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17. AUGUST 2021 – Dienstag

17.08.2021 | Tageskommentar

Bregenzer Festspiele: „L’Italiana“-Premiere im letzten Moment abgesagt. Foto: Monika Forster

Auszug aus „Wiener Zeitung“: Die Bregenzer Festspiele haben am Montagnachmittag kurzfristig die für den Abend geplante Premiere von „Die Italienerin in Algier“ abgesagt. Ein Ensemblemitglied wurde positiv auf das Coronavirus getestet, deshalb müssten alle vier im Rahmen der Festspiele programmierten Vorstellungen ausfallen, hieß es. Die Produktion werde zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt. Gioachino Rossinis Oper hätte in der Inszenierung von Brigitte Fassbaender zur Aufführung kommen sollen.

Bei der positiv getesteten Person handle es sich um ein vollimmunisiertes Ensemblemitglied, das keinerlei Symptome aufweise. „Die Tatsache, dass wir die Produktion nach monatelanger Vorbereitungsarbeit absagen müssen, schmerzt sehr. Wir hoffen aber, ‚Die Italienerin in Algier‘ bald in Bregenz zeigen zu können“, sagte Intendantin Elisabeth Sobotka…

Bregenzer Festspiele sagen Rossini-Premiere ab
Ein Ensemblemitglied wurde positiv auf das Coronavirus getestet.
Wiener Zeitung

Rossinis Komödie: „Die Italienerin in Algier“ –  kurzfristig angesagt
Mit einer spritzigen Komödie gehen die Bregenzer Festspiele in ihre letzte Festivalwoche
https://vorarlberg.orf.at/stories/3117146/

Da können die Festspiele ja noch von Glück reden, dass die „große Produktion“, „Rigoletto“ auf der Seebühne, von den Corona-Unbillen verschont geblieben ist (die Festspiele enden am kommenden Sonntag, viel sollte also nicht mehr passieren).

Was mich persönlich besonders beunruhigt ist die Erkenntnis, dass auch eine doppelte Impfung („Vollimmunisierung genannt) vor einer Ansteckung nicht schützt. Wie soll das weitergehen?

Die Burgenländischen Festspiele sind von der besonderen Art. Wo Alfons Haider auftaucht, gibt es streit!

FESTAKT 100 JAHRE BURGENLAND: MUSIKER KRITISIERT 30 EURO-GAGE FÜR JUNGE MUSIKER

Foto: Youtube

Beim Festakt „100 Jahre Burgenland“ auf der Friedensburg Schlaining am 14. August 2021, der live vom ORF übertragen wurde, ergriff der Musiker Alexander Köck von der Band Cari Cari das Wort und kritisierte die niedrigen Gagen seiner Orchesterkolleg:innen. Es entwickelte sich coram publico ein Wortgefecht mit dem ORF-Moderator und Intendanten der Seefestspiele Mörbisch Alfons Haider. Auch Landeshauptmann Hans Peter Doskozil nahm dazu Stellung. Alexander Köck: „Ich möchte mich bei allen bedanken, aber ich möchte trotzdem etwas sagen. Ich habe mitbekommen, dass die Damen und Herren, da drüben im Orchester heute 30 Euro fürs Spielen bekommen. Ich finde das in einem Kulturland Burgenland, bei ‚100 Jahre Burgenland‘, in einem sozialdemokratischen Land beschämend, ich finde es besonders beschämend nach Corona, und noch beschämender finde ich es, wenn man weiß, dass während Corona genug Geld dafür da ist, dass es zwei Intendanten bei den Seefestspielen Mörbisch gibt.“ Quelle: ORF

Foto: Youtube

Foto: Youtube

ZUM VIDEO Musiker kritisieren 30 Euro Gage für Festakt

Das Video dauert nur 7 Minuten

Alfons Haider spricht von drei Festivals, die er zu verantworten hat. Wo ist das dritte Festival? St. Margarethen untersteht Alfons Haider nämlich nicht, dort darf er sich ohne Kompetenz nur wichtig machen !

