Online Merker Logo

Die internationale Kulturplattform

16. MAI 2021 – Sonntag

16.05.2021 | Tageskommentar

Dieser Pfau heißt laut seinem Halter „Riccardo“. Ein treffenderer Name war nicht zu finden!

Bereits vorgestern hat der „Online-Merker“ einen Krach an der Mailänder Scala angedeutet, ganz böse Zungen behaupten, dass das noch vor dem eigentlichen Krach war. Aber „wir kennen ja unsere Pappenheimer“ (abgewandeltes Zitat aus der Wallenstein-Trilogie von Schiller, die Pappenheimer waren darin eine Elitekampftruppe), also stellt eine so lautende Titelzeile kein großes Risiko dar.

Es ist bekannt, dass Riccardo Muti mit der Scala seit 2005 zerstritten war, allerdings gab es in letzter Zeit doch Zeichen der Aussöhnung. Muti ist älter geworden, vielleicht versöhnlicher – dachte man zumindest in Mailand. Und so durfte Muti dieser Tage die Wiener Philharmoniker bei einer Art „Toscanini-Gedenkkonzert“ dirigieren. Tags zuvor war aber Riccardo Chailly mit der Scala-Truppe an der Reihe – und somit waren Probleme vorprogrammiert.

Karen Krüger berichtet in der  „Frankfurter Allgemeinen“ über die Geschehnisse, die noch jede Befürchtung bzw. Erwartung (je nachdem, wie man die Sache zu sehen bereit ist) übertrafen:

Der Tag des Konzerts  kam, fünfhundert Zuschauer nahmen Platz, die Wiener spielten Mendelssohns „Meeresstille und glückliche Fahrt“ und andere Stücke von beruhigender Kraft. Sie machten ihre Sache hervorragend, und Muti ließ erkennen, dass er sich für Toscaninis würdigen Erben hielt. Dass er ansonsten auf Mailand pfeift und sechzehn Jahre nach dem Eklat noch immer unversöhnlich ist, zeigte er, wie jetzt bekanntwurde, ebenso. Der derzeitige musikalische Direktor Riccardo Chailly hatte dem Gast in einer Geste der Wertschätzung seine Garderobe überlassen und suchte sie nach dem Konzert auf, um dem Vorgänger zu gratulieren. Als er dort ankam, soll Muti behauptet haben, ihn nicht zu kennen. Es heißt, er habe Chailly gefragt, wer er sei und was er in der Garderobe wolle. Manche glaubten an einen Scherz, Chailly an ein Missverständnis und nahm deshalb seine Atemschutzmaske ab. An der Reaktion Mutis änderte das offenbar nichts. Im Gegenteil. Journalisten sowie Gäste, die mittlerweile Schlange standen, um dem Maestro zu gratulieren, berichten von lauten Beleidigungen. Chailly zog sich daraufhin und ohne Erwiderung zurück. Muti soll danach aufgetreten sein, als sei er selbst der Musikdirektor der Scala…

Divenoffensive – Riccardo Muti macht Krach an der Mailänder Scala
Riccardo Muti hatte 2005 die Mailänder Scala im Streit verlassen. Jetzt kehrte er zurück, um hinter der Bühne deutlich zu machen: Es gibt keine Versöhnung!
Ein Kommentar von Karen Krüger, Mailand
Frankfurter Allgemeine

Pikant: Mutis nächster Auftritt in Mailand soll am 7. Dezember erfolgen. Richtig, das ist der Tag der Scala-Wiedereröffnung der Scala – und an dem soll Chailly Verdis „Macbeth“ dirigieren. Und was hat das mit Muti zu tun: Am anderen Ende der Stadt gastiert der andere Riccardo (der „erstere“, wie Muti es sieht)mit seiner Italian Opera Academy in der Fondazione Prada mit  Verdis „Nabucco“. Das Königsdrama setzt sich also fort!

