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16. DEZEMBER 2019 – Montag

16.12.2019 | Tageskommentar

Heute: Solistenkonzert Rene Pape an der Wiener Staatsoper. Foto: Wiener Staatsoper

Am Klavier: Camillo Radicke
Mozart, Wolf, Schubert, Quilter, Sibelius
Es gibt Karten an der Abendkassa

Bereits um 17,30 h im Stadttheater Walfischgasse: Staatsopern-Direktor Dominique Meyer und der kaufmännische Geschäftsführer Thomas Platzer laden zum Publikumsgespräch.
Die Zuschauer können dabei Fragen stellen und erhalten einen Überblick über aktuelle Staatsopern-Themen. Der Eintritt ist frei

Wien/ Theater an der Wien: HALKA. Premiere (15.12.)

Theater an der Wien: Halka. Corinne Winters. Foto: Monika Rittershaus/ Theater an der Wien

Massenansturm von  polnischen Journalisten bei der Premiere dieser „Polnischen Nationaloper“ am Theater an der Wien. Unserer Premierenberichterstatterin Renate Wagner wurde aus diesem Grund ein Sitz für die zweite Vorstellung (17.12.) zugeteilt. Mitarbeiter Johannes Marksteiner hat hingegen ein reguläres Premierenabo und musste demnach der ausländischen Konkurrenz nicht weichen:

Die Koproduktion mit dem Teatr Wieliki in Warschau bot für Interessenten rarer Opernwerke eine Allerweltsinszenierung (Mariusz Trelinski) mit einem denkbar einfachen Bühnenbild (Boris Kudlicka) – ein sich fast ständig drehender Hotelkomplex – und mit unauffälligen Kostümen (Dorothee Roqueplo). Das Libretto (Wlodimierz Wolski) kann man aus der Zeit des mittleren 19.Jahrhunderts verstehen, Adel plus Leibeigenschaft plus politische Bedrängnis Polens ergäbe doch einen brauchbaren Plot für eine gute Oper. Wenn allerdings sämtliche mögliche Klischees der Bühnengeschichte in geballter Ladung dargeboten werden, wenn der Komponist immer wieder im Versuch steckenbleibt, gute Melodien zu schreiben, wenn sein Bemühen, zündende Arien und Duette zu komponieren, in Verzettelung endet, dann kann der Abend nur durch ausgezeichnete Interpreten gerettet werden…
Zum Bericht von Johannes Marksteiner

GRAZ: Engelbert Humperdinck „KÖNIGSKINDER“ – Premiere am 14.12.2019

Sternstunde und Ehrenrettung. 14. 12. 2019, Premiere

Sternstunde und Ehrenrettung – so betitelte Peter Hagmann seine Kritik über Engelbert Humperdincks Königskinder in der Neuen Zürcher Zeitung vor rund 10 Jahren. Und diesen Titel übernehme ich mit Überzeugung für meinen Bericht über die aktuelle Premiere an der Oper Graz – es war ein verdienter und einhelliger Erfolg!

Die Uraufführung der ersten Fassung als Melodram fand 1897 in München statt. Da das Werk jedoch kaum ins Repertoire übernommen wurde, überarbeitete es Humperdinck eingehend als Oper. Am 28. Dezember 1910 wurde dann diese überarbeitete Fassung an der Met in New York uraufgeführt – praktisch zeitgleich mit Puccinis Fanciulla del West.

„Königskinder“. Ganz links sehen Sie Christina Baader, eine wunderschöne Frau, die hier als Hexe agiert. Es gibt auch schöne Hexen. Foto: Werner Kmetitsch/ Oper Graz

https://www.deropernfreund.de/graz-12.html

Hermann Becke, www.deropernfreund.de

Die wahren Märchen sind für die Erwachsenen Bezahlartikel
Früher viel gespielt, fristen Engelbert Humperdincks „Königskinder“ seit Jahrzehnten nur noch ein lexikalisches Dasein. Nun lässt eine Neuproduktion, die erste in Österreich seit 1945, dem Werk Gerechtigkeit widerfahren.
Die Presse
Kältetod der Königskinder – Bezahlartikel
Kleine Zeitung

An der Grazer Oper: Königskinder erfrieren an sozialer Kälte
Es ist ein düsteres Märchen ganz ohne Happy End, das Engelbert Humperdinck mit „Die Königskinder“ geschrieben hat. In Graz erfuhr das Werk unter Marius Burkert und in der Regie von Frank Hilbrich eine gelungene Wiederentdeckung.
https://www.krone.at/2062810