Ich habe recherchiert und die Zuständigkeit von Alfons Haider hinterfragt.Ergebnis der Recherche: : In dieser Führungsposition verantwortet der 63-jährige Schauspieler, Sänger und Moderator ab Jänner 2021 die Seefestspiele Mörbisch und das Opernfestival JOPERA Jennersdorf.

Genannt hat er im Video drei Festivals. Hören Sie bitte nach!

Sollte ich ein Festival übersehen haben, dann bitte ich um Info, ich stelle gerne richtig!

Ich will aber nicht ungerecht sein, denn so ganz unrecht hat auch große Intendant, ob nun zweifach oder dreifach, in der Sache selbst nicht. Der Schritt des jungen Musikers war zwar mutig, aber nicht so ganz durchdacht. Aber Haider hat wieder einmal sein wahres Gesicht gezeigt, jenes Gesicht, das seine Mitarbeiter beim ORF öfter als ihnen lieb war, zu Gesicht bekommen haben: Wehleidigkeit, gepaart mit geradezu unfassbarer Arroganz. Und mit dieser Arroganz stellte er die jungen Musiker in einer Art und Weise bloß, wie sie eben typisch für den Intendanten ist: Es stimmt, dass die Orchestermitglieder in den Konservatorien des Burgenlands studieren. Es stimmt auch, dass sie natürlich beim Festival spesenfrei gelebt haben, auch verköstigt wurden. Zusätzlich haben sie 30 Euro erhalten, obwohl man den Auftritt durchaus als einen Pflichttermin im Rahmen der Ausbildung deklarieren hätte können. So gesehen war die Kritik des Musikers Köck nicht so ganz fair, wahrscheinlich nicht durchdacht. .
Aber dass der Intendant sein Orchester öffentlich mit „Das sind keine fertig ausgebildeten Musiker“ abqualifiziert, ist unterirdisch, oder eben „haiderisch!

Eklat bei den Feierlichkeiten zu 100 Jahren Burgenland
Alexander Köck spricht beim Festakt der Landesausstellung „100 Jahre Burgenland“ die niedrigen Gagen der Musiker an – Alfons Haider moderierte ohne ein Honorar zu verlangen
Der Standard.at

Salzburger Festspiele: Kritiken zu Intolleranza 1960

Antonio Yang, Sean Pannikar und Ensemble. Foto: SF/ Maarten Vanden Abeele

„Intolleranza“ in Salzburg: Drama der gequälten Leiber (Bezahlartikel)
https://www.diepresse.com/6021797/intolleranza-in-salzburg-drama-der-gequalten-leiber

„Intolleranza 1960“: Wimmelbild vom Flüchtlingselend
Wiener Zeitung

Kritik – „Intolleranza 1960“ in Salzburg Berührt, erschüttert und begeistert
BR-Klassik.de

Salzburg
Morton-Feldman-Oper „Neither“ in Salzburg: Undurchdringliches Unselbst
Frankfurter Rundschau

Österreich
Riccardo Muti erhielt Goldenes Ehrenzeichen der Republik

Stardirigent Riccardo Muti ist am Sonntag in Salzburg mit dem Großen Goldenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ausgezeichnet worden. Die Verleihung durch Landeshauptmann Wilfried Haslauer erfolgte nachträglich zum 80. Geburtstag des Dirigenten.

Riccardo Muti habe durch sein Schaffen nachhaltig Festspielgeschichte geschrieben und sich in unzählige Herzen in und außerhalb Salzburgs hineindirigiert, erklärte Haslauer. Seit 1971 stand der Maestro nicht weniger als 270 Mal auf und vor der Salzburger Festspielbühne. Einzig sein Mentor Herbert von Karajan leitete hier noch mehr Konzerte und Opern.

