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16. JÄNNER 2020 – Donnerstag

16.01.2020 | Tageskommentar

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Eyvazovs Dresden Auftritt wird zur politischen Affaire hochgespielt

Ich halte Herrn Eyvazov wirklich nicht für so dumm, seine Weigerung, mit Ruzan Mantashyan aufzutreten tatsächlich mit der Nationalität der Sängerin, die übrigens jetzt „in aller (Opern)Munde“ ist (was ihrer Karriere auch nicht schadet), in Verbindung zu bringen. Er hat allerdings das Recht – wie wir übrigens alle – eine Zusammenarbeit ohne Angabe von Gründen abzulehnen.

Wer hat die Sache so hochgespielt, wer hat ein Interesse an der „öffentlichen Entrüstung“? Es geht um die Frage, ob es je einen Vertrag geben hat. Der Veranstalter dementiert das. Also bitte, Vertrag – wenn vorhanden – auf den Tisch. Dann sehen wir klar, wissen, wer in dieser Sache lügt. Was ist daran so schwer?

Es gibt übrigens Listen in den Besetzungsbüros der Opernhäuser, in denen solche, die sich das leisten können (also die Großen der Szene) dokumentieren, mit wem sie nicht zusammengespannt werden wollen. Ich nenne hier keine Namen (da gäbe es sicher einen Aufstoß und Dementis), aber sie können sich ja selbst ausrechnen, welche der „Großen“ noch nie gemeinsam auf einer Bühne gestanden sind! Ist das nun rassistisch oder ist es menschlich verständlich? Haben wir das Recht, jemand unsympathisch zu finden und mit ihr/ihm keinen Kontakt haben zu wollen? Es gibt Leute, an die ich nicht anstreifen will und habe Verständnis dafür, wenn diese Abneigung auf Gegenseitigkeit beruht. 

Also bitte, bringt Licht ins Dunkel – und zeigt uns den Vertrag schwarz auf weiß. Dann bin ich der erste, der den Rückzug des Lügners fordert!

Sächsische Polit-Operette um Yusif Eyvazov
Der Tenor und Ehemann von Anna Netrebko dementiert, dass er einen Auftritt mit armenischer Sängerin in Dresden verweigert haben soll.
Wiener Zeitung

Leonore – Fidelio-Urfassung an der Wiener Staatsoper
Oper | Samstag, 01. Februar 2020, um 19.00 Uhr auf arte.tv/opera
LIVE
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Seit dem 15. Dezember 2019 und noch bis Ende 2020 präsentiert ARTE anlässlich des 250.Geburtstags Ludwig van Beethovens den kompletten Opus-Kanon im Internet – mit herausragenden Archivaufnahmen, Livestreams und aktuellen Einspielungen. 

Ein besonderes Highlight ist die Liveübertragung der Urfassung von Beethovens einziger Oper Fidelio, die 1805 unter dem Titel Leonore uraufgeführt wurde. ARTE überträgt Leonore online live aus der Wiener Staatsoper. Die Inszenierung von Amélie Niermeyer mit Jennifer Davis in der Titelrolle verspricht ein wiederentdecktes Musikerlebnis der Extraklasse.

Leonore wird im Rahmen der zweiten Spielzeit ARTE Opera gezeigt.
Weitere Infos finden Sie auf arte.tv/opera

  • Dirigent Tomáš Netopil
  • Regie Amélie Niermeyer
  • Mit Jennifer Davis, Katrin Röver, Benjamin Bruns, Falk Struckmann, Thomas Johannes Mayer, Samuel Hasselhorn, Chen Reiss, Jörg Schneider
  • Berlin/ Deutsche Oper: Sieben Fragen an … Anja Harteros
    Anja Harteros singt in ANDREA CHENIER die junge Adlige Maddalena di Coigny, die sich in einen Revolutionär verliebt – und mit ihm in den Tod geht. Hier erzählt die Sopranistin von der Opferrolle der Frau – und von Maddalenas Facetten und Traumata
    https://www.deutscheoperberlin.de//de_DE/fragen-an-anja-harteros
    Karten für Andrea Chenier gibt es noch genug
    https://deutscheoperberlin.eventim-inhouse.de/webshop/webticket

INSTAGRAMEREIEN: KRISTINA OPOLAIS AUF MALTA

Auch dabei: Tenor Jonathan Tetelman

ZU INSTAGRAM – FOTOSERIE

PLACIDO DOMINGO TRAUERT UM DEN SULTAN VON OMAN

ZU FACEBOOK

Zeitgenössische Oper auch in Athen. Sie spielt sogar in Wien

LEPORELLA ODER HINTER DER WAND von Giorgos Kouroupos. Uraufführung


Copyright: Greek National Opera

Giorgos Kouroupos, geboren 1942 in Athen, gehoert zu den wichtigsten zeitgenoessischen Komponisten in Griechenland. Er studierte in Athen und Paris und gehoerte in Frankreich zu den Schuelern von Olivier Messiaen.