Betreffend „Pappenheimer, die man zu kennen glaubt“. Ich und auch viele der Online-Merker kennen tatsächlich einen:

 

Univ. Prof. Dr.Peter Reichl, Wissenschaftler (Informatik Wien) mit Künstlerseele und zudem begnadeter Pianist, ist tatsächlich Pappenheimer!

Wien
Corona-Hilfe für den Stardirigenten
Die Corona-Hilfen sollten wirtschaftliche Verwerfungen in Österreich abfedern. Der Chefdirigent der Symphoniker bekam mehr als 200.000 Euro. Passt das zusammen?

Am dieser Sache scheiden sich in Wien die Geister. Andres Oroczo Estrada ist neben seinem Wiener Job als Chefdirigent der Symphoniker auch musikalischer Direktor des ebenso weltbekannten  Houston Symphony Orchestra. Er ist zudem noch unter anderem Chefdirigent beim Sinfonieorchester des Hessischen Rundfunks oder auch beim Freixenet Symphony Orchestra Madrid.

Der Mann ist also vielbeschäftigt und sicher „kein Armer“. Ob andernorts aber in Pandemiezeiten das Geld so verlässlich beim Fenster reinfliegt wie in Wien, ist weit weniger gesichert. Mehr noch, es darf sogar angezweifelt werden.

Des Maestros Steuerberaterin hat das Ansuchen ihres Klienten völlig legal eingereicht – und es musste offenbar der Gesetzeslage entsprechend gewährt werden. Kein Betrug also, die Sache ist wasserdicht! Die Frage ist, ob sie auch solidarisch mit jenen Künstern ist, die tatsächlich in der Luft hängen. Damit sind natürlich nicht die quasi beamteten Orchestermusiker gemeint, um die wir uns keine finanziellen Sorgen machen müssen.
https://www.derstandard.at/story/2000126652835/corona-hilfe-fuer-den-stardirigenten

Auszug aus dem Standard-Forum, in dem darüber diskutiert wird:

Viele Künstler, Musiker, Schauspieler, etc. aus meinem Bekanntenkreis haben mit 500 oder 1000 Euro im Monat über die Runden kommen müssen. Der Umsatzersatz für Einzelunternehmer war schon ein wichtiges Instrument. Es hätte halt eine Deckelung auf Basis des Gewinn des Vorjahres oder so ähnlich gebraucht. Aber es scheint niemand die Zeit gehabt zu haben, sich solche Fälle zu überlegen. Klar, dass es dann Krisengewinner gibt.  (pinkfriday)

—–

Ich möchte gerne den Standard-Poster kennenlernen, der freiwillig auf 200.000 Euro verzichtet, wenn ihm das gesetzlich zusteht. Nicht der Dirigent ist das Problem, er macht keine Gesetze, sondern die gewählten Parteien. (Craftman)

——-

Gute Steuerberaterin. Whsl. hängt kein einziger Spiegel bei ihr in der Wohnung, die täten sich pulverisieren. Was rennt da schief in diesem Land – außer alles?
Ach, l*ck mich doch im/am Berlichingen. (Mutzekatze)

Dazu passend: Höchst interessant und aufschlussreich die Cofag.
https://www.cofag.at/

F.K.

Kann man sich an der Wiener Staatsoper vor Ort bezüglich Covid testen lassen?

Eine Ergänzung zum heutigen Tageskommentar betreffend die Frage, ob es eine Testmöglichkeit vor Ort geben wird.

In Kurzform: ja, es wird.

