO-GALA – Kurzvideos

Standing Ovations für Placido Domingo in der Mailänder Scala
18 Minuten Beifall: Opernstar trotz „Metoo“-Vorwürfen im Opernhaus Mailand ausgiebig gefeiert.
Wiener Zeitung

ZU INSTAGRAM und weiteren Kurzvideos

Haie und kleine Fische – hat sich die Me-too Bewegung mit den Angriffen auf Placido Domingo vielleicht ein kapitales Eigentor geschossen? Jedenfalls geht erstmals ein Riss durch das Publikum, das bei den „kleinen Fischen Gustav Kuhn und Daniele Gatti auch bei uns in Europa willig gefolgt ist und der Zerstörung der Karrieren taten- und teilnahmslos zugesehen hat. Nun hat man es sich aber mit dem Hai angelegt – und das läuft nur in den USA auf Schiene.

Jedenfalls war der Jubel für Domingo in Mailand größer als der in Wien – und das mag etwas bedeuten.

Jetzt bin ich keineswegs als Domingo-Freund bekannt und ich würde gegen diese Publikumsreaktionen wettern, wenn auch nur ein einziger Vorwurf gegen PD dabei wäre, nach dem er Gewalt anwenden hat müssen. Er hat eine eigentlich traurige Rolle als „Obersteiger“ gespielt – und war dabei ein Mann wie viele andere! Nur erfolgreicher eben!

Die Wiener Staatsoper empfiehlt ihre Streams als Weihnachtsgeschenk

 

Wien/ Theater an der Wien
Halka – „Polnische Gesangsgala“
Das Theater an der Wien hat knapp vor Weihnachten noch eine Opernrarität angesetzt: „Halka“ von Stanislaw Moniuszko. Das Werk zählt in Polen zum „nationalen Kulturgut“, wird außerhalb Polens aber nur wenig gespielt.„Halka“

Piotr Beczala im Theater an der Wien, das hat zu einem Ansturm auf die Kassen geführt. Die Vorstellungen sind ausverkauft, vielleicht kann man noch Restplätze ergattern (oder sein Glück mit einem Stehplatz versuchen). Und weil Tomasz Konieczny ebenso auf der Bühne stand, war für ein intensives Opernerlebnis gesorgt. Konieczny sang den innerlich zerrissenen Widerling Janusz vor allem mit eindrücklicher Wotanstimme. Die Tenorpartie ist musikalisch ergiebiger und die Kanzone im vierten Akt, ein melancholisches Liebeerinnern (Jontek liebt Halka seit seiner Jugend) war der von Beczalas Tenor mit leicht bronzenem Glanz versehene Höhepunkt des Abends…
http://www.operinwien.at/werkverz/moniusz/ahalka.htm

Moniuszkos „Halka“ mit Piotr Beczala: Party der Schuldgefühle
Der Standard

Thriller statt Folklore bei „Halka“ im Theater an der Wien
Wiener Zeitung

Polens Nationaloper an der Donau
Deutschlandfunk

„Halka“: „Sie stirbt, aber sie ist frei“
https://www.diepresse.com/5739279/halka-sie-stirbt-aber-sie-ist-frei

Polens Nationaloper im Solidarność-Gewand
Moniuszkos „Halka“, inszeniert als düstere Sozialstudie aus der Ära des Kommunismus. Piotr Beczała steht im Zentrum des Jubels.
https://www.diepresse.com/5739584/polens-nationaloper-im-solidarnosc-gewand

New York/ Metropolitan Opera: „Der Rosenkavalier“

Bass instinct
Günther Groissböck’s ridiculously entertaining Baron Ochs and Sir Simon Rattle’s enthralling conducting soared highest during a mostly excellent revival of Der Rosenkavalier.
Dont forget the Bass

Karlsruhe: DON GIOVANNI – ein Priester. Neuinszenierung

Foto: Falk von Traubenberg

Zu Beginn sehen wir Don Giovanni in einem Schlafzimmer mit Doppelbett sich selbst geißeln. Im Bett liegen zwei Mädchen in Unterwäsche, die sich später davonmachen. Giovanni ist in dieser Inszenierung von Floris Visser gleichzeitig Priester. Kurz danach gibt es für sein Doppelleben einen folgenreichen Einschnitt. Aus einem anderen Zimmer kommen Leute herausgerannt.  Giovanni hatte sich da vorher hineingeschlichen, und jetzt stürmt Donna Anna heraus und schreit um Hilfe, ihr Vater kommt ihr aus einem anderen Zimmer zu Hilfe. Don Giovanni kommt ebenfalls heraus, entwindet dem Komtur die Pistole und trifft ihn dabei tödlich. Wenig später treffen Sanitäter und Polizei in Zivil ein, die den Tatort sichern. Es stellt sich bald heraus, dass bis auf Zerlina und Masetto alle Protagonisten der Mozartoper Reisende sind, die in diesem vornehmen Hotel mit dunkelblauen Wandtapeten abgestiegen sind…

Das Ende ist dann, dass sich Giovanni so in die Enge getrieben fühlt, auch vom ‚wiedererstandenen‘ Komtur, dass er sich final die Kugel in die Schläfe gibt….