Staatsoper Berlin: Neuenfels-Salome mit Ausrine Stundyte
Neuenfels‘ kühle, mit einer exzellenten Personenregie aufwartende Salome-Deutung erfährt eine gelungene Wiederaufnahme. Ausrine Stundyte singt eine präzise Prinzessin und spielt mitreißend. Stundyte hat keine hochdramatische Stimme, aber ihr Sopran klingt federleicht und hochattraktiv. Problematisch der wenig differenzierende, aber unermüdliche Herodes von Wolfsteiner, gut die Herodias von Prudenskaya, gut auch der Jochanaan von Thomas J. Mayer. Am Pult bestätigt der junge Thomas Guggeis seine Klasse mit einem sicheren, linienstraffen, kontrolliert funkelnden Dirigat. 
Konzertkritikopernkritikberlin

Basel: La Bohème – Rockmusik in den Umbauphasen
Kaum zu glauben: Die musikalische Verschlimmbesserung eines Werks der Welt-Musikliteratur! Der amerikanische Regisseur Daniel Kramer hat es unternommen, in Basel die geniale Komposition von Giacomo Puccinis LA BOHÈME zu verbessern.
https://www.deropernfreund.de/die-of-schnuppe-6.html

Dafür vergibt „Der Opernfreund“ die „Schnuppe“ – den „Negativ-Oscar“ dieses Mediums!

Münster: ANATEVKA. Premiere am 14.12.

Foto: Oliver Berg

 Söhne von Getreidehändlern haben manchmal eine künstlerische Ader, solche  Söhne waren etwa in Deutschland der aus Münster stammende Kunsthändler Alfred Flechtheim oder, aus der Ukraine stammend, Salomon Rabbinowicz, der zwar durch Fehlspekulationen in den USA 1890 Bankrott machte, unter dem Namen Sholem Alejchem aber ein erfolgreicher Schriftsteller wurde. In seinen Kurzgeschichten und Romanen schilderte er das Leben im osteuropäischen jüdischen Schtetl vor etwas mehr als 100 Jahren liebe- und verständnisvoll, einer Lebensform, die dank russischer Vertreibungspolitik Ende des 19. und Anfang des 20.Jahrhundert untergegangen ist…

Zum Premierenbericht von Sigi Brockmann

Jubiläumswettbewerb der Rekorde: 20. Maritim Musikpreis 2019

Timmendorfer Strand, 15. Dezember 2018

v.l.n.r.: Jochen H. Stop (Direktor Maritim-Hotel), Seungwoo Simon Yan (2.Preis),  Ahyoung Ki (1. Preis), Jasmin Dels (3. Preis), Rainer Wulff (Wettbewerbsleitung, Jury-Vorsitzender). Foto: Krause

Und wieder ein Gesangswettbewerb, wieder neue Hoffnungen, natürlich wieder eine Jury, die genannt sein will (u.a. Petra Maria Schnitzer und Peter Seiffert). Lesen Sie mehr darüber in unseren Infos des Tages.

Karlsruhe: Mozarts „Don Giovanni“ in Karlsruhe: Menschen im Hotel
Frankfurter Rundschau

Anna Netrebko und ihr Ehemann im Interview „Keine Lust mehr auf sechs Wochen Proben“

Foto: Vladimir Shirokov/ Universal

Anna Netrebko und ihr Ehemann Yusif Eyvazov sprechen im Interview über Opernmuffel, Wagner-Wonnen und kluge Karriereplanung.

Ein Auszug aus dem Interview des „Tagesspiegels:

EYVAZOV: Und es gibt auch Menschen, die nicht so gerne eine komplette Oper anschauen, weil ihnen das zu lange dauert. Da ist doch ein Konzert eine tolle Gelegenheit, ganz unterschiedliche Werke zu hören an einem einzigen Abend!

NETREBKO: Ich habe ganz ehrlich auch keine Lust mehr auf sechs Wochen Proben. Dreieinhalb müssen für eine Oper genügen, vor allem, wenn ich die Rolle schon woanders gesungen habe. Außerdem kann ich in dem schweren Verdi-Repertoire, das ich jetzt singe, sowieso nicht viel schauspielern.

Wenn ein Regisseur mir sagt: Lehnen Sie sich doch bitte beim Singen mal zur Seite – das geht nicht. Mit abgeknickter Hüfte ist auch die Luftröhre geknickt. Bei der Arie „D’amor sull’ali rosee“ aus dem „Trovatore“ darf ich mich nicht bewegen, sonst strömt die Luft nicht richtig, und dann: basta! Da geht es um perfekte Atemkontrolle.