In Langform: »[…] Sollte es dennoch Bedarf zu einem Test vor Ort geben, so hat unser Partner, Labor Doz. DDr. Stefan Mustafa in der Operngasse, direkt bei der Wiener Staatsoper, eine Testmöglichkeit eingerichtet. Dieser Test-Container ist ab 19. Mai Montag-Sonntag in der Zeit von 10.00-19.00 Uhr geöffnet. Angeboten werden Antigen-Schnelltests sowie PCR-Tests. Die Antigen-Schnelltests kosten für Opernbesucher unter Vorlage ihres personalisierten Tickets (Ausweis bitte bereithalten!) 9,90€, für alle anderen Kunden 19,90€. Das Ergebnis liegt bereits nach 15 Minuten vor und ist als Eintrittstest in die Oper gültig. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, einen von einem fachärztlich geprüften Real-Time PCR Test um €79,- durchführen zu lassen. Dieses Ergebnis erhält man nach wenigen Stunden, entweder noch am selben Kalendertag, spätestens jedoch am nächsten Tag in der Früh.«, siehe letzter Absatz auf der Seite https://www.wiener-staatsoper.at/service/karten-abos-zyklen/was-sie-fuer-ihren-besuch-ab-19-mai-wissen-muessen/ der Staatsoper.

Anmerkung: Ich bin auch nur durch Zufall darübergestolpert, weil ich wissen wollte, wie das mit Karten ist, die man auf Grund einer COVID-19-Erkrankung und der damit einhergehenden behördlichen Absonderung nicht nützen kann. Informationen darüber habe ich allerdings keine gefunden, d.h., da liegt das Risiko ganz beim Karteninhaber. (Man kann aber nicht ausgedruckte Karten auf der Culturall-Website in Kommission verkaufen.)

T.P.

Für die Domingo-Gemeinde

PD, der Dirigent,  heute ab 18 Uhr live stream Verdi Requiem aus Piacenza

 

https://www.instagram.com/p/CO72TdXh25s/?igshid=iwr592xw9tl6

Erkennen Sie den jungen Mann?

 

Das Foto ist rund 40 Jahre alt. Heute ist der Bub von damals einer der besten Tenöre der Welt und gilt als der führende Interpret der Tenor-Hauptrollen in den Opern von Bellini, Donizetti und Rossini. Erst vor wenigen Tagen wurde der gebürtige Mexikaner bei den International Opera Awards zum „Sänger des Jahres“ gekürt.

https://www.instagram.com/p/COSTu6AhZqs/

Lukas Link

Wien
Eröffnung der Wiener Festwochen: Nackte Körper ohne Publikum
Das Eröffnungskonzert fand coronabedingt ohne Publikum statt: Ein Streifzug durch die Wiener Musikszene mit performativem Festzug von Florentina Holzinger.
https://kurier.at/kultur/eroeffnung-der-wiener-festwochen-nackte-koerper/401382521

Linz/ Landestheater
Landestheater Linz: 4 Musiktheaterpremieren rund um Pfingsten
ab 19.5.2021
Lieder für eine neue Welt / Credo (Uraufführung) / I Capuleti e i Montecchi/ Die Katze, die ihren eigenen Weg ging (Uraufführung)
Theaterkompass.de

In Dresden rumort es!

„Bürokratissima entfernt Welt-Klasse Dirigent aus ihrem Wirkungskreis!“
Zur gewachsenen Kultur – Kompetenz von Frau Barbara Klepsch (Dresden)

(Verwaltungs-Betriebswirtin – VWA. also Behörden-Tante, Bürokratissima) seit 20. Dezember 2019 Sächsische Staatsministerin für Kultur und Tourismus, zuvor seit 13. November 2014 Sächsische Staatsministerin für Soziales und Verbraucherschutz, von 2001 bis 2014 Oberbürgermeisterin von Annaberg-Buchholz, von 1988 bis 1993 Leiterin für Finanzen im Kreiskrankenhaus Annaberg. Anschließend Kämmerin der erzgebirgischen Berg- und Kreisstadt Annaberg-Buchholz (Quelle Wikipedia).