Zum Premierenbericht von Friedeon Rosén

„Konzertgänger in Berlin“: Zehenvergessend: Belcea Quartett spielt 5 von 16
In kluger Vorsorge offenbar hat der Meister schon zu Lebzeiten an #BTHVN2020 gedacht und sein Streichquartett-Schaffen so angelegt, dass es sich zyklusfreundlich portionieren lässt: je 1 Früh-, 1 Mittel- und 1 Spätwerk geht sich ganz gut aus (nur zwei Termine müssen eins auslassen bei insgesamt 16 Quartetten). Das Belcea Quartett, das jetzt im Pierre-Boulez-Saal den gewiss nicht schlechtesten Quartettzyklus dieses längst angebrochenen Beethovenjahrs in Überlänge begonnen hat, macht es sich dann aber doch ein bisschen pfiffiger.
https://hundert11.net/zehenvergessend/

Ladas Klassikwelt 11 / 2019: Jauchzet, frohlocket!
„Weihnachten ist da, wenn ich Paukenwirbel und den Gesang >>Jauchzet, frohlocket<< höre”, sagen die meisten, nicht nur deutsche Musikliebhaber. Das „Weihnachtsoratorium“ von Johann Sebastian Bach ertönt in der Adventszeit in vielen Kirchen und in den berühmtesten Konzertsälen Deutschlands.
https://klassik-begeistert.de/ladas-klassikwelt-11-2019-klassik-begeistert-de/

Luzern: SALOME. Trotzige Frauwerdung eines Kindes

Foto: Luzerner Theater

Trotzige Frauwerdung eines Kindes

Mit der mädchenhaften Sopranistin Heather Engebretson schlägt Regisseur Herbert Fritsch ein ganz neues Kapitel in der Interpretation der Strauss-Antiheldin auf.
https://www.concerti.de/oper/opern-kritiken/luzerner-theater-salome-15-12-2019/

Hamburg: Sogar Genderhopping in Strauss’ „Rosenkavalier“
Die Welt.de

Berlin: Die vierte Version der „Dreigroschenoper“ ist ein Coup
Der Tagesspiegel

Dresden: Wie kommt der Zahn in die Suppe? – „Der goldene Drache“ von Péter Eötvös in Dresden
Neue Musikzeitung/nmz.de

Wien: Veronica Kaup-Hasler rät Künstlern: „Macht weniger, aber macht es besser“
Die Wiener Kulturstadträtin spricht über die unerwartet saftige Erhöhung des Kulturbudgets und ihr großes Sorgenkind, das Volkstheater
Der Standard

Den erhofften und wohl gewollten Burgtheaterskandal wird es voraussichtlich nicht geben, die Menschen sind viel zu feig, um zu protestieren und damit den Wirbel erst zu ermöglichen. Jeder will ach so fortschrittlich und tolerant sein. Dabei betteln ja die Theatermacher geradezu um Proteste. Machen Sie denen nicht die Freude, nicht weil sie feig sind, sondern weil sie das Spiel durchschauen. Noch besser freilich: Bleiben Sie gleichgültig. Ich zum Beispiel entrüste mich sicher nicht – ich gehe gleich gar nicht hin!

Filme der Woche

Besuchen Sie Renate Wagners FILMSEITE

Behinderte Menschen zu spielen, ist für Schauspieler meist eine große Herausforderung, sehr bewundert, wenn sie gelingt, oft preisgekrönt. Es ist für den Zuschauer auch bequem, hilft ihm bei seinem Rückzug von der totalen Ergriffenheit, wenn er sich sagen kann: „Ist ja nur gespielt.“

Insofern unterscheidet sich dieser Film von anderen, die Behinderte in den Mittelpunkt stellt: Wenn Zac von sich sagt, „I am a down syndrome person“, so gilt das auch für seinen Darsteller Zack Gottsagen. Er beweist uns, dass Menschen mit dieser Disposition zwar optisch unverkennbar sind, aber doch ziemlich gut sprachlich kommunizieren und auch denken und fühlen und wünschen können. Noch zwei Worte zum Background dieses Films, den das Drehbuch-Regiepaar Tyler Nilson & Michael Schwartz gestaltet haben: Der „echte“ Zack Gottsagen wollte unbedingt Schauspieler werden. Und Shia LaBeouf, der in dem Film „The Peanut Butter Falcon“ die zweite Hauptrolle übernahm, hat es ihm ermöglicht.

Nun muss man deshalb nicht vor Rührung in die Knie gehen und alles gut finden, was hier gezeigt wird. Aber vieles geht unter die Haut…

 

Es steht ganz schlimm mit der Pressefreiheit – nicht nur in Ungarn – sondern auch bei uns und wohl auch anderswo Es kann nicht sein, was nicht sein darf. Es kommt vor, dass Journalisten dem Online-Merker fertige und bestens recherchierte Artikel kostenlos zur Verfügung stellen, weil der Auftraggeber angesichts des Ergebnisses plötzlich volle Hosen bekommen hat. Nun, ein Cupak ist noch nie vor jemand in die Knie gegangen – das sage ich meinem Enkel jeden Tag – meiner Tochter brauchte ich das sowieso nie zu erklären.

Ich habe nichts gegen Greta Thunberg, im Gegenteil – sie tut mir leid. Ich spüre, dass die Klima-Ikone ganz bös missbraucht wird – für ein Milliardengeschäft. Lesen Sie bitte den sorgfältig recherchierten Artikel in unseren heuten „Infos des Tages“.  Milliarden liegen da und brauchen nur noch aufgehoben werden – von einem ganz erlesenen Kreis mit einer tollen Strategie. Wegen dieser Idee sind derzeit noch ausgeschlossene Steuererhöhungen ganz plausibel zu rechtfertigen – bei uns und anderswo. 

Lesen Sie diese Zeilen in unserem „Aktuelles“ und denken Sie darüber nach. Es liegt mir fern, der Jugend ihre Ideale zu nehmen, sie darf noch herrlich naiv sein. Und sie ist es auch. Nur soll sie nicht später für ihre Naivität bitter bezahlen müssen.  Meine Hoffnung: Immer mehr Leute durchschauen dies Spiel – wohl auch, weil es sich gegen die eigene Geldbörse richtet. Es gibt kein wirksameres Argument!

Ich wünsche einen schönen Tag

A.C.

 

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