Die Oper „Leporella“ basiert auf der gleichnamigen Kurzgeschichte von Stefan Zweig. Im Zentrum der Erzaehlung steht die Magd Crescentia, eine schweigsame, den Vergnuegungen des Lebens abgewandte Person. Ein Ortswechsel vom beschaulichen Zillertal nach Wien konfrontiert die Schweigsame mit den Ehestreitigkeiten in einem herrschaftlichen Haus. Als die Gattin des Barons fuer eine Weile ein Sanatorium aufsucht, beginnt sich der Hausherr mit wechselnden Damen zu vergnuegen. Der Anblick dieses Geschehens weckt das Begehren in Crescentia, zur treuen Gehilfin ihres Herrn zu werden. Von einer der Liebschaften erhaelt sie den Namen Leporella, weil sie dem Baron so bedingungslos ergeben ist wie Leporello seinem Herrn Don Giovanni. Die Magd erwacht bei diesem Treiben zu unbekanntem Leben und wird gespraechig. Die Rueckkehr der Baronin beendet Leporellas Glueck. Nach der baldigen Flucht des Barons aus dem Haus, toetet die Magd ihre Herrin. Als der Baron davon Kunde bekommt, wendet er sich von Leporella ab. Die allein gelassene Bedienstete begeht schliesslich durch Sturz in den Donaukanal Selbstmord…

Zum Uraufführungsbericht von Ingo Starz

Stuttgart: Held wider Willen: Lohengrin an der Oper Stuttgart
https://bachtrack.com/de_DE/kritik-lohengrin-schilling-meister-behle-schneider

Samstag in Bratislava: Sir Simon Keenlyside als „Posa“

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Sir Simon Keenlyside. Foto: Robert Workman

Bratislava am kommenden Samstag: In der Wiederaufführung “ DON CARLO“werden sich auch gastierende Künstler präsentieren. Carlos Freund Rodrigo Marquise von Posa wird am Samstag, den 18. Januar 2020 vom gastierenden Bariton Simon Keenlyside verkörpert. Der charismatische Künstler absolvierte sein professionelles Solo-Debüt 1987 in der Staatsoper in Hamburg als Almaviva in Mozarts Figaros Hochzeit und heute zählt er zu häufigen Gästen von Opernbühnen weltweit in London, München, New York, Wien u.a. Er widmet sich auch dem Lied-Repertoire, arbeitet mit prestigevollen Orchestern zusammen, er wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet wie dem Laurence Olivier Award, Grammy Award, ECHO Klassik und vielen anderen. Zu seinen aktuellen Opern-Stationen zählt das Royal Opera House, wo er in der erfolgreichen Inszenierung Richard Eyrs von Verdis Oper La traviata Giorgio Germont verkörpert. Diese Oper kehrt regelmäßig, bereits seit 25 Jahren, in das königliche Opernhaus zurück.

Die berühmte tschechischen Sängerin Naděžda Kniplová ist am  14. 1. 2020 gestorben.

https://www.irozhlas.cz/kultura/hudba/nadezda-kniplova-umrti-sopranistka-narodni-divadlo_2001141625_tzr

Sommereggers Klassikwelt 18: Malwina, Wagners erste Isolde, und ihr leeres Grab in Dresden
Der Grabstein des in Wahrheit leeren, für Malwina vorgesehenen Grabes trägt die Inschrift:
Tod, du trenntest uns dereinst,
Nun uns immerdar vereinst,
Von dem Lebenswerk hienieden
Heimgekehrt zum ewgen Frieden.
Als Wagners vielleicht bedeutendste Oper „Tristan und Isolde“ 1865 endlich in München uraufgeführt werden konnte, verkörperte ein Ehepaar die beiden Hauptrollen. Lange hatte Wagner nach Sängern Ausschau gehalten, die diesen extrem schwierigen Rollen gewachsen waren. In dem erst 29-jährigen Ludwig Schnorr von Carolsfeld und seiner Ehefrau Malwina, geborene Garrigues, die reichlich zehn Jahre älter war als er, fand er sie schließlich.
Klassik-begeistert

