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WIEN/ Konzerthaus/ "Resonanzen": EARLY UNIONS – VOICES OF EUROPE

22.01.2018 | Konzert/Liederabende

WIEN/ KONZERTHAUS 21.2.2018 – MOZARTSAAL. EARLY UNIONS  –  VOICES OF EUROPE

Das Huelgas Ensemble bot einen beeindruckenden Abend perfekter a capella Polyphonie. Unter der Leitung des Gründers Paul Van Nevel wurde ohne Pause gespielt, mit der Bitte, erst am Ende Beifall zu spenden. Das Ensemble präsentierte die verschiedenen Nummern in immer anderen Zusammensetzungen vom Terzett bis zur vollen Stärke aller zwölf Stimmen.

Bei den „Stimmen der Völker in Liedern“ machte den  Beginn Giovanni Pierluigi da Palestrina (1525 – 1594), der römische Meister der Kirchenmusik, der auch im Konzil von Trient nicht unerwähnt ist, über dem auch Pfitzner die Oper schrieb, (Palestrina würde sich über diese Musik wohl sehr wundern), Der lateinische Vesperhymnus ist ein herrlich vielstimmiges Bitt –und Dankgebet. Ein weltliches Lied von Juan Ponce (ca.1475 – nach 1520) lobt die Strahlen der Sonne. Der franko-flämische Komponist und Sänger Jacobus Clemens non Papa (1510/15 – 1555/56) ist wieder der kirchlichen Musik zugewandt. Er stand viele Jahre im Dienst des Bistums Köln. Der kroatische Komponist Julije Skjavetic (ca.1535 – nach 1565) nannte sich auch Giulio Schiavetti und war der Schöpfer vieler Motteten und Kirchengesänge, sowie des hervorragend vorgetragenen „Pater Noster“. Francesco Soriano (1548 – 1621), ein Schüler Palestrinas wurde ebenso Kirchenmusiker. Das gehörte „Agnus Dei“ war von feinster zarter polyphonischer Komposition. Wenig bekannt ist das Schaffen des polnischen Musiker Krzysztof Klabon (ca. 1550 – um 1616). Er war Sänger, Lautenist und Komponist speziell der weltlichen Höfischen Musik. Er schrieb dennoch auch Marienlieder und andere klerikale Werke. Man hörte einen Hymnus auf König Sigismund nach dem Text von Stanislaw Grochowski. Viele Madrigale auf Texte von Francesco Petrarca (1304 – 1374) schrieb Cipriano de Rore (ca.1515 – 1565), ein franko flämischer Komponist, der sowohl Kirchenmusik und Weltliches schrieb. Ein evangelischer Kirchenmusiker war Claude Le Jeune (ca.1528/29 – 1600), im Konzert hörte man aus dem höfischen Schaffen ein Liebeslied mit der Schönheit der Himmelskörper. Der Römer Michelangelo Rossi (1601 – 1656), der sich auch Michel Angelo del Violino nannte war ein später Madrigalkomponist,  schon sehr am Ende des Renaissance Stils. Vorgetragen wurde ein Liebeslied nach dem Gedicht von Giovanni Battista Guarini (1538 – 1612).

Eine Besonderheit war die Musik dieser Anonymi dieses Konzerts, diese Kompositionen waren alle viel älteren Datums. Von 1000 über 1250 bis 1280 und 1360/80. Besonders schön das „Stella Maris“ aus 1280, und besonders eindrucksvoll, auch im Vortrag ein „Alleluia“ von um ca. 1000.

Es trafen sich Musikstile dieser Epoche von England bis Italien, Frankreich uns Kastilien, Polen, Kroatien und Flandern. Eine sehr lebendige musikalische Reise quer durch (fast) ganz Europa.

Der Aufführungsstil war sehr lebendig, ohne einer Sekunde Leerlauf, musikalisch auf höchsten Niveau, ein großer musikalisch spannender Abend.

Elena Habermann

 

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