Kleine Zeitung

Testen Sie Ihr Klassikwissen (52)
https://klassik-begeistert.de/das-klassik-quiz-folge-52/

Lehár-Festival 2021 in Bad Ischl: “Dein war mein ganzes Herz” von Jenny W. Gregor 
Ursula Pfitzner mit der Tänzerin Nathalie Gehrmann (Foto: Hofer) 

Beim heurigen Lehár-Festival im Kongress- und TheaterHaus Bad Ischl kam es zur Uraufführung eines Werks über den berühmten Operettenkomponisten Franz Lehár. Die Schriftstellerin Jenny W. Gregor verfasste eine Art Biographie über ihn unter dem Titel „Dein war mein ganzes Herz: Franz Lehár in Worten und Noten“, wobei die Autorin versuchte, Lehárs eigene Worte für seine Lebensgeschichte zu verwenden. Es war für sie ein „Puzzlespiel“, das ihr recht gut gelungen ist…

Zum Bericht
von Udo Pacolt

TICINO MUSICA-FESTIVAL

Das TICINO MUSICA FESTIVAL leistet sich außer seinen Instrumentalmeisterklassen (wir haben am  darüber berichtet) auch ein eigenes Opernstudio, benannt nach dem verstorbenen italienisch schweizerischen Dirigenten Silvio Varvisio.

Il Barbiere di Siviglia am Flughafen von Lugano: Ein nicht ganz geglücktes Experiment

Tags darauf wurde der Barbier in Locarno in einem Theater gespielt.

Zum Bericht von Robert Quitta

Mozarts Zauberflöten OpenAir auf Schloss Erkersreuth/ Bayern

 

 Opera Classica Europa führt jedes Jahr einige Opern auf. So auch am 15. August 2021 im Schlosshof Erkersreuth. Zusammen mit der Stiftung Kulturerbe Bayern und den Förderverein Schloss Erkersreuth e.V. wurde dem Publikum für die Kulisse der Zauberflöte die Frontseite des Schlosses präsentiert. Es wundert nicht, dass gerade die Zauberflöte gewählt wurde. Sie ist eine die berühmtesten, meist gespielten und meist besuchten Opern in der Musikgeschichte…

Zum Bericht von Carl Osch

Glyndebourne
Tristan und Isolde review – Ticciati impresses in pared back Wagner
The Guardian

Sprechtheater/ Salzburg/ Festspiele
„Maria Stuart“ in Hallein: Allein unter Männern

Bibiana Beglau. Copyright: Matthias Horn/ SF
Wiener Zeitung

 Maria Stuart bei den Salzburger Festspielen: Keusch an die Macht
Unter der Regie von Martin Kušej entwickelt Friedrich Schillers Klassiker „Maria Stuart“bei den Salzburger Festspielen einen grandiosen Sog.
Münchner Abendzeitung

Ausstellungen/ Kunst
Mistelbach
Nitsch: „Ich hasse das Wort Genie!“
Nächste Woche präsentiert Hermann Nitsch seine neue Sinfonie. Mit „Heute“ spricht er über seinen anstehenden Geburtstag und eine neue Ausstellung.
https://www.heute.at/s/nitsch-ich-hasse-das-wort-genie-100157984

Buchbesprechung

 

Hg. Marcus G. Patka, Sabine Fellner
JEDERMANNS JUDEN
100 Jahre Salzburger Festspiele, 308 Seiten, Residenz Verlag, 2021

Seit nun schon mehr als hundert Jahren erklingen im Sommer die „Jedermann“-Rufe über die Stadt Salzburg, als Marken- und Erkennungszeichen die Festspiele verkündend, die (fast – 1944 fand nicht statt) ohne Unterbrechung Jahr für Jahr durchgeführt werden. Von 1920 bis mittlerweile 2021 – und gerade die letzten Inszenierungen haben gezeigt – was natürlich nicht verwundert -, wie sehr sich Zeitgeist, Weltbild und Theatersprache in einem Jahrhundert geändert haben.