Tagesspiegel

New York/ Metropolitan Opera: Review: A Radiant Revival of ‘Der Rosenkavalier’
https://www.nytimes.com/2019/12/15/arts/music/der-rosenkavalier-review.html

Buchbesprechung: Malte Hemmerich – 100 JAHRE SALZBURGER FESTSPIELE
Eine unglaubliche Geschichte in fünf Akten. 142 Seiten, Ecowin Verlag, 2019

 

Nicht jede Institution, die auf ihren „Hunderter“ zurück blickt, kann sich dermaßen über ein „Blühen und Gedeihen“ freuen wie die Salzburger Festspiele – zumindest auf finanziellem Sektor, und bedeutet der heutzutage nicht am meisten? Schon während des Ersten Weltkriegs träumten Max Reinhardt und Hugo von Hofmannsthal von einem „Friedens-Festival“, 1920 konnten sie endlich beginnen, und was daraus geworden ist… das wird sicher wieder in vielen dickleibigen Wälzern beschworen.

Malte Hemmerich, ein junger deutscher Journalist, legt seinen kurz gefassten Rückblick feuilletonistisch und auch pointiert an, aber weil es ihm gelungen ist, die Festspiel-Präsidentin Helga Rabl-Stadler quasi als Vorwort-schreibende Schutzherrin zu gewinnen, muss auch in der Gegenwart alles perfekt sein. Da kann er sich höchstens auf ein paar Umwegen Bemerkungen leisten, die der wissende Leser dann für sich interpretiert. Wenn es etwa heißt, unter Karajan sei für Salzburg gerade „das Beste gut genug“ gewesen und noch bei Pereira sei „die Dichte der Stars“ hoch gewesen, dann ergänzt der grantige Salzburg-Beobachter, dass man seit der Ära Hinterhäuser mit den Besetzungen wirklich keinen Staat machen kann. Aber das darf auch ein fröhlicher Jung-Journalist nicht schreiben, wenn er in Abhängigkeiten steckt…

Zur Buchbesprechungvon Renate Wagner

„Konzertgänger in Berlin“: Schneeflockdenkicht: Maurizio Pollini und Nathalia Milstein spielen Klavier
Holla die Schneefee, zwei große Namen sind das: Pollini und Milstein. Nur einer ist der echte, eine fast unverhoffte Wiederbegegnung mit Maurizio. Der andere ist in Wahrheit die andere, nicht Nathan natürlich, sondern Nathalia, und sie spielt auch nicht Geige, sondern ebenfalls Klavier – und ist schon ihr eigenes Original! Zwei sehr unterschiedliche, beides starke Klavierabende im Pierre-Boulez-Saal.
https://hundert11.net/schneeflockdenkicht/

Bitte bleiben Sie Köln treu, Herr Eschenbach!
Christoph Eschenbach, 79, kann man wohl zurecht als Ausnahmetalent bezeichnen. Schon früh wurden die Fähigkeiten des im Alter von 6 Jahren Verwaisten offensichtlich – heute ist er nicht nur ein renommierter Pianist und mehrfacher Preisträger, sondern auch einer der einflussreichsten Dirigenten der Gegenwart. Kein Wunder also, dass sein Besuch in Köln auf reges Interesse und an zwei aufeinanderfolgenden Tagen auf nahezu ausverkaufte Säle stieß. Einen solchen Gast hat man schließlich nicht so oft!
Daniel Janz berichtet aus der Kölner Philharmonie
Klassik-begeistert

Erotikskandal am Burgtheater?
Kurz vor Weihnachten treiben sie es bunt in der Burg. Der echte Liebesakt wird während der Vorstellung auf die Bühne des Burgtheaters projiziert.
Oh, là, là, wie frivol: Ausgerechnet fünf Tage vor Heiligabend will der desi­gnierte Chef des Volkstheaters an der altehrwürdigen Burg mit nackten Tatsachen reüssieren. Der deutsche Regisseur Kay Voges setzt bei seiner Premiere von Dies Irae – Tag des Zorns. Eine Endzeit-Oper Weltuntergangsängste in Szene. Dazu gehören seiner Meinung nach zwei Nackerte beim Koitieren.
https://www.oe24.at/oesterreich/chronik/wien/Erotik-Skandal-am-Burgtheater

Also gut, ich halte fest: Das Burgtheater hat derartige Schlagzeilen offenbar nötig. Auch ich hatte eine Phase, in der ich diesen Kommentar gerne mit einem ästhetischen „Leichtbekleidet-Foto“ beendete. Auf das Niveau eines Koitus-Fotos wäre ich aber nie hinabgestiegen. Das überlasse ich den Herren Kusej und Voges!