GESAMTE OPERN IM RADIO

16.1. MANON LESCAUT (aus Budapest, Aufnahme v. 18.5.2019) BBC 3-15 Uhr
17.1. RISURREZIONE (Live aus Florenz) RAI 3-20 Uhr
18.1. SALOME (Live aus Wien) ORF Ö1-19 Uhr
LA TRAVIATA (Live aus New York) HR 2-19 Uhr
LE BELLE HÉLÈNE (aus Lausanne, Aufnahme v. 29.12.2019) Radio 4Hilversum-19 Uhr
KÖNIG UND MARSCHALL (aus Kopenhageb, Aufnahme v. 22.5.2019) Bayern 4-19.05 Uhr
LA TRAVIATA (Live zeitvers. aus New York) BBC 3-19.30 Uhr
RADAMES-LOHENGRIN (Live aus Bozen) RAI 3-20 Uhr
ARIODANTE (aus Paris, Aufnahme v. 26.11.2019) France Musique-20 Uhr

WIENER KAMMERORCHESTER: Prime Time 2 2019/20. Donnerstag, 16.1.um 20.15 h (bis 21,45) im Berio-Saal des Wiener Konzerthauses

Programm

WIEN / Volkstheater in der Halle E im Museumsquartier
SCHWERE KNOCHEN nach dem gleichnamigen Roman von David Schalko
Bühnenbearbeitung von Anita Augustin
Uraufführung.
Premiere: 15. Jänner 2020


Foto: © www.lupispuma.com / Volkstheater

Es ist fast wie im Kino, in einem richtig schlechten Film. Man darf beim Prügeln und Treten zusehen, bei KZ-Sadismus und mehrfach bei Mord, spritzendes Blut, Röcheln, brutale Gewalt. Dass jemand von einem Krokodil verspeist wird, erfährt man wenigstens ohne Augenschein. Aber das Ende hat es dann wieder in sich. Nicht, dass Ferdinand Krutzler, Romanheld von David Schalko, vom Volkstheater als beispielhaft bühnentauglich erachtet, auch nur ein Quentchen Sympathie verdiente, man gönnt ihm sein elendes Ende – zumal er sich auch der Todsünde schuldig gemacht hat, ein Theaterpublikum über dreieinviertel Stunden zu langweilen...

Das ist keine Gaunerballade, die frech und fröhlich Spaß macht, das ist die Akkumulation des Abschaums, lustvoll als solcher hingeschmiert. Keine Frage, dass es das gibt – aber wo ist der tiefere Nutzeffekt, dergleichen auf die Bühne zu bringen? Diese Frage bleibt unbeantwortet. Und langweilig auch noch!

Zum Premierenbericht von Renate Wagner

Filme der Woche


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Hollywoods-Auslandsjournalisten, die den „Golden Globe“ für den „Besten Film“ und den besten Regisseur vergaben, konnten wahrlich aussuchen. Sie hatten die Wahl zwischen „Irishman“, „Jokes“, „Two Popes“, zwischen Martin Scorsese und Quentin Tarantino, kurz, den absoluten Schwergewichten.

Sie wählten „1917“ und Sam Mendes. Ein Film, der es geschafft hat, aus seiner außerordentlichen Form heraus eine Geschichte komplett anders zu erzählen als üblich. Ein Regisseur, der es geschafft hat, mit einem Kunstgriff das Thema „Krieg“ in seiner grausigen Realität so nahe an den Zuschauer heranzubringen wie selten… Schade übrigens, dass der „Golden Globe“ nicht die Kategorie „Beste Kamera“ kennt: Da hätte man an Roger Deakins nicht vorbei gehen können…

Man ist im Kino schon in manchem schmutzigen Schützengraben gelegen, ist beschossen worden, hat das Heulen und Weinen der Verwundeten und Sterbenden gehört, aber dann gab es doch einen Schnitt, eine andere Szene, man konnte aufatmen, die Situation wurde in vielen Aspekten und Blickwinkeln gezeigt…

Der Pariser, der den Ex-Papst in die Bredouille brachte Bezahlartikel
Im Streit um das angebliche Benedikt-Zölibatsbuch steht Kardinal Sarah unter Beschuss – doch es gibt noch einen Zweiten in der Hauptrolle.
Die Presse

Österreichs Regierung plant: „Ehe light“- Scheidung leicht gemacht
Die Presse

Es soll Religionen geben, in den dreimal „Ich verstoße Dich“ gesagt bereits eine Scheidung ist. Will man dort vielleicht hin. Ich habe es 52 Jahre mit derselben Frau ausgehalten – und sie mit mir!

So, jetzt muss ich den Kommentar mit Wünschen auf einen schönen Tag beenden. Meine Frau hat mir eine Einkaufsliste zur Abarbeitung und Bezahlung übergeben!

A.C.

 

 

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