Gemunkelt wird ja vor Ort, dass Thielemann in üblicher Manier der Dame untertäniges und devotes Verhaltens (Synonym für Arschkriecherei) verweigert hat.  In Nutzung ungeheurer Kompetenz zur Einschätzung der „geringen Weltbedeutung“ von Christian Thielemann ist sie so verfahren, wie man es spätestens seit der Pandemie von Politikern kennt: zu allem fähig, und/aber wozu dann in der Lage!!!? Und was geschieht bei solchen Intelligenzen: „Wenn man den Chef nicht liebt, schmeißt der einen raus“. Dresden auf in die Provinz mit solchen Entscheidungsträgern. (TTT)

Ingrid Gerk ist praktisch jeden Tag in Dresden und Umgebung in Kulturssache unterwegs. Die überwiegende Zahl der Opern- und Konzertbesucher ist empört:

Dresdens Opern- und Konzertfreunde sind  bestürzt sind, dass der 2023/24 auslaufende Vertrag mit Chefdirigent Christian Thielemann seitens der Sächsischen Landesregierung (Ministerpräsident, Kulturministerin) in administrativer Entscheidung, ohne die übliche Rücksprache mit dem Orchestervorstand (er wurde nur vor Bekanntgabe informiert) und dem, seit Generationen üblichen Vorschlag des Orchesters, nicht verlängert wird…

Zwingend notwenig ist die Rücksprache mit dem Orchestervorstand offenbar nicht, klug wäre sie trotzdem gewesen. Wird sie dem Shitstorm standhalten? Warten wir ab, wen sie präsentiert. Die/ der tut mir heute schon leid!

Konter aus dem Leserkreis: Leistungsfähige Opernhäuser spielen ca. 300 Vorstellungen pro Jahr. Ch.T. soll nach mehrfachen Aussagen 10 (in Worten ZEHN) dirigiert haben. Das soll das Glanzlicht der Semperoper sein? Das ist Etikettenschwindel! Jahrelang hat er die Produktionen aus Salzburg mitgenommen und damit in einem Aufwasch ach noch auf Kosten anderer eine Neueinstudierung abgedeckt.
Mit seinem kleinen Repertoire erinnert er mich an Pavarotti; der genießt ungeheuren Ruhm, obwohl er einen Bruchteil des Tenor-Repertoires drauf hatte. Das mag für einen Einzelkünstler noch angehen, für einen Generalmusikdirektor eines angeblich führenden Opernhauses ist das zu wenig. Wer weiss denn, was für Diskussionen VOR dem Entschluss der Ministerin stattgefunden haben und wie „zugänglich“ sich der Maestro gezeigt hat?
Schaut man sich den Hahnenkampf in Mailand an, kann man die fehlgeleiteten Selbsteinschätzungen einzelner Dirigenten in buntesten Farben erleben… (W.B.)

Festspiele Bayreuth: SPD-Fraktion fordert Public Viewing

Die Bayreuther Wagner-Festspiele sollen in diesem Jahr wieder stattfinden. Um die Opern auch der breiten Masse zugänglich zu machen, fordert die SPD-Stadtratsfraktion ein Public Viewing, das Stadt und Festspiele gemeinsam organisieren sollen.

Nachdem die Entscheidung gefallen ist, dass die Bayreuther Festspiele in diesem Jahr stattfinden sollen, will die SPD-Stadtratsfraktion nun die Aufführungen gerne einem breiteren Publikum zugänglich machen. In einem aktuellen Antrag an Oberbürgermeister Thomas Ebersberger (CSU) heißt es, dass ein Public Viewing wünschenswert wäre.

Savolinna

Savonlinna Opera Festival Cancels Opera Performances for 2021

https://operawire.com/savonlinna-opera-festival-cancels-opera-performances-for-2021/

WÜRZBURG/ Mainfrankentheater: „Der arme Matrose“ von Darius Milhaud am 14.5.2021 im Mainfrankentheater/WÜRZBURG. Digital

Unerkannt und verwechselt

Zum Trailer

Es ist eine ungewöhnliche Online-Premiere. Seit 15 Jahren wartet eine Frau auf die Heimkehr ihres Mannes, des Matrosen. Als er endlich nach Hause kommt, ist er im Besitz einer kostbaren Perlenkette. Inkognito bittet er um ein Nachtlager und berichtet der Frau von der baldigen Rückkehr ihres angeblich völlig verarmten Mannes. In der Nacht erschlägt die Seemannsfrau den „Fremden“ in einer fatalen Verwechslung, um mit diesem Vermögen ihren Mann zu retten. Dazwischen tauchen immer wieder Hochzeitsbilder auf, die das gesamte Geschehen ad absurdum führen. Die Frau und ihr Vater schleppen den Toten schließlich aus dem Haus, um ihn in eine Zisterne zu werfen: „Leis, ganz leise! Ihr bei den Füßen, Vater, und ich beim Kopf, zu retten meinen Mann!“

In dieser grotesken Kurzoper von Darius Milhaud gibt es neben Einschüben aus Ludwig van Beethovens Oper „Fidelio“ auch drei Schubert-Lieder sowie Ausschnitte aus der 14. Sinfonie von Dimitri Schostakowitsch („De profundis“ und „Malaguena“) zu hören und zu sehen…

Zum Bericht von Alexander Walther

Leipzig
Solitude: Leipziger Ballett im Onlinestream
https://www.mdr.de/mdr-klassik-radio/klassikthemen/leipziger-ballett-im-online-stream-solitude-100.html

Düsseldorf
Ballett und Deutsche Oper am Rhein trauern um zwei herausragende Tänzerinnen
https://lokalklick.eu/2021/05/14/ballett-und-deutsche-oper-am-rhein-trauern-um-zwei-herausragende-taenzerinnen/

Wie die Kultur sich der Wirtschaft ausgeliefert hat
Wirtschaft und Kultur Hand in Hand – so kann es gehen. Doch manchmal ist es kein Zustand von Dauer, und die freundliche Handreichung mancher Unternehmen erweist sich in der Krise als ambivalente Angelegenheit.
MDR.de

Buchbesprechung

 

Helena Kokešová
EDUARD ALBERT
Ein böhmischer Intellektueller in Wien
332 Seiten, Verlag Böhlau, 2021

Es gibt Probleme, die werden buchstäblich erst Generationen später aufgearbeitet. So beanspruchen Nachfolgestaaten der Habsburger-Monarchie Persönlichkeiten, die in Wien gewirkt haben und von denen kaum je erwähnt wird, dass sie aus Ungarn, Galizien, Böhmen und Mähren oder einem der anderen Kronländer stammten. Wer damals etwas „werden“ wollte, zog in das Zentrum des Reichs, in die Kaiserstadt Wien, und viele, die aus den diversen Ländern der Monarchie kamen, wurden in die deutsche Sprache und die hier erbrachten Leistungen „eingemeindet“. Dass Sigmund Freud oder Theodor Herzl, zwei Männer, die von Wien aus Weltgeschichte machten, etwa aus Mähren und aus Ungarn kamen, wird nur unter den biographischen Fakten erwähnt.

Eduard Albert ((* 20. Januar 1841 bis † 26. September 1900, geboren und gestorben in Senftenberg, Böhmen) war ein bedeutendes Mitglied der Wiener Medizinischen Schule. Aber über seine erfolgreiche Tätigkeit als Arzt, Chirurg, Professor und Wissenschaftler hinausbefasste er sich auch mit Literatur und engagierte sich in der Politik zur Lage der Böhmen im Habsburgerreich…

Zur Buchbesprechung von Renate Wagner

——

Willem Bruls
VENEDIG UND DIE OPER
Auf den Spuren von Vivaldi, Verdi und Wagner
264 Seiten, Henschel Verlag, 2021

 

Man kann über Venedig wahrscheinlich hunderte Bücher aus hunderten Gesichtspunkten schreiben. Der holländische Dramaturg und Librettist Willem Bruls spazierte unermüdlich durch Venedig und setzte sich auf die Spuren der Oper. In vielen Einzelessays, die der medial vernetzte Autor in seiner Heimat auch als Rundfunk-Essays gesendet hat (leicht mit Musik zu bestücken).

Im Buch fügen sich die Kapitel, wenn sie auch in sich verschieden gewichtet sind, zu einem Ganzen. Es geht um Venedig. Orte: Häuser, Palazzi, Kirchen, Plätze und unendlich viele Theater, die es nicht mehr gibt, deren Reste man detektivisch aufspüren muss. Es geht um Musik, um Komponisten. Auch um Dichter. Manchmal ein bisschen uneben im Hin und Her. Aber es macht nichts.

Es gibt Geschichten aller Art. Denn der Autor scheut das „Ich“ nicht, berichtet von Leuten, die er traf, um zu besichtigen (etwa Wagners Sterbeort), um in Archiven und Bibliotheken in Partituren zu schnüffeln und über Handschriften zu grübeln, um Hintergrundinformationen zu erhalten (etwa über das Hotel Danieli). Ein buntes Kaleidoskop von allem und jedem, manchmal auch sehr individuell formuliert. Wenn er etwa Mozarts Selim Bassa mit Rossinis Mustafa Bey in der „Italiana“ vergleicht, nennt er Letzteren flott einen „sexbesessenen Idioten“…

Zur Buchbesprechung von Renate Wagner

New York
Picasso-Bild bringt 103,4 Millionen Dollar bei Auktion ein
Ein Bild des spanischen Malers Pablo Picasso ist in New York für 103,4 Millionen Dollar (85,4 Millionen Euro) versteigert worden. Der Preis für das 1932 vollendete Werk „Sitzende Frau am Fenster (Marie-Thérèse)“ wurde am Donnerstag (Ortszeit) bei Christie’s in einem 19-minütigen Bieterwettstreit auf 90 Millionen Dollar hochgetrieben. Mit Gebühren und Kommission muss der neue Besitzer damit 103.4 Millionen Dollar dafür bezahlen.
https://www.stol.it/artikel/kultur/kunst/picasso-bild-bringt-1034-millionen-dollar-bei-auktion-ein

Mode

Oma geht’s gut, danke!
Weil unser Autor ein aus der Mode gekommenes Kleidungsstück trägt, muss er ständig dieselben Fragen beantworten. Eine Ehrenrettung der Krawatte.
https://www.sueddeutsche.de/stil/krawatte-maenner-laessigkeit-mode-1.5292358

IM ZENTRUM“: Kanzler, Opposition, Justiz – Die Suche nach der Wahrheit

 Am 16. Mai um 22.10 Uhr in ORF 2

Wien (OTS) – Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) ermittelt gegen Kanzler Sebastian Kurz und seinen Kabinettschef Bernhard Bonelli wegen mutmaßlicher Falschaussage vor dem Ibiza U-Ausschuss. Basis war eine Anzeige der NEOS wegen Kurz‘ Aussagen zur Bestellung von ÖBAG-Chef Thomas Schmid. Die FPÖ fordert den sofortigen Rücktritt des Kanzlers, die SPÖ sieht die „rote Linie“ bei einer Anklage überschritten. Für NEOS schadet das Kurz-Kabinett dem Land. Die Grünen wollen die „Justiz in Ruhe arbeiten lassen“. Kurz weist die Vorwürfe der Falschaussage scharf zurück. Er schließt einen Rücktritt aus und attackiert die Oppositionsparteien und die Befragungsmethoden im U-Ausschuss. Was bedeuten die Ermittlungen für die ÖVP? Wie steht es um das Vertrauen zwischen Kanzlerpartei und Justiz? Welche politischen Konsequenzen hätte eine mögliche Anklage? Gibt es Reformbedarf beim parlamentarischen Kontrollinstrument, dem U-Ausschuss? Was bedeuten die Ermittlungen gegen Bundeskanzler Kurz für die türkis-grüne Regierungskoalition? Darüber diskutieren am Sonntag, dem 16. Mai 2021, um 22.10 Uhr in ORF 2 bei Claudia Reiterer „IM ZENTRUM“:

Andreas Hanger Fraktionsvorsitzender Ibiza-U-Ausschuss, Nationalratsabgeordneter, ÖVP
Nina Tomaselli Fraktionsvorsitzende Ibiza-U-Ausschuss, Nationalratsabgeordnete, Die Grünen
Kai Jan Krainer Fraktionsvorsitzender Ibiza-U-Ausschuss, Nationalratsabgeordneter, SPÖ
Christian Hafenecker Fraktionsvorsitzender Ibiza-U-Ausschuss, Nationalratsabgeordneter, FPÖ
Stephanie Krisper Fraktionsvorsitzende Ibiza-U-Ausschuss, Nationalratsabgeordnete, NEOS

Auto-Rennsport
Formel 1: Türkei GP abgesagt – doppeltes Heimspiel für Red Bull und Max Verstappen in Spielberg
Eurosport/formel1

Österreichs Fußball: Alle Entscheidungen gefallen!

Salzburg hat sich zum achten Mal in Folge den Meistertitel gesichert – das ist nicht gut für unseren Fußball. Aber wie kann man gegensteuern?  Man darf natürlich gar nicht gegensteuern, der Fußball muss sauber bleiben!

Seit gestern steht St. Pölten offiziell als Absteiger fest (hat jedoch noch die Chance der Relegation, doch dazu etwas später). „Meine“ Admira/ Wacker“ (dort war ich nie Funktionär, bin nur Sympathisant)  hat sich wieder einmal als unabsteigbar erwiesen, dabei habe ich mich innerlich bereits auf die Zweite Liga eingestellt gehabt. Da gibt es mehr Siege zu feiern, in der Bundesliga ist jedes Spiel ein Hangen und Bangen, bevor es sich zum Schluß der Meisterschaftimmer gerade noch ausgeht. Lustig war das nie!

Warum hat aber der „Absteiger“ noch Chance auf eine Relegation?  Das gibt es wohl auch nur in Österreich, denn die beiden besten Teams aus der zweiten Liga verzichten heuer  auf den Aufstieg (diese wären direkt aufstiegsberechtigt gewesen) aus wirtschaftlichen Gründen. Also rittert der Drittplatzierte mit dem Letztplatzierten der Ersten Liga um den „Platz an der Sonne“!

Wirtschaftliche Gründe sind ehrenvoll, aber relativ neu!  Da war eigentlich ich Pionier zu Beginn der Neunzigerjahre. Obwohl mein Club ein Spitzenclub in der Regionalliga Ost war, gab ich aus wirtschaftlichen Gründen den Ausstieg mit dem Ersuchen um Rückversetzung bekannt. Ich konnte mir die Klasse mit „Halb-Profis“ nicht mehr leisten. Für die Fußball-Granden war das Neuland („Ja derf er denn das?“). Das war damals eine heikle Auslegungssache.

Kurzfristig wollte man kein Präjudiz schaffen, deshalb kam es zu einer typisch österreichischen Lösung: Ich tauschte ganz einfach die Ligaberechtigung mit einem Club aus einer unteren Liga – konkret war das damals der FAC – und schon war kein Präjudiz gegeben. 

Als dann aber Pleiten überhand nahmen, hat man das „Lizenz-System“ eingeführt – und seither darf man freiwillig verzichten. Die Vernunft hat also auch im Fußball gesiegt! 

Haben Sie einen schönen Tag!

A.C.

 

Diese Seite drucken