War Thunberg-Foto aus Zug nur ein PR-Coup?
Aus einem „überfüllten Zug“ in Deutschland schickte Klimaaktivistin Greta Thunberg ein Foto, das sie am Boden sitzend zeigt, weil sie offenbar keinen Sitzplatz mehr gefunden hatte. Nun kontert die Deutsche Bahn: Das Mädchen hatte sogar ein Erste-Klasse-Ticket.
https://www.krone.at/2062714
Thunberg reist heim – auf dem Boden sitzend und in der ersten Klasse
Kurier

Aufregung um Greta Thunberg im ICE. Liebe Bahn, wie kann man das so verbocken?
Mooooment mal, junges Fräulein: Greta Thunberg postet aus dem ICE – und die Deutsche Bahn macht daraus eine Staatsaffäre. Analyse einer Blamage.
Der Spiegel

Wenn ich gegen Greta Thunberg, die ich vom ersten Augenblick an durchschaut zu haben glaube, anschreibe, gibt es einen Shitstorm auf meinem Mailserver. Die gute Nachricht: Diese Kritik an mir ebbt nun merklich ab. Ich denke, dass es auch den Wohlwollendsten schön langsam zu viel wird.  Mir wurde  sogleich (nachdem dieser Kommentar online stand) eine Spiegel-Version zugespielt, die das Verhalten der Deutschen Bahn kritisiert. Deren Reaktion war auch nicht eben geschickt, ändert jedoch nichts daran, das Frau Thunberg (mittlerweile ist sie ja bereits weit über 16, die Anrede Fräulein daher unpassend, ebenso die gerne gebrauchte Bezeichnung „Mädchen“) offenbar mit Fotografen reist, die sofort zur Stelle sind, wenn sich die Heilige auf dem Boden niederläßt. Wo hatte dieser Fotograf seinen Platz? In der ersten Klasse?  Er hätte als Kavalier seinen Sitzplatz der Frau Thunberg überlassen können – aber das hätte dann eben kein gutes Foto hergegeben.  Aber um diese Episode geht es weniger.

Weit ärger ist die Aussage der 16jährigen, nach denen „die Regierenden an die Wand gestellt gehörten“. War das ein Ausrutscher in einem Moment, in dem sie nicht gebrieft war? Jedenfalls relativierte sie sogleich: „An die Wand stellen bedeutet in ihrer schwedischen Heimat bloß „hart hernehmen“.
Nun wohnen in meiner näheren Umgebung zwei Familien aus Schweden, die – von mir befragt – unabhängig voneinander bestätigten, dass sie diese Auslegung nicht kennen (sie räumen aber ein, bereits einige Jahre nicht mehr in Schweden zu leben).

Greta sollte sich nun schön langsam zurücknehmen – und Politiker wären gut beraten, sich nicht mit ihr „zu schmücken“. Der „Schmuck“ wird rasch verblassen! Spätestens dann, wenn sie weiterhin ihren Mund öffnet, ohne sich zuvor mit den PR-Beratern abgesprochen zu haben!

Aber nun zu Wichtigem: So spart man Heizkosten
Richtig heizen im Winter – sonst wird es teuer

https://www.heizsparer.de/spartipps/heizkosten/die-20-besten-tipps-zum-heizkosten-sparen

Da sind natürlich viele „No na-Tipps“ dabei (Wer zu wenig heizt, nur um zu sparen, tut sich keinen Gefallen. Sinkt die Temperatur unter zwölf Grad, nimmt zu lange Zeit in Anspruch, um die Räume wieder aufzuheizen. Hinzu kommt, dass Zimmer, die nie richtig beheizt werden und ständig zu kalt sind, von Schimmel befallen werden können. Feuchtigkeit kondensiert nämlich an kalten Wänden. Daher ist es wichtig, dass die Temperatur bei mindestens 15 Grad liegt.
Zu viel zu Heizen ist dem Spargedanken ebenfalls abträglich. Werden Räume stetig zu stark beheizt, sinkt die Luftfeuchtigkeit in diesen Zimmern zudem ab. Dadurch steigt das Risiko für Atemwegserkrankungen und Erkältungen.)

Ich habe das Problem, mit dem Thermostat nicht wirklich virtuos umgehen zu können. In unserer Galerie/ Redaktion halte ich – wenn ich keinen Besuch erwarte – die Raumtemperatur bei 18 Grad, durch die Höhe des Raums ist die Kubatur auch gewaltig. So kann es sein, dass ich eine Kappe verwende.

Haben Sie einen schönen Tag

A.C

 

 

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