Aus einer möglicherweise verwirrenden Gegenwart begibt man sich gerade in Jubiläumsjahren in die Vergangenheit, und so liegt nun der großformatige Band „Jedermanns Juden“ vor, Begleitpublikation zu einer Ausstellung des Jüdischen Museums in Wien, darüber hinaus aber ein Band, der für alle Zukunft zum fixen Bestand der Festspiele-Literatur zählen wird.

Die große Rolle, die jüdische Künstler in Österreich und ganz Europa bis zur Nazi-Herrschaft gespielt haben, ist bekannt und auch des öfteren behandelt worden. Dennoch kann man die Rolle, die ein Max Reinhardt (und in seinem Gefolge jüdische Interpreten) für die Festspiele spielten, nicht hoch genug einschätzen. Hugo von Hofmannsthal und Richard Strauss waren prestigestarke Künstler, die ihre Werke beitrugen. Aber „Festspiele“ sind ein theatrales Live-Erlebnis, das einmal zum Leben erweckt werden muss. Und das geht auf das Konto von Max Reinhardt, Österreicher mit großer Berlin-Karriere, Regiestar seiner Zeit, und seine Leistungen als Regisseur werden im Buch gewürdigt…

Zur Buchbesprechung von Renate Wagner

Aktuelles aus der „Neuen Zürcher Zeitung“

US-Präsident Biden verteidigt Truppenabzug aus Afghanistan: In einer Rede an die Nation am Montag (Ortszeit) hat der amerikanische Präsident Joe Biden den Abzug aller amerikanischen Truppen aus Afghanistan verteidigt – trotz den chaotischen Szenen in der afghanischen Hauptstadt Kabul. Er begründete dies unter anderem damit, dass die Mission der Amerikaner in Afghanistan, das Heimatland vor einem neuerlichen Terroranschlag zu beschützen, angeblich längst abgeschlossen sei. Amerika müsse sich nun auf die terroristische Bedrohungslage «des Jahres 2021 konzentrieren». Der Präsident räumte allerdings ein, dass Amerika vom Tempo des Falls von Kabul überrascht worden sei. Laut ersten Umfragen unterstützt nur rund die Hälfte der Amerikaner den Truppenabzug.
Zum Bericht
In Südfrankreich setzt die Feuerwehr den Kampf gegen mehrere grosse Waldbrände fort: Betroffen sind Gebiete im Departement Var, in der Region um Saint-Tropez sowie um die Stadt Marseille. Rund 650 Feuerwehrleute waren für den Einsatz in der Nacht mobilisiert worden.
Zu den neusten Entwicklungen
Telekom-Tochter T-Mobile US bestätigt Cyberangriff: Eine Website hat am Wochenende behauptet, dass im Netz Daten zu mehr als 100 Millionen Personen angeboten würden, die von T-Mobile US stammen. Laut dem Unternehmen sei das Einfallstor für die Angreifer inzwischen geschlossen, man prüfe, auf welche Daten zugegriffen worden sei.
Zum Bericht
US-Sänger Bob Dylan weist 56 Jahre alte Missbrauchsvorwürfe zurück: Am Freitag hat eine Frau aus Connecticut in New York eine Klage eingereicht und dem Musiker Bob Dylan vorgeworfen, er habe sie als Zwölfjährige im Jahr 1965 sexuell missbraucht. Dieser will sich energisch gegen die Vorwürfe zur Wehr setzen.
Zum Bericht

Türkei schottet sich mit Mauer gegen Flüchtlinge ab
Die Presse.com

Impfpflichten sind der richtige Test für eine klimaneutrale Zukunft
Wir alle werden uns einschränken müssen. Die Mehrheit muss begreifen, dass die Generation Greta recht hat.
Kurier.at

Auf das läuft es hinaus. Schön langsam lichtet sich der Nebel.

Ich wünsche einen schönen Tag!

A.C.

